Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 12 › Seite 96
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-02-05, Seite 96
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Atheiſten 9 · Vernunft 7 · Regierung 11 · Schrift 18
er aber die letzte Stadt Englands verließ, ſprach
er dort in einer vertrauten Unterredung ohne Hehl
über die Abſicht ſeiner Reiſe, und zeigte den Be⸗
fehl der Königin mit den Worten vor: „Hier
habe ich eine Vollmacht, womit wir die Ketzer in
Irland züchtigen wollen.“
Dieſes hörte im Vorübergehen die Wirthin des
Hauſes, die der proteſtantiſchen Religion geneigt
war, und einen Bruder in der Hauptſtadt Ir⸗
lands hatte, der ſich zu dem Glauben der Prote⸗
ſtanten bekannte. Ihre ganze Seele zitterte, als
ſie den Mordanſchlag vernahm, und ſie beſchloß
ſogleich, wo möglich die Vollmacht in der Brief⸗
taſche mit einem andern Papiere zu vertauſchen.
Es gelang ihr auch bald, und der Bevollmäch⸗
tigte reiste den andern Tag mit einem Schiffe
nach Irland ab, ohne die Verwechslung zu be⸗
merken. Er kam glücklich in der Hauptſtadt an,
erſchien vor dem Vice-König und dem Geheimen⸗
Rathe zu Dublin, eröffnete die Abſicht ſeiner An⸗
kunft und übergab die Brieftaſche. Aber wie er⸗
ſtaunte er und Alle, als ſich darin die Vollmacht
nicht vorfand! Man konnte daher auch nichts
in der Sache thun, bis der verlorene Befehl durch
einen neuen erſetzt war. Er reiſete deswegen ſo⸗
gleich nach England zurück, bat die Königin um
eine neue Vollmacht, und erhielt ſie. Nun aber
erhoben ſich widrige Winde, die jede Ueberfahrt
nach Irland unmöglich machten, und ihn eine
geraume Zeit im Hafen zurückhielten. Unter⸗
deſſen waren die irländiſchen Proteſtanten in
angſtooller Erwartung ihres Schickſals. Aber
ſiehe, der HErr gebot dem Ungewitter, vor ihnen
vorüber zu ziehen. Ehe der Unglücksbote ab⸗
reiſen konnte, ſtarb Maria“) und Eliſabeth,
die Freundin des proteſtantiſchen Glaubens, kam
auf den Thron.
Mit Windesſchnelle flogen nun die Boten des
Friedens nach dem geängſteten Eiland, und ver⸗
nichtet waren nun auf ein Mal alle blutdürſtigen
Anſchläge gegen die Bekenner des verfolgten
Glaubens.
Das jammernde „Kyrie eleiſon“, das ſie
unabläſſig in ihren Verſammlungen geſungen
hatten, verwandelte ſich nun in ein freudig⸗dan⸗
kendes „Immanuel!“
Einer grüßte den andern mit dem frommen
jubelnden Gruße: „Der HErr iſt mit uns! Hier
iſt Immanuel!“**) Gelobet ſei ſein heiliger
Name!“
2*
— —0
Einerlei Rede in einerlei Meinung.
1 Cor. 1, 10.
Es iſt wohl darauf zu achten, welche Art und
Weiſe zu reden die Kirche in jedem Artikel des
chriſtlichen Glaubens angenommen hat, und aus
welcher Abſicht; auch welche Redeweiſen ſie ver⸗
worfen hat und aus welchen Urſachen; damit
man nicht aus Neuerungsſucht muthwillig und
* Maria hat regiert von 1553—1558. Sie ſtarb in
einem Alter von 43 Jahren, nachdem ſie während ihrer
fünfjährigen Regierung gegen 800 Menſchen, um ihres
Glaubens willen, hatte hinrichten laſſen.
*) Immanuel iſt der Namt unſers Heilandes, der
ihm ſchon Jeſ. 7, 14. gegeben worden, und heißt ſo viel als:
Gott mit uns.
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ohne nöthigenden Grund von der eigentlichen
Kirchenſprache abgehe. Denn muthwillige Aen⸗
derungen hierin erzeugen entweder Irrthümer oder
Spaltungen. Man bahnt zu gefährlichen Irr⸗
thümern den Weg, wenn viele aus Ekel an der
Fiſchereinfalt des Heiligen Geiſtes unter dem
Deckmantel der Schönheit und Zierlichkeit neue
Redeweiſen einführen. (Chemnitii loci th.
fol. 16.)
Es iſt ein Zeichen eines beſcheidenen Gemüthes,
mit der Kirche nicht nur dieſelbe Meinung haben,
ſondern auch reden. (Wilh. Lyseri Syst. th.
exeget. p. 494.)
Die Philoſophen reden in beliebigen Worten
und ſcheuen ſich nicht, in den ſchwierigſten Gegen⸗
ſtänden frommen Ohren Anſtoß zu geben; unſere
Pflicht aber iſt es, nach einer beſtimmten Regel
zu reden, damit die Freiheit in Worten nicht eine
gottloſe Meinung von den Sachen erzeuge, welche
durch dieſelben bedeutet werden. (St. Augustini
lib. 10. de Civ. Dei c. 23.)
Unterredung mit einem Gattesleugner.
„Ich ſehe Gott nicht, was ſoll ich denn
glauben?“
Siehet man denn deine Seele? Ich halte
dafür, daß das thöricht gefragt ſei, deinen Kör⸗
per ſieht man. Wer kann deine Seele ſehen?
Da nun dein Körper allein geſehen wird, warum
begräbt man dich nicht? — Er wundert ſich, daß
ich ſage: wenn dein Körper allein geſehen wird,
warum begräbt man dich nicht? und antwortet:
— er ſich noch wohl befindet, denn ich lebe
noch.“
Woher weißt du aber, daß du lebeſt, da ich
deine Seele nicht ſehe?
„Woher ich das weiß?“
Du wirſt antworten: „weil ich rede, weil ich
gehe, weil ich arbeite.“ Du Narr! Aus dem Wir⸗
ken des Körpers erkenne ich alſo, daß du lebeſt.
Kannſt du denn aus dem Wirken der Geſchöpfe
den Schöpfer nicht erkennen?
St. Augustinus in Ps. 73.
Die heilige Schrift und Vernunft.
Kurfürſt Friedrich der Weiſe ſagte von der hei⸗
ligen Schrift: „Was man ſonſt lieſ't von menſch⸗
licher Weisheit und Welthändeln, das kann ich
noch Alles wohl verſtehen; aber was Golt redt,
das iſt zu hoch, das läßt ſich nicht leichtlich begrei⸗
fen ohne die erleuchtende Gnade Gottes.“ Fer⸗
ner: „Ich habe aus der Erfahrung erlernet, daß
aus menſchlicher Vernunft Nichts ſo ſcharf und
ſpitzſindig möge erdacht und vorgebracht werden,
das man nicht aus eben derſelben widerlegen
könne; aber Gottes Wort ſtehet feſt wie eine eiſerne
Mauer, die man nicht umreißen kann.“ Endlich:
„Man pflegt zu ſagen, Fürſtenbriefe müſſe man
zwei oder dreimal leſen; vielmehr aber ſollte man
die Bibel, als die Schrift des höchſten HErrn, oft
leſen und erwägen.“ (Zinckgref's deutſche Apo⸗
phthegmata I. S. 134 ff.)
Poſt⸗Office.
Da ich durch die eigne Lage und Namen der
Poſtämter in hieſiger Gegend bei nicht genauen
Adreſſen genöthigt bin, meine Briefe an drei
beſonderen Orten abzuholen, ſo erſuche ich hier⸗
mit meine Correſpondenten, in Zukunft die
Adreſſe an mich genau ſo zu ſchreiben: Water
Valley P. O., Erie Co., N. J. A. Ernſt.
—
Empfangen
für den Bau des deutſch evangeliſch⸗lutheriſchen College in
St. Louis:
Von einigen Gliedern der Gemeinde in Pleaſant Ridge,
Ill., durch Herrn P. Lochner P7.00. Von einem Ge⸗
meindchen in Randolph Co., Ill., durch Hrn. P. Straſen
52.00. Von der Miſſionsfamilie in Sibiwaing, SI8.123.
Von Hrn. Miſſionär Baieriein 52.50. Von der Gemeinde
Frankentroſt 41.374. Von der lutheriſchen Zions⸗Gemeinde
in Williams Co., O., P1.40. Von der lutheriſchen Si.
Peters-Gemeinde in Williams Co., O., 2.60. Von Hrn.
P. E. A. Schürmann in Huntersville, Ind., S3.00.
E. Roſchkt, Kaſſirer.
Erhalten
für die Miſſion am Fluſſe Cass:
52.00 von Örn. P. Schürmann in Huntersville, Ind.
Für die Studenten:
Von Hrn. Bethe in Franklin Co., Mo., Sl.00.
Bezahlt.
F3.00 die 2. Hälfte des 4. Jahrg. bis 1. Hälſte des 7.
Jahrg. Hr. Joh. Kuhl.
53.00 den 5.—7. Jahrg. Hr. P. G. Kranz.
81.50 den 5. Jahrg. und 1. Hälfte des 6. Jahrg. Hr.
Daniel Zritzſch.
Den 6. Jahrg. Die HH. Phil. Anſchütz, P. Deßer
(2 Ex.), Joh. Göring, Jakob Helferich, H. Links, Mich.
Merz, Rud. Schwegmann, Conr. Weſtenfeld.
Den 5. und 6. Jahrg. Hr. P. Lautenſchläger.
Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition
des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe.
Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗
veränderter Abdruct ............9 50.10
Das Dutzend 51.00. Hundert Stück 87.00.
Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im
Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber
mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗
land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat..
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück §1.00.
Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗
merkungen. .
Das Dutend 50 Cts. 25 Stück PI.00.
Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗-luth.
Synodt von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
v
0.05
0.0⁵
0.10
0.10
0.50
J. 1817—.—.—y————c—.—.—.—.—
Zweiter Syonodalbericht derſelben Spnode
v. J. 1848
Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846
—1847. No. 8 26.———..—.—.—
(Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
Chriſtliches Concordien buch, d. i. Symbol.
Bücher der ev.-luth. Kirche, New Rorker Ans⸗
gabe, in gepreßtem Leder gebunden ....
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlei⸗
form) 2 Stück........ ͥ..—
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren
Kircht (aus No. 9. des Lutheraner beſonders
abgedruckt), 2 Stück..
Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſt⸗
tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe,
gebunden in Kalbleder.———.
Kirchengeſangbuch für ev.-luth. Gemein⸗
den, verlegt v. d. hieſ. ev.-Iuth. Gemeinde
U. A. C., gebunden das Stü.
100 Sut 362.50 gegen Baarzahlung.
A B C Buch, New Zorker Ausgabe, das Stück.. 0.f10
Im Dutzend.. 1.00
Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu
Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5.
ausführlicher Sit ——.—.—.—. 0.25
Joh. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten
und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck,
q .........¶ ¶¶ ¶ ¶ ¶ ¶ ¶¶¶¶¶ ¶ „5„5„0
1.2⁵
0.0⁵
0.05
New Rorker Ausgabe, im Einzelnen . 0.2⁵
Im Dußtzend.. 2.50
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms, ö
brochirt unbeſchnitten.. 0.15
Im Dutzend.. 1.50
Spruch buch zum kleinen Catechismus Lutheri.
Im Auftrage der Synode von Miſſonri ꝛc. zu-
ſammengetragen von Paſtor Fr. Wyneken, das
Stück. 0.0
Im Dutzend. 2.25
Gedruckt bei Arthur Olshauſen,
veraunsgeber des Anzeiger des Weſteus.
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