# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 11 23_S55 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — ſennenhellen Worte Goties von der ſeligmachen⸗ den und wiedergebärenden Kraft der heil. Taufe zu verdunkeln ſuchen, iſt keiner Widerlegung werth. Wer ſich durch ſolch elendes Geſchwätz verführen läßt, von den klaren Worten ſeines Gottes und Heilandes abzugehen, der iſt nichts Beſſeres werth, als daß er ſo um den theuerſten Gottestroſt, der in den Gnadenbrunnen der heil. Taufe gelegt iſt, von ſol chen leichtfertigen, hoch⸗ müteigen und ſelbſtheiligen Menſchen beſtohlen werde. O ihr lieben lutheriſchen Chriſten, laßt tuch darum warnen! Haltet euch doch feſt an jene Worte Gottes von euerer heil. Taufe, und ver ſie euch wankend machen, ihr helles Licht x euch verdunkeln und mit ſeinen Vernunftgloſſen verdrehen und verkehren will, dem rufet zu: „He⸗ be dich weg von mir, Satan, du biſt mir ärgerlich; du meinſt nicht was göttlich, ſondern was nenſchlich iſt.“ (Matth. 16, 23.) So oft auch die Wiedertänfer zu euch ſagen: „Ja ſollte Gott geſagt haben“ (1. Moſ. 3, 1.): daß der Menſch rurch die Taufe ſelig werde? „Sollte Gott ge⸗ ſagt habeu“: daß man durch die Taufe von Sün⸗ den abgewaſchen werde? „Sollte Gott geſagt haben“: daß die Taufe ein Bad der Wiederge⸗ burt ſei? u. ſ. w. u. ſ. w. —ſo wiſſet. der Sa⸗ tan iſt es dann, der wieder durch ſie redet, wit er einſt zu Eva ſprach: „Ja, ſollte Gott geſagt haben?“ und wie er zu Chriſto ſprach: „Biſt eu Gottes Sohn ?“ —u. laßt euch dann mit ihm nicht wie Eva in Vernunftdisputationen ein, ſondern ſprechet mit Chriſto immer und immer ö wieder: „Es ſtehetgeſchrieben!“ (Matth. 4, 4. 7. 10.) Vor dieſer Waffe werden alle Verkehrer und Zerſtörer der heil. Taufe fliehen und ſich trollen. Nur Eins wollen wir hier in Betreff der Einwürfe der Wiedertäufer erwähnen. Dieſel⸗ ben ſuchen nämlich ihrer gottloſen Irrlehre, daß es mit der Taufe nichts ſei, einen Schein zu ge— ben, daß ſie ſagen; Wie kann die Taufe ſelig machen, da ja Chriſtus allein ſelig macht? Mit vitſem Einwurfe beweiſen aber die armen Wie⸗ dertäufer, von welchem erſchrecklichen Unverſtan⸗ de ſie befangen ſind. Sie verwechſeln nämlich bier die verdienſtliche Urſache der Se⸗ ligkeit und das dieſelbe darbietende Mittel. ZTreilich iſt Chriſtus die einzige verdienſt⸗ liche Urſache der Seligkeit, und wollte Gott, die unglückſeligen Wiedertäufer erkennten und Tglaubten das von Herzen! Aber das erkennen und glauben eben ſie nicht nur nicht,r) ſon⸗ dern ſie wollen nun auch uns armen Menſchen das von Gott verordnete Mittel nehmen, wo⸗ durch Gott die von ſeinem lieben Sohne Jeſu Cbriſto, als dem einzigen Seligmacher, ſauer verdiente Seligkeit uns anbietet, darreicht und virſiegelt. Die blinden Menſchn ſehen nicht, daß man ja freilich ſagen muß: Chriſtus macht ) Gerade indem die Wiedertäufer die Taufe für ein gu⸗ tes Werk des menſchlichen Gehorſams halten, welches ſie nur fthäten, um, wie Chriſtus alle Gerechtig keit zu erfüllen, ſo ſto⸗ hen ſie durch dieſe ihre Lehre von der Taufe die Grundlehre um, daß Chriſtus allein und kein Werk gerecht und ſelig ma⸗ che und daß Chriſtus allein, und kein Menſch, auch kein hoch⸗ uüthiger Wie dertäuſer „allt Gerechtigkelt erfülle “ und er⸗ hillen könne. Matth. 13, 15. allein ſelig. —nämlich als die einzige verdienſtli⸗ che Urſache; das Wort und die heiligen Sakra⸗ mente machen allein ſelig, —nämlich als die ein⸗ zigen kräftigen Gnadenmitel; der Glaube macht allein ſelig, —nämlich als die einzige, die darge⸗ botene Seligkeit ergreifende Hand; die Gnade macht allein ſelig, — als die einzige innerliche Gott bewegende Urſache u. ſ. f. Eben ſo iſt es auch mit dem Einwurf, St. Petrus ſage ja deut⸗ lich, daß die heilige Taufe der Bund eines gu⸗ ten Gewiſſens mit Gott ſei 1. Petr. 3, 21. Al⸗ ſo ſei ſie ja nicht ein Bad der Wiedergeburt! Es iſt das ein Seitenſtück zu dem Einwurf der Reformirten, welche auch ſagen, da Chriſtus ſa⸗ ge: „Solches thut zu meinem Gedächtniß“ alſo ſei ja in dem heiligen Abendmahl nicht der Leib und das Blut des HErrn! Solche Einwürfe laſſen ſich nur aus einem Gerichte Gottes erklä⸗ ren, das üder die kommt und durch welches die in immer größere Blindheit dahin gegeben werden, die für den Glanz des Evangeliums ihre Augen muthwillig verſchließen. Denn welcher Menſch von geſunden Sinnen ſieht nicht ein, daß wenn Eines von einer Sache geſagt wird, damit ja nicht das Andere, was auch von demſelben ge⸗ ſagt wird geläugnet werve? Welcher Menſch, der noch geſunde Sinne hat, wird, wenn ihm zu⸗ gerufen wird: „Iß und freue dich!“ aus den letzten Worten ſchließen, alſo ſolle er ſich nur freuen und nicht eſſen? Welcher Menſch, der noch geſunde Sinne hat, wird, wenn Gett zu uns ſagt: daß er in der heil. Taufe einen Bund mit uns aufrichte, daraus ſchließen, alſo iſt die Taufe nur ein Bund und alle anderen Verhei⸗ pungen von der Vergebung der Sänden, von der Wiedergeburt, von der Seligkeit ꝛc., welche Gott an ſeine liebe heilige Taufe geknüpft hat, ſind null und nichts? Erbarme ſich Gott über dieſe armen blinden Menſchen: (Fortſetzung folgt.) (Eingeſandt von A. H.) Nachrichten aus Europa. Eben angekommene Briefe erzählen, Paſtor Eichhorn, der treue Vorkämpfer der Lutheraner in Baden ſei wieder in's Gefängniß geworfen. Schon ſeit längerer Zeit haben die Lutheraner in andern Ländern, z. B. im Königreich Hanno⸗ ver, Liebesgaben zuſammengelegt, um jenem bra⸗ ven Glaubenszeugen in ſeiner bedrängten Lage beizuſtehen. Zu Stade in der Hannoverſchen Provinz Bre⸗ men und Verden haben am 9. September meh⸗ rere chriſtliche Frauen im Auftrage vieler chriſt⸗ lichen Mitſchweſtern 350 Rth. an den Kaſſen⸗ meiſter des „Vereins zur Unterſtützung der Luthe⸗ riſchen Kirche in Amerika“ abgeliefert, um dieſe Summe zur Unterſtützung unſeres Concordia⸗ Colleges und Seminars in St. Louis zu ver⸗ wenden. Es iſt das der Erlös aus weiblichen Handarbeiten, welche von jenen Freundinnen — den konnten. unſerer guten Sache zuſammengebracht waren. Die Anweiſung für deuiſche Einwanverer, welche von dem Einwanderungs⸗Commitee un⸗ ſerer Synode den Herren P. Brohm, Bergmann und Birkner in New⸗York ausgegeben worern iſt, ſteht bereits vollſtändig in dem Stader Sonn⸗ tagsblatte abgedruckt und iſt in Stade auch ein⸗ zeln zu 4 Pfennigen das Stück zu haben. Woll⸗ ten doch die Leſer des Lutheraners, wenn ſie an ihre Verwandten nach Deutſchland ſchreiben auf dies vortreffliche Unternehmen aufmerkſam ma⸗ chen. Seit einigen Jahren beſteht in Hermanns⸗ burg, einem ſchönem Dorfe mitten in den Wäl⸗ dern der Lüneburger Heide, eine Anſtalt zur Ausbildung von Miſſionaren unter den Heiden. Der dortige Paſtor Harms, beſſer ſollte ich ſagen, die Bauern unter der Leitung des Paſtor Harms, haben dies Miſſionshaus angelegt, deſſen Vor⸗ ſteher Theodor Harms, der Bruder des Stifters iſt. So ſehr wir es nun auch beklagen müßen, raß jener hochbegabte Prediger, der ältere Harms, vielfach die geſunde und heilſame Lehrform nnd Weiſe der lutheriſchen Kirche verſchmäht und die gewaltſame u. geiſtestreiberiſche Methode der Secten befolgt, ſo müßen wir uns doch aich da⸗ rüber freuen, daß wohl in keiner Miſſionsanſtalt Deu tſchlands, die Leipziger ausgenommen, die lutheriſche Lehre ſo rein gelehrt wird, wie in Herrmansburg, daß überhaupt dort bei Lehrern und Hörern mehr und mehr kirchliches Weſen und kirchliche Zucht durchdringt. Paſtor Harms hat ſeine Miſſionsanſtalt unter die Aufſicht des lutheriſchen Conſiſtoriums zu Hannover geſtellt, und Viele, welche noch vor Kurzem auf das ganze Unternehmen und deſſen Leiter als un⸗ lutheriſch und ſectireriſch blickten, ſind warme Freunde deſſelben geworden. So wenig wie dieſe Anſtalt koſtet keine der Art in Deutſch⸗ land: im letzten Jahre haben ſie nur 1000 Rth. verbraucht, obwohl eben acht junge Män⸗ ner für den Miſſionsdienſt abgeſandt wer⸗ Speicher, Keller und Küche ſind nämlich beſtändig mit Vorräthen aller Art, von den Bauern herbeigeſchafft, angefüllt. 128 Hemden waren genäht, 80 gerade in der Mache; an Strümpfen iſt ein Vorrath auf viele Jahre vorhanden. Als die Zeit heran⸗ nahte, daß 8 Zöglinge zum Miſſionsdienſt vor⸗ bereitet waren, ſah ſich Paſtor Harms unter den heidniſchen Völkern um, wohin Gottes Finger ihn weiſen möchte. Er beſchloß alle 8, 6 Predi⸗ ger nämlich, Cohrs, Hohls, Meyers, Schrader Schütze, Struve, und 2 Lehrer unter das wilde Volk der Gallas im öſtlichen Afrika (Nachkom⸗ men des Ham) zu ſchicken und ihnen, wo mög⸗ lich, einige Bauern mitzugeben, um auf die Wei⸗ ſe eine kleine chriſtliche Gemeinde mitten unter die Heiden zu führen. Welches Schiff aber ſoll⸗ te die Miſſionare in jene Gegenden bringen? Es gehen eben keine Schiffe von Deutſchland dahin. Harms beſchloß, ſelbſt ein Schiff zum Miſſionsdienſt zu bauen. Schreiber dieſes hat ſelbſt gelacht, als er die Geſchichte hörte und ge⸗ ſagt, das iſt doch erſchrecklich unpraktiſch! Aber das Schiff iſt fertig, eine Brigg von 120 La⸗