Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 5 › Seite 96
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-06-29, Seite 96
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Union 8
auf beiden Augen blind. Wie gerne hätte der
reiche Vetter nun ſeinen armen Verwandten
wieder geſehen!
Der Lutheran Standard“.
Die lieben Leſer werden ſich erinnern, daß wir
ihnen in No. 5 des laufenden Jahrgangs die
traurige Kunde brachten, daß der liebe „Stand-
ard“ der lutheriſchen Kirche untreu geworden ſei
und ſich neuerdings für eine Vereinigung mit der
abgefallenen Generalſynode ausgeſprochen habe.
Es gereicht uns zu beſonderer Freude, melden zu
können, daß hoffentlich nur Einer der Mitarbeiter
an dem genannten Blatte, der Redacteur des New
Philadeiphia-Departments, Herr P. Grünewald,
dem gerügten Synkretismus (Religions- und
Kirchenmengerei) das Wort redet. Derſelbe
ſchreibt nemlich in der-letzten Nummer des
„Standard“ unter anderem Folgendes:
„Wir ſind für alles, was in dem New Phila⸗
delphia⸗Department des Standard erſcheint, für
unſere Perſon verantwortlich. Wir ſind nichts
als ein Gehülfe, ein überzähliges Glied, ein fünf⸗
tes Rad am Wagen, oder wofür uns ſonſt der
Leſer anzuſehen beliebt. Die eigentliche Redac⸗
tion des Lutheran Standard iſt nach wie vor zu
Columbus. In dem betreffenden Artikel unter⸗
nahmen wir es nicht, die Anſicht des Lutheran
Standard als ſolchen auszudrücken; wir ſprachen
allein unſere eigene perſönliche Ueberzeugung aus.
Wir wünſchen dafür als perſöonlich verantwortlich
angeſehen zu werden. Wir haben uns mit un⸗
ſeren Collegen darüber nicht berathen, aber es iſt
anzunehmen, daß keiner von denſelben mit uns
in Betreff der in dem genannten Artikel ausge⸗
drückten Anſichten übereinſtimmt.“
In dem Folgenden beklagt ſich Herr Grünewald
über unſere Exlusiveness und Liebloſigkeit, die es
freilich zu keiner Union aller lutheriſch ſich nen⸗
nenden Synoden kommen laſſen werde; wir haben
hierauf nichts zu erwiedern, als daß wir leider
unſern alten Adam, der gern mit allen Menſchen
auch wider die Wahrheit Frieden ſtiften und haben
möchte, noch genug fühlen, daß wir aber durch
Gottes Gnade uns immer wieder ſtärken zum
heiligen Kampf durch die Worte Gottes: „Liebet
Wahrheit und Friede.“ (Sach. 8. 19.) „Die
Liebe freuet ſich nicht der Ungerechtigkeit, ſie freuet
ſich aber der Wahrheit. (1 Cor. 13, 6.0
Wie Luther den einfältigen Leuten predigt.
Als im Jahre 1535 das Werk der Concordia
zwiſchen Luther und den Oberländern zu Witten⸗
berg vollendet war, empfingen Capito und Bucer
zur Bezeugung ihrer völligen Vereinigung das
heilige Abendmahl. Früh predigte Alberus, Mit⸗
tags Bucer und zur Veſper Luiher. Des Abends
hatte dieſer Bucerum zu Gaſte und lobte unter
anderen Riden deſſen gehaltene Predigt, doch mit
dem Beiſatz: „Ich bin ein beſſerer Prediger.“
Als darauf Bucer antwortete, dieſen Ruhm gebe
Luthern billig Jedermann, verſetzte dieſer ernſtlich:
„Ihr dürft nicht meinen, daß ich mich närriſch
ſelber loben wollte, ich weiß meine Schwachheit
wohl und könnte keine ſolche ſcharfe Predigt thun,
als wir heute von Euch gehöret haben. Ich halte
aber den Brauch, wenn ich auf die Kanzel komme,
ſo ſehe ich mich um, was für Leute da ſitzen, und
weil die meiſten Wenden (ſo nennt er die gemei⸗
nen, einrältigen Leute, weil vor Zeiten die Wen⸗
den in daſigen Landen gewohnet) ſind, ſo predige
ich ihnen, was ich denke, das ſie verſtehen können.
Ihr aber flieget allzu hoch im „Gaiſcht, Gaiſcht'
(er ſprach dies Wort alſo in Bucers ſchwäbiſcher
oder elſäſſiſcher Mundart aus), daher ſchicken ſich
zwar Eure Predigten für Gelehrte, aber unſere
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einfältigen Leute können Euch nicht verſtehen.
Darum gehe ich mit dieſen um, wie eine herzliche
Mutter mit ihrem weinenden Kinde, dem ſie die
Brüſte, ſo gut ſie kann, in den Mund gibt, und
es mit ihrer Milch tränket, welche ihm beſſer
ſchmeckt und bekommt, als wenn ſie ihm den köſt⸗
lichen Saft von Roſen und andern Syrup aus
der Apotheke reichte.“
(Luthers Leben von Meurer, Bd. 3. S. 119.)
Der glückliche Bauer.
Vivat der Bauer, vivat hoch!
Ihr ſeht es mir nicht an:
Ich habe nichts und bin wohl doch
Ein großer, reicher Mann.
Früh Morgens, wenn der Thau noch fällt,
Geh ich, vergnügt im Sinn,
Gleich mit dem Nebel naus aufs Feld
Und pflüge durch ſie hin.
Und ſehe, wie er wogt und zieht
Rund um mich nah und fern,
Und ſing dazu mein Morgenlied
Und denk an Gott den Oerrn.
Die Krähen warten ſchon auf mich
Und folgen mir getreu:
Und alle Vögel regen ſich
Und thun den erſten Schrei.
Indeſſen ſteigt vie Sonn' herauf
Und ſcheinet hell daher.
Iſt ſo was auch für Geld zu Kauf
Und hat der König mehr?
Und wenn die junge Saat aufgeht,
Wenn ſie nun Aehren ſchießt,
Wenn ſo ein Feld in Hocken ſteht,
Wenn Gras gemähet iſt —
O wer das nicht geſehen hat,
Der hat des nicht Verſtand:
Man trifft Gon gleichſam auf der That
Mit Segen in der Hand;
Und ſiehts vor Augen, wie er friſch
Die volle Hand ausſireckt
Und wie er ſeinen großen Tiſch
Für alle Weſen deckt.
Er deckt ihn freilich, Er allein,
Doch hilft der Meuſch und ſoll
Arbeiten und nicht müßig ſein
Und das bekommt ihm wohl.
Denn nach dem Sprichwort Müßiggang
Iſt ein beſchwerlich Ding
Und ſchier des Teufels Ruhtbank
Für Vornehm und Gering.
Mir mach der Böſe keine Noth,
Ich dreſch ihn ſchief und krumm
Und pflug und hau und grab ihn todt
Und mach ihn um und um.
Und wird mirs auch bisweilen ſchwer,
Mags doch! was ſchadet das?
Ein guter Schlaf ſtellt alles her
Und morgen bin ich baß.
Und fange wieder fröhlich an
Für Frau und Kind. Zür ſie,
So lang ich mich noch rühren kann,
Verdrießt mich keine Müh.
Ich habe viel, das mein gehört,
Viel Gutes hin und her.
Du droden haſt es mir beſcheert:
Beſcheere mir noch mehr. Claud ius.
Die Buchhandlung von Rohland und
Detharding, Nio. 9 Cheſtnut Straße, St.
Louis, Mo., empfiehlt:
Der Pilger aus Sachſen.
Eine chriſtliche Zeitſchrift. 14. Jahrg. 52 Num⸗
mern 5l.00.
Diejenigen reſp. Unterſchreiber, welche die
Zahlung für den Aten und zum Theil für frühere
Jahrgänge des Lutheraners noch ſchulden, wer⸗
den gebeten, ſelbige nebſt dem Betrage für den
laufenden Jahrgang baldigſt an den Unterzeich⸗
neten einzuſenden. F. W. Barthel.
(Care of Rev'd. C. F. W. Walther.)
Anzeige.
In der lithographiſchen Anſtalt von L. Gaſt
in St. Louis, Mo., ſind zu haben:
32 Conſirmations⸗Scheine
mit Bibelſprüchen und Liederverſen, ingleichen
mit bibliſchen Bildern und Randzeichnungen.
Lithographirt und herausgegeben von Leopold
Gaſt. Preis: 1 Dollar.
Die unterzeichnete Redaction fühlt ſich
gedrungen, dieſe Confirmationsſcheine den Herm
Predigern hierdurch beſtens zu empfehlen. Die
Bibelſprüche und Liederwerſe, die dieſelben enthal⸗
ten, ſind paſſend ausgewählt und die bibliſchen
Bilder und Embleme mit chriſtlichem Sinn und
Geſchmack ausgeführt. Wir ſahen nie etwas
Schöneres dieſer Art. Wer ſeinen Confirmanden
etwas recht Liebliches zur Erinnerung an den Tag
der Confirmation mitgeben will, findet hier eine
ſchöne Gelegenheit. Die Red. des „Luth.“
Veränderte Adreſſe:
Rev'd. A. Hoyer,
Catonsville P. O., Baltimore Co., Md.
Bücher und Pamphlets zu haben in ver Expeditiou
des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe.
Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗
veränderter Abdruck..— 90.10
Das Dutzend 51.00. Hundert Stück 87.00.
Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im
Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber
mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗
land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat..
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück P1.00.
Dr. Luthers Sermon von „Bereitung zum
Sterben“
Die Verfaſſung der deutſchen ev.-luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗
merkungenn. U
Das Dußend 50 Cts. 25 Srück Pl.00.
Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
v. J. 1847
Zweiler Sy
J. 18
v. J.
Dritter Ja
7.
0.0⁵
0.05
0.0⁵
. ‚. „*
0.0—
nodalbericht derſelben Synode
0.10
hrgang des Lutheraner v. 1846
No. 8— 26—.——.—.—..
Vierter do. v. 1847—1848 (vollſt.). .
Chriſtliches Concordien buch, d. i. Symbol.
Bücher der ev.-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗
gabe, in gepreßtem Leder gebunden.....
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 2 Srück
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren
Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders
abgedruckt), 2 Stükk.
In einigen Wochen werden wieder erwartet:
Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn- und Feſt⸗
tage des ganzen Jahres, New Norker Ausgabe,
gebunden in Kalbleder.....
Kirchengeſangbuch für ev.-luth. Gemein⸗
den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗luth. Gemeinde
U. A. C., gedunden das Stück.......
d 78.
100 Suucr 562.00 gegen Baarzahlung.
Erhalten
für die Miſſion am zluſſe Cass in Mich.:
51.50 von zwei hieſigen Gemeindegliedern.
zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe:
52.25 von Herrn P. Biltz und einigen Gliedern ſelner
Gemeinde. 54.00 Ertrag einer Prwatcollecte in St.
Louis. 33.222 durch Herrn P. Fick.
Bezahlt.
Den 5. Jahrg. Die HH. Jakob Beck, Buttermann, F.
Grätz, Hemme (2. Halfte), Peter Schmelz, P. Schulze.
Gedruckt bei Arthur Olshauſen,
derausgeber des Anieiger des Weſtens.
SQbP—2 .—*
(Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
English translation
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