Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 3, Nummer 25 › Seite 137
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1847-08-03, Seite 137
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindeverſammlung 9
telsau, Franken, an Herrn Profeſſor Dr. De-
litzſch und Herrn Diaconus Karſten in Roſtock,
Herrn Paſtor Dr. Petri in Hannover und
Herrn Profeſſor Dr. Harleß in Leipzig, dieſel⸗
ben von dem Nothſtaͤnde unſerer Kirche hier
rückſichtlich einer gelehrt-theologiſchen
Anſtalt zur Heranbildung lutheriſcher Pre—
diger zu benachrichtigen und ſie zu erſuchen, ſich
bei denjenigen, welche im alten Vaterlande au
dem Gedeihen der lutheriſchen Kirche hier In—
tereſſe nehmen, für Unterſtützung zu Gründung
einer ſolchen Anſtalt zu verwenden. In dieſem
Schreiben ſoll darauf hingewieſen werden, daß
die Synode dieſe Unterſtützung dem tbeo lo—
giſchen Collegium in Altenburg, Mo.,
zur weitern Aufhülfe zuwenden wolle, wenn ihr
daſſelbe von den betreffenden Gemeinden zur
Leitung und Aufſicht übergeben werden ſollte.
3. Innere und äußere Miſſion be⸗
treffend.
a. Beſchloſſen: Den Candidaten des heil.
Predigtamtes, Herrn C. Fricke, als Beſucher
der predigerloſen lutheriſchen Anſiedlungen im
Weſten, mit einer Inſtruction auszuſenden.
b. Beſchloſſen: Eine erwählte Commiſſion
für die Heidenmiſſion ſoll im Namen der Sy⸗
node mit dem Central-Miſſions-Verein in
Nürnberg in Correſpondenz treten, auch ſich
vom Herrn Pfarrer Löhe officiellen Bericht er⸗
bitten, ob die betreffende Miſſionsgeſellſchaft in
Deutſchland ſich entſchloſſen habe, die lutheri—
ſche Heidenmiſſion in Michigan unter die Auf—
ſicht dieſer Synode zu ſtellen.
4. In Beziehung auf die Prediger
und Gemeinden der Synode.
a. Beſchloſſen: Im nächſten Jahre ſind nach
dem Urtheil der Synode hauptſächlich folgeude
Gegenſtände in Wort und Schrift zu treiben:
Kirche; Gnadenmittel; Verhältniß des Gebets
zu denſelben; rechtfertigender Glaube; Geſetz
und Evangelium; chriſtliche Freiheit; inſon⸗
derheit iſt der Kampf in Lehre und Wehre wi—
der den Methodismus unter allen ſeinen ver⸗
ſchiedenen Benennungen, namentlich auch wider
die ſogenannte „Evangeliſche Gemeinſchaft,“
die ſich unter dieſem Namen in die Gemeinden
einzuſchleichen ſucht, ſo wie gegen alle Kirchen⸗
mengerei zu führen.
b. Auf die gemachte Mittheilung, daß Herr
Ludwig in New Rork die Herausgabe des Con—
cordienbuches beabſichtige, und daß derſelbe
den unveränderten Abdruck des kleinen Kate-
chismus Luthers*) beſorgt habe, erklärte die
Synode, daß ſie Alles, was in ihren Kräften
ſtehe, thun wolle, um dieſe von Herrn Ludwig
projectirte Herausgabe des Concordienbuches
zu befördern, —und daß ſie hiermit alle Gemein—
den ihres Bezirks auf jenen Abdruck des klei—
nen Katechismus aufmerkſam gemacht haben
wolle.
c. Beſchloſſen: Da wir in Erfahrung ge—
bracht haben, daß manche Gemeinden beſorgen,
durch ihren Anſchluß an die Synode beſtimmte
jährliche Geldbeiträge zahlen zu müſſen,
ſo erklären wir hierdurch, daß wir 1. nur ſo⸗
*) Derſelbe iſt auch in St. Louis durch F. W. Barthel,
das Dutzend für Einen Dollar zu beziehen.
137⁷7
weit gehen wollen in der Erreichung kirchlicher
Zwecke, die Geldmittel verlangen, als dieſel⸗
ben uns zu Gebote ſtehen; und 2. daß wir
dieſe Geldmittel nur durch freiwillige Collecten
aufbringen.
d. Alle Prediger der Synode haben Schulen
in ihren Gemeinden einzurichten und nöthigen
Falls ſelbſt zu halten.
e. Es ſoll auf die Herausgabe eines Spruch—
Buchs und deutſchen Leſe-Buchs Bedacht ge—
nommen werden.
f. Der ganze Sprengel der Synode iſt in
folgende ſechs Prediger-Conferenzdiſtricte ein—
getheilt worden:
1. Diſtrict: St. Louis, Mo.;
2. do. Chicago, Ill.;
3. do. Fort Wayne, Ind.;
4. do. : Monroe, Mich.;
5. do. Fairfield, O.; —
6. do. : New⸗York, N. Y.
g. Mit Rückſicht auf die an die Synode er—
gangene Einladung von Seiten der Gemeinde
von St. Louis und in Erwägung anderer trif—
tiger Gründe wurde St. Louis als der
Ort, und Mittwoch nach Trinitatis
1848 als die Zeit der nächſten Synodalſitzung
beſtimmt; und es wurde beſchloſſen, daß Herr
Pfarrer Löhe zu dieſer nächſtjährigen Synodal—
verſammlung eingeladen werde.
Zu den Beſchlüſſen der Synode gehört nun
auch das die Herausgabe des „Lutheraners“
Betreffende, was bereits in den letzten Num—
mern deſſelben erwähnt worden iſt; auch gehö—
ren dazu die drei ausgefertigten Inſtructionen:
1. für den Präſes der Synode, ſeine Beſuchs⸗
reiſen betreffend, — 13 Paragraphen enthal—
tend—; 2. für den von der Synode empfoh—
lenen Beſucher, ebenfalls von 13 Paragraphen;
3. für den Präſes, Seeretär, und Caſſirer der
Miſſions⸗Commiſſion; welche, für die Synode
wichtigen Documente hier mitzutheilen, zu
vielen Platz wegnehmen würde.
Außerdem enthält der Synodalbericht meh—
rere Beſcheide über gemachte Eingaben, wor—
unter ein Gutachten, angefertigt in Be⸗
treff mehrerer gegen Herrn Paſtor Krauſe von
vormaligen Gliedern ſeiner Gemeinde erhobe—
nen Anklagen; ferner eine Antwort auf
gewiſſe von Herrn Paſtor Geyer gegen den
Synodalverband, der Synode vorgelegte Be—
denken; auch eine Auseinanderſetzung
gewiſſer, zwiſchen Herrn P. Bürger und meh—
reren Lutheranern in Buffalo obſchwebenden
und der Synode zur Beurtheilung mitgetheil⸗
ten Streitigkeiten.
Endlich zeigen wir die für den nächſten drei⸗
jährigen Synodaltermin erwählten Beamten
und ſtehenden Committeen an:
a. Beamte der Synode: C. F. W. Walther,
Präſes; Dr. W. Sihler, Vicepräſes; F. W.
Husmann, Secretär; F. W. Barthel, Caſſirer.
b. Glieder der Prüfungs⸗Commiſſton außer
dem Präſes G. H. Löber und Dr. W. Sihler.
Ferner wurden erwählt:
c. zur Correspondenz mit dem Auslande:
G. H. Löber.
d. zum Chroniciſten: Ottomar Fürbringer.
e. zur Miſſions-Commiſſion: C. J. H. Fick,
Vorſitzer; A. Crämer, Secretär; F. W. Bar⸗
thel, Caſſirer.
f. zur Committee für Herausgabe des „Lu⸗
theraner“: J. F. Bünger und F. W. Barthel.
Der HErr, unſer Gott, ſei uns freundlich
und fördere das Werk unſerer Hände, ja, das
Werk unſerer Hände wolle Er fördern. Amen.
B.
Neue Probe methodiſtiſcher Fälſcherei,
nebſt einer gelegentlichen Hinweiſung
auf die Fälſchereien des Herrn
d'Aubigne.
Die Verfälſchung geſchichtlicher oder ſonſti—
ger Documente iſt ein Verbrechen, das ſelbſt
bei der Welt für höchſt ſchimpflich und ſchänd⸗
lich gilt und wodurch der Schuldige, wenn er
öffentlich entlarvt iſt, auch in dieſen unſeren
verderbten Zeiten immer noch den Credit für
immer verliert. Wir ſcheinen daher den rechten
Fleck getroffen zu haben, da wir in der 22. und
23. Nummer unſeres Blattes eine Geſchichts—
verfälſchung öffentlich rügten, deren ſich der
methodiſtiſche „Apologet“ ſchuldig gemacht
hatte. Auch Hr. Naſt muß nehmlich wohl ein—
geſehen haben, welche Blöße er ſich durch Auf—
nahme jener Verfälſchungen gegeben habe und
in welche Gefahr ſeine Gemeinſchaft dadurch
gerathen ſei, auch den letzten Reſt des Ver⸗
trauens bei den Deutſchen zu verlieren; denn
während er längere Zeit gegen uns ein beharr⸗
liches Schweigen beobachtet oder doch nur
meuchleriſche Hiebe nach uns gethan hatte, hat
er ſich nun gedrungen gefühlt, einen langen
Artikel in ſeinem „Apologeten“ zu publieiren,
in welchem er ſeinen methodiſtiſchen Mitarbei—
ter (oder ſich ſelbſt?) von der ihm im Luthera⸗
ner nachgewieſenen ſchweren Sünde einer Ge⸗
ſchichtsverfälſchung zutreinigen verſucht.
Wie ergeht es aber hierbei Hrn. Naſt? Nicht
nur verräth er ſein böſes Gewiſſen *) nur zu
ſehr dadurch, daß er, ganz aus der Rolle eines
methodiſtiſchen Heiligen fallend, die gemeinſten
Schimpfreden wider uns ausſtößt, ſondern er
läßt ſich ſogar in der großen Aufregung, in die
er verſetzt worden ſein mag, dazu verleiten,
dabei die Sünde noch einmal zu begehen, von
welcher er ſich und die Seinigen eben reinigen
wollte.
Im „Apologeten“ hatte nehmlich jemand,
um die falſche Lehre der Luthe⸗
raner vom heil. Abendmahle zu
beweiſen, behauptet, die erſte Kirche habe
die leibliche Gegenwart Chriſti im heil. Abend⸗
mahl nicht gelehrt, daher Luther ſelbſt in Mar—
burg keinen Kirchenvater, der in dieſer Lehre
mit ihm übereinſtimme, habe nennen können.
Gegen dieſe offenbaren Geſchichtsverfälſchun—
gen erhoben wir unſere Stimme und belegten,
was die erſte Verfälſchung betrifft, das Gegen—
*) Wir erwähnen hierbei, daß Hr. Naſt uns gerade dieſe
Nummer ſeines Apologeten, worin er uns nicht nur angreift,
ſondern uns auch zur Vertheidigung herausfordert, nicht zuge⸗
ſchickt habe. Ob auch daran ſein böſes Gewiſſen Antheil
habe, wollen wir nach der Liebe, die Alles zum Beſten kehrt,
nicht glauben.
English translation AI translation
...telsau, Franconia, to Professor Dr. Delitzsch and Deacon Karsten in Rostock, Pastor Dr. Petri in Hanover, and Professor Dr. Harleß in Leipzig, to inform them of the distress of our church here regarding a learned theological institution for the training of Lutheran preachers, and to request that they make use of their influence, among those in the old fatherland who take an interest in the welfare of the Lutheran church here, to obtain support for the founding of such an institution. This letter is to point out that the Synod wishes to devote this support to the further assistance of the theological Collegium at Altenburg, Mo., should it be handed over to the Synod's direction and oversight by the congregations concerned.
3. Concerning Home and Foreign Missions.
a. Resolved: To send out Mr. C. Fricke, candidate for the holy preaching office, as a visitor to the pastorless Lutheran settlements in the West, with a set of instructions.
b. Resolved: An elected commission for the mission to the heathen shall, in the name of the Synod, enter into correspondence with the Central Mission Society in Nuremberg, and shall also request an official report from Pastor Löhe as to whether the mission society in question in Germany has resolved to place the Lutheran mission to the heathen in Michigan under the oversight of this Synod.
4. Concerning the Preachers and Congregations of the Synod.
a. Resolved: In the coming year, in the Synod's judgment, the following subjects are chiefly to be treated in word and writing: the Church; the means of grace; the relation of prayer to the same; justifying faith; Law and Gospel; Christian liberty; and in particular the struggle in doctrine and defense is to be waged against Methodism under all its various names, especially also against the so-called "Evangelical Association," which under this name seeks to steal into the congregations, as well as against all mingling of churches (unionism).
b. Upon the communication that Mr. Ludwig in New York intends to publish the Book of Concord, and that he has arranged for an unaltered reprint of Luther's Small Catechism,*) the Synod declared that it wishes to do everything in its power to further this publication of the Book of Concord projected by Mr. Ludwig, and that it hereby wishes to call the attention of all congregations of its district to that reprint of the Small Catechism.
*) The same may also be obtained in St. Louis through F. W. Barthel, the dozen for one dollar.
c. Resolved: Since we have learned that some congregations fear that by joining the Synod they would have to pay fixed annual monetary contributions, we hereby declare that 1. we intend to go only so far in the pursuit of churchly purposes requiring monetary means as such means are actually at our disposal; and 2. that we raise these monetary means only through voluntary collections.
d. All preachers of the Synod are to establish schools in their congregations and, if necessary, to conduct them themselves.
e. Consideration shall be given to the publication of a book of Scripture verses and a German reader.
f. The entire district of the Synod has been divided into the following six preachers' conference districts:
1st District: St. Louis, Mo.;
2nd do. Chicago, Ill.;
3rd do. Fort Wayne, Ind.;
4th do. Monroe, Mich.;
5th do. Fairfield, O.; —
6th do. New York, N. Y.
g. In consideration of the invitation extended to the Synod by the congregation of St. Louis, and in view of other weighty reasons, St. Louis was determined as the place, and the Wednesday after Trinity 1848 as the time, of the next Synodical session; and it was resolved that Pastor Löhe be invited to this next year's Synodical assembly.
Among the resolutions of the Synod also belongs the matter concerning the publication of the "Lutheraner," which has already been mentioned in recent numbers of the same; also belonging to these are the three instructions drawn up: 1. for the president of the Synod, concerning his visitation journeys — containing 13 paragraphs; 2. for the visitor recommended by the Synod, likewise of 13 paragraphs; 3. for the president, secretary, and treasurer of the Mission Commission — documents which, important as they are for the Synod, would take up too much space to communicate here in full.
In addition, the Synodical report contains several rulings on petitions submitted, among them an opinion drawn up concerning several accusations raised against Pastor Krause by former members of his congregation; further, an answer to certain scruples against the Synodical association presented to the Synod by Pastor Geyer; also a resolution of certain disputes pending between Pastor Bürger and several Lutherans in Buffalo, which were submitted to the Synod for judgment.
Finally, we announce the officers and standing committees elected for the next three-year Synodical term:
a. Officers of the Synod: C. F. W. Walther, President; Dr. W. Sihler, Vice-President; F. W. Husmann, Secretary; F. W. Barthel, Treasurer.
b. Members of the Examination Commission, besides the President: G. H. Löber and Dr. W. Sihler. Further, the following were elected:
c. for correspondence with foreign countries: G. H. Löber.
d. as chronicler: Ottomar Fürbringer.
e. for the Mission Commission: C. J. H. Fick, chairman; A. Crämer, secretary; F. W. Barthel, treasurer.
f. for the committee for the publication of the "Lutheraner": J. F. Bünger and F. W. Barthel.
May the LORD our God be gracious to us, and prosper the work of our hands; yes, the work of our hands, may He prosper it. Amen.
B.
A New Instance of Methodist Falsification, together with an incidental notice of the falsifications of Mr. d'Aubigné.
The falsification of historical or other documents is a crime that even the world regards as utterly shameful and disgraceful, and by which the guilty party, once publicly exposed, still loses his credit forever, even in these corrupt times of ours. We seem, then, to have struck the right spot, since in the 22nd and 23rd numbers of our paper we publicly censured a falsification of history of which the Methodist "Apologist" had made itself guilty. For Mr. Nast, too, must surely have realized what a weakness he exposed himself to by taking up those falsifications, and into what danger his fellowship thereby fell of losing even the last remnant of trust among the Germans; for although he had for some time maintained a stubborn silence toward us, or at most delivered only underhanded blows at us, he has now felt compelled to publish a long article in his "Apologist," in which he attempts to clear his Methodist colleague (or himself?) of the grave sin of historical falsification demonstrated against him in the Lutheraner.
But how does Mr. Nast fare in this? Not only does he betray his guilty conscience *) all too plainly by falling entirely out of the role of a Methodist saint and hurling the crudest abuse at us, but in the great agitation into which he may have been thrown, he even allows himself to be led into committing, once again, the very sin from which he wished to clear himself and his own people.
*) We mention here that Mr. Nast did not send us this very number of his Apologist, in which he not only attacks us but also challenges us to a defense. Whether his guilty conscience also had a part in this, we, following the love that turns everything to the best, will not believe.
In the "Apologist," namely, someone, in order to prove the false doctrine of the Lutherans concerning the holy Lord's Supper, had asserted that the early church did not teach the bodily presence of Christ in the holy Lord's Supper, and that Luther himself, therefore, was unable at Marburg to name a single church father who agreed with him on this doctrine. Against these plain falsifications of history we raised our voice and, as regards the first falsification, demonstrated the opposite with passages from the earliest post-apostolic church writers.