Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 8 › Seite 67

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-12-08, Seite 67

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—

Ob Alle als Ungläubige verworfen wer⸗
den, bei welchen die Liebe und die Werke

ſich nicht befinden.

Ja, denn Luther ſchreibt folgendes: „Weil
der Menſch in Chriſto bleibt, und von ihm
Saft und Kraft empfängt, und durch den Glau⸗
ben behält, daß der heil. Geiſt mit ſeiner Kraft
und ſeinen Gaben in ihm wirkt, ſo muß ihm die
übrige Schwachheit, welche durch den Teufel und
die ſündliche Natur erregt wird, nicht ſchaden,
doch ſo, daß er derſelben mit ſtetem Kampf des
Glaubens widerſtehe, und ſolches Uebel aus⸗
fege. Wenn du aber die Lehre des Glaubens
fahren laſſen oder verkehren, (wie die Papiſten
und andere Rotten), und von Chriſto auf deine
Heiligkeit fallen, oder öffentlich in Sünden und
in Schanden leben, und doch des Evangeliums
und des chriſtlichen Namens dich rühmen woll—
teſt, ſo ſollſt du wiſſen, daß du eine falſche Rebe
biſt, und an dem Weinſtock keinen Theil haſt,
ſondern mit Holz und Früchten verdammt und
weggeworfen wirſt, und zum ewigen Feuer ge⸗
hoͤrſt.

Wie ein Gläubiger auch gute Werke thun
müſſe.

Willſt du für einen rechtſchaffenen Chriſten
vor Gott und der Welt gehalteu ſein, der nicht
allein Chriſtum auf der Zunge, oder auf dem
Papiere trage, oder ihn im Buche geſchrieben
leſe, ſondern gründlich im Herzen habe: ſo den⸗
ke, daß du es mit der That und mit dem Leben
vor Jedermann beweiſeſt, daß deine Liebe den
andern diene und helfe; wenn ſolches da iſt,
und ſolche Leute, die dieſes thun, von ihrem
Glauben reden und rühmen, ſo glaube, daß es
wahr iſt. Aber dieſelben thun es nicht, rühmen
und ſchreien nicht viel, ſondern das iſt gemein⸗
iglich ihre Sprache, ich wollte gerne ein Chriſt
ſein, und höre das Evangelinm und Gottes
Wort wohl, aber es will leider mnicht ſo darnach
gehen, und ich fühle, daß die zwei, Reden und
Thun, Wort und Leben, noch weit von einander
ſind. Predigen, Reden, Schreiben, Singen, Le⸗
ſen kann ich wohl, aber da fehlt es, daß es mit
ſolchem ſtarken lebendigen Glauben und brünſti⸗
ger Liebe nicht in das Herz will.

Chriſtlicher Grundſatz.

Matthias Flacius, dieſer ſtandhafte
Kämpfer in einer Zeit, wo ſelbſt die Helden da⸗
hin ſanken, dieſer aber auch wegen ſeiner Treue
im Wort von vielen Lauen und Achſelträgern
alter und neuerer Zeit ſchändlich verläſterte
Mann, ſchreibt im Jabre 1550 an Milichius:
„Ich begehre inniglichſt, mit allen Menſchen ei⸗
niz zu ſein, aber in Chriſto; kann mir nun das
nicht werden, ſo will ich mit Chriſto einig ſein,
ſelbſt wenn ich alle Menſchen zu Feinden haben
müßte.“

e —64—

Wofür Luther eigentlich die guten Werke
hält.

Für Früchte des wahren Glaubens.
Auf Glauben, Erneuerung und Vergebung der
Sünde folgen gute Werke. Und was an den⸗
ſelben auch noch ſündlich vder mangelhaft iſt,
das ſoll nicht für Sünde oder Mangel gerechnet
werden, eben um deſſelben Chriſti willen; ſon⸗
dern der Menſch ſoll ganz, beides nach der Per⸗
ſon und nach ſeinen Werken, aus lauter Gnade
und Barmherzigkeit in Chriſto, die über uns
ausgeſchüttet und ausgebreitet worden iſt, ge⸗
recht und heilig heißen und ſein. Darum kön—
nen wir nicht das Verdienſt unſerer Werke rüh—
men, wenn ſie ohne die Gnade und Barmher⸗—
zigkeit Gottes angeſehen werden, ſondern, wie
geſchrieben ſteht: Wer ſich rühmet, der
rühme ſich des Herrn, das iſt, daß er
einen gnädigen Gott hat, ſo iſt es alles gut.
Wir ſagen auch weiter, daß, wo gute Werke
10 folgen, ſo iſt der Glaube falſch und nicht
recht.

Frage und Antwort.

In No. 4. des Jahrgangs 10. des „Luthe⸗
riſchen Kirchenboten“ iſt das herrliche Teſtament
des allbeliebten lutheriſchen Liederdichters Paul
Gerhardt enthalten, dabei aber folgende Stelle
in dem Briefe an ſeinen Sohn gefliſſentlich aus⸗
gelaſſen:

„Vor allen Dingen hüte Dich vor den
Synkretiſten (Glaubens- und Kirchenmen⸗
gern, heut zu Tage „Unirte“ oder „Evan-—
geliſche“ genannt), denn ſie ſind weder
Gott noch Menſchen getreu.“

Warum hat wohl der „lutheriſche Kirchen—
bote“ dieſe ſehr beherzigenswerthe Warnung
ausgelaſſen? Antwort: weil ſie lutheriſch
war.

Veränderte Adreſſe.
Rev. F. Besel, Benton P. O., Holmes Co., O.

Erhalten
a. zur Synodal⸗-Miſſions⸗Caſſen
von der Frau Wittwe Kalkmeyer in Hunterswille,

Franklin Co., Ja. 25,00.
„ einem Gemeindegliede in St. Louis 50.
„ Herrn A. B. T. 5/00.

b. zur Unterhaltung des Concordia-
College:
von der Gemeinde Altenburg, Perry Co., Mo.
„ der Gemeindr Freifladt bei Milwaukie

e. für arme Studenten:
von der Gemeinde in Min den, Washing ton Co., Ills. 2,65.
„ dem Jünglings⸗Verein in St. Louis in den
Monaten Juni bis November d. J. 87,55.
d. an Beiträgen zu den Reiſekoſten der

Herren Delegaten nach Deutſchland:

von einem Gemeindegliede in Si. Louis 1/,00.
F. W. Barthel, Caſßrer.

8j,00,
7,00.

Bezahlt
den 7. Jahrgaug die Herren Gottlieb Göhring, Samuel
Kämpfe, C. F. Goldammer (2. Hälfte).
den 8. Jahrgang die Herren Ehriſt. Dißmar, Paß. Theod.
Dreſel, Gottifr. Burkhardt, Dietrich Thöle, Heinr.
Kaufmann, Jacob Krieg, Wilh. Pieper, Heinrich
Sievers, Gotil. Sauer, C. F. Goldammer(1. Hälfte.)

In der Expedition des „Lutheraners“
ſind zu haben: 28

Confirmations⸗Scheine

mit Bibelſpruchen und Liederverſen ingleichen mit
bibliſchen Bildern und Randzeichnungen.
Lithographirt und herausgegeben von
Leopold Gaſt.
Preis: 51,00. für 28 Blätter.

(Neue Ausgabe von den bereits im Lutheraner Jahrg. 5.
No. 13. angezeigten Coufürmations⸗Scheintn.)
Neue Teſtamente, größtentteils mit dem Pſalter,

Stuttgardter, Londoner und Hamburger Ausgabe, in
klein Sedez⸗ Format;
in gewöhnlichem Einband:
mit den Pſalmen: 20 Cents, ohne Pfalter
in Goldſchnitt:
Stuttgardter und Londoner Ausgabt
Hamburger Ausgabe
Oßne die Pſalmen jedes Ex. 5 Cents weniger.
F. W. Barſhel.

Xαααεε

Bücher und Pamphlets

zu haben in der Erpedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſt.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
unveränderter Abdruck ‚
Das Dutzend § 1. Hundert Stück 8 7.
Die Verfaſſung der dentſchen evang.
luth. Sonode von Miſſouri, Ohio u. a. St.
nebſt einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 3.
Das Dutzend 50; 25 Stück 8 1.
Erſter Synodalbericht der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St.

vom Jahre 1847 10.
Zweiter, Dritter, Vierter nnd Fünf⸗
ter Synodalbericht derſelben Synode, jerer

10.

Dritter Jahrgang des Lutheraneds x
von 1816 — 47. No. 8 — 26. 50.

(Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)

Vierter, fünfter, ſechster u. ſiebenter
Jahrgang des Lutheraners, jeder

Geaſhe Vi Concordien buch, d. i. Sym⸗
boliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗
Rorker Ausgabe in gepreßtem veder gebunden

Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 1 Stück 5.

Dr. Martin Luthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stück 5.

Dr. Luthers Hauspoſtill e, oder Predigten
Über die Evangelien auf die Sonn dund Zeſitage
des ganzen Jahrs, New⸗-Yorker Ausgabe, ge⸗
bunden in Kalbleder

Kirchen⸗Geſang buch für evang. luth. Ge=
meinden, welchem ſonn⸗ und die feſtt äglichen
Perikopen beigefügt iun⸗ verlegt von der hieſigen
evang, luth. Gemein de U. A. C. in gepreßtem
Lederbande, bend 88

as Dutzen
100 Stüc 662. 503 gegen Vaarzahlung.

Daſſelbeinkleinerm Format mit denſelben

Anbängenduge 980.25 Einband, das Stück
Das Dutzend 55,25. I.
100 Stück 540,00. gegen Baarzablung.

Melodien deutſcher Kirchengeſänge
nach Dr. Frindrich Layritz

A BC-Buch, und in geböriger Stu⸗
fenfolge geordnete Uebungsſtücke
zur Erlernuung des Leſens, fürchriſ⸗
liche Schulen brearbeitet, im Verl ag
der ev. luth. Synode von Miſſouri, Ohio und
anderen Staaten ‚

im Dutzend 81.00.

Johann Hübhners Bibliſche Hiſtorien aus dem
Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter
Abdruck, New⸗Norker Ausgabe, im Einzelnen 5.

in Dutzend 82. 60.

Dr. Martin Luthers Auslegung des 90.

Pſalms, broſchirt und beſchnitten 15.
im Dutzend 81. 50˙

Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auf⸗
trage der Sonode von Miſſouri ꝛc. zuſammenge⸗
tragen von Paſtor Fr. Wynecken, das Stück 1⁵⁷

x im Dutzend 81. &0.

Der Hirtenbrief des Herrn P. Gra bau zu
Bnffalo v. J. 1810 nebſt dem zwiſchen ibm und
mehreren luth. Paſtoren von Miſſouri gewechſel⸗
ten Schrift en

Brief Dr. Martin Lutbers von Einſetzung der
Kirchendiener an den Rath zu Prag in Vöhmen
vom Jahre 1523. aus dem Lateiniſchen überſetzt
von Paulus Speratus

Timotheus. Ein Geſchenk für die confirmirte
Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden

5⁰.

31. 5.

75⁵.

15.

V.

Gedruckt bei Moritz Niedner,
Nord⸗-Ecke der dritten und Cheſtuutßraße.

10.

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