Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 20 › Seite 147

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-05-25, Seite 147

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3

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an rM

558—

—

— — ——

5„Oottes Wort und Juthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.““

Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staate
ö Redigirt von C. F. W. Walther.

*

— ——

Jahrg. 10.

*
—

St. Louis, Mo., den 9. Mai 188.

— —

Bedingungen:

Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen
ö Subſeriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denfelben vorauszube⸗
„ahleu und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Ro. für 5 Cents verkauft.

(Für den Lutheraner
Eingeſandt.)

der ſogenannte Große haunöveriſche
Katechismus,
beurtheilt von
„ Wege.
7 (Fortſetzung.)

E Von den heil. 10 Geboten.
½ Die heil. 10 Gebote ſind nicht Moſis Werk,
ſondern Gottes.
. Sind ſie Gottes Werk, ſo ſind ſie keine man⸗
kngelhafteAufzählung einiger wenigen Ver⸗
(egehungen, ſondern, als ein dem höchſten und
weiſeſten Geſetzgeber angemeſſenes Werk,
der Inbegriff Alles deſſen, was Gott
„ will gethan und gelaſſen haben.
. Daß dem wirklich ſo ſei, bezeugt der Herr
Chriſtus ſelbſt, wenn er den Geſammtinhalt des
ganzen übrigen Geſetzes und der Propheten (ſo⸗
. krn ſie das Geſetz treiben) auf die 2 Tafeln
eder heil. 10 Gebote zurückführt. Denn
idavon ſpricht er, wenn er ſagt Matth. 22, 40:
* Jup ieſen zween Geboten hanget das
ganze Geſetzund die Propheten,
Rndarum hat Gott ſelbſt dieſe 10 Gebote auf
eine ganz eigenthümliche Weiſe ausge⸗
zrichnet.“)

1. Ehe die zehn Gebote gegeben wurden, kündigte
Gott ſelbſt Zeit und Ort an, wo er ſie geben würde,
eeſahl auch eine beſondere Zu rüſtung.

2. Stie wurden gegeben nicht im Traume oder in einem

8.

—* —

Daru m hat die chriſtl. Kirche ſie von jeher
als göttlich anerkannt.

Darum ſind ſie auch das erſte Haupt⸗
ſt ück im Katechismus.

Wenn nun ein chriſtlicher Lehrer ſeine Kunſt
beweiſen will, ſoll er die 10 Gebote nicht gering
machen, ſondern nachweiſen, wie in dieſen kurzen
Worten ſo ein trefflich großer Inhalt verborgen
iſt. ö ö

Alſo hat Dr. Luther gethan, und ein gut lu⸗

thtriſcher Prediger oder Lehrer ſollte in dieſe Fuß—

tapfen treten.

Geſicht, ſondern in natürlicher Wirklichkeit unter Be⸗
zeugung einer furchtbaren Majeſtät auf dem Berge Sinai
vor den Augen und Ohren, nicht etwa Moſis allein, ſon⸗
dern eines ganzen verſammelten Volkes.

3. Die 10 Gebote ſind von Gott nicht nur geredet, ſon⸗
dern auch geſchrieben worden, und iſt das Schreiben
zweimal geſchehen.

Von den erſten Tafeln, die Moſe in heiligem Eifer zer⸗
brach, leſen wir 2. Moſe 24, 12.:

Und der HErr ſprach zu Moſt: Komm herauf zu mir
auf den Berg und bleibe daſelbſt, daß ich dir gebe ſteiner⸗
ne Tafeln, Geſetze und Gebote, die ich geſchrieben habe,
die du ſit lehren ſollſt.

Desgl. 2. Moſe 31, 18.:

Die (die zwo Tafeln des Zeugniſſes) waren geſchrit⸗

ben mit dem Finger Gottes.

Desgl. 2. Moſe 32, 15. 16.: „
Moſe wandte ſich und ſtieg vom Berge, und hatte zwy

Taſeln des Zeugniſſes in ſeiner Hand, die waren geſchrie⸗
ben auf beiden Seiten. Und Gytt hatte ſie ſelbſt ge⸗
macht und ſel bſi die Schrift darin gegra⸗
ben.

Und von den zweiten Tafeln leſen wir 2. Moſe 34, I.:
Haue dir zwo Tafeln—, baß ich vit Worte darauf

*

Nur die Briefe, welche Mitthellungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle andee
„„welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſ
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

Was thut aber der Vf. des hannöv. Kat.?
Fr. 215, S. 119 fragt er:
„Wo ſind einige der härteſten Unge
rechtigkeiten genannt und verboten?“
und gibt die Antwort: ö
Vnn den 10 Geboten!“

Alſo: In den 10 Geboten ſind nur die här
teſten Ungerechtigkeiten genannt und verboten
und auch dieſe nicht einmal vollſtändig, ſonder
nureinige derſelben?!

Wer—fragen wir mit ganzem Ernſte—wer,
dem die Ehre Gottes nur einigermaaßen am

ſchreibt, die in den erſten Tafeln waren, dit du zerbr
chen haſt.
Desgl. 5. Moſ. 10, 1—4.: ö
Zu derſelben Zeit ſprach der Herr zu mir: Haur di
wo ſteinerne Tafeln—ſo will ich auf dit Tafeln ſchrei
en dit Worte die auf den erſten waren, die du zerbro ⸗·
chen haſt—Da ſchritb er (Moſes erzählt, alſo kann das
Wörtlein er nicht von Moſen verſtanden werden, denn
dann müßte er ſagen: da ſchrieb iſch) auf die Tafeln
wie die erſie Schrift war, die zehn Worte, die der
Herr zu euch redete aus dem Feuer auf dem Berge zur
Zeit der Ver ſammlung. ‚

4. Die Verwahrung der 2 Tafeln war nicht dem Ermeſ⸗
ſen des Moſes überlaſſen, ſondern ſie mußten in der Bun⸗
deslade verwahrt werden; die Bundeslade aber in der
Stiftshütte und zwar im Allerheiligſten, und dieſe
Bundeslade war es, auf deren Deckel die Gua benwolke
ihren Sitz oder Stuhl nahm.

5. Es werden dit zehn Gebote, im Vergleich zu allen übri⸗
gen, beſonders hervorgehoben als die die SHSummedes
ganzen Bundes ſind, z. E. 5. Moſ. 4, 12. 13.:

„Und der Herr redete — und verkündigte euch ſeinen
Bund—nämlich die zehn Worte.“

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