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Der Lutheraner Frankfurt am Main — Juni 1948, Seite 46
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Seite 46 Juni 1948 Nummer 6
Aus Kirche und Welt
Begegnung in Bad Boll.
Die Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St.
lädt zu einer gemeinsamen Tagung lutherischer Theologen
der eigenen und der deutschen Landes⸗ und Freikirchen
in Bad Boll bei Göppingen in Württemberg
ein, die in drei Abteilungen im Juni und Juli des
Jahres stattfinden und der Begegnung deutschen und
amerikanischen Luthertums dienen soll. Thema der
Besprechung soll sein: „Das Augsburger Bekenntnis
in der Gegenwart“. Teilnehmer aus der Missourisynode
werden sein: Präses D. J. W. Behnken, die
Professoren Dr. Paul Bretscher, Dr. Theo Graebner
, Dr. F. E. Mayer, W. A. Baepler, A. O. Fuerbringer
und Direktor Dr. S. Meyer. Ueber die Teilnehmer
von deutscher Seite, unter denen sich die führenden
Männer des landes⸗ und freikirchlichen Luthertums
befinden werden, steht Genaues noch nicht fest.
Der Monat Juni
wird schicksalhaft für die EKD (Evangelische Kirche
in Deutschland) ebenso wie für die VEKD (Vereinigte
Ev.⸗Luth. Kirche Deutschlands) werden. Unsere
Leser erinnern sich daran, daß die VEKD einen
besonderen Zusammenschluß der lutherischen Landeskirchen
innerhalb der EKD anstrebt und dabei auf
den energischen Widerstand der die Union betreibenden
Kreise (Bekennende Kirche) der EKD stößt. Andererseits
will die VEKD aber auch die Gemeinschaft
mit der EKD nicht aufgeben. Dieses Lavieren zwischen
zwei Fronten hat seinen Ausdruck in lebhaften
Verfassungskämpfen gefunden, die noch nicht abgeschlossen
sind. Nachdem der erste Verfassungsentwurf
der VEKD, der den Kirchencharakter dieser Vereinigung
gegenüber dem reinen Bundescharakter der
EKD hervorzuheben versuchte, in Treysa zurückgezogen
wurde, hat nun Bayern einen neuen Entwurf
vorgelegt mit deutlicher erkennbarer Bereitschaft, die
Tatsache der Verbundenheit mit den anderen evangelischen
Kirchen anzuerkennen. Dieser Entwurf wurde
auf der Sitzung des Lutherrates in Darmstadt am
11. und 12. März als Vorlage für die Generalsynode
empfohlen, die nun am 22. und 23. Juni in Eisenach
zusammentreten soll, unmittelbar vor der Kirchenversammlung
der EKD, die vom 24. bis 28. Juni am
gleichen Orte tagen wird.
Die entscheidende Frage wird dabei sein, wie sich die
geplante Verfassung der VEKD mit der „Grundordnung
“ der EKD vereinigen lassen wird, die die
Kirchenversammlung der EKD beschließen soll. Der
vorliegende „Entwurf einer Grundordnung der Evangelischen
Kirche Deutschlands“ unternimmt den ziemlich
aussichtslosen Versuch, die neuzubildende Kirche
als einen Bund und den Bund wieder als eine Kirche
zu bezeichnen, um Unionisten und Konfessionalisten
zugleich gerecht zu werden. (Vgl. hierzu die ausführliche
Kritik in Nr. 3 dieses Jahrgangs.) Er ist inzwischen
Gegenstand vielseitiger Kritik und häufiger
Ueberarbeitung gewesen, bleibt aber in allem Wesentlichen
, was er war und sein soll, nämlich die Ordnung
einer neuen Kirche, zu der die verschiedenen
Bekenntnisse in Deutschland zusammengeschlossen werden
sollen, und das Instrument einer Union, die sich
nunmehr nicht mehr nur über einzelne Landeskirchen,
sondern über das gesamte Kirchenwesen Deutschlands
erstrecken wird.
Wir können nicht umhin, diese Entwicklung aufs
tiefste zu bedauern und den Tag der Annahme dieser
Verfassungen als einen schwarzen Tag in der Geschichte
des deutschen Luthertums zu vermerken, da an
ihm das Ende der lutherischen Landeskirchen in
Deutschland verbrieft und versiegelt werden soll.
—rst—
Amsterdam 1948.
Vom 21. August bis zum 5. September dieses Jahres
wird in Amsterdam in den Niederlanden die Vollversammlung
des „Weltbundes für Freundschaftsarbeit
der Kirchen“ (Federal Council of Churches)
nach Stockholm 1925 und Oxford 1937 zu ihrer
dritten Tagung zusammentreten. Nicht weniger als
136 Mitgliedskirchen des Oekumenischen Rates, darunter
auch die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland
) ebenso wie die im Lutherischen Weltbund zusammengeschlossenen
lutherischen Kirchen werden ihre
Vertreter zu dieser Riesenversammlung fast aller protestantischen
Gemeinschaften entsenden. Nur die in der
Synodalkonferenz zusammengeschlossenen lutherischen
Kirchen Amerikas und Australiens, wie die große
Missourisynode und die Wisconsinsynode, sowie die
lutherischen Freikirchen Deutschlands werden an dieser
Veranstaltung keinen Anteil haben.
Warum nicht? Sind wir der Meinung, daß nur in
unseren Kirchen wahre Kinder Gottes sich finden?
Leugnen wir die Gemeinschaft aller Gläubigen, als
deren Abbild der Weltbund auftritt? Wir denken nicht
daran. Wir wissen sehr wohl nach der Schrift, daß
der Geist Gottes wehet, wo er will, d. h. überall da,
wo Gottes heiliges Evangelium von der Vergebung
der Sünden noch verkündigt wird und Menschen durch
diesen Dienst zum Glauben an ihren Heiland kommen
. Und das geschieht gottlob nicht nur bei uns.
Aber wir wissen auch, daß es nach der Schrift nur
ein Evangelium gibt, einen Weg zur Seligkeit. Die
Kirche Jesu Christi hat die heilige Verantwortung,
dies Evangelium, das ihr durch die Offenbarung
Jesu Christi vertrauet ist (Gal. 1, 12), so zu bewahren
, wie sie es durch den Dienst seiner Apostel
empfangen hat. So kann sie um dieses Evangeliums
willen, gerade auch um der Gläubigen willen, die
es gewiß auch in anderen Kirchen gibt, gar nicht
anders als nur mit denen Gemeinschaft pflegen und
suchen, die gleich ihr dies kostbare Pfand der Seligkeit
lauter und rein zu bewahren trachten.
So ist auch die Una Sancta, das ist die Gemeinschaft
aller Gläubigen, die wahre heilige christliche
Kirche auf Erden, die wir im dritten Artikel
bekennen, nicht etwa die Gesamtheit aller sich so
nennenden christlichen Kirchen auf Erden einschließlich
Roms und aller Sekten, wie die Propaganda
des Weltbundes zu wiederholen nicht müde wird.
Sondern sie ist, wie unser Augsburger Bekenntnis
sagt, „die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen
das Evangelium rein gepredigt und die heiligen
Sakramente laut des Evangelii gereicht werden“ mit
Einschluß eben aller der Gläubigen, die in den vielen
falschen Kirchen in der Zerstreuung leben.
Um des Evangeliums willen können und dürfen wir
nicht anders als warnen und uns klar scheiden von
all den Kirchen und Gemeinschaften und Sekten, die
ein anderes Evangelium in ihrer Mitte haben oder
dulden. Darum also werden wir nicht in Amsterdam
sein. —rst—
Naturwissenschaft — Religion — Weltanschauung.
Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet in ihrer
Ausgabe vom 3. April über eine Arbeitstagung in
Clausthal (Oberharz), die von fast 300 Wissenschaftlern
aus allen vier Zonen besucht war und unter dem
hier vorangestellten Thema stand. Achtzehn namhafte
Gelehrte hielten Fachreferate und nahmen auf
Grund der neuesten Ergebnisse ihrer Gebiete Stellung
zum Thema. Richtungweisend wurde ausgesprochen
, daß der Mensch unserer Tage erneut nach
den Kräften suche, die in dem taumelnden Strudel
unserer Zeit noch geblieben sind, daß Wissenschaft
und Religion in Wahrheit keinen Gegensatz bilden
, sondern jedem ernsthaften Menschen notwendige
geistige Ergänzung sind. Die im einzelnen vorgetragenen
naturwissenschaftlichen Anschauungen stehen
freilich oft im Widerspruch zum Bibelglauben der
Christen, betonen aber eine Bescheidenheit, die der
Wissenschaftler von früher oft abgelegt hatte: der
Mensch weiß nichts über das erste Entstehen der
Materie, seine Gesamtkenntnis von der Physik des
Weltalls ist nur gering, er darf die Ehrfurcht vor
der göttlichen Schöpfung niemals verlieren. Es ist
ein erfreuliches Zeichen der Besinnung, wenn die
Religion als tragende Grundlage der Menschheit
wieder erkannt wird. Hierbei darf allerdings nicht
übersehen werden, daß Religion noch nicht Christenglaube
ist, und daß die Gotteserkenntnis zumeist in
schwärmerischem Allgefühl (Pantheismus) stecken
bleibt. Bedenklich bleibt es auch, wenn Religion
nur „zur geistigen Ergänzung“ benötigt wird, als ob
das Göttliche dem Menschen zu dienen hätte und
nicht umgekehrt. Daß der Mensch Gott braucht als
den Sünderheiland zum Heil seiner Seele, wird er
so niemals erkennen. Wenn schließlich „sowohl vom
evangelischen wie vom katholischen Standpunkt aus
die Verträglichkeit der Naturwissenschaften mit dem
christlichen Dogma erörtert“ wurde, so verschweigt
der Bericht leider die Ergebnisse. —rst—
Blick auf das Hilfswerk.
So drückend die leibliche und geistige Not weiter
auf unserer Heimat lastet, so großzügig und opferwillig
erweisen sich auch fernerhin unsere Glaubensgenossen
, Verwandten und Bekannten aus Amerika
mit ihrer Hilfe. Darüber liegen uns eine Anzahl
neuer kleiner Nachrichten vor. Im letzten Halbjahr
erhielt Deutschland 21% aller Aufwendungen der
insgesamt 60 amerikanischen Wohlfahrtsverbände,
61% aller Carepakete und 50% aller übrigen privaten
Postpakete. Dies ergibt einen Durchschnitt von
31%. — 172 000 kg Kokosöl sind als erste Rate
einer Oelspende der Missourisynode eingetroffen und
werden im Auftrage des Evangelischen Hilfswerks
zu Margarine und Streichfett, ihre Abfallprodukte
zu Seife verarbeitet. Die zweite Rate ist von Hongkong
unterwegs. — Die Ev.⸗Luth. Kirche im früheren
Altpreußen wird 9 Barackenkirchen, die Ev.⸗
Luth. Freikirche 7 erhalten. — 400 000 Unterrichtsbücher
, Katechismus, biblische Geschichte und Gesangbuch
in einem, werden für die russische Zone bereitgestellt
, um dort der Lehrbuchnot zu steuern. — Für
den Druck lutherischer Bücher und Zeitschriften in
Deutschland geht Papier ein.
Das sind Ausgaben, die mit den Lebensmittelpaketen
im Dezember zusammen nach den Berichten des „Lutheran
Witneß“ weit über ¼ Mill. Dollar betragen,
ein Bruchteil dessen, was die Missourisynode anderweit
und bisher schon getan hat. Wir danken dem
lieben Gott aus heißen Herzen, daß sich immer wieder
willige Hände drüben finden, um unsere vielseitige
Not wenigstens etwas zu lindern. Wieviel Mühen
um Hilfe verbirgt sich hinter den nackten Zahlen!
Leider schreien die deutschen Grundübel: Flüchtlingselend
, Hunger, Wohnungsnot, Fehlen der nötigsten
Bedarfsgegenstände, Kirchenmangel und geistliche Zerstreuung
, ja weiterhin zum Himmel, und man möchte,
an der Möglichkeit von Auswegen verzweifelnd, ausrufen
: „Was ist das unter so viele!“ Wir wissen
leider auch nicht, wie lange Gott uns noch so prüft.
Aber das wissen wir, daß er uns nicht verlassen noch
versäumen wird, wie er uns auch durch die tätige
Nächstenliebe immer wieder hilft, daß wir „nicht gar
aus“ werden.
Nachrichten aus unseren Kirchen
Diakonenlehrgang
Vom 12. bis 22. April waren im Theologischen
Proseminar zu Groß⸗Oesingen 16 Diakone und
Pfarramtshelfer aus der Ev.⸗Luth. Kirche im früheren
Altpreußen, der Ev.⸗Luth. Freikirche und der
Ev.⸗Luth. Flüchtlingsmissionskirche zu einer gemeinsamen
Arbeitstagung versammelt. Sie sollte die Teilnehmer
für ihren Dienst in den Gemeinden und besonders
an den in der Zerstreuung lebenden Gliedern
schulen. Pastoren der einzelnen Kirchen vermittelten
den Stoff in lebendiger Weise.
Der Tag begann regelmäßig mit einem Morgengottesdienst
in der Kirche, in welchem Präses Hein
uns die Seligpreisungen der Bergpredigt auslegte.
Die Vor⸗ und Nachmittagsstunden füllten die Vorträge
, an die sich stets eine rege Aussprache anschloß,
und auch jeden Abend kamen die Teilnehmer mit den
Pastoren zusammen, um aus ihrem persönlichen Leben
und ihrer Arbeit sich gegenseitig zu berichten.
Vortragsthemen waren: „Die lutherische Freikirche
im Osten“ (Pastor Dr. Lerle, Heidelberg), „Die tägliche
Ausrüstung für den Dienst“, „Vom Arbeitsfeld
“, „Beispiele der Seelsorge“ (Pastor Greve,
Bochum), „Jesus als Seelsorger“ (Pastor Schwinge,
Hamburg), „Einführung in die Heilige Schrift“,
„Abhaltung und Gestaltung der Lesegottesdienste“
(Superintendent Heinzelmann, Essen). An einem
Abend erzählte Herr Kirchenvorsteher Müller, Zahrenholz
, über die Geschichte und das geistliche Leben
unserer Oesinger Gemeinde; an einem andern Abend
berichtete der Leiter des Proseminars, Herr Oberstudienrat
Vogt, über Entstehung, Aufbau und Aufgaben
der Anstalt.
Wurde aus den letztgenannten Vorträgen klar, auf
welchem geschichtlichen Boden man zusammenkam,
und was heute wieder Besonderes im Werke ist, so
ergab sich aus den Vorträgen, den gemeinsamen und
Einzelaussprachen eine Fülle von Fragen, die in auf⸗
English translation AI translation
Page 46 June 1948 Number 6
From Church and World
Encounter in Bad Boll.
The Ev.-Luth. Synod of Missouri, Ohio and Other States invites to a joint conference of Lutheran theologians of its own and of the German territorial and free churches in Bad Boll near Göppingen in Württemberg, which is to take place in three sections in June and July of this year and is to serve the encounter of German and American Lutheranism. The theme of the discussion is to be: "The Augsburg Confession in the Present." Participants from the Missouri Synod will be: President D. J. W. Behnken, Professors Dr. Paul Bretscher, Dr. Theo Graebner, Dr. F. E. Mayer, W. A. Baepler, A. O. Fuerbringer, and Director Dr. S. Meyer. Regarding the participants from the German side, among whom the leading men of territorial and free-church Lutheranism will be found, nothing definite is yet known.
The Month of June
will become fateful for the EKD (Evangelical Church in Germany) as well as for the VEKD (United Ev.-Luth. Church of Germany). Our readers will recall that the VEKD is striving for a special union of the Lutheran territorial churches within the EKD, and in doing so encounters the vigorous resistance of the circles promoting the union (Confessing Church) within the EKD. On the other hand, however, the VEKD does not wish to give up fellowship with the EKD either. This maneuvering between two fronts has found expression in lively constitutional struggles that have not yet been concluded. After the first draft constitution of the VEKD, which attempted to emphasize the church character of this union as opposed to the pure federative character of the EKD, was withdrawn in Treysa, Bavaria has now submitted a new draft with a clearly recognizable readiness to acknowledge the fact of connection with the other Protestant churches. This draft was recommended at the meeting of the Lutheran Council in Darmstadt on 11 and 12 March as a proposal for the General Synod, which is now to convene on 22 and 23 June in Eisenach, immediately before the Church Assembly of the EKD, which will meet from 24 to 28 June in the same place.
The decisive question here will be how the planned constitution of the VEKD can be reconciled with the "Basic Order" of the EKD, which the Church Assembly of the EKD is to adopt. The present "Draft of a Basic Order of the Evangelical Church of Germany" undertakes the rather hopeless attempt to designate the newly formed church as a federation and the federation in turn as a church, in order to do justice to both unionists and confessionalists at the same time. (Cf. the detailed critique in No. 3 of this volume.) It has since been the subject of manifold criticism and frequent revision, but remains in all essentials what it was and is meant to be, namely the order of a new church into which the various confessions in Germany are to be merged, and the instrument of a union which will now extend not merely over individual territorial churches, but over the entire church system of Germany.
We cannot help but deeply deplore this development and note the day of the adoption of these constitutions as a black day in the history of German Lutheranism, since on that day the end of the Lutheran territorial churches in Germany is to be certified and sealed.
—rst—
Amsterdam 1948.
From 21 August to 5 September of this year, the general assembly of the "World Council for Friendship Work of the Churches" (Federal Council of Churches) will convene in Amsterdam in the Netherlands for its third session, following Stockholm 1925 and Oxford 1937. No fewer than 136 member churches of the Ecumenical Council, including the EKD (Evangelical Church in Germany) as well as the Lutheran churches united in the Lutheran World Federation, will send their representatives to this enormous assembly of nearly all Protestant fellowships. Only the Lutheran churches of America and Australia united in the Synodical Conference, such as the great Missouri Synod and the Wisconsin Synod, as well as the Lutheran free churches of Germany, will have no part in this event.
Why not? Are we of the opinion that true children of God are found only in our churches? Do we deny the fellowship of all believers, of which the World Council claims to be the representation? We think nothing of the kind. We know very well from Scripture that the Spirit of God blows where it will, that is, everywhere that God's holy Gospel of the forgiveness of sins is still proclaimed and people come to faith in their Savior through this ministry. And that happens, thank God, not only among us. But we also know that according to Scripture there is only one Gospel, one way to salvation. The Church of Jesus Christ has the holy responsibility to preserve this Gospel, which is entrusted to it through the revelation of Jesus Christ (Gal. 1:12), just as it received it through the ministry of his apostles. Therefore, for the sake of this Gospel, and precisely for the sake of the believers who certainly exist in other churches as well, it can do nothing else but cultivate and seek fellowship only with those who, like itself, strive to preserve this precious pledge of salvation purely and undefiled.
Thus the Una Sancta too, that is, the fellowship of all believers, the true holy Christian Church on earth which we confess in the third article, is by no means the totality of all churches on earth that call themselves Christian, including Rome and all the sects, as the propaganda of the World Council never tires of repeating. Rather, it is, as our Augsburg Confession says, "the assembly of all believers among whom the Gospel is preached purely and the holy sacraments are administered according to the Gospel," including precisely all those believers who live scattered in the many false churches.
For the sake of the Gospel we can and must do nothing else but warn and clearly separate ourselves from all those churches and fellowships and sects that harbor or tolerate a different gospel in their midst. Therefore we shall not be in Amsterdam. —rst—
Natural Science — Religion — Worldview.
The daily newspaper "Die Welt" reports in its edition of 3 April on a working conference in Clausthal (Upper Harz), attended by nearly 300 scholars from all four zones and held under the theme placed above. Eighteen renowned scholars gave specialist lectures and, on the basis of the latest findings in their fields, took a position on the theme. It was declared in a programmatic way that the person of our day is once again searching for the forces that still remain in the reeling maelstrom of our time, that science and religion in truth do not form an opposition, but are a necessary spiritual complement for every serious person. The scientific views presented in detail, to be sure, often stand in contradiction to the biblical faith of Christians, but they emphasize a modesty that scientists of earlier times had often abandoned: man knows nothing about the first origin of matter, his overall knowledge of the physics of the universe is only slight, he must never lose reverence before the divine creation. It is a gratifying sign of reflection when religion is again recognized as the sustaining foundation of humanity. Here, however, it must not be overlooked that religion is not yet the Christian faith, and that the knowledge of God for the most part remains stuck in an enthusiastic sense of all-oneness (pantheism). It also remains questionable when religion is needed only "as a spiritual complement," as if the divine had to serve man and not the other way around. That man needs God as the Savior of sinners for the salvation of his soul, he will never recognize in this way. Finally, when it was discussed "both from the Protestant and from the Catholic standpoint" whether the natural sciences are compatible with Christian dogma, the report unfortunately omits the results. —rst—
A Look at the Relief Work.
However oppressively the physical and spiritual distress continues to weigh upon our homeland, our fellow believers, relatives, and acquaintances from America continue to prove themselves generous and willing to sacrifice in their help. We have received a number of new small reports about this. In the last half-year Germany received 21% of all expenditures of the total of 60 American welfare associations, 61% of all CARE packages, and 50% of all other private postal parcels. This yields an average of 31%. — 172,000 kg of coconut oil have arrived as the first installment of an oil donation from the Missouri Synod and are being processed, on behalf of the Evangelical Relief Work, into margarine and spreadable fat, with their waste products made into soap. The second installment is on its way from Hong Kong. — The Ev.-Luth. Church in the former Old Prussia will receive 9 barrack churches, the Ev.-Luth. Free Church 7. — 400,000 instructional books, catechism, biblical history, and hymnal combined in one volume, are being made ready for the Russian Zone, in order to alleviate the shortage of textbooks there. — Paper is being sent in for the printing of Lutheran books and periodicals in Germany.
These are expenditures which, together with the food packages in December, according to reports of the "Lutheran Witness," amount to well over a quarter of a million dollars — a fraction of what the Missouri Synod has already done elsewhere and previously. We thank the dear God from ardent hearts that willing hands are found again and again over there to alleviate at least somewhat our manifold distress. How much effort of assistance lies hidden behind the bare numbers! Unfortunately the basic German afflictions — refugee misery, hunger, housing shortage, lack of the most necessary everyday goods, shortage of churches, and spiritual dispersion — continue to cry out to heaven, and one would like, despairing of the possibility of a way out, to exclaim: "What is that among so many!" Unfortunately we also do not know how long God will continue to test us in this way. But this we do know, that he will not leave us nor forsake us, just as he continually helps us also through active love of neighbor, so that we shall "not utterly perish."
News from Our Churches
Deacon Training Course
From 12 to 22 April, 16 deacons and pastoral assistants from the Ev.-Luth. Church in the former Old Prussia, the Ev.-Luth. Free Church, and the Ev.-Luth. Refugee Mission Church gathered at the Theological Pro-Seminary in Groß-Oesingen for a joint working conference. It was meant to train the participants for their service in the congregations, and especially among the members living in dispersion. Pastors of the individual churches conveyed the material in a lively manner.
The day regularly began with a morning service in the church, in which President Hein expounded to us the Beatitudes of the Sermon on the Mount. The morning and afternoon hours were filled with lectures, which were always followed by a lively discussion, and every evening too the participants came together with the pastors to report to one another about their personal lives and their work.
Lecture topics were: "The Lutheran Free Church in the East" (Pastor Dr. Lerle, Heidelberg), "Daily Equipment for Service," "From the Field of Work," "Examples of Pastoral Care" (Pastor Greve, Bochum), "Jesus as Pastoral Carer" (Pastor Schwinge, Hamburg), "Introduction to the Holy Scripture," "Conducting and Shaping Reading Services" (Superintendent Heinzelmann, Essen). On one evening Church Elder Mr. Müller, of Zahrenholz, spoke about the history and spiritual life of our Oesingen congregation; on another evening the director of the Pro-Seminary, Senior Councillor for Studies Mr. Vogt, reported on the origin, structure, and tasks of the institution.
While the lectures last mentioned made clear on what historical ground one had come together, and what special work is now again underway, the lectures, together with the joint and individual discussions, produced a wealth of questions, which in a...