Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 1 › Seite 7
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-09-01, Seite 7
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Nahrung reichen, ſo hat Got in ſeinem Worte
verheißen, daß er gleichſam die Rechnung ſeiner
Diener zahlen wolle. Ein Becher kaltes Waſ—
ſer, einem Jünger Chriſti um des Heilands wil—
len gereicht, ſoll nicht unbelohnt bleiben. Ja,
vielfältig iſt der Lohn ſchon vorausgegangen.
Der HErr gibt ſeinen Gläubigen auch für die
Diener ſeiner Kirche, wenn er ſie ſegnet auf dem
Acker und am Vieh; in der Handthierung und
vor allem mit Geſundheit und Kräften.
3. Obgleich dem Herodes ſein bläͤtiger An—
ſchlag nicht gewehrt ward, ſo füllte er doch da—
durch das Maß ſeiner Bosheit. Er unterſchrieb
nicht lange Blutbefehle mehr, ſo viele auch noch
in ſeinen letzten Lebenstagen von ihm ausgin—
gen. Der Tod ereilte ihn bald darnach, ja, wie
man mit großer Wahrſcheinlichkeit berechnet hat,
ſo ſchnell nach Jeſu Flucht, daß dieſer nur we—
nige Wochen von der Heimath abweſend war. —
So ſind denn auch die ärgſten Widerſacher
Chriſti nicht im Stande, nach ihren Gelüſten die
Sache des HErrn zu dämpfen, weil ſie einen
Höheren über ſich haben, deſſen Strafgerichte ſie
oft mitten in ihren Anſchlägen wider ſetin Reich
treffen. Die Geſchichte unſerer beiligen Kirche
liefert mehr als Ein Beiſpiel davon, daß des
HErrn ſtarke Hand die blutgierigſten Feinde der
Gläubigen ſo geſchlagen bat, daß ſie entweder
ſelbſt von der Verfolgung derſelben abſtanden
oder wider ihren Willen davon abſtehen mußten.
Jenen Nachkommen unſers Herodes, wovon die
Apoſtelgeſchichte erzählt, ſchlug der Engel Got—
tes, daß er ſtarb, nachdem er den Apoſtel Jako—
bus hatte enthaupten laſſen (Apg. 12, 23.).
Ein römiſcher Kaiſer, welcher das Heidenthum
wieder einführen wollte, nachdem das Chriſten⸗
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uns auf ſolche Weiſe in dieſer Welt bleiben,
ſo lange Er wolle, uns aber nicht vergeſſen,
daß Er, ſo lange Er uns hier läßt, uns auch
zur Rettung derer, die er uns zuführt, gebrau⸗
chen will, wie ein Fiſcher ſein Netz. Amen.
Wie der Heide Caliphas, König der Tar—
taren, zum Glauben kam.
Einſt war bei den Tartaren,
Ein König Caliphas,
Der ſchwur den gläub'gen Schaaren
Der Chriſten Tod und Haß.
Er ſprach zu ſeinen Räthen:
„Ihr Herreu, ſaget an,
Wie ich die Chriſten tödten,
Und ſie vertilgen kaun.“
„Da iſt wohl Rath zu finden,“
Sprach einer da ſ ofort,
„Du mußt ſie uberwiuden,
2. Mit Chriſti eig'nem Wort.
Denn darin ſteht geſchrieben:
„„Wer ſtark im Glauben wär',
Und ſpräch zum Berge drüben:
Auf, wirf dich in das Meer!
So ſolle es geſchehen.““
Nun König iſt mein Nath,
Du wolleſt ſelber ſehen,
Od's ſo ſei in der That.“
Der König hört's mit Freuden,
Er ſendet Boten aus,
Die Chriſten zu beſcheiden
In's köuigliche Haus.
Und auf ſein Wort erſcheinet
Der Chriſten ganze Schaar:
tbum ſchon über den Erdkreis verbreitet worden
war, fiel bald, nachdem er den Thron beſtiegen
hatte, in der Schlacht. Alle Verfolger Chriſti
baben höchſtens eine kurze Zeit ſein Häuflein
drängen können. Endlich ſind ſie, der eine wie
der andere, in's Grab geſunken und zur Hölle!
gefahren, und möchten gern mit denen tau⸗
ſchen, welchen ſie hier durch alles Wüthen nur!
in den Himmel helfen konnten. Vom hohen
Rath in Jeruſalem bis zum Türken und Papſt
iſt nichts von der Macht der Feinde geblieben
als Fluch und Verachtung auf Erden und der
Rauch ihrer Qual, der freilich ewiglich aufſtei—
gen wird, aber nicht mehr Chriſti Gliedern, ſon-46
dern ihnen, den Feinden ſelbſt, zur Pein. 4*
Was iſt da alſo zu fürchten, als könnte Chri—
ſtus in der Welt nicht bleiben? Warum beſor—
gen wir, mit Ihm nicht durch die Welt zu kom⸗
men? Zeigt es ſich doch ſo deutlich, daß, ob
ſeine Heerde gleich in dieſer Welt leben und her⸗
bergen muß, als wäre ſie das elendeſte Volk auf
Erden, ſie doch von der mächtigen Hand deſſen
erhalten wird, der, ob er wohl in dieſer Welt
iſt, doch zugleich über der Welt thronet. Da—
rum nur getroſt, ihr Lieben! Gottes Kirche
bleibet dennoch. Sie hangt nur in dieſe Welt
hinein, wie ein Netz in den See vom Fiſcher
hinabgelaſſen wird; ſie ruht in der Hand deſſen,
der ihrer auf dem Felſengrunde des ewigen Le⸗
Der König fragt ſie: „Meinet
Ihr, Chriſti Wort ſei wahr?“
Und „Ja“ ertönt's einſtimmig
Aus aller Chriſten Mund.
Da wird der König grimmig,
Und laut ſchreit er zur Stund:
„Ihr wißt, es ſteht geſchrieben,
Im Evangelium:
Daß wohl den Berg da druben
Der Glaube ſtürzte um.
Werd't ihr nun in zehn Tagen,
Dies mit dem Berg' nicht thun,
So laß ich euch erſchlagen;
Geht hin, ihr wißt es uun.“
Drauf ſprechen der Gemeinde
Die Diener Gottes zu:
„Nicht fürchte deine Feinde,
Du, kleines Häuflein, du.“
Sie fallen Gott zu Fuße,
In ihrer großen Noth,
Und flehn in wahrer Buße:
Errette uns, o Gott.
Da offenbart Gott gnaͤdig,
Daß zu dem Berge wohl
Ein Schuſter, der einäugig,
Die Worte ſprechen ſoll.
Zwar weigert ſich der Ehre,
Der arme fromme Mann,
Weil er ein Sünder wäre;
bens harret, ſie zu ſich emporzuziehen. Er laſſe
Doch endlich nimmt er's an.
N. B. Dieſe Geſchichte berichtet Vincentins in ſeinen
speculo historiali.
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deutſche evangeliſch- lutheriſche Miniſterium“
von Heuſolsanien und den benachbarten Staa
ten zu Lancaſter, Pa., ſeine 105te jährliche Ver—
ſammlung.
gen dieſer Verſammlung liegt vor uns. Wit
erſahren daraus Einiges, was wir unſern Le—
ſern mitzutheilen uns ſchuldig erachten.
ſident dieſer Synode, Ur. J. W. Richards von
Als nun die Zeit vergangen,
Vom König feſtgeſtellt,
Da ſtrömet voll Verlangen
Das ganze Volk ins Feld.
Die Heiden alle treten
Hin auf die eine Seit',
Die Gläubigen zu tödten,
Mit bloßem Schwerdt bereit.
Und drüben ſieht die kleine, “
Bedrängte Chriſtenſchaar,
Und harrt, bis ihr erſcheine
Die Hülfe wunderbar.
Da fällt auf ſeine Kniee
Der arme Schnſter hin,
Und ſpricht: „Gott Jeſu, ſiehe
Der Heiden grimmen Sinn.
Schon ſtehen ſie gernſtet,
Zu deiner Chriſten Mord,
Und höhnen, wie ſie lüſtet,
Dein ew'ges, heil'ges Wort.
Doch du haſt ja verheißen,
Daß, die auf Dich vertraun,
Die wollſt du mächtig reißen,
Aus allem Todesgraun.
Allmächtiger, ſo neige,
Dein Ohr zu unſerm Schrei'n,
Thu Wunder, Herr, und zeige,
Daß du biſt Gott allein.
Ach, laß uns nicht erſchlagen
Zu deines Namens Spott,
Daß nicht die Heiden ſagen:
Wo iſt denn nun ihr Gott?
Errette deine Lieben,
Erweiſe deinen Ruhm,
Und ſturz den Berg da drüben
Durch deine Allmacht um.“
Dann ſteht er auf und kündet:
„In Jeſu, der das All
Und dich, o Berg, gegründet,
Gebiete ich dir: Fall:“
Und ſieh! der Berg erzittert,
Von lautem Donnerſchlag,
Und ſtürzet um, zerſplittert,
Mit dröhnendem Gekrach.
Da preiſen voller Freuden,
Die Chriſten Gottes Hand,
Erſchüttert ſehn die Heiden,
Die große Wunderthat.
Der König, ſammt den Seinen,
Glaubt, Chriſti Wort ſei wahr,
Und durch die Taufe einen
Sie ſich der Chriſtenſchaar.
Herrmann Fick.
Sie geſchah im Jahre 1225.
Kirchliche Nachrichten. ö
Am 6. bis 10. Juni dieſes Jahres hielt das
Der Bericht von den Verhandlun⸗
Schon in ſeinem Jahresbericht legte der Prä—
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