Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 20 › Seite 151

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-05-25, Seite 151

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jahresſchluß · Katechismus 3

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Lutherophilus.

Altes und Reues zur Beförderung eines
fruchtbaren Studiums der Theologie,
derusgegeben von E. G. W. Keyl, Paſtor der Evangel.

Luth. St. Paul's Gemeindt in Baltimort.

Heft 1.

Unter dem vorſtehenden Titel wird Anfang
Rai's im Verlage der Buchhandlung Schäfer
ind Koradi zu Philadelphia das 1. Heft einer
„Zeiiſchrift herauskommen, welche unter Gottes
nädigem Beiſtande den im Titel angegebenen

mtgegenkommen, welches ſich auf unſerer letzten
Eynodalverſammlung in Cleveland zeigte und
in dem Beſchluſſe führte, zwei Mitgliedern der
Synode die Herausgabe einer Zeitſchrift zu über⸗
nagen, die dem theologiſchen Studium in un⸗
ſret Gemeinſchaft dienen möchte. Die Beauf⸗
nagten mußten ſchon deßhalb Bedenken tragen,
en ſo ſchwieriges Werk zu beginnen, weil ſie
hald auf die Hoffnung verzichten mußten, die
Arbelt den Händen eines nach St. Louis zu be⸗
nfenden zweiten Profeſſors überlaſſen zu kön⸗
urn, ſahen ſich aber hernach, als ſie dennoch an
Ji Nöglichkeit eines Anfanges zu denken an⸗
ſingen, durch ihre Amtsgeſchäfte, namentlich
urch die ihnen obliegende ſchwere Schularbeit
gnzlich verhindert, die Vorbereitungen auch nur
Eeines erſten Heftes durchzuführen. Um ſo mehr
fteut ſich der Unterzeichnete, das Unternehmen

ö verfolgen will. Sie wird dem Verlangen

Uns Hrn. P. Keyl anzeigen zu können, und möchte

+ noch beſten Kräften ſeinen Amtsbrüdern und

llen Glaubensgenoſſen, welche die edle Wiſſen⸗

ſaf der Theologie befördern wollen, beſtens
tupfehlen.

Den Inhalt dieſes erſten Heftes, welches et⸗

va? Bogen (48 Octapſeiten) umfaßt, bilden

6 Briefe des Herausgebers, in welchen er vom

Studium der Schriften Luthers handelt. Der

uſchließliche Studium Luthers gekommen iſt“
und bietet damit dem Leſer Gelegenheit zur
prüfung, ob nicht auch ſeine eigenen Erfahrun⸗
rn ihn auf den Verſuch eines ähnlichen Stu⸗
nuns hinweiſen, ja hintreiben. P. Keyl be⸗
unit ſich nicht völlig auf das Leſen der Schrif⸗
Inkuthers—das iſt nicht mit dem „ausſchließ⸗
lh“ gemeint, wie manche ſeiner Aufſätze im Lu⸗
xner bezeugen, — aber den Mittelpunkt ſeines

eidiums bildet Dr. Luther: er ſammelt Kennt⸗
ö aus vielen anderen theologiſchen Schriften,
der ſein wiſſenſchaftlicher Eifer iſt dem Dr. Lu⸗
ther zugewandt. Dieſe Art theologiſchen Stu⸗
hiums war in früheren Zeiten beſſer bekannt.
Riht blos mir, doch auch wohl manch' anderem
Emdirenden iſt's aufgefallen, daß von unſern
heologiſchen Vätern und Meiſtern ſo oft erzählt
vitd, ſie hätten dieſen oder jenen Theologen vor
alen anderen ſtudiert und an ihm ſich emporge⸗
ubritet: bezeugt nicht Luther ſelbſt, daß er am
lguſtinus vorzüglich zum Theologen herange⸗
achſen ſei? Theologen ſollen mehr ſein als
Renſchen, welche eine ſo und ſo große Menge
thologiſcher Kenntniſſe geſammelt haben; ſie
ſlen Männer ſein, die, feſtgegründet auf das
Bor Goltes, der ſtreitenden Kirche voranziehen

Ertt Brief zeigt: „Wie der Verfaſſer auf das

koͤnnen und gleicherweiſe mit dem Worte Gottes
als dem Waſſer desLebens die blöden und müden
Streiter ihrer Schaar erquicken wie mit dem
Worte Gottes als dem Schwerte des Geiſtes die
Widerſacher zu Boden ſchlagen. Darum ſollen
die Theologen, welche die einzelnen Schaaren
und Häuflein der ſtreitenden Kirche führen, ſich
hängen an diejenigen, welche der Herr zu Führern
der Menge der Schaaren und Häuflein beſtellt
und begabt hat, und an ihnen lernen, ihren
Führerdienſt auszurichten. Solche Heerführer
ſind recht wohl zu erkennen: es ſind die, welche
in ihren Schriften nicht eben dieſe oder jene
ihrer Kenntniſſe, ſondern ſich ſelbſt, ihre eigne
chriſtlich begabte und chriſtlich gebildete Perſoͤn⸗
lichkeit geben, deren Schriften geſchrieben wur⸗
den, nicht weil ſie das Bedürfniß darnach auf⸗
geſucht, ſondern weil das Bedürfniß darnach ſie
geſucht hatte, die auch zu ihren Schriften nicht
viel Vorſtudien machten und mit viel Kopfzer⸗
brechen und Federkauen ſchrieben, ſondern ſchrie⸗
ben, was gerade ihr Herz erfüllte und bewegte
und damit ihreNächſten leiteten nach ihrem, nach
Gottes Willen. Auguſtinus war ein ſolcher
Heerführer; am Auguſtinus iſt Luther herange⸗
wachſen: iſt nach Luther ſchon einer ſeines
Gleichen gekommen? Niemand —ſo iſt auch
Luther noch der Theolog, an welchem wir Theo⸗
logen werden können, ſo gilt auch noch das
Motto dieſer Zeitſchrift: quo propior Luthero
eo melior theologus. In ſeinen Schriften ſteht
er mitten unter uns, der Heerführer der Kirche
in der neueren Zeit, und wir Kleinen, die wir
beſtellt ſind über 50 oder 100 Streiter Gottes,
ſollten von ihm das Führen lernen, während
wir, ſo weit uns dazu die Zeit bleibt, in den
Schriften neueſter Zeit die Kenntniſſe ſuchen
mögen, die durch die Forſchungen der Gelehrten
bis heute in immer größerer Menge ans Tages⸗
licht gefördert ſind.— Paſtor Keyl iſt zu ſeinem

Studium Luthers gekommen, weil er einmal

an der Predigtweiſe, die ihm ange lernt war, ver⸗
zweifelte, weil er zweitens durch Zeugniſſe der
trefflichſten Theologen dazu gereizt wurde, und
drittens weil der erſte Verſuch, den er machte,
vom erwünſchteſten Erfolge begleitet war. Die
Hauptarbeit des Führens alſo, das Predigen,
war das Erſte, was er vom Dr. Luther zu lernen
ſuchte, und daher ſchildert er im Lten Briefe,
wie er ſeit 12 Jahren ſich zur Predigt aus Dr.
Luthers Predigten vorbereite und giebt im Zten
Briefe ein Beiſpiel ſolcher Vorbereitung mit der
zum Evangelium auf das Epiphaniasfeſt. der
Ate Brief führt dann zum Studium der ſämmt⸗
lichen Schriften Luthers, wie es fruchtbar durch⸗

zuführen ſei, der 5te Brief zeigt den Nutzen

ſolchen Studiums auf, und der ſechſte endlich
weiſt manche Bedenken zurück und giebt gute
Rathſchläge, ſchließt namentlich mit einem ge⸗
wichtigen Zeugniß, welches der höchſt tüchtige
Kirchner für das Studium Luthers ablegt.

Es iſt dieſe Art der Ausbildung zu Theologen
für uns eine durchaus neue. Wir haben frei⸗
lich gelernt, Luthers Schriften zu kaufen, ja auch
zu leſen, und wenige Glieder unſerer Synode

werden es verſäumen, bei der Vorbertitung zu

ihren Predigten Dr. Luthers Predigten durchzu⸗
leſen, aber wer Zeit dazu hat, der mag das im⸗
merhin thun mit den Schriften der vortrefflichen

dagegen ſoll ſtudirt werden, ſo daß man beim
Leſen die Gedanken in ihrem Fortſchritt auf⸗
ſchreibt, wo Form und Ausdruck derſelben beſon⸗
ders treffend und lieblich ſind, ſie auch in ihrer
Form anmerkt und wenn ein Abſchnitt erreicht
iſt, das Aufgemerkte wieder vor die Augen
nimmt, ordnet, zu Herzen nimmt u. ſ. f. Nicht
bloß die lautere Lehre würde auf die Weiſe die
unſere werden und mit ihr zugleich die köſtliche

die Fülle lauterer und reiner Lehre in edelſter,
reinſter Geſtalt, reizend für den Gebildeten, ver⸗
ſtändlich und lieblich für Jedermann: in die
Schrift würden wir hineingetrieben werden, her⸗
ausgetrieben aus den dürren Wüſten abſtracter
Theologie und hohler Speculation. Iſt es nun
wahr, daß die Art, wie die Theologen jetziger
Zeit gebildet werden, wohl Leute erzieht, die
Mancherlei wiſſen aber durchaus nicht einerlei
Rede führen, die lautere Lehre höchſtens in der
dürren Geſtalt jener Bücher mit dem Titel „Un⸗
terſcheidungslehren“ kennen und dagegen ſelbſt
am Ende doch nur ihre eignen Gedanken predi⸗
gen, endlich weder der Form der heilſamen Worte
noch überhaupt einer kirchlichen Rede mächtig
ſind, iſt es richtig, daß die heutige Theologie
einer Reform und Neugeſtaltung auf kirchlichem
Grund und Boden bedarf, ſo iſt uns in dieſem
erſten Hefte des Lutherophilus wenn nicht ein
fruchtbarer Anfang, doch mindeſtens ein Antrieb
gegeben, von einem beſtimmten Geſichtspunkte
aus eine Methode theologiſchen Studiums aus⸗
zubilden und auf die einzelnen theologiſchen Wiſ⸗
ſenſchaften auszudehnen, welche Hirten der Heer⸗
de, Führer der Kriegsſchaaren Chriſti erziehen
könnte, der damit ausgeſprochene Gedanke iſt
neu, bedarf daher der Erläuterung und Aus⸗
bildung; er iſt ein ſeltſam Ding für unſere Köpfe,
fordert daher einen Kampf heraus, den wir un⸗
beſchadet der Einigkeit im Glauben getroſt unter
einander führen mögen und der uns zu viel
Einſicht in die Schäden der neueren Theologie
und zu neuen Wegen und Bahnen führen kann;
endlich, dieſer Gedanke hat für uns alle ſchon
Frucht geſchafft, die „Katechismusauslegung,“
und iſt daher gewiß werth, beachtet, befolgt oder,
wenns ſein mag, bekämpft zu werden. Gleich⸗

aufgefordert werden, das Ite Heft des Luthero⸗
philus freundlich aufzunehmen, ſo ergeht an ſie

en, Einwendungen, Widerlegungen und was
nur immer ihnen in Bezug auf die angeregte

geber in frankirten Briefen entweder dlrect oder
durch die Buchhandlung Schäfer und Koradi in
Philadelphia zukommen zu laſſen, damit recht
dald ein zweites Heft erſcheinen könne, welches
auf die ſo ausgeſprochenen Bedürfniſſe Rückſicht
nimmt und anderer Leute Stimmen mittheilt.
Der „Lu therophilus“ erſcheint in zwangsloſen
Heften. Das erſte Heft koſtet 20 Cts.; bei Be⸗
ſtellungen in Parthien wird der Preis bedeutend
ermäßigt. Man beſtelle bei: „Schaefer & Ko-
radi-Philadelphia Corner of 4th & Wood Str.“
Gott ſegne dies Werk, daß es uns fördert in
der Wahrheit zur Gottſeligkeit!
A. Hoyer.

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Prediger, wie Scrivers, Arndt's u. ſ. f.; Luther

kirchliche Form der heilſamen Worte, vielmehr

wie daher alle Freunde der chriſtlichen Theologie
die Bitte und Aufforderung, Fragen, Meinung⸗

Sache bemerkungswerth erſcheint, dem Heraus⸗

ö

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