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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-01-25, Seite 81

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Kirchengemeinſchaften 3

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Der Lutheraner.

* „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“

Herausgegeben von der deutſchen evangeliſch⸗lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio und anderen Staaten.

Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrgang 4.

St. Louis, Mo., den 25. Januar 1848.

No. 11.

Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subſcriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben
vorauszubezahlen und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.

E Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redacteur, alle anderen aber, welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc.
enthalten, unter der Adreſſe: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

Zeugniß eines Unirt⸗Evangeliſchen von dem
Weſen und Treiben der Methodiſten.

(Schluß.)

„Jene hervorſtechende Eigenſchaft der römiſchen
Kirche, ſich für die alleinſeligmachende zu halten,
ſcheint auch je länger deſto mehr auf die biſchöf—
liche Methodiſtenkirche überzugehen. Zwar, die
Methodiſten ſprechen häufig in Schrift und Rede
es aus, daß auch in anderen Kirchengemeinſchaf—
ten der Geiſt Gottes walte und wirke, daß ſie ſich
der, denſelben zu Theil werdenden geiſtlichen Seg⸗
nungen mitfreuten und daß ſie alle Gläubigen
auch in andern Kirchen anerkännten. Aber da⸗
neben hört man Erklärungen von ihnen, und was
mehr ſagen will, man ſieht ein ſolches Thun an
ihnen, was jenen brüderlichen Aeußerungen
ſchnurgrade zuwiderläuft. So ſagte mir ein
deutſcher Methodiſtenprediger: „„Wir überreden
Niemanden Methodiſt zu werden, weil er nur in
unſrer Kirche die rechte Nahrung für ſeine Seele
findet.““ Ein andrer hat häufig ausgeſprochen,
nur die Methodiſtenkirche ſei die eigentliche Braut
des Herrn, die andern Kirchen ſeien nur die
Jungfrauen, die ihr nachfolgen (Pſalm 45.). In
einer zahlreichen Verſammlung engliſch-amerika⸗
niſcher Methodiſtenprediger, der ich beiwohnte,
höne ich es ausſprechen: Unſre Partei wird
noch die Welt gewinnen! (this denomina-
tion will take the world) und dieſe Aeußerung
bezog ſich durchaus nicht, wie Jemand meinen
könnte, auf die Miſſionsthätigkeit der amerikani⸗
ſchen Methodiſten, welche auch eben nicht ſehr
groß iſt. In einer grade vor mir liegenden eng⸗
liſchen methodiſtiſchen Kirchenzeitung (Western
Christian Advocate) kommt ſolgende Stelle
vor: „„Die Meihodiſtenkirche iſt eine große und
weit ausgedehnte Gemeinſchaft geworden. Die
Sonne geht niemals unter über ihren geheiligten
Tempeln. Jeder Lufthauch iſt durchduftet von
den Gebeten ihrer Söhne und Töchter. Alle Zo⸗
nen, die gemäßigte, die heiße und kalte, mit ihrer
großen Mannigfaltigkeit von Landſchaften und
Einwohnern ſind ihre Wohnung. Der Gott des
Himmels und der Erde hat mit dem Glanze ſei⸗

nes Lächelns auf ſie herniedergeblickt und mit der
Kraft ſeines eignen rechten Arms ſie erhalten.““
Was hier, ich weiß nicht, ob aus Unwiſſenheit
oder aus Prahlerei, als bereits geſchehen darge⸗
ſtellt iſt, nämlich die allgemeine Verbreitung des
Methodismus, wird als etwas zu Erſtrebendes
und endlich auch zu Erreichendes durchgehends
von den Methodiſten betrachtet. Schon jetzt hat
die biſchöfliche Methodiſtenkirche das ſtolze Be⸗
wußtſein, die zahlreichſte und mächtigſie Kirchen⸗
gemeinſchaft in den Vereinigten Staaten zu ſein.
Hiemit nicht zufrieden, ſucht ſie innerhalb dieſes
Landes die alleinige Kirchengemeinſchaft zu wer—
den, um alsdann, oder auch vorher ſchon, ihren
Siegeslauf in andre Länder zu richten. Es iſt
daher ihr Streben, durch alle ihr zu Gebote ſte⸗
henden Mittel die Glieder andrer Kirchengemein⸗
ſchaften, namentlich die altehrwürdigen presbyte⸗
rianiſchen und puritaniſchen Kirchen zu ſich
herüberzuziehen. An vielen Orten, ſelbſt in Neu⸗
england, dem alten, feſten Sitze der Puritaner
(die ſich jetzt Congregationaliſten nennen), iſt
ihnen dies nur zu wohl gelungen. Sie gebrau⸗
chen hiezu mit gutem Erfolge das Mittel, dem
Volke jene beiden Kirchen als calviniſtiſch zu be⸗
zeichnen und die ſchlimmen praktiſchen Folgen,
die der Calvinismus habe, zu ſchildern, obgleich
unter den Congregationaliſten und Presbyteria⸗
nern eine ungleich größere chriſtliche Liebesthätig⸗
keit herrſcht, als unter ihnen. Sich ſelbſt bezeich⸗
nen ſie offen als Arminianer und haben ſogar
unter ihren erbaulichen Tractaten eine Lebensbe⸗
ſchreibung des Arminius, um dem Volke ja dieſen
Namen werth zu machen.

„Viel ſchonungsloſer und heftiger noch, als wie
die engliſch-amerikaniſchen Kirchen, werden die
deutſch-proteſtantiſchen Kirchen Amerika's von den
Methodiſten angegriffen. Auch die eifrigſten und
treueſten Prediger derſelben werden ihren Gemein⸗
den gegenüber von ihnen verdächtigt und als un—
bekehrt oder als auf beiden Seiten hinkend dar⸗
geſtellt. Die Mittel, deren ſich manche von ihnen
hiebei bedienen, erinnern faſt an den jeſuitiſchen
Grundſatz, daß zur Ehre Gottes und zur Aus⸗
breitung der Kirche Alles, auch das Schlechteſte,

erlaubt ſei. Gleichwohl wiſſen ſie ſehr gut es
auszufinden, wenn in der Gemeinde eines evan⸗
geliſchen Predigers erweckte Seelen vorhanden
ſind. Sie gehen alsdann hin, dem Vogel gleich,
der ſeine Eier in fremde Neſter legt, und ſagen zu
dieſen Seelen: Ihr ſeid zwar in einer andern
Kirche erweckt, aber ihr findet in den ſonntäglichen
Gottes dienſten derſelben nicht Nahrung genug für
eure Seele; wir hingegen haben außerdem noch
Claßverſammlungen, Betſtunden ꝛc. ꝛc.; dadurch
werdet ihr in Stand geſetzt, ganz anders in der
Gnade und Heiligung wachſen zu können und
dabei brüderliche Gemeinſchaft recht zu genießen;
kommt herüber zu uns! — Daneben ſuchen die
Methodiſtenprediger jedoch auch ſolche Gegenden
auf, wie oben in Miſſouri, wo noch kein evange⸗
liſcher Prediger hingekommen iſt. Wenn es dort
endlich heißt, ein deutſcher Prediger ſei da, ſo kom⸗
men die Anſiedler, welche vielleicht Jahre lang
keine Predigt gehört haben, herzu, um ſie zu hö⸗
ren, mag der Prediger heißen und es treiben, wie
er will. Nach einiger Zeit fallen gewöhnlich
Mehrere den Methodiſten zu und darunter gerade
manche der Empfänglichern. Kommt hierauf
vielleicht ein evangeliſcher Prediger hin, ſo be⸗
kommt er einen ſchweren Stand, weil aus den
Gemeinden, die er bilden will, das Salz zum
Theil ſchon herausgenommen iſt. Dazu ſind die⸗
jenigen, welche nicht Methodiſten geworden ſind,
oft mit ſolcher Erbitterung gegen den Methodis⸗
mus erfüllt, daß ſie ſelbſt in ſolchen Einrichtungen
und Ausdrücken ihres neuen Predigers, welche
echt evangeliſch ſind, etwas Methodiſtiſches zu fin⸗
den geneigt ſind. ‚

„Von dem Kern und Stern des Reformations⸗
werkes und der geſammten proteſtantiſchen Kirche,
von der Lehre, daß der Menſch durch den Glau⸗
ben an Chriſtum gerecht werde, ſind die Metho⸗
diſten längſt auf eine bedenkliche Art abgewichen.
Statt des Glaubens ſtellen ſie als Erforderniß
der Seligkeit die Verſicherung von der Vergebung
der Sünden durch den Heiligen Geiſt hin, welche
zwar dem lebendigen Glauben verliehen wird,
aber keineswegs der Glaube ſelbſt iſt. Die Ver⸗
ſicherung beſteht nach der Anſchauungsweiſe der

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Der Lutheraner.

"God's Word and Luther's teaching shall not pass away, now or ever."

Published by the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio, and Other States.

Edited by C. F. W. Walther.

Volume 4.

St. Louis, Mo., January 25, 1848.

No. 11.

Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks, for the annual subscription price of one dollar for out-of-town subscribers, who must pay in advance and bear the postage. — In St. Louis every single number is sold for 5 cents.

Note: Only letters containing contributions for the paper are to be sent to the editor; all others, containing business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent under the address: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.

Testimony of a United Evangelical Concerning the Nature and Doings of the Methodists.

(Conclusion.)

"That striking characteristic of the Roman Church, of holding itself to be the only church that can bring salvation, seems increasingly, the longer it goes on, to be passing over to the Episcopal Methodist Church as well. To be sure, the Methodists frequently state, in writing and in speech, that the Spirit of God rules and works in other church communions too, that they rejoice together in the spiritual blessings granted to those communions, and that they acknowledge all believers in other churches as well. But alongside this one hears declarations from them, and — what says more — one sees such conduct on their part as runs directly counter to those brotherly statements. Thus a German Methodist preacher said to me: "We persuade no one to become a Methodist, because it is only in our church that he finds the right nourishment for his soul." Another has frequently declared that the Methodist Church alone is the true Bride of the Lord, and that the other churches are merely the virgins who follow her (Psalm 45). At a large assembly of English-American Methodist preachers which I attended, I heard it stated: "Our party will yet win the world!" (this denomination will take the world) — and this remark did not refer at all, as someone might suppose, to the missionary activity of the American Methodists, which in fact is not very great either. In an English Methodist church newspaper (Western Christian Advocate) lying before me just now, the following passage occurs: "The Methodist Church has become a great and far-extended communion. The sun never sets upon her hallowed temples. Every breath of air is scented with the prayers of her sons and daughters. All the zones — the temperate, the hot, and the cold — with their great variety of landscapes and inhabitants, are her dwelling place. The God of heaven and earth has looked down upon her with the brightness of his smile and has upheld her with the power of his own right arm." What is here presented as already accomplished — I do not know whether out of ignorance or out of boasting — namely, the universal spread of Methodism, is regarded throughout by the Methodists as something to be striven for and, in the end, also to be attained. Already the Episcopal Methodist Church has the proud consciousness of being the most numerous and most powerful church communion in the United States. Not content with this, it seeks to become the sole church communion within this country, in order then — or even beforehand — to direct its triumphant course into other lands. It is therefore their endeavor, by every means at their disposal, to draw over to themselves the members of other church communions, particularly the venerable old Presbyterian and Puritan churches. In many places, even in New England, the old, firmly established seat of the Puritans (who now call themselves Congregationalists), they have succeeded in this only too well. To this end they employ, with good success, the device of representing those two churches to the people as Calvinistic, and of depicting the bad practical consequences that Calvinism is supposed to have, although among the Congregationalists and Presbyterians a far greater active Christian love prevails than among themselves. They openly designate themselves as Arminians, and even have among their edifying tracts a life of Arminius, so as to make this name dear to the people.

"The German Protestant churches of America are attacked by the Methodists far more mercilessly and violently still than the English-American churches are. Even the most zealous and faithful preachers among them are made suspect before their own congregations, and are represented as unconverted or as limping on both sides. The means which some of them employ in this almost recall the Jesuit principle, that for the honor of God and the spread of the church everything, even the worst, is permitted. All the same, they are very good at finding out when awakened souls are present in the congregation of an evangelical preacher. They then go there, like the bird that lays its eggs in another's nest, and say to these souls: You have indeed been awakened in another church, but in its Sunday services you do not find enough nourishment for your soul; we, on the other hand, have in addition class meetings, prayer meetings, etc., etc.; through these you will be enabled to grow quite differently in grace and sanctification, and at the same time to enjoy true brotherly fellowship; come over to us! — Besides this, however, Methodist preachers also seek out such regions as, for instance, above in Missouri, where no evangelical preacher has yet come. When word finally gets around there that a German preacher has arrived, the settlers, who perhaps have not heard a sermon for years, come to hear him, whatever the preacher's name may be and however he may conduct himself. After some time several of them usually fall to the Methodists, and among these are precisely some of the more receptive ones. If, after this, an evangelical preacher perhaps comes to the place, he has a difficult stand, because the salt has already been partly taken out of the congregations he wishes to form. In addition, those who have not become Methodists are often filled with such bitterness against Methodism that they are inclined to find something Methodistic even in such arrangements and expressions of their new preacher as are genuinely evangelical.

"The Methodists have long since departed, in a questionable manner, from the core and crown of the work of the Reformation and of the whole Protestant church — from the doctrine that man is justified through faith in Christ. Instead of faith, they set up, as the requirement for salvation, the assurance of the forgiveness of sins through the Holy Spirit — an assurance which is indeed granted to living faith, but which is by no means faith itself. According to the Methodist way of viewing it, this assurance consists in