Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 7 › Seite 56

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-11-24, Seite 56

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geben 12 · Gottesdienſt 3

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des For⸗Fluſſes. Dort wurden ſie benachrichtigt,
nicht weiter zu ziehen, da die Mörder ſich freiwil⸗
lig ausliefern würden.

Am andern Tage näͤherte ſich ein Zug von In⸗
dianern mit mehreren Fahnen, unbewaffnet, theils
zu Pferde, theils zu Fuß. Man hörte ſingen.
Es war Red Bird, welcher ſein Sterbelied ſang.

Der Häuptling Cariminie, welcher den Zug
anführte, trat hervor und ſagte: „Hier ſind ſie;
ſie ſind gekommen als Brave; behandelt ſie als
Brave; legt ſie nicht in Feſſeln.“ ü

Red Bird näherte ſich dem Major Whiſtler und
ſprach: „Ich bin fertig. Ich wünſche, daß man
mich nicht in Feſſeln lege. Laßt mich frei davon.
Mein Leben habe ich hingegeben; es iſt dahin.“
Darauf beugte er ſich nieder, nahm etwas Staub
zwiſchen ſeine Finger und blies ihn hinweg:
„Mein Leben iſt dahin, wie das.“ Er ſah dem
Staube nach, wie er veiflog und vor ſeinen Augen
verſchwand, und fügte hinzu: „Ich möchte es
nicht wiederhaben; es iſt dahin.“ Als er dieſes
geſagt hatte, legte er ſeine Hände hinter ſich, zum
Zeichen, daß er Alles aufgegeben habe. —

Aus Meäenney's Memoiren.

Es muß einem Chriſten doch das Herz brechen,
wenn man den Jammer des Heidenthums an⸗
ſieht. Ohne Erkenntniß ſeiner Sünden, ohne den
Troſt ihrer Vergebung, ohne Glauben an den
barmherzigen Gott geht der arme Menſch mit
dem kalten Muthe der Verzweiflung dem ſichern
Tode entgegen. Und doch ſpricht ſich in ſeinen
Worten das Seufzen der Creatur auf das deut⸗
lichſte aus: „Ich möchte mein Leben nicht wieder
haben.“ Da hat der arme Heide Recht. Ohne
Chriſto nichts ſchändlicher und elender, als das
Leben; ohne Chriſto beſſer nie geboren. Ach!
daß ſich Gott über dies Volk erbarmte!

Wohlan, Chriſten, helft! helft mit treuer, herz⸗
licher Fürbitte für jene Heiden, welche ja in Adam
unſere Brüder ſind. Und wer Glauben, Gaben
und Beruf hat, der ziehe in Gottes Namen zu
ihnen hin und predige ihnen das Evangelium,
daß ihnen aufgehe die Sonne der Gerechtigkeit
und Heil unter desſelbigen Flügeln.

H. Fick.

Wie viel Ellen Tuch Gott zu rinem Kleid
bedürfe.

Als einſtmals ein ſehr armer Bauersmann in

den Ruf gekommen war, daß er eine ansnehmende
Beleſenheit in der heiligen Schrift habe und dar—
aus auch die ſchwerſten Fragen ſchnell und richtig
beantworten könne, ſo ließ ihn eines Tages ſein
Landesfürſt, zu deſſen Ohren es ebenfalls ge⸗
kommen war, daß der Bauer ein ſo bibelfeſter
Mann ſei, vor ſich kommen und legte ihm, um ihn
zu probiren, die Frage vor: wie viel Ellen Tuch
Gott wohl zu einem Kleid bedürfe, da doch bei
dem Propheten geſchrieben ſtehe. daß Gott Him⸗
mel und Erde erfülle? Der Bauer antwoitete
hierauf nach kurzem Beſinnen: Ueber vier oder
höchſtens fünf Ellen könne er ſchwerlich bedürfen.
Erſtaunt über dieſe Antwort fragt der Fürſt wei⸗
ter: Wie er dies doch mit der Bibel beweiſen
wolle? Der Bauer enwiedert: Dies gebe klar
daraus hervor, weil Chriſtus ausdrücklich ſage:
„Was ihr gethan habt Einem unter dieſen mei⸗
nen geringſten Brüdern, das habt ihr mir gethan.“
— Ueber dieſen echt bibliſchen Beſcheid herzlich
erfreut, entließ nun hierauf der Fürſt den mit
Gottes Wort wohl bewehrten Bauer, und verord⸗
nete zugleich, daß demſelben von nun an alljähr⸗
lich ein Kleid aus ſeiner Kammer gereicht werden

ſollte.

5“

Kirchliche Nachricht.

Nachdem der Candidat Claus Stürken
aus Hannover von der lutheriſchen Gemeinde zu
Logansport, Cass Co., Ind. (am Wabaſh Canal),
einen ordentlichen Ruf erhalten und das vorſchrift⸗
mäßige Eramen vor den beiden Profeſſoren des
theologiſchen Seminars zu Fort Wayne beſtanden
hat, iſt ſelbiger am 18. Sonntag nach Trinitatis,
am 22. October d. J. inmitten ſeiner Gemeinde
von dem Vicepräſes unſerer Synode ordinirt
worden. JEſus Chriſtus, der einige gute Hirte,
gebe zur Sammlung, Weide und Bewahrung
ſeiner Heerde zum ewigen Leben auch hier ſeine
Gnade und ſeinen Segen.

Am 21. Sonntag nach Trinitatis wurde auch
Herr Candidat J. Lorenz Fleſſa, bis dahin
Lehrer an der erſten Knabenſchule der lutheriſchen
Gemeinde zu St. Louis, Mo., inmitten der luthe⸗
riſchen Gemeinde bei Union, Mo., welche ihm einen
ordentlichen Beruf zu ihrem Pfarr- und Schul⸗
amte gegeben hatie, auf Anordnung des Präſes
unſerer Synode durch P. Fick von Neu-Melle or⸗
dinirt. — Möge der HErr, der nun auch in dieſer
lieben Gemeinde mit ſeinem reinen Wort und un⸗
verfälſchten Sacrament Wohnung gemacht hat,
die Handlung dieſer ſeiner einigen Gnadenmittel
an allen Gliedern zur Erweckung und Förderung
eines neuen Lebens in Ihm reichlich ſegnen. Die
Adreſſe des Neueingewieſenen iſt: Rev. J. L.
Flessa, Union P. O., Franklin Co., Mo.

Endlich meidet uns ſoeben Paſtor Auguſt Crä⸗
mer von Frankenmuth in Michigan, daß er, der
Anordnung der Synode gemäß, P. Sievers
unter Aſſiſtenz des Paſtors Gräbner von Franken⸗
troſt den 31. October, als am diesjährigen Refor⸗
mationsfeſt, öffentlich und feierlich bei ſeiner Ge⸗
meinde zu Frankenluſt eingeführt habe. Dieſe
Einführung hatte bis dahin verſchoben werden
müſſen, da unſer lieber Bruder Sievers an einem
Nervenfieber und deſſen Folgen ſieben Wochen lang
hart darnieder gelegen hatte. Gott ſei gelobt, daß
er ſeinem Knechte wieder gnädiglich aufgeholfen
hat; er gebe demſelben auch die Gnade, nun deſto
fröhlicher Sein Werk zu treiben zu Seiner Ehre
und vieler Erlöſ'ten Heil und Seligkeit.

(Eingeſandt.)
Kirchliche Nachrichten aus Deutſchland.

Ein Privatbrief aus Sachſen theilt folgende
Nachricht mit: Den 29. und 30. Auguſt war eine
lutheriſche Conferenz in Leipzig, auf der ſich
zwiſchen 2 -300 Glieder der Kirche aus faſt allen
Theilen Dentſchlands eingefunden, welche die
Aufrechthaltung der ev.⸗lutheriſchen Kirche auf
Grund ihres beſtehenden Bekenntniſſes begehren.
Zur Leitung des neu zu begründenden Vereins
wurden folgende Männer ernannt: Harleß als
Sachſe, Huſchke als Preuße, Thomaſius als
Baier, Petri als Hannoveraner, Kliefoth als
Mecklenburger, Elvers als Heſſe. Es war große
Eintracht und Begeiſterung zu verſpüren und
man verſpricht ſich von dieſer Maaßregel viel für
eine künftige Organiſation der Kirche.

Anzeige.

Der Zweite Synodalbericht der Deut⸗
ſchen Evang.⸗Lutheriſchen Synode von Miſſouri,
Ohio u. a. Staaten vom Jahre 1848 iſt, das
Er. zu 10 Cts., zu haben bei

F. W. Barthel.

Erhalten
für das hieſige Seminar an Beiträgen und
Naturalien v. October 1847 — October 188.
1) aus der Gemeinde zu Fort Wayne:

Von Herrn Joh. Heinr. Trier 5A.78
5 Conrad Trier
„ Wilh. Kleinmüll
„ Ferd. Meyer.
Ad. Brück
Georg Bührle
„ Joh. W. Lindlag

„ Friedr. Früchtenicht 1.00
Heinr. Meyer. 1.00
„ Karl Pöhler. . 0.91
„ Louis Gerke. 2.35
„ Louis Griebel.. —.— 1.50
Joh. Wefel 2.33
„ Friedr. Heinee... ¹ 0.45
„ Franz LankenauuuWſ 0.50
Franz Oehlſchläger....... 1.00
„ Chriſtian Piepenbrink....... 1.00
„ Jak. Föllinger......... •ìt! 3.00
„ Conr. Weſtenfeld —.—.—.— 2.00
„ Fried. Stellhorn... 2.80
Fried. Weller.... J[. 1.70
— 34.81
2) aus der Gemeinde des Herrn P. Jäbker.
Von Herrn Fr. Könemann
„ Stoppenhagen...
„ Hoffmann. ¹
Friedr. Veh —.—— 90
„ einr. v. Behrendt 3
* 1171
3) aus der Gemeinde des Herrn P. Husmann.
Von Herrn Friedr. Schröder . P4.80
„ Chriſtianer.. —. 1.32
„ Füllinnngg.. — 1.65
„ Wilh. Griebel..... 3.00 b
10.77
4) aus der Gemeinde des Herrn P. Claus. 4
Von mehrern Gliederr.... 00.86
5) von der Gemeinde des Herrn P. Scholz in
Illinois..—.—..— 01.50
6) von der Gemeinde des Herrn P. Crämer in
Frankenmuth, Mich.. 13.22
7) von Herrn P. Wynecken in Baltimore. 40.00
80 „ Hid .—.—.—.——.—.—.— 00.40
9 „ Meyer —— 02.50
10) „ Blum.— 00.60
110 „ P. Röbbelen. . 04.0
12) Lehrer Pinkepank in Frankenmuth 04.00

13) „ Abraham Joachim aus Pomeroy.. 00.94

—

Totalſumma. P136.31

Fort Wayne, d. 7. November 1848.
W. Sihler, Director.

Empfangen
für den Bau einer Kirche der „Erſten deut⸗
ſchen Ev.-Lutheriſchen St. Paulus-Gemeinde“

in Chieago, Ill.

Durch Hrn. Dr. Sihler von deſſen Gemeinde in Fort
Wayne, Ind., 520.00. x

Möchten ſich doch durch dies Beiſpiel der lieben Geber
noch viete Glaubensbrüder unſern Nothſtand zu Herzen
führen laſſen. A. Selle, Paſtor.

Erhalten ö
für die lutheriſche Miſſion am Fluſſe Cass in
Michigan:
523.62 durch Hrn. P. Röbbelen, Liverpool, von ſeinen
Gemeinden. 53.00 durch Hrn. P. Seidel, Neudettelsau.
54.00 durch Hrn. P. Selle, Chicago, von ſeiner Gemeinde
A. Crämer.
für die Spnodal⸗Miſſions⸗Caſſe:

51.00 von Hrn. B. H. Succop. 32.50 von einigen

Gliedern der Gemeinde in St. Louis.

Bezahlt.
Die HH. Daniel Fritſch, P. Hattſtädt

Den 4. Jahrg.
(4 Ex.), P. Knape.
Den 5. Jahrg. Die HH. Friedr. Chriſtianer, P. Dum
ſer, J. H. Efers, Heinr. Fülling, Joh. Göhring, P.
Gräbner, Wilh. Griebel, P. Hattſtädt, P. Husmann, P.
Knape, Heinr. Kirchhof, Fr. Knapp, Georg Lepper, J. F.
Mayer, Valent. Meyer, P. Stürken, Schwegmann, Dr.
Sihler (27 Ex.), P. Sievers, J. P. Schulze, Andr. Wag⸗

ner, Sam. Weymar.
Gedruckt bei Arthur Olshauſen,

Herausgeber des Anzeiger des Weſtens.

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