Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 26 › Seite 210
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-08-16, Seite 210
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
gern: „Ihr lieben Brüder und Bürger, ſagt
es einer dem andern, was ich jetzt reden will,
denn alle können's nicht hören. Zuerſt bitten
wir euch, daß Niemand unſern Tod rächen wolle
an den Papiſten in Cöln; weiter, daß ihr uns
nicht anderes nachredet, als ihr von uns gehöret
habt, und von mir hören werdet. Höret aber,
was wir glauben.“ Hier ſagte er den Glauben
her und legte ihn kürzlich aus. „An dieſe Arti—
kel glaubt der Teufel auch, aber er glaubt nicht,
daß ſie auch ihn und ſeine Seligkeit angehen.
Ich aber glaube feſtiglich, daß alles, was in ih—
nen ſteht, meiner armen Seele und den Seelen
aller Gläubigen zu Gute kommt.“
Bei großem Durſte hatte man Adolph bisher
einen Labetrunk verweigert; jetzt reichte ihm der
Henker mitleidig die Flaſche, und dadurch ge⸗
ſtärkt begann er von neuem: „Wir müſſen nun
von euch ſcheiden. Wenn aber der Richter
kommt, der uns alle zur Rechten und zur Linken
ſondert, dann werden wir uns alle wiederſehen.
Damit wir dann zu denen kommen, die zur
Rechten ſtehen, ſo wollen wir dieſen Tod, will's
Gott der Herr, geduldiglich und williglich leiden.
Dort wird ſich's dann ausweiſen, was ein Jeg—
licher geglaubt hat und wir glauben; ob wir
Recht oder Unrecht haben, wird dann an den
hellen Tag kommen. Darum ſehe ein Jeder
wohl zu, was er zu thun hat, und halte ſich an
Gott und ſein Wort allein, und die das thun,
mit denen werden wir uns in dem Herrn alle
wiederſehen und wiederfinden.“ Dann fleheten
Beide den Herrn um Vergebung ihrer Sünden an.
Nach dem Gebet ſprach Peter ſeinem Freunde
die Vergebung ſeiner Sünden in dem Blute Je⸗
ſu Chriſti, und fragte ihn: Glaubſt du, daß dich
dies Blut rein machen wird von allen Sünden?
Ja, antwortete Adolph, das iſt mein Troſt.—
Nun, ſo verzeihe auch mir ſprach Peter, alles,
was ich dir gethan haben möchte in der Zeit, da
wir bei einander gelegen haben. Adolph: Ja,
gerne thue ich das, und vergib du auch mir,
wenn ich dich etwa erzürnt hätte.
Als Peter zum Scheiterhaufen geführt wurde,
rief ihm Clarenbach zu: Bruder, ſei ſtark in dem
Herrn, und vertraue auf ihn, denn heute kom⸗
men wir zu unſerm Bruder Chriſto und werden
mit ihm leben in Ewigkeit. Darum ſei ſtand⸗
haft im Glauben und laß dich das Feuer nicht
erſchrecken. Auch ich will auf den Herrn ver—
trauen, und ſein Wort ſoll mein Siegel ſein.
uletzt empfing Adolph noch einen ſüßen Troſt.
Einer der ihn begleitenden Begharden fuhr ihn
mit harten Scheltworten an, worauf ihn ein Au⸗
guſtinermönch mit dieſen Worten anſprach:
„Lieber Adolph, ich habe euch noch nicht zugere⸗
vet, ſo höret denn, was der Herr ſagt Joh. am
11.: Ich bin die Auferſtehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er ſchon
ſtürbe, u. wer da lebt u. glaubet an mich, der wird
leben, ob er gleich ſtürbe.“ Adolph: „Litber, ſaget
mir das noch einmal.“ DerMönch wiederholt das
Wort u. Clarenbach erwiedert: „Dank habt ihr,
daß ihr mir das Evangelium Chriſti verkündigt
habt, u. grüßet alle Brüder in dem HerrnChriſto.“
Dann enikleidcte er ſich ſelbſt, ſchlug ſeine Augen
— 208 —
gen Him mel und ſeufzte: „O Herr, hiernach hat
mich verlanget, denn ſo muß es geſchehen, daß
wir durch's Kreuz bewähret werden.“ Inzwi⸗
ſchen ſteckte der Henker das Feuer an, und als es
ſchon hoch empor loderte, ſchrie Adolph mit heller
Stimme: „O Herr, in deine Hände befehle ich
meinen Geiſt,“ und ward nun von dem Dampfe
erſtickt.
Wiesmann in Lennep.
-
Zeugniß gegen Prieſterherrſchaft.
So ſchreibt der heil. Bernhardus von Clair⸗
vaux an den Pabſt: „Was der Apoſtel (Petrus)
hatte, das hat er gegeben, die Sorge, wie
geſagt, über die Gemeinden. Etwa Herr⸗
ſchaft? Höre ihn ſelbſt! „Nicht als die
über das Volk herrſchen,“ ſpricht er,
„ſondern werdet Vorbilder der Heerde! Und
damit du nicht meinſt, es werde nur von der
demüthigen Geſinnung geredet, nicht
auch von der wirklichen That, ſo erſchallt die
Stimme des HErrn im Evangelivb: „Diie
weltlichen Könige herrſchen, und die
Gewaltigen heißt man gnädige Herren: Ihr
aber nicht alſo.“ Die Sache iſt klar, den
Apoſtelu wird das Herrſchen unterſagt. Gehe
du daher nun hin und reiße entweder als Herr⸗
ſcher das apoſtoliſche Amt oder als Träger des
apoſtoliſchen Amtes Herrſchaft an dich. Eines
von beiden iſt dir immer durch das andere ver—
wehrt. Wirſt du beides zugleich haben wol⸗
len, ſo wirſt du beides zernichten.“ (De
consideratione ad Eugenium lib. II. c. 6.)
Chriſti Wunden.
Der ſterbende Conrad Rieger ſagte: „Die
Wunden Chriſti ſind die Gitter, wodurch der
himmliſche Vater zu uns heraus und wir wie⸗
der zu ihm hinein ſchauen.“
Ein Prediger, der Allen gefällt.
Als Luther einſtmals durch einen Ort reiſte,
erhielt er auf ſeine Nachfrage: Was ſie für ei⸗
nen Prediger hätten! von allen Leuten des Orts
die Antwort: Sie hätten einen ſtattlichen, wa⸗
ckeren Prediger. Hierauf entgegnete Luther:
„Ich höre das nicht gerne; denn euer Prediger
muß gewiß dem Teufel nicht recht auf die Hau⸗
be greifen und ſein Reich nicht recht antreten,
ſonſt würde er wohl Feuer gegen ihn ſpeien.“
S ꝗ --“““ ꝗ — 9 — ——
Erhalten
a. zur Synodal⸗Caſſe:
Von Herrn Paſt. Richmann
„ deſſen Gemeinde. — —
„ Herrn Paſtor Biltz. ‚ ů
b. zur Synodal⸗Miſſions⸗Caſſe:
„vder Gemeinde in Collinsville, II-—IIni.. 3,20.
7. „ St. Louis — 6,50.
c. zur Unterhaltung des Concordia-
College:
der Geme inde in Collinsville, Ills.
d. für arme Studenten:
„ dem Jünglingsverein in St. Louis in den Mo⸗
81,00.
6/00.
1/00.
* 7.
3.60.
* —*
»naten Februar bis Juli 1852 2
73,45.
„ einem Gemeindegliede in Neumelle
2,00.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
e. für die Concordia-College Baucaſſe: 4
von Herrn Paſtor Claus in Neumelle 510. J
F. W. Barthel, Caſſrer.
·.
Bezahlt
den 7. Jahrgang die Herren Paſtor A. Schmidt, F. G.
Weiß, Wippel. *
Jahrgang die Herren Beggerow, Henry Heſſe, Heißel,
Prof. Lehmann, Gerhard Melcher, Paſt. Ritter, J.
W. Weiß, John Wedekind.
Jahrgang die Herren F. Beggerow, Henrp Heſſt,
Prof. Lehmann, Michael Kreutel (1. Hälfte), Heint.
Scheer, Paſt. Cronen wett, Ludwig Eſchenbachn
von Nummer 20 Jahrgang 8 an.
den 8.
den 9.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraner“
um die beigeſetzten Preiſe.
Dritter Jahrgang des Lutheraners
von 1846 — 47. No. 8 — 26.
TDer 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
Vierter, fünfter, ſechster u. ſiebenter
*
Jahrgang des Lutheraners, jeder V.
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern 4
über den Methodismus, (in Pamphlet:
form) 1 Stück . ů ů 5. 8
Dr. Martin Luthers Tractat von der
.
5.
10.
wahren Kirche, 2Stück
Die Verfaſſung der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſouri, Obio u. a. St.
Zweiter, Dritter, Vierter nund Fünf⸗
ter Synodalbericht derſelben Syn ode, jeder
Kirchen ⸗ Geſang buch für evang. luth. Ge⸗
meinden, verlegt von der hieſigen evangel. luth.
Gemeinden U. A. Conf. in gepreßtem Leder⸗
bande, das Stück. . 5.
Das Dutz end 388.
100 Stück 8 62,0.
Daſſelbe in kleinerm Format, das Stück 50.
Das Dutzend 85/25.
100 Stück 840/%%
unveränderter Abdruck ů 5
„Im Dußend 8 1.
A B CBuch, und in gehöriger Stu-
fenfolge geordnete Uebungsſücke
u. ſ. w., herausgegeben von unſerer Synode 10.
Im Dußend 800.
Johann Hübners Bibliſche Hiſtorien. New
Horker Ausgabe, im Einzelnen — .
Im Dutzend 8 2,600. 4
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90.
Pſalms, broſchirt und beſchnitten „ 5.
Im Dutz end 81,0.
Spruchb uch zum kl. Catechismus Lutheri
Im Dutzend 41,
Der Hirtenbrief des Herrn Paſt. Grabau zu E
Buffalo v. J. 1840 nebſt dem zwiſchen ihm ge⸗
wechſel ten Schriften *
Brief Dr. Martin Luthers von Einſetzung der
Kirchendiener an den Rath zu Prag in Böhmen
vom Jahre 1525. aus dem Lareiniſchen überjetzt
von Paulus Speratus „
Timotheug. Ein Geſchenk für die confirmirte
Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden .B.
Im Dußend 83,0.
Predigt am Oſtertage 1851. in St. Louis, Mo.,
gehalten von Prof. C. F. W. Walther
Deſſen Predigt über 1 Theſſ. 4, 1—7 Die
Ermahnung des heil. Apoſtels, immer völliger
werden ů — — „ „
(Beide Predigten aus dem „Lutheraner“
beſouders abgedruckt.)
Neue Teſtamente, größtentheils mit dem
Alcgas Stuttgardter, Loudoner u. Hamburger
usgabe, in gewöhnlichem Einband niit den
Pſalmen —
*
ohne Pſalter
„in Goldſchnitt
28 Confirmations⸗Scheine mit Vivel⸗
ſprüchen und Liederverſen, ingl. mit kitliſchen
Bildern und Randzeichnungen; lithographirt und
herausgegeben von Leopold Gaſt 2
16 Taufſcheine mit Bibelſprüchen nebſt dergl.
Bildern und Randzeichn ungen; lithographirt und
herausgegen von Gaſt u. Brother 2*
Melodien deutſcher Kirchengeſänge
nach Dr. Friedrich Layritz — — „ „
Auhang dazu 5.
Dieſelben mit dem Anhang . . GS.
Leipziger Evangel. Luther. Miſſionsblatt vom
Jahre 1850. ů 2
—
Gedruckt bei M. Niedner,
Nord ⸗Ecke der drüten und Cheſnut ⸗Straße.
düͤo
r
English translation
Not yet translated.