Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 5 › Seite 41

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-10-27, Seite 41

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——TT—π—— — — ——

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(Offenb. Job. Cap. 11 v. 6. 7.)

— ——

„Sottes Wort und kuthers Cehr“ werven nun und nimmermehr.“

— .

33geben von der Deutſchen Ev. L

Herau.

*0

Redigirt von C.

— ——— — — —

F. W.

———

Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Walther.

St. Lonis

Uodember 1850.

Ledingungen: Ler

„ulheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen

Mo. den

Nurtdie Brirfe, welche Mittbeilungen für das Vlatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen

Sueſerivtiensrreis ven Einem D ouar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszude⸗ aber. welches Geſchäftliches, Beſteuluugen. Abbeſtellungen. Gelder »e. enthalten. uuter der Adreſſe
nblen und das Peſtgeld zu tragen haben. — In St. Lonis wird jede einzelne Ro. für 5 Cents verkauft. Mr. F. W. Barthel, care 1C. E.,W. Walther, St. Louis, NIo., auher zu ſenden.
—. PPPfP — .x — — — — —

Miſſio des Direktors der evang.
Miſſion zu Leipzig.

Peter in Straßburg)

nsrede
4 6

lutheriſchen

ö
ö (Gebalten in der Kirche zu Inng⸗St.

Zuerſt nämlich koſtete es unſere Geſellſchaft,
die eine lange Reihe von Jahren hindurch einer
andern Miſſionsgeſellſchaft treue Handreichung
gethan hatte, keinen geringen Kampf, das alte
trauliche Band zu löſen; im Herzen weinend
mußte ſie ſich von jener, in vieler Beziehung ſo
ehrwürdigen Muttergeſellſchaft trennen, weil die—
ſelbe ſich nicht entſchlieſeen konnte, das Werk der
Miſſon im Siune unſerer Kirche zu treiben. Es
war ein gar geringes Häuflein, das damals im
x Namen des Herrn zuſammentrat, und das durch

den zwiſckeneingekommenen Unglauben lange un⸗

terbrochene Miſſionswerk unſerer Kirche, in die
ö ſchwache, ungeübte, zitternde Hand nahm, und

dabei mußte es ſein, „wie ein Tauber und nicht
heren, und wie ein Stummer, der ſeinen Mund
nicht aufthut, und wie einer, der keine Widerrede
in ſeinem Munde hat,“ und mußte es geruhig
uber ſich ergehen laſſen, daß es in einem Miſſions⸗
blatte, das in vielen, vielen taͤuſend Eremplaren
durch das Land geht, als eine „Sekte“ gebrand⸗
markt wurde, der bisher „der rechtfertigende Se—
gen“ des Herrn noch gefehlt kabe. Und als
uun der erſte Miſſionar auf das alte Miſſions—
feld unſerer Kirche hinauskam, ſo ließ man ihn
zwar nicht vor dem Thor und auch nicht auf dem

Markte ſtehen, aber er mußte ſehr froh ſein, daß

man ſich ſeiner als eines Handlangers in der dä—

(Schluß.)
ö

niſchen Miſſion ledienen wollte; ja und das Herz
mußte ihm bluten, weñ er das ſeit langerZeit ver⸗
nach Fü anſah, ohne doch nach be⸗
ſtem Wiſſen und Gewiſſen die Hand an denPflug
legen zu dürfen. Denn, das dürfen wir nicht ver—
ſchweigen, einige der letzten jener 56 Miſſionare,
die den Männern Gottes, Ziegenbalg und Plüt—
ſchan, in ihre Arbeit gefolgt waren, hatten, von
dem damals auf deutſchen Univerſitäten über⸗
handnehmenden Unglauben angeſteckt, den edlen
Samen göttlichen Worts, den ſie hinanstragen
ſollten, mit den Sämereien menſchlicher Weisheit
untermengt, und ſo war denn ein gut Theil Dor—
nen und Diſteln neben der alten guten Saat auf—
gegangen. Doch der Herr hat auch dieſes Wei—
nen zum größten Theil ſchon in Lachen verkehrt,
und obgleich wir erſt eine kleine Weile des Tages
Laſt und Hitze getragen haben, ſo haben wir doch
ſchon oft mit Freuden kommen und unſere Gar—⸗
ben bringen dürfen, und uns frenen durfen, als
zur Zeit der Erute! Der Herr hat Großes⸗ an
uns gethan; deß ſind wir froͤhlich!

Wir haben nun außer 4 Miſſionare in Sud—
Neuholland, die, wie alle ubrigen Miſſious⸗

arbeiter daſelbſt, noch immer auf Hoffnung ſäen,

und außer 1 Miſſionar in Nordamerika,

dem der Herr fur die kurze Müͤhe bereits reiche
Früchte in Gnaden geſchenkt hat, 8 Miſſionare
in Oſtindien, und zwar auf füunf verſchiedenen
Poſten: zu Trankebar, Poreiar, Mayaveram,
Puducotta und Madras. Ihnen zur Seite ſtehen
50 bis 60 eingeborne Arbeiter un Kirchen -und
Schuldienſte und arbeiten mit ihnen an 13 Ge⸗
meinden mit etwa 2500 Seelen, an über 30

Schulen mit mehr als 1000 Kindern, an einem
Seminar zur Ansbildung eingeborener Lehrer und
Prediger mit etwa 70 Zöglingen.

Die Arbeit an den Heiden aber, die durch die
friſche, geſchickte, geſegnete Hand unſers Milins
geht, ſchreitet ſo fröhlich daher, daß allein in den
letzten neun Monaten 258 Hindus durch die heil—
ige Taufe in die Gemeinde aufgenommen worden,
und noch immer iſt das Feld reif zurErnte und im⸗
mer neue Garben werden eingebracht. Der Herr
—a anuns gethan; deß ſind wir fröhlich.

Wie aber der Herr ſeinem heil. Worte im Mun-⸗
de unſrer Miſſionare Kraft und Nachdruck ver⸗
liehen hat, ſo hat er auch das Vertrauen zu unſrer
geſammten Sache in der chriſtlichen Welt ge—
mehrt, und zwar nicht blos unter unſrem Volke
und in unſrer Kirche. Unſre Verbindungen er—
ſtrecken ſich weit über die lutheriſche Kirche
Deutſchlands hinaus, nach Rußland, Polen, Un⸗
garn, nach Schweden, Norwegen, Dänemark,
Elſaß, nach Nordamerika, ja in neueſter Zeit nach
Holland und England. Und wenn auch in vie—
len lutheriſchen Kirchen nur erſt ein geringes
Häuflein für unſere Sache betet, redet und gibt;
wir freuen uns, wenn auch nur Ein Herz dafür
ſchlägt, Ein Fuß ſich rührt, Ein Mund ſich auf—
thut, Eine Hand ſich öffnet, — wir freuen uns
und harren.

Das iſt aber nicht Alles. Oſlindiſch⸗kritriſche
Chriſten ſchenkten uns vor etwa 3 Jahren die ar—
beiterlos gewordene Station der anglicaniſchen
Miſſtonsgeſellſchaft Mayaveram ſammt Zu⸗
behör an Gründen und Gebäuden; der verſior—
bene König von Dänemark übergab uns bald da⸗

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