Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 9 › Seite 73

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-01-05, Seite 73

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jahresſchluß · Maria 5 · Papſttum 4

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Gott helfe allen Verführten, daß ſie Geiz und
Habſucht und dic unzertrennlichen Gefährten der.
ſelben, Gemeinheit und N iederträchtigkeit aus
ihren Herzen austreiben laſſen durch das Wort
Goſtes. Die Tüchtigkeit eines Landes und Vol⸗
kes ſteht darin, daß jenlichem Mitgliede deſſelben
aller Schutz und Beiſtand geleiſtet wird, ſeinen
irdiſchen und ſeinen himmliſchen Beruf ungehin—
dert zu vollbringen, und daß die einzelnen Mit⸗
glieder ſelbſt ihren irdiſchen und ihren himmli—
ſchen Beruf treulich erfüllen und ihre Nächſten
bii ſolchem Beſtreben unterſtützen. Das Alles a⸗
ber lehrt das Wort Gottes nicht bloß, ſondern
giebt auch die Kraft dazu, den Heiligen Geiſt;
darum iſt das Wort Gottes und die daſſelbe

prepigt, die Heilige Chriſtliche Kirche der höchſte
und wichtigſte Schatz eines Landes und Volkes,
und mit dem Volke ſteht es am beſten, welches
dem Worte Gottes den treuſten Gehorſam leiſtet.
Wollt ihr, ihr lieben Deutſchen, wirklich das Be⸗
ſie des Landes ſuchen in welches Gott der Herr
tuch geführt hat, ſo ſtimmt nicht mit ein in das
Geſchrei der Dollarsjäger und der Dollars jagd,
ſondern lernt ſelbſt euch zum Worte Gottes beken
aen und lehret die Leute auch alſo. Gedenkt an
Lucä 12, 15 — 21.

Aufru f

armen Heiden zu Herzen geht.

Theure Glaubensgenoſſen!

Unter den Nothſtänden der Brüder pocht ei⸗
ner jetzt beſonders laut an unſer Herz, damit
wir mit den Weinenden weinen und helfen, wo
Hilfe noth iſt. Unſere armen Brüder unter den
Indianern Michigans, die nun ſeit einer Reihe
von Jahren durch den Dienſtu nſere Miſſionare
für vdas Evangelium von Jeſu Chriſto gewon—
nen worden ſind, ſeufzen unter der ſchwerenAngſt,
durch die Geſetze dieſes Landes die theure Hei⸗

ten, falls ſie nicht gleich den übrigen Bürgern
dieſes Landes die Gewähr leiſten, durch Betrei⸗

alſo nach ihrem Landbeſitz gefragt d. h. es wird
unterſucht werden, ob jede Familie ein hinrei⸗
chendes Stück Land beſitzt, um ſich durch die
Bearbeitung deſſelben nähren zu können. Wel⸗

lichen bürgerlichen Lebens darbieten, die werden
in einigen Jahren unweigerlich über den Miſ⸗
ſiſſppi hinüber in das freie Indianergebiet ge—
krängt werden, wo muth maßlich das ganze In⸗
dianergeſchlecht durch Krieg unter einander und
rurch ſonſtiges Elend aufgerieben werden wird.

Leider beſitzen unſere lieben lutheriſchen Brü⸗
der unter den Indianern Michigans nur kleine
unbedeutende Strecken Landes, worauf ſie ihre
bamilien durch den Ackerbau nicht ernähren kön⸗

greifen, damit ſie von dem oben erwähnten Geſetz
nicht errilt und der dauernden Wohlthaten eines

*

an alle Lutheraner, denen die Noth der
erworben werde und die lutheriſchen Indianer⸗

math und alle Wohlthaten derſelben zu verlie⸗

bung des Ackerbaus nützliche Bürger dieſer
Amerikaniſchen Freiſtaaten zu werden. Es wird.

che Indianer nun nicht dieſe Gewähr eines fried⸗

—Was liegt uns alſo allen näl er, als unſern
theuren Pfleglingen kräftig unter die Arme zu

chriſtlichen Gemeindelebens und eines friedlichen
Ackerbaues nicht verluſtig gehen? Oder ſollten
wir ſprechen: „Gott berathe euch, wärmet euch
und ſättiget euch“ ohne ihnen zu geben was des
Leibes Rothdurft iſt? Was hälfe ſie das?

Höret, welchen Plan uns der Herr eingegeben
hat?

Wir wollen, ſo Gott will, mit Euer Aller
kräftiger Hilfe und Beiſtand einer jeden India—
nerfamilie der Gemeinde Shebahyonk und Be⸗
thanien 40 Acker Land verſchaffen, ſo daß wir
die Kaufſumme Aufangs aus der Miſſionscaſſe
zahlen und die Familien je nach dem Vermögen,
was Gott darreicht, alljährlich Etwas an der
Kaufſumme ab und in die Miſſionscaſſe zurück⸗
zahlen, bis ſie, ob Gott will, ihr Land ſrei ge⸗
macht haben und mit dem zurückgezahlten Gel⸗
de wieder andern armen Heiden geholfen wer⸗
den kann.

Da nun gegenw. Ausſicht da iſt, daß die durch
unſeren Dienſt bekehrten Indianer ſich con centri⸗
ren und an ein und demſelben Orte ſich nieder—
laſſen werden, wenn wir ihnen Land verſchaf—
fen, ſo laſſen wir hiedurch im Naſnen der ev.
luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staa⸗
ten an alle Lutheraner die herzliche Bitte erge⸗
hen durch außerordentliche Sammlungen un—
ſere Miſſionscaſſe baldigſt zu unterſtützen, da—
mit der beabſichtigte Landbeſitz binnen Kurzem

häufllein ſehen, daß wir nicht bloße Worte ma—
chen, ſondern ihnen ehrlich helfen wollen. Es
iſt jetzt die heil. Weihnachtszeit, wo wir ge⸗
mahnt werden, unſere Lindigkeit allen Menſchen
kund werden zu laſſen, und dem Jeſuskindlein
gleich den Weiſen aus dem Morgenlande auch
Alles zu opfern, was es uns an Silber und
Gold beſcheret hat. So thut denn im freudi⸗
gen Glauben Herz und Hände auf und beſchenkt
das Kindlein Jeſum in unſern armen rothen
Brüdern! Wir alle, namentlich der mitunter⸗
zeichnete Caſſirer werden mit Freuden Euere
Gaben in Empfang nehmen und ſeiner Zeit
darüber im „Lutheraner“ quittiren.
Sagenaw⸗City den 2. Dez. 1853.

Die Miſſionscommiſſion der ev. luth. Synode
von Miſſouri, Ohio u, a, St.

Ferdinand Sievers, Vorſitzer.

Ottmar Cloeter, Caſſer.

Gottlieb Schaller Sekretär.,

—

Dankſagung.

Die luth. Gemeinde des Hrn. Paſt. Schliep⸗
ſick an Pleaſant Ridge hat zum Bau unſerer
deuiſch ev. luth. Zionskirche in Staunton ge⸗

ſchenkt ⸗ ⸗ 560,00
Die luth. Gem. des Hrn. P. Straſen
in Collinsvilleell 26,65

worunter 3 Doll. von zwei luth. Brüdern einer
Nachbargemeinde ſi ſind.

Im Namen meiner kleinen und armen Ge⸗
meinde ſage ich den milden Gebern herzlichen
Dank. Der Herr wolle unſer Dankgebet ſür ſit

in Gnaden erhören, und ſie beſonders in himm⸗
liſchen Gütern dafür reichlich ſegnen. Möchten
doch noch manche Gemeinden unſerer gedenken,
damit wir unſer Kirchlein, wozu ſchoͤn ein gro⸗
ßer Theil Baumateriale auf den Platz le.
bauen können.

Dieſes kleine, aber rein luth. Gemeintlein in
der weiten Illinois- Prairie iſt wohl bisher nur
Wenigen bekannt geweſen, deshalb der Unter⸗
zeichnete ſich erlaubt, Einiges darüber zu berich⸗
ten. — Durch große Aufopftrung ſammeltr
vor 6 Jahren H. Paſt. Lochner dit hier wohnen⸗
den Deutſchen zu einer luth. Gemeinde, welche
nach ſeiner Wegberufung Hrn. Paſt. Birkmnann
zeitweilig, und Paſt. Reisner bis zu ſeinem ſel.
Heimgang ordentlich bediente. Die Unions⸗
freunde als Feinde der reinen Lehre ſuchten
nun das ireue Häuflein zu verſchlingen oder zu
vertreiben; und wirklich kam es auch dahin, daß
die wenigen Treuen ihre Häuslein verkauften,
um in eine bekenntnistreue Gemeinde zu ziehen.
Der ſorgſamen Pflege des lieben Bruders, Paſt.
Schliepſick, welcher 28 Meilen weit von Zeit zu
Zeit hieher reiste, die übergebliebenen Luther⸗
aner mit Gottes Wort und Salrament zu ſtär⸗
ken, — gelang es aber, 9tuth. Familien zu ei⸗
nem Gemeindlein zu ſa mmeln, welches den Un⸗
erzeichneten letzten Mai ordentlich berief. Eine
kleine Gemeinde! allein dieſes Häuflein iſt ſeit⸗
dem zwei Herden geworden, nämlich die Ziens⸗
gemeinde hier in und um Staunton, die nun
12 Familien zählt, und die St. Johannes-Ge⸗
meinde 6 Meilen von hier an der Nidge-Prairie
10 Familien ſtark. Beide Gemeindlein ver⸗
ſprechen ſich durch Einwanderung Zuwachs.
Unſre Gotttrienſte hicr in Staunton hielten
wir eine geraume Zeit in einem, von einem
Gemeindeglied gelehntem Häuschen; und ſeit
dieſes verkauft iſt, behelfen wir uns höchſt ärm⸗
lich in der Wohnſtube eines Gemeindegliedes.
Da wir aber hier zu wen g Raum, auch für die
Zukunft unſeres Bieibens nicht hier ſein kann

und ſonſtwo für Gottesdienſt und Schule kein

Plätzlein zu finden iſt, ſo ſins wir genöthigt,
zum Bau einer Kirche zu ſchreiten, was in die,
ſer holzarmen Gegend ziemlich ſchwer wird.
Das geringe und mit Schuldenlaſt kämpfende
Häuflein hat nach Kräften zum Bau 125 Doll.
geſchrieben, aber erſt innerhalb zwei Jahren zu
zahlen, weshalb unſre Blicke ſich nach Hilfe ſeh⸗
nen, die uns gewißlich noch werden wird und
ſchon theilweiſe geworden iſt. Der Herr wird.
Herzen für uns erwecken, die da helfen, daß un⸗
ſer Zi on aufgerichtet werde, von wo aus der
Schall ſeines heil. Wortes, wie es den Anſchein
hat, immer weiter zu den Prairie-Bewohnern
dringt, ja auch in unſerer County City Carlin⸗
ville unter den jüngſt eingewanderten Deutſchen
willige Herzen gefunden hat, ſo daß ſich vor 3
Wochen dort eine luth. Gemeinde gebildet hat,
die der Unterzeichnete nebſt ſeinen beiden oben⸗
benannten Gemeinden alle 4 Wochen beſucht,
und ſie mit Gottes Wort und Sakrament be⸗
dient. — Der Herr wirds verſehn. Amen.

Fr. Beſel.

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