# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1848 11 24_S56 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) des For⸗Fluſſes. Dort wurden ſie benachrichtigt, nicht weiter zu ziehen, da die Mörder ſich freiwil⸗ lig ausliefern würden. Am andern Tage näͤherte ſich ein Zug von In⸗ dianern mit mehreren Fahnen, unbewaffnet, theils zu Pferde, theils zu Fuß. Man hörte ſingen. Es war Red Bird, welcher ſein Sterbelied ſang. Der Häuptling Cariminie, welcher den Zug anführte, trat hervor und ſagte: „Hier ſind ſie; ſie ſind gekommen als Brave; behandelt ſie als Brave; legt ſie nicht in Feſſeln.“ ü Red Bird näherte ſich dem Major Whiſtler und ſprach: „Ich bin fertig. Ich wünſche, daß man mich nicht in Feſſeln lege. Laßt mich frei davon. Mein Leben habe ich hingegeben; es iſt dahin.“ Darauf beugte er ſich nieder, nahm etwas Staub zwiſchen ſeine Finger und blies ihn hinweg: „Mein Leben iſt dahin, wie das.“ Er ſah dem Staube nach, wie er veiflog und vor ſeinen Augen verſchwand, und fügte hinzu: „Ich möchte es nicht wiederhaben; es iſt dahin.“ Als er dieſes geſagt hatte, legte er ſeine Hände hinter ſich, zum Zeichen, daß er Alles aufgegeben habe. — Aus Meäenney's Memoiren. Es muß einem Chriſten doch das Herz brechen, wenn man den Jammer des Heidenthums an⸗ ſieht. Ohne Erkenntniß ſeiner Sünden, ohne den Troſt ihrer Vergebung, ohne Glauben an den barmherzigen Gott geht der arme Menſch mit dem kalten Muthe der Verzweiflung dem ſichern Tode entgegen. Und doch ſpricht ſich in ſeinen Worten das Seufzen der Creatur auf das deut⸗ lichſte aus: „Ich möchte mein Leben nicht wieder haben.“ Da hat der arme Heide Recht. Ohne Chriſto nichts ſchändlicher und elender, als das Leben; ohne Chriſto beſſer nie geboren. Ach! daß ſich Gott über dies Volk erbarmte! Wohlan, Chriſten, helft! helft mit treuer, herz⸗ licher Fürbitte für jene Heiden, welche ja in Adam unſere Brüder ſind. Und wer Glauben, Gaben und Beruf hat, der ziehe in Gottes Namen zu ihnen hin und predige ihnen das Evangelium, daß ihnen aufgehe die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter desſelbigen Flügeln. H. Fick. Wie viel Ellen Tuch Gott zu rinem Kleid bedürfe. Als einſtmals ein ſehr armer Bauersmann in den Ruf gekommen war, daß er eine ansnehmende Beleſenheit in der heiligen Schrift habe und dar— aus auch die ſchwerſten Fragen ſchnell und richtig beantworten könne, ſo ließ ihn eines Tages ſein Landesfürſt, zu deſſen Ohren es ebenfalls ge⸗ kommen war, daß der Bauer ein ſo bibelfeſter Mann ſei, vor ſich kommen und legte ihm, um ihn zu probiren, die Frage vor: wie viel Ellen Tuch Gott wohl zu einem Kleid bedürfe, da doch bei dem Propheten geſchrieben ſtehe. daß Gott Him⸗ mel und Erde erfülle? Der Bauer antwoitete hierauf nach kurzem Beſinnen: Ueber vier oder höchſtens fünf Ellen könne er ſchwerlich bedürfen. Erſtaunt über dieſe Antwort fragt der Fürſt wei⸗ ter: Wie er dies doch mit der Bibel beweiſen wolle? Der Bauer enwiedert: Dies gebe klar daraus hervor, weil Chriſtus ausdrücklich ſage: „Was ihr gethan habt Einem unter dieſen mei⸗ nen geringſten Brüdern, das habt ihr mir gethan.“ — Ueber dieſen echt bibliſchen Beſcheid herzlich erfreut, entließ nun hierauf der Fürſt den mit Gottes Wort wohl bewehrten Bauer, und verord⸗ nete zugleich, daß demſelben von nun an alljähr⸗ lich ein Kleid aus ſeiner Kammer gereicht werden ſollte. 5“ Kirchliche Nachricht. Nachdem der Candidat Claus Stürken aus Hannover von der lutheriſchen Gemeinde zu Logansport, Cass Co., Ind. (am Wabaſh Canal), einen ordentlichen Ruf erhalten und das vorſchrift⸗ mäßige Eramen vor den beiden Profeſſoren des theologiſchen Seminars zu Fort Wayne beſtanden hat, iſt ſelbiger am 18. Sonntag nach Trinitatis, am 22. October d. J. inmitten ſeiner Gemeinde von dem Vicepräſes unſerer Synode ordinirt worden. JEſus Chriſtus, der einige gute Hirte, gebe zur Sammlung, Weide und Bewahrung ſeiner Heerde zum ewigen Leben auch hier ſeine Gnade und ſeinen Segen. Am 21. Sonntag nach Trinitatis wurde auch Herr Candidat J. Lorenz Fleſſa, bis dahin Lehrer an der erſten Knabenſchule der lutheriſchen Gemeinde zu St. Louis, Mo., inmitten der luthe⸗ riſchen Gemeinde bei Union, Mo., welche ihm einen ordentlichen Beruf zu ihrem Pfarr- und Schul⸗ amte gegeben hatie, auf Anordnung des Präſes unſerer Synode durch P. Fick von Neu-Melle or⸗ dinirt. — Möge der HErr, der nun auch in dieſer lieben Gemeinde mit ſeinem reinen Wort und un⸗ verfälſchten Sacrament Wohnung gemacht hat, die Handlung dieſer ſeiner einigen Gnadenmittel an allen Gliedern zur Erweckung und Förderung eines neuen Lebens in Ihm reichlich ſegnen. Die Adreſſe des Neueingewieſenen iſt: Rev. J. L. Flessa, Union P. O., Franklin Co., Mo. Endlich meidet uns ſoeben Paſtor Auguſt Crä⸗ mer von Frankenmuth in Michigan, daß er, der Anordnung der Synode gemäß, P. Sievers unter Aſſiſtenz des Paſtors Gräbner von Franken⸗ troſt den 31. October, als am diesjährigen Refor⸗ mationsfeſt, öffentlich und feierlich bei ſeiner Ge⸗ meinde zu Frankenluſt eingeführt habe. Dieſe Einführung hatte bis dahin verſchoben werden müſſen, da unſer lieber Bruder Sievers an einem Nervenfieber und deſſen Folgen ſieben Wochen lang hart darnieder gelegen hatte. Gott ſei gelobt, daß er ſeinem Knechte wieder gnädiglich aufgeholfen hat; er gebe demſelben auch die Gnade, nun deſto fröhlicher Sein Werk zu treiben zu Seiner Ehre und vieler Erlöſ'ten Heil und Seligkeit. (Eingeſandt.) Kirchliche Nachrichten aus Deutſchland. Ein Privatbrief aus Sachſen theilt folgende Nachricht mit: Den 29. und 30. Auguſt war eine lutheriſche Conferenz in Leipzig, auf der ſich zwiſchen 2 -300 Glieder der Kirche aus faſt allen Theilen Dentſchlands eingefunden, welche die Aufrechthaltung der ev.⸗lutheriſchen Kirche auf Grund ihres beſtehenden Bekenntniſſes begehren. Zur Leitung des neu zu begründenden Vereins wurden folgende Männer ernannt: Harleß als Sachſe, Huſchke als Preuße, Thomaſius als Baier, Petri als Hannoveraner, Kliefoth als Mecklenburger, Elvers als Heſſe. Es war große Eintracht und Begeiſterung zu verſpüren und man verſpricht ſich von dieſer Maaßregel viel für eine künftige Organiſation der Kirche. Anzeige. Der Zweite Synodalbericht der Deut⸗ ſchen Evang.⸗Lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten vom Jahre 1848 iſt, das Er. zu 10 Cts., zu haben bei F. W. Barthel. Erhalten für das hieſige Seminar an Beiträgen und Naturalien v. October 1847 — October 188. 1) aus der Gemeinde zu Fort Wayne: Von Herrn Joh. Heinr. Trier 5A.78 5 Conrad Trier „ Wilh. Kleinmüll „ Ferd. Meyer. Ad. Brück Georg Bührle „ Joh. W. Lindlag „ Friedr. Früchtenicht 1.00 Heinr. Meyer. 1.00 „ Karl Pöhler. . 0.91 „ Louis Gerke. 2.35 „ Louis Griebel.. —.— 1.50 Joh. Wefel 2.33 „ Friedr. Heinee... ¹ 0.45 „ Franz LankenauuuWſ 0.50 Franz Oehlſchläger....... 1.00 „ Chriſtian Piepenbrink....... 1.00 „ Jak. Föllinger......... •ìt! 3.00 „ Conr. Weſtenfeld —.—.—.— 2.00 „ Fried. Stellhorn... 2.80 Fried. Weller.... J[. 1.70 — 34.81 2) aus der Gemeinde des Herrn P. Jäbker. Von Herrn Fr. Könemann „ Stoppenhagen... „ Hoffmann. ¹ Friedr. Veh —.—— 90 „ einr. v. Behrendt 3 * 1171 3) aus der Gemeinde des Herrn P. Husmann. Von Herrn Friedr. Schröder . P4.80 „ Chriſtianer.. —. 1.32 „ Füllinnngg.. — 1.65 „ Wilh. Griebel..... 3.00 b 10.77 4) aus der Gemeinde des Herrn P. Claus. 4 Von mehrern Gliederr.... 00.86 5) von der Gemeinde des Herrn P. Scholz in Illinois..—.—..— 01.50 6) von der Gemeinde des Herrn P. Crämer in Frankenmuth, Mich.. 13.22 7) von Herrn P. Wynecken in Baltimore. 40.00 80 „ Hid .—.—.—.——.—.—.— 00.40 9 „ Meyer —— 02.50 10) „ Blum.— 00.60 110 „ P. Röbbelen. . 04.0 12) Lehrer Pinkepank in Frankenmuth 04.00 13) „ Abraham Joachim aus Pomeroy.. 00.94 — Totalſumma. P136.31 Fort Wayne, d. 7. November 1848. W. Sihler, Director. Empfangen für den Bau einer Kirche der „Erſten deut⸗ ſchen Ev.-Lutheriſchen St. Paulus-Gemeinde“ in Chieago, Ill. Durch Hrn. Dr. Sihler von deſſen Gemeinde in Fort Wayne, Ind., 520.00. x Möchten ſich doch durch dies Beiſpiel der lieben Geber noch viete Glaubensbrüder unſern Nothſtand zu Herzen führen laſſen. A. Selle, Paſtor. Erhalten ö für die lutheriſche Miſſion am Fluſſe Cass in Michigan: 523.62 durch Hrn. P. Röbbelen, Liverpool, von ſeinen Gemeinden. 53.00 durch Hrn. P. Seidel, Neudettelsau. 54.00 durch Hrn. P. Selle, Chicago, von ſeiner Gemeinde A. Crämer. für die Spnodal⸗Miſſions⸗Caſſe: 51.00 von Hrn. B. H. Succop. 32.50 von einigen Gliedern der Gemeinde in St. Louis. Bezahlt. Die HH. Daniel Fritſch, P. Hattſtädt Den 4. Jahrg. (4 Ex.), P. Knape. Den 5. Jahrg. Die HH. Friedr. Chriſtianer, P. Dum ſer, J. H. Efers, Heinr. Fülling, Joh. Göhring, P. Gräbner, Wilh. Griebel, P. Hattſtädt, P. Husmann, P. Knape, Heinr. Kirchhof, Fr. Knapp, Georg Lepper, J. F. Mayer, Valent. Meyer, P. Stürken, Schwegmann, Dr. Sihler (27 Ex.), P. Sievers, J. P. Schulze, Andr. Wag⸗ ner, Sam. Weymar. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Herausgeber des Anzeiger des Weſtens.