Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 21 › Seite 166

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-08-03, Seite 166

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl—Abendmahlsfeier 39 · Gottesdienſt 3

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munion⸗Handlung betrifft, nemlich Vaterunſer,
Einſetzungsworte, Austheilung mit Gemeinde⸗
Geſang und „Chriſte, du Lamm Gottes“, ſo entſteht
die Verſchiedenheit in den Anordnungen der Agen⸗
den hauptſächlich daher, daß einige mit der ge⸗
ſammten ältern Kirche das Vaterunſer hinter die
Einſetzungsworte, andere dagegen es vor dieſelben
ſtellten und zwar mit aus dem Grunde, weil das
Danken den eigentlichen Worten der Einſetzung
vorangegangen iſt. Dazu kommt, daß einige
ältere. Kirchenordnungen nach Luthers Vorgang
in der „Weiſe chriſtliche Meſſe zu halten“ vom
Jahr 1523 hier noch einige gewiſſe Stücke auf⸗
nehmen, welche die ſpäteren Kirchenordnungen
und zwar wiederum nach Luthers Vorgange in
der „deutſchen Meſſe“ vom Jahr 1526 weglaſſen.
— Die echt lutheriſchen Kirchenordnungen können
hiernach in drei Claſſen gebracht werden. Die
erſte bilden die wenigen Kirchenordnungen, welche
kurz vor den Einſetzungsworten gar kein Vater⸗
unſer haben, indem ſie es oder eine Paraphraſe
desſelben ſchon vor die Vermahnung ſtellen. Die
zweite Claſſe, etwa ein Viertheil der Geſammt⸗
ſumme, bilden diejenigen Kirchenordnungen, welche
dieſe Abtheilung mit den Einſetzungsworten an⸗
heben und darauf das Vaterunſer folgen laſſen.
Dieſe ſind es auch, welche hier noch mehr Stücke,
z. B. das Sanctus, nach den Einſetzungsworten
gebrauchen. Die dritte Claſſe endlich, welche aus
drei Viertheilen der Kirchenordnungen beſteht,
läßt den Prediger mit dem Vaterunſer anhe⸗
ben, worauf die Gemeinde nur mit Amen ant⸗
wortet, dann folgen die Einſetzungsworte, eben⸗
falls geſungen, nach welchen die Austheilung be—
ginnt, während von Chor und Gemeinde die
ſchon oben erwähnten Kirchenlieder geſungen wer⸗
den, deren letztes jedesmal das „O Lamm Gottes
unſchuldig“ iſt.

Von allen früheren Gebräuchen hat die luthe—
riſche Kirche bei der Conſecration aus guten Grün⸗
den nur das Kreuzeszeichen behalten. Die Eleva⸗
tion oder Aufhebung des geſegneten Brodes und
Weines, welche die lutheriſche Kirche anfangs,
doch ohne die Anbetung, beibehielt und dann gleich
nach der Conſecration vornahm, bot doch zu viel
Erinnerungen an die irrige Lehre von der Ver⸗
wandlung des Brodes und Weins dar, als daß
ſie ſich in der lutheriſchen Kirche hätte auf die
Länge halten können. Endlich iſt die verſchiedene
Weiſe der Conſecration zu bemerken. Die meiſten
Kirchenordnungen nemlich laſſen erſt die Ein⸗
ſetzungsworte vollſtändig abſingen, dabei conſe—
criren und darauf die Austheilung folgen. Andere
jedoch laſſen, wenn die erſte Hälfte der Einſetzungs⸗
worte abgeſungen und dabei das Brod conſecrirt
worden iſt, dasſelbe ſofort ausſpenden, worauf
dann mit dem Kelche ebenſo verfahren wird, wie
dies beſonders in mehreren Form ularen für Kran⸗
kencommunion vorkommt. Doch mußte ſchon die
Unbequemlichkeit, welche bei dieſer Weiſe für den
begleitenden Geſang entſtand, der erſteren bald
den Vorzug verſchaffen. Uebrigens wurde das
geſegnete Brod an der rechten Seite des Altars,
der geſegnete Kelch aber an der linken dargereicht,
dieſe beiden Seiten wurden durch den Stand des

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Predigers, wenn er ſich zur Gemeinde wendete,
beſtimmt.

Rückſichtlich des Schluſſes der Communion
haben bei weitem die meiſten Kirchenordnungen
denſelben ſo vorgeſchrieben: Intonation mit Re⸗
ſponſorium, Dankeollecte, Segen, Schlußlied, und
zwar ſind Verſikul und Collecten für alle gottes⸗
dienſtlichen Tage immer dieſelben. Nur folgende
Abweichungen ſind zu bemerken: nicht die wenig⸗
ſten Kirchenordnungen haben vor der Collecte und
ſelbſt auch vor dem Segen noch die Salutation.
In ſehr wenigen bleibt Salutation, Verſikul und
Collecte weg und es ſingt ſtatt derſelben die Ge⸗
meinde „Nun danket alle Gott“, worauf der Se⸗
gen folgt. Umgekehrt laſſen wenige den Segen
weg und an ſeiner Statt von der Gemeinde ſin⸗
gen: „Es woll uns Gott genädig ſein.“ Endlich
ſchließt, wie ſchon oben bemerkt wurde, die eine
Hälfte der Kirchenordnungen mit dem Segen, die
andere aber läßt dann noch ein vorgeſchriebenes
Schlußlied ſingen.

Was nun den Fall betrifft, daß keine Commu⸗
nicanten vorhanden ſind, ſo ergibt ſich aus einer
Vergleichung der Kirchenordnungen hierüber Fol⸗
gendes: Nur einige wenige, ſehr frühe, Kirchen⸗
ordnungen laſſen dann auch bei dem, was zur
Handlung des Worts gehört, Aenderungen ein—
treten, welche dem Hauptgottesdienſt nur die Ge⸗
ſtalt eines Wochengottesdienſtes geben, in dem vor
der Predigt nur ein deutſches Lied und „Wir gläu⸗
ben all“, und nach derſelben wieder ein deutſches
Lied geſungen wird, worauf Collecte und Segen
folgt. Offenbar lag dieſer Anordnung der Gedanke
zum Grunde, daß ein Hauptgottesdienſt ohne Com⸗
munion eben kein Hauptgottesdienſt ſei; bald aber
wurde dieſer Gedanke von einem anderen verdrängt,
daß nemlich auch dann ein Hauptgottesdienſt ein
ſolcher, obgleich nicht ein vollſtändiger, bleibe und
daß gerade dieſe Unvollſtändigkeit durch Beibe⸗
haltung aller zum Hauptgottesdienſt gehörigen
Stücke mit Ausnahme der zur Communion ge⸗
hörigen hervorgehoben werden müſſe. So bilden
denn jene eben erwähnten Kirchenordnungen nur
eine bald verſchwindende Ausnahme und es darf
als allgemeine Ordnung angeſehen werden, daß,
auch wenn keine Communicanten vorhanden ſind,
gleichwohl alles bis zur Predigt in derſelben Weiſe
geſchieht, als wenn Communion ſtattfindet. Am
Schluſſe der Predigt laſſen in jenem Falle viele
Kirchenordnungen eine „Vermahnung wegen Ver⸗
achtung des Sacraments“ verleſen.

Hinſichtlich deſſen, was nach der Predigt fol⸗
gen ſoll, ordnet eine Reihe von Kirchenordnungen,
daß, falls keine Com municanten vorhanden ſind,
dennoch Präfation, Sanctus, Vaterunſer, deut⸗
ſches Agnus, Collecte und Segen nicht unterblei⸗
ben ſoll. Da aber dieſe Stücke mit der Commu⸗
nion auf das Genaueſte verbunden ſind und ohne
dieſelbe, wenigſtens in dieſer Zuſammenſtellung,
ihre eigentliche Bedeutung verlieren, ſo bildete
ſich bald eine andere Anordnung für den Schluß
des ausnahmsweiſe ohne Communionsfeier blei⸗
benden Hauptgottesdienſtes, welche, von vielen
und den beſten Kirchenordnungen befolgt, als die
allgemeine Regel angeſehen werden kann. Es

unterbleibt nämlich in dieſem Falle zu Ende der
Predigt das Kirchengebet; ſtatt deſſen wird meiſt
mit Weglaſſung des Predigtliedes die Litanei mit.
der Gemeinde geſungen, nach der Litanei folgt die
Antiphonie „Handle nicht mit uns nach“ u. ſ. w.
und die Collecte „HErr Gott, der du nicht Luſt

haſt an der armen Sünder Tod“ ꝛc.; und dar⸗

nach gehet mit dem Segen und dem gewöhnlichen
Schlußliede der Gottesdienſt zu Ende. Alle an⸗
deren hierbei gegebenen Vorſchriften der Agenden
ſind nur als Einzelheiten anzuſehen.

(Fortſetzung folgt.)

*——

Methodismus.

Lieber Bruder im HErrn!

Wenn Sie den ſogenannten chriſtlichen Apo⸗
logeten Nro. 19. vom 10. Mai in die Hände be⸗
kommen, und den Abſchnitt unter der Rubrik
„Monroe Miſſion, Illinois“ leſen, ſo werden Sie
wohl mit Recht vermuthen, daß in dem letzten
Paſſus: „Aber wo ich mit der Hülfe meines
Meiſters unter heißen Thränen das Panier des
Kreuzes aufzurichten ſuche“ u. ſ. w. — doch ich
will ihn nur ganz herſchreiben — „und geiſ⸗
getaufte Gemeinden zu ſammeln, welche Gott im
Geiſt und in der Wahrheit dienen möchten, ſo
kommen Solche, die das Amt des Schlüſſels mit
ſich führen, und rufen den Menſchen zu: „„Ihr 1
ſeid ſchon wiedergeboren in der Taufe, und die
andern Sünden vergeben wir euch an Chriſti
Statt.““ Möge der heilige Gott allen Irrthum
verbannen, und ſeine wahre Knechte, die Er ſelbſt
geſandt hat, ausrüſten mit Kraft aus der Höhe,
daß ſie zeugen von dem theuren Heiland, der allein
den Schlüſſel Davids hat“ u. ſ. w. — Sie wer⸗
den alſo wahrſcheinlich nicht irren, wenn Sie ver⸗
muthen, daß dieß auf meinen erſten Beſuch hier
Bezug hat, wo ich den hieſigen Lutheranern pre⸗
digte, und dieſelben mich zu ihrem Paſtor beriefen.
Ich fühle mich getrieben, gegen dieſe Läſterzungen,
die mit den Lippen das Geſetz Gottes heucheln,
aber durch die That dasſelbe mit Füßen treten,
ein Zeugniß abzulegen, das Sie, wenn es Ihnen
gut und recht dünket, in Ihr Blatt aufnehmen
wollen. Wie ich die deutſchen Methodiſten hier
zu Lande ſchon namentlich auch aus dem ſaubem
Tractate „Warum biſt du vom Glauben abgefal⸗
len?“ kennen gelernt habe als Solche, in deren
Katechismus wahrſcheinlich das 8te Gebot aus⸗
gelaſſen iſt, da ſie uns allerhand lügenhafte An⸗
ſchuldigungen machen, ſo beweiſ'r ſich dieſer Herr
G. Böshenz, der Verfertiger jenes Artikels, als
ein getreuer Sohn ſeiner Schule. In jenem
Artikel iſt nun beſonders das ein liſtiger gemeiner
Streich, daß er die Sache ſo darſtellt, als führe er
meine Worte an. Hierin ſteckt Teufelsliſt und
Teufelslüge; Lüge, denn ich habe weder bei mei⸗
nem erſten Beſuche, noch bis heute Gelegenheit
gehabt, öffentlich die Lehre von der Taufe und von
der Abſolution vorzutragen, und privatim nur
gegen zwei Perſonen, ſo viel mir bewußt iſt, die
reine Lehre in einigen Stücken abgehandelt; ſo⸗
dann aber iſt die teufliſche Lüge die, daß er die
Sache ſo darſtellt, als previgten wir ein fleiſch⸗

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