Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 7 › Seite 55
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-23, Seite 55
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum 4 · Taufe 17
—
ſennenhellen Worte Goties von der ſeligmachen⸗
den und wiedergebärenden Kraft der heil. Taufe
zu verdunkeln ſuchen, iſt keiner Widerlegung
werth. Wer ſich durch ſolch elendes Geſchwätz
verführen läßt, von den klaren Worten ſeines
Gottes und Heilandes abzugehen, der iſt nichts
Beſſeres werth, als daß er ſo um den theuerſten
Gottestroſt, der in den Gnadenbrunnen der heil.
Taufe gelegt iſt, von ſol chen leichtfertigen, hoch⸗
müteigen und ſelbſtheiligen Menſchen beſtohlen
werde. O ihr lieben lutheriſchen Chriſten, laßt
tuch darum warnen! Haltet euch doch feſt an
jene Worte Gottes von euerer heil. Taufe, und
ver ſie euch wankend machen, ihr helles Licht
x euch verdunkeln und mit ſeinen Vernunftgloſſen
verdrehen und verkehren will, dem rufet zu: „He⸗
be dich weg von mir, Satan, du biſt mir ärgerlich;
du meinſt nicht was göttlich, ſondern was
nenſchlich iſt.“ (Matth. 16, 23.) So oft auch
die Wiedertänfer zu euch ſagen: „Ja ſollte Gott
geſagt haben“ (1. Moſ. 3, 1.): daß der Menſch
rurch die Taufe ſelig werde? „Sollte Gott ge⸗
ſagt habeu“: daß man durch die Taufe von Sün⸗
den abgewaſchen werde? „Sollte Gott geſagt
haben“: daß die Taufe ein Bad der Wiederge⸗
burt ſei? u. ſ. w. u. ſ. w. —ſo wiſſet. der Sa⸗
tan iſt es dann, der wieder durch ſie redet, wit
er einſt zu Eva ſprach: „Ja, ſollte Gott geſagt
haben?“ und wie er zu Chriſto ſprach: „Biſt
eu Gottes Sohn ?“ —u. laßt euch dann mit ihm
nicht wie Eva in Vernunftdisputationen ein,
ſondern ſprechet mit Chriſto immer und immer
ö wieder: „Es ſtehetgeſchrieben!“ (Matth.
4, 4. 7. 10.) Vor dieſer Waffe werden alle
Verkehrer und Zerſtörer der heil. Taufe fliehen
und ſich trollen.
Nur Eins wollen wir hier in Betreff der
Einwürfe der Wiedertäufer erwähnen. Dieſel⸗
ben ſuchen nämlich ihrer gottloſen Irrlehre, daß
es mit der Taufe nichts ſei, einen Schein zu ge—
ben, daß ſie ſagen; Wie kann die Taufe ſelig
machen, da ja Chriſtus allein ſelig macht? Mit
vitſem Einwurfe beweiſen aber die armen Wie⸗
dertäufer, von welchem erſchrecklichen Unverſtan⸗
de ſie befangen ſind. Sie verwechſeln nämlich
bier die verdienſtliche Urſache der Se⸗
ligkeit und das dieſelbe darbietende Mittel.
ZTreilich iſt Chriſtus die einzige verdienſt⸗
liche Urſache der Seligkeit, und wollte Gott,
die unglückſeligen Wiedertäufer erkennten und
Tglaubten das von Herzen! Aber das erkennen
und glauben eben ſie nicht nur nicht,r) ſon⸗
dern ſie wollen nun auch uns armen Menſchen
das von Gott verordnete Mittel nehmen, wo⸗
durch Gott die von ſeinem lieben Sohne Jeſu
Cbriſto, als dem einzigen Seligmacher, ſauer
verdiente Seligkeit uns anbietet, darreicht und
virſiegelt. Die blinden Menſchn ſehen nicht,
daß man ja freilich ſagen muß: Chriſtus macht
) Gerade indem die Wiedertäufer die Taufe für ein gu⸗
tes Werk des menſchlichen Gehorſams halten, welches ſie nur
fthäten, um, wie Chriſtus alle Gerechtig keit zu erfüllen, ſo ſto⸗
hen ſie durch dieſe ihre Lehre von der Taufe die Grundlehre
um, daß Chriſtus allein und kein Werk gerecht und ſelig ma⸗
che und daß Chriſtus allein, und kein Menſch, auch kein hoch⸗
uüthiger Wie dertäuſer „allt Gerechtigkelt erfülle “ und er⸗
hillen könne. Matth. 13, 15.
allein ſelig. —nämlich als die einzige verdienſtli⸗
che Urſache; das Wort und die heiligen Sakra⸗
mente machen allein ſelig, —nämlich als die ein⸗
zigen kräftigen Gnadenmitel; der Glaube macht
allein ſelig, —nämlich als die einzige, die darge⸗
botene Seligkeit ergreifende Hand; die Gnade
macht allein ſelig, — als die einzige innerliche
Gott bewegende Urſache u. ſ. f. Eben ſo iſt es
auch mit dem Einwurf, St. Petrus ſage ja deut⸗
lich, daß die heilige Taufe der Bund eines gu⸗
ten Gewiſſens mit Gott ſei 1. Petr. 3, 21. Al⸗
ſo ſei ſie ja nicht ein Bad der Wiedergeburt!
Es iſt das ein Seitenſtück zu dem Einwurf der
Reformirten, welche auch ſagen, da Chriſtus ſa⸗
ge: „Solches thut zu meinem Gedächtniß“ alſo
ſei ja in dem heiligen Abendmahl nicht der Leib
und das Blut des HErrn! Solche Einwürfe
laſſen ſich nur aus einem Gerichte Gottes erklä⸗
ren, das üder die kommt und durch welches die in
immer größere Blindheit dahin gegeben werden,
die für den Glanz des Evangeliums ihre Augen
muthwillig verſchließen. Denn welcher Menſch
von geſunden Sinnen ſieht nicht ein, daß wenn
Eines von einer Sache geſagt wird, damit ja
nicht das Andere, was auch von demſelben ge⸗
ſagt wird geläugnet werve? Welcher Menſch,
der noch geſunde Sinne hat, wird, wenn ihm zu⸗
gerufen wird: „Iß und freue dich!“ aus den
letzten Worten ſchließen, alſo ſolle er ſich nur
freuen und nicht eſſen? Welcher Menſch, der
noch geſunde Sinne hat, wird, wenn Gett zu
uns ſagt: daß er in der heil. Taufe einen Bund
mit uns aufrichte, daraus ſchließen, alſo iſt die
Taufe nur ein Bund und alle anderen Verhei⸗
pungen von der Vergebung der Sänden, von der
Wiedergeburt, von der Seligkeit ꝛc., welche Gott
an ſeine liebe heilige Taufe geknüpft hat, ſind
null und nichts?
Erbarme ſich Gott über dieſe armen blinden
Menſchen:
(Fortſetzung folgt.)
(Eingeſandt von A. H.)
Nachrichten aus Europa.
Eben angekommene Briefe erzählen, Paſtor
Eichhorn, der treue Vorkämpfer der Lutheraner
in Baden ſei wieder in's Gefängniß geworfen.
Schon ſeit längerer Zeit haben die Lutheraner
in andern Ländern, z. B. im Königreich Hanno⸗
ver, Liebesgaben zuſammengelegt, um jenem bra⸗
ven Glaubenszeugen in ſeiner bedrängten Lage
beizuſtehen.
Zu Stade in der Hannoverſchen Provinz Bre⸗
men und Verden haben am 9. September meh⸗
rere chriſtliche Frauen im Auftrage vieler chriſt⸗
lichen Mitſchweſtern 350 Rth. an den Kaſſen⸗
meiſter des „Vereins zur Unterſtützung der Luthe⸗
riſchen Kirche in Amerika“ abgeliefert, um dieſe
Summe zur Unterſtützung unſeres Concordia⸗
Colleges und Seminars in St. Louis zu ver⸗
wenden. Es iſt das der Erlös aus weiblichen
Handarbeiten, welche von jenen Freundinnen
—
den konnten.
unſerer guten Sache zuſammengebracht waren.
Die Anweiſung für deuiſche Einwanverer,
welche von dem Einwanderungs⸗Commitee un⸗
ſerer Synode den Herren P. Brohm, Bergmann
und Birkner in New⸗York ausgegeben worern
iſt, ſteht bereits vollſtändig in dem Stader Sonn⸗
tagsblatte abgedruckt und iſt in Stade auch ein⸗
zeln zu 4 Pfennigen das Stück zu haben. Woll⸗
ten doch die Leſer des Lutheraners, wenn ſie an
ihre Verwandten nach Deutſchland ſchreiben auf
dies vortreffliche Unternehmen aufmerkſam ma⸗
chen.
Seit einigen Jahren beſteht in Hermanns⸗
burg, einem ſchönem Dorfe mitten in den Wäl⸗
dern der Lüneburger Heide, eine Anſtalt zur
Ausbildung von Miſſionaren unter den Heiden.
Der dortige Paſtor Harms, beſſer ſollte ich ſagen,
die Bauern unter der Leitung des Paſtor Harms,
haben dies Miſſionshaus angelegt, deſſen Vor⸗
ſteher Theodor Harms, der Bruder des Stifters
iſt. So ſehr wir es nun auch beklagen müßen,
raß jener hochbegabte Prediger, der ältere Harms,
vielfach die geſunde und heilſame Lehrform nnd
Weiſe der lutheriſchen Kirche verſchmäht und
die gewaltſame u. geiſtestreiberiſche Methode der
Secten befolgt, ſo müßen wir uns doch aich da⸗
rüber freuen, daß wohl in keiner Miſſionsanſtalt
Deu tſchlands, die Leipziger ausgenommen, die
lutheriſche Lehre ſo rein gelehrt wird, wie in
Herrmansburg, daß überhaupt dort bei Lehrern
und Hörern mehr und mehr kirchliches Weſen
und kirchliche Zucht durchdringt. Paſtor Harms
hat ſeine Miſſionsanſtalt unter die Aufſicht des
lutheriſchen Conſiſtoriums zu Hannover geſtellt,
und Viele, welche noch vor Kurzem auf das
ganze Unternehmen und deſſen Leiter als un⸗
lutheriſch und ſectireriſch blickten, ſind warme
Freunde deſſelben geworden. So wenig wie
dieſe Anſtalt koſtet keine der Art in Deutſch⸗
land: im letzten Jahre haben ſie nur 1000
Rth. verbraucht, obwohl eben acht junge Män⸗
ner für den Miſſionsdienſt abgeſandt wer⸗
Speicher, Keller und Küche ſind
nämlich beſtändig mit Vorräthen aller Art,
von den Bauern herbeigeſchafft, angefüllt.
128 Hemden waren genäht, 80 gerade in
der Mache; an Strümpfen iſt ein Vorrath
auf viele Jahre vorhanden. Als die Zeit heran⸗
nahte, daß 8 Zöglinge zum Miſſionsdienſt vor⸗
bereitet waren, ſah ſich Paſtor Harms unter den
heidniſchen Völkern um, wohin Gottes Finger
ihn weiſen möchte. Er beſchloß alle 8, 6 Predi⸗
ger nämlich, Cohrs, Hohls, Meyers, Schrader
Schütze, Struve, und 2 Lehrer unter das wilde
Volk der Gallas im öſtlichen Afrika (Nachkom⸗
men des Ham) zu ſchicken und ihnen, wo mög⸗
lich, einige Bauern mitzugeben, um auf die Wei⸗
ſe eine kleine chriſtliche Gemeinde mitten unter
die Heiden zu führen. Welches Schiff aber ſoll⸗
te die Miſſionare in jene Gegenden bringen?
Es gehen eben keine Schiffe von Deutſchland
dahin. Harms beſchloß, ſelbſt ein Schiff zum
Miſſionsdienſt zu bauen. Schreiber dieſes hat
ſelbſt gelacht, als er die Geſchichte hörte und ge⸗
ſagt, das iſt doch erſchrecklich unpraktiſch! Aber
das Schiff iſt fertig, eine Brigg von 120 La⸗
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