Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 24 › Seite 196
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-07-05, Seite 196
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Ruf an ihn nach Braunſchweig im Frühjahr 1528.
Vom Himmelfahrtstage an predigte er drei Mal
die Woche mit unermüdetem Eifer und mit ſol⸗
chem Zulauf, daß die große Franziskanerkirche
die Menſchenmenge kaum faſſen konnte, während
er zu derſelben Zeit in ſeiner Herberge den Ent⸗
wurf der Braunſchweigſchen Kirchenordnung fer⸗
tigte, die noch in demſelben Jahre in Wittenberg
gedruckt wurde. Auch ließ er nicht nach, bis die
ganze Gemeinde die neue evangeliſche Ordnung
angenommen und bis der Grund zu andern ſegens⸗
reichen Einrichtungen gelegt war. Kaum hatte
Wittenberg Bugenhagen einige Wochen wieder⸗
geſehen, als er nach Hamburg gehen mußte. Hier
am 9ten October 1528 angekommen, predigte er
nicht nur an Sonntagen, ſondern auch an Wer⸗
keltagen, und es gelang ihm trotz der eingetretenen
Hemmungen, eine große Liebe zum Evangelio zu
erwecken. Die Schule zu St. Johannes, bald
ein Ruhm und eine Zier des Nordens, wurde
errichtet, die Kirchenordnung entworfen, publicirt
und ſchon im Frühjahr 1529 von der Gemeinde
angenommen; das heilſame Inſtitut der Katechis⸗
muspredigten trat ins Leben und mit dieſen gin⸗
gen die Katechismusverhöre bei Jung und Alt,
um einen feſten Grund der evangeliſchen Lehre
zu legen, Hand in Hand. Auf dieſer Miſſions⸗
reiſe war es, wo Bugenhagen dem Colloquium
zu Flensburg — 8ten April 1529 — mit dem
Anabaptiſten Melchior Hoffmann und deſſen
Freunden, Johann v. Campen und Jakob Hegge,
beiwohnte, ſelbſt aber nur inſofern thätig theil⸗
nahm, als er das ganze Geſpräch mit einer Ein⸗
leitungsrede eröffnete und beim Schluſſe die Gründe
in einem ſiegreichen Vortrage reaſſumirte, wodurch
Hoffmanns Zwingliſcher Irrthum im Abendmahl
klar ans Licht gezogen war. Von da an datirt
ſich Bugenhagens Bekanntſchaft mit Chriſtian III.,
der ſogleich in Bugenhagen ſeinen Mann erkannt
hatte, und ſpäter in Briefwechſel mit ihm blieb.
Nochmals mußte dieſer auf ſeiner Rückreiſe von
Hamburg im Juni 1529 ſich mit dem Zwinglia⸗
nismus meſſen, den zwei Prediger in Braun⸗
ſchweig unverhohlen lehrten, und befeſtigte dort
ſeine evangeliſche Arbeit. Eine dritte Hanſeſtadt,
die ſeiner wartete, war Lübeck. Hier war der
Kampf ſchon 1524 losgebrochen; in mannigfal⸗
tigen Verwickelungen bürgerlicher und religiöſer
Freiheit, hatte der Rath bis kurz vorher eine anti⸗
reformatoriſche Stellung eingenommen und auch
jetzt, nachdem die Waagſchale ſich auf die Seite
der Reformation geneigt hatte, war viel äußere
Aufregung dabei. Dieß empfand wohl Bugen⸗
hagen, als er am Ende October 1530 dahin kam;
allein gerade einen ſolchen demantfeſten Mann
brauchte Lübeck. Mit den zurückberufenen, früher
vertriebenen evangeliſchen Predigern Andr. Wil—
helmi und Joh. Wallſaff begann er die Arbeit,
die auch hier Gott ſichtbar ſegnete. Die kirchlichen
Verhältniſſe wurden geordnet, außer der Haupt⸗
ſchule wurden mehrere deutſche Schulen und
Mädchenſchulen errichtet, ein Ehegericht eingeſetzt.
Die Lübeckſche Kirchenordnung bildet mit der
Hamburgiſchen und Braunſchweigiſchen eine apo⸗
ſtoliſche Kette. Die Mühen, die ihm hier ſo reich⸗
lich zu Theil wurden, ſchreckten ihn nicht; er kam
willig zum zweiten Male nach Lübeck im Sommer
1531, blieb ein ganzes Jahr da, nahm ſich be⸗
ſonders thätig des Katechismusunterrichts an,
predigte, tröſtete, ermahnte mit aller Geduld der
Lehre in lieblichem Einklang mit faſt zwanzig evangeliſchen Prädicanten, deren Lübeck ſich da⸗
mals ſchon rühmen konnte; ja auch 1536 ging
er noch einmal dahin, klagend, daß Chriſtus hier
aus Zank und Haß gepredigt würde. In Pom⸗
mern, wo ſeine Schriften eine lebendige Regung
bervorgebracht hatten, hatte indeß alles anders
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ſich geſtaltet. Die Herzöge Barnim und Philipp
beriefen ihn 1534, der Kurfürſt gab ſeine Zu⸗
ſtimmung und die kirchlichen Verhältniſſe wurden
durch eine allgemeine Kirchenviſitation 1535 ge⸗
ordnet. Eine Pommer'ſche Kirchenordnung, eben⸗
falls von Bugenhagens Hand, die zum erſten
Male in Wittenberg 1535 erſchien, krönte das
Werk.
Doch die größte Arbeit dieſer Art ſtand Bugen⸗
hagen noch bevor. In Dänemark hatte ſich das
Werk der Reformation kräftig und lieblich ge⸗
ſtaltet. Schon am 30. October 1536 auf dem
Reichstage zu Copenhagen war die evangeliſche
Lehre für die Landesreligion erklärt. Der König
wünſchte, daß Bugenhagens bewährte Treue und
Einſicht mit der der einheimiſchen Räthe und Leh⸗
rer ſich vereinigen möchte. Der Kurfürſt gab zu
Bugenhagens Reiſe endlich ſeine Zuſtimmung.
Sein erſtes Geſchäft war die Salbung des Königs
und der Königin. Die Ordination der ſieben
däniſchen Biſchöfe am 2. September 1537 war
ſein zweiter Ehrentag hier. Höchſt erſprießlich
war namentlich auch ſeine Arbeit für die ſehr ge⸗
ſunkene Univerſität Copenhagens. Im Ganzen
verweilte er in Dänemark fünf Jahre und ſchied
ungern. Auch die große Viſitation der Braun⸗
ſchweigiſchen Lande, ſowie die erweiterte Braun⸗
ſchweig-Wolfenbüttelſche Kirchenordnung, 1543,
gehört zu der Reihe ſeiner Arbeiten. In dem⸗
ſelben Jahre predigte er in Hildesheim und hinter—
ließ dem Fürſtenthum eine Kirchenortnung. Bei
der großen Meißniſchen Kirchenviſitation 1528
war er einer mit der geiſtlichen Delegirten, die
17 Torgauiſchen Artikel, die Grundlage der Augs⸗
burgiſchen Confeſſion, entwarf er mit Luther und
Melanchthon im März 1530, bei der Witten⸗
berger Concordia 1536 gab er ſeine brüderliche
Stimme und Meinung ab, die Schmalkaldiſchen
Artikel 1537 unterſchrieb er, auf dem Convent zu
Schmalkalden 1540 war er zugegen, die Aus⸗
arbeitung der wichtigen Reformationsformel 1545
war ihm vom Kurfürſten nebſt Luthern, Creuzigern,
Major und Melanchthon übertragen. Die äußern
Ehrenbezeigungen ſuchten ihn mehr, als daß er
ſie geſucht hätte. 1533 nahm er auf Begehren
des Kurfürſten die theologiſche Doctorwürde an,
1536 wurde er zum Generalſuperintendenten des
Kurfürſtenthums Sachſen beſtellt, drei Bisthümer
wurden ihm angetragen, welche er ſämmtlich aus⸗
ſchlug, denn er wollte ſein Neſt in Wittenberg
nicht verlaſſen. Um ganz den Mann zu würdigen,
erwähnen wir nur, daß der Mann, der von
Königen und Fürſten ſo hochgeſchätzte, ſtets
Luthers kleinen Katechismus auch in der Kirche
mit ſich führte und alſo mit dieſem ſich als einen
ſteten Schüler des Katechismus laut und öffent⸗
lich bekannte.
Mit Luthers Tode ging ihm ſein beſter Freund
auf Erden zu Grabe. Wenige haben Luthern treuere
und bitterere Thränen nachgeweint, als Bugen⸗
hagen, wie er denn die Leichenrede, die er ihm am
22. Februar 1546 hielt, vor lauter Weinen ab⸗
brechen mußte. Nach Luthers Tode traten ſchwere
Zeiten für die Kirche und das ſächſiſche Land ein,
wie alle Gottesfürchtige es geahnt hatten, als
dieſer Engel der Gemeine abgerufen wurde. Die
unglückliche Schlacht bei Mühlberg den 24. April
1547 und des Kurfürſten Johann Friedrichs
Gefangenſchaft führten Wittenbergs Belagerung
herbei. Melanchthon flüchtete ſich nach Zerbſt,
viel Lehrer flohen aus Furcht vor der Rache der
Kaiſerlichen. Schon ſprach man davon, Bugen⸗
hagen würde geſchleift und zerhackt werden. Nein,
Teufel, rief Bugenhagen aus, mit der Weiſe bringſt
du mich nicht weg. Er blieb mit Creuzigern und
einigen andern. Da war es denn ſein größter
Troſt, wie er ſelbſt ſagt, daß er in der Kirche dem
Volke predigen und mit ihm beten und das Abend⸗
mahl empfangen konnte, und wenn er heim kam,
mußte er immer noch beten bis tief in die Nacht
hinein. Karl V. zog in die Stadt ein; kein
Menſch krümmte Bugenhagen ein Haar; er pre⸗
digte die ganze Pfingſtwoche hindurch und zwat
gerade von den Unterſcheidungslehren der evan⸗
geliſchen und römiſchen Kirche; viele vom kaiſer⸗
lichen Hofe waren unter ſeinen Zuhörern.
Wohl möchte es unerklärlich ſcheinen, wie eine
ſolche Helden ſeele, die hier das Leben daran zu
geben bereit war, ſich bald darauf als mürbe und
weich gezeigt hätte. Das iſt es nämlich, was die⸗
jenigen behaupten, welche Bugenhagen zu einem
der Urheber des Leipziger Interim machen wollen.
Obgleich er das Interim nicht verfaßt, noch wirk⸗
lich angenommen hat, ſo iſt wohl nicht zu leugnen,
daß er nicht mit Macht auf den Standpunkt, der
die Gefahr einer jeden Nachgiebigkeit auch in
Mitteldingen behauptet, wo die Gegner darin eine
Accommodation zu andern Principien ſehen, ſich
verſetzt hat. Man muß hier dem Mann die Milde
der Beurtheilung angedeihen laſſen. Es ekelte
ihn der Streit an, wie er denn ſchon früher, auf“
ſein hereinbrechendes Alter hindeutend, geſagt
hatte: Man ſchone doch den greiſen Biſchof und
Knecht Chriſti, der bald müde und ausgeſpannt
zu werden und die ewige Ruhe begehrt. Weder
Flacius, noch Amsdorf hatten Recht, ihn, deſſen
ganzes Leben und Thaten offen darlagen, als einen
heimlichen Verräther anzugreifen. Bugen hagen
ließ ſich genügen, feierlich und laut zu zeugen,
daß weder er, noch ſeine Kirche je das Interim
angenommen hätten.
Seine letzten Lebensjahre waren mit großer
leiblicher Schwachheit und immer ſteigender Enn⸗
kräftigung behaftet. Immer noch, ſo lange er ſich
bewegen konnte, ging er alle Tage in die Kirche
und betete für die Gemeine Gottes, ſo daß ihm
das ſchöne Zeugniß von einem wohl Kundigen ge⸗
geben werden konnte: Er hat 36 Jahre lang mit
Thränen und Flehen unſerer Kirche geholfen.
Ueberhaupt war der Gebetsgeiſt mächtig in ihm
bis an ſein ſeliges Ende, ſo daß es ihm in frühern
Jahren oft begegnet ſein ſoll, daß er vor der Pre⸗
digt im Gebete zu Gott die Stunde der Predigt
ſelbſt vergaß, bei welcher Gelegenheit er einmal,
auf die Kanzel hinaus getreten, geſagt haben ſoll:
Wundert euch nicht, lieben Freunde, ich bin von
Gott aufgehalten worden, mit dem ich in ein lan⸗
ges Geſpräch, von der Kirche, der Univerſität, der
Stadt und der ganzen Chriſtenheit gerathen bin.
Auch in ſeinem letzten Todeskampfe preiſete er
Gott für die herrlichen Wohlthaten, die uns und
allen Chriſten durch ſeinen lieben Sohn zu Theil
werden; die innere Freudigkeit ſtrömte ſo in Wor⸗
ten des Dankes und der Ergebung aus, daß man
deutlich wahrnehmen konnte, wie das erſte helle
Morgenlicht der ewigen Freude in dem gebrech—
lichen Gefäße angezündet. Dabei wiederholte er
oft die Worte aus dem hohenprieſterlichen Gebete:
Das iſt das ewige Leben, daß ſie dich, der du
allein wahrer Gott biſt und den du geſandt haſt,
IEſum Chriſtum erkennen. Er verſchied in den
Armen ſeiner theuern Amisbrüder durch einen
ſtillen und ſanften Tod am 20. April 1555
Br.
Die deutſche evangeliſch-lutheriſche Synode von
Indianapolis hält ihre nächſte Sitzung am erſten
Donnerstag im September d. J. in der St. Jo⸗
hannis⸗Kirche, Cäſar Creek Township, Dearborn
Co., Ind. Pünktliche Beiwohn ung wird erwartet.
J. G. Kunz, Secretär.
—
Gedruckt bei Arthur Olshauſen, —
Herausgeber des Anzeiger des Weſtens.
English translation AI translation
to Brunswick, in the spring of 1528. From Ascension Day onward he preached three times a week with untiring zeal and with such a crowd that the great Franciscan church could scarcely hold the throng, while at the same time he was drafting, in his lodgings, the Brunswick Church Order, which was printed that same year in Wittenberg. Nor did he relent until the whole congregation had adopted the new evangelical order, and until the foundation had been laid for other beneficial institutions. Wittenberg had scarcely seen Bugenhagen again for a few weeks when he had to go to Hamburg. Arriving there on the 9th of October, 1528, he preached not only on Sundays but also on weekdays, and, despite the obstacles that arose, he succeeded in awakening a great love for the Gospel. The school at St. John's, soon to become a glory and an ornament of the North, was established; the church order was drawn up, published, and already adopted by the congregation in the spring of 1529; the beneficial institution of catechism sermons came into being, and, together with these, catechism examinations for young and old went hand in hand, in order to lay a firm foundation of evangelical doctrine. It was on this missionary journey that Bugenhagen attended the colloquy at Flensburg — the 8th of April, 1529 — with the Anabaptist Melchior Hoffmann and his associates, Johann von Campen and Jakob Hegge, though he himself took an active part only insofar as he opened the whole discussion with an introductory address and, at the close, recapitulated the arguments in a victorious address, through which Hoffmann's Zwinglian error concerning the Lord's Supper was clearly brought to light. From that time dates Bugenhagen's acquaintance with Christian III, who at once recognized in Bugenhagen his man, and who later remained in correspondence with him. Once again, on his return journey from Hamburg in June 1529, he had to contend with the Zwinglianism that two preachers in Brunswick were openly teaching, and he strengthened his evangelical work there. A third Hanseatic city that awaited him was Lübeck. Here the struggle had already broken out in 1524; amid manifold entanglements of civic and religious freedom, the council had, until shortly before, taken an anti-reformation stance, and even now, after the scale had tipped toward the Reformation, there was much outward agitation involved. Bugenhagen surely sensed this when he arrived there at the end of October 1530; but Lübeck needed just such an adamant man as he. Together with the recalled evangelical preachers Andr. Wilhelmi and Joh. Wallsaff, who had earlier been driven out, he began the work, which God visibly blessed there as well. Ecclesiastical affairs were put in order; besides the main school, several German schools and girls' schools were established, and a marriage court was instituted. The Lübeck Church Order forms, together with the Hamburg and Brunswick Orders, an apostolic chain. The labors so abundantly allotted to him here did not deter him; he willingly came a second time to Lübeck in the summer of 1531, remained a whole year, took a particularly active part in catechism instruction, preached, comforted, and admonished with all the patience of the doctrine, in lovely harmony with almost twenty evangelical preachers of whom Lübeck could already boast at that time; indeed, he went there once more in 1536, lamenting that Christ was here being preached out of strife and hatred. In Pomerania, where his writings had brought about a living stirring, everything had meanwhile taken a different course. The Dukes Barnim and Philip called him in 1534; the Elector gave his consent, and ecclesiastical affairs were put in order through a general church visitation in 1535. A Pomeranian Church Order, likewise from Bugenhagen's hand, which first appeared in Wittenberg in 1535, crowned the work.
But the greatest work of this kind still lay ahead of Bugenhagen. In Denmark the work of the Reformation had taken shape powerfully and pleasingly. Already on the 30th of October 1536, at the diet in Copenhagen, the evangelical doctrine had been declared the religion of the land. The King wished that Bugenhagen's proven faithfulness and insight should be joined with that of the native councilors and teachers. The Elector at last gave his consent to Bugenhagen's journey. His first task was the anointing of the king and queen. The ordination of the seven Danish bishops on the 2nd of September, 1537, was his second day of honor there. Especially fruitful, too, was his work for the university of Copenhagen, which had greatly declined. In all, he stayed in Denmark five years, and departed reluctantly. The great visitation of the Brunswick lands, as well as the expanded Brunswick-Wolfenbüttel Church Order of 1543, also belong to the series of his labors. In the same year he preached at Hildesheim and left the principality a church order. At the great Meissen church visitation of 1528 he was one of the spiritual delegates; the seventeen Torgau Articles, the foundation of the Augsburg Confession, he drafted together with Luther and Melanchthon in March 1530; at the Wittenberg Concord of 1536 he gave his brotherly voice and opinion; the Smalcald Articles of 1537 he signed; he was present at the convention at Schmalkalden in 1540; the drafting of the important Reformation formula of 1545 was entrusted to him by the Elector, together with Luther, Cruciger, Major, and Melanchthon. Outward honors sought him out more than he sought them. In 1533, at the Elector's request, he accepted the degree of Doctor of Theology; in 1536 he was appointed General Superintendent of the Electorate of Saxony; three bishoprics were offered to him, all of which he declined, for he did not wish to leave his nest in Wittenberg. To fully appreciate the man, we need only mention that he, though so highly esteemed by kings and princes, always carried Luther's Small Catechism with him even in church, and thus openly and publicly confessed himself, by this very act, a lifelong student of the Catechism.
With Luther's death, his best friend on earth went to the grave. Few have mourned Luther with truer or more bitter tears than Bugenhagen, so much so that he had to break off, from sheer weeping, the funeral oration he delivered for him on the 22nd of February, 1546. After Luther's death, hard times came upon the church and the land of Saxony, as all God-fearing people had foreboded when this angel of the congregation was called away. The unfortunate battle at Mühlberg on the 24th of April, 1547, and the captivity of the Elector John Frederick brought about the siege of Wittenberg. Melanchthon fled to Zerbst; many teachers fled for fear of the vengeance of the imperial forces. It was already being said that Bugenhagen would be dragged off and hacked to pieces. No, devil, Bugenhagen cried out, you will not get me away by that means. He remained with Cruciger and a few others. It was then his greatest comfort, as he himself says, that he could preach to the people in the church, pray with them, and receive the Lord's Supper, and when he came home he still had to pray far into the night. Charles V marched into the city; no one laid a hand on Bugenhagen; he preached throughout the whole week of Pentecost, and indeed precisely on the distinguishing doctrines of the evangelical and Roman churches; many from the imperial court were among his hearers.
It might well seem inexplicable how such a heroic soul, who here was ready to give up his life, should shortly afterward have shown himself soft and yielding. This, namely, is what those claim who wish to make Bugenhagen one of the authors of the Leipzig Interim. Although he neither composed the Interim nor actually accepted it, it can hardly be denied that he did not forcefully place himself on the position which holds that there is danger in any concession, even in matters of indifference, where the opponents see in it an accommodation to other principles. Here one must allow the man a mild judgment. He was disgusted by the strife, as he had already said earlier, hinting at his approaching old age: One should indeed spare the aged bishop and servant of Christ, who will soon grow weary and worn out, and who longs for eternal rest. Neither Flacius nor Amsdorf were right to attack him, whose whole life and deeds lay open, as a secret traitor. Bugenhagen was content to testify solemnly and loudly that neither he nor his church had ever accepted the Interim.
His last years of life were burdened with great bodily weakness and ever-increasing debility. Still, as long as he was able to move about, he went to church every day and prayed for the congregation of God, so that this fine testimony could be given of him by one well acquainted with him: For 36 years he has helped our church with tears and supplication. Indeed, the spirit of prayer was powerful in him right up to his blessed end, so that it is said to have often happened to him in earlier years that, in prayer to God before the sermon, he forgot the very hour of the sermon, on which occasion he is said once to have stepped out into the pulpit and said: Do not wonder, dear friends; I have been detained by God, with whom I fell into a long conversation about the church, the university, the city, and the whole of Christendom. Even in his final struggle with death he praised God for the glorious benefits bestowed on us and on all Christians through his beloved Son; his inward joy poured forth so much in words of thanks and surrender that one could clearly perceive how the first bright morning light of eternal joy had been kindled in that frail vessel. In doing so he often repeated the words from the high-priestly prayer: This is eternal life, that they know you, who alone are the true God, and him whom you have sent, Jesus Christ. He passed away in the arms of his dear fellow ministers through a quiet and gentle death on the 20th of April, 1555.
Br.
The German Evangelical Lutheran Synod of Indianapolis will hold its next session on the first Thursday of September of this year in St. John's Church, Caesar Creek Township, Dearborn Co., Ind. Punctual attendance is expected.
J. G. Kunz, Secretary.
Printed by Arthur Olshausen — publisher of the Anzeiger des Westens.