# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 09 01_S7 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Nahrung reichen, ſo hat Got in ſeinem Worte verheißen, daß er gleichſam die Rechnung ſeiner Diener zahlen wolle. Ein Becher kaltes Waſ— ſer, einem Jünger Chriſti um des Heilands wil— len gereicht, ſoll nicht unbelohnt bleiben. Ja, vielfältig iſt der Lohn ſchon vorausgegangen. Der HErr gibt ſeinen Gläubigen auch für die Diener ſeiner Kirche, wenn er ſie ſegnet auf dem Acker und am Vieh; in der Handthierung und vor allem mit Geſundheit und Kräften. 3. Obgleich dem Herodes ſein bläͤtiger An— ſchlag nicht gewehrt ward, ſo füllte er doch da— durch das Maß ſeiner Bosheit. Er unterſchrieb nicht lange Blutbefehle mehr, ſo viele auch noch in ſeinen letzten Lebenstagen von ihm ausgin— gen. Der Tod ereilte ihn bald darnach, ja, wie man mit großer Wahrſcheinlichkeit berechnet hat, ſo ſchnell nach Jeſu Flucht, daß dieſer nur we— nige Wochen von der Heimath abweſend war. — So ſind denn auch die ärgſten Widerſacher Chriſti nicht im Stande, nach ihren Gelüſten die Sache des HErrn zu dämpfen, weil ſie einen Höheren über ſich haben, deſſen Strafgerichte ſie oft mitten in ihren Anſchlägen wider ſetin Reich treffen. Die Geſchichte unſerer beiligen Kirche liefert mehr als Ein Beiſpiel davon, daß des HErrn ſtarke Hand die blutgierigſten Feinde der Gläubigen ſo geſchlagen bat, daß ſie entweder ſelbſt von der Verfolgung derſelben abſtanden oder wider ihren Willen davon abſtehen mußten. Jenen Nachkommen unſers Herodes, wovon die Apoſtelgeſchichte erzählt, ſchlug der Engel Got— tes, daß er ſtarb, nachdem er den Apoſtel Jako— bus hatte enthaupten laſſen (Apg. 12, 23.). Ein römiſcher Kaiſer, welcher das Heidenthum wieder einführen wollte, nachdem das Chriſten⸗ —6 — uns auf ſolche Weiſe in dieſer Welt bleiben, ſo lange Er wolle, uns aber nicht vergeſſen, daß Er, ſo lange Er uns hier läßt, uns auch zur Rettung derer, die er uns zuführt, gebrau⸗ chen will, wie ein Fiſcher ſein Netz. Amen. Wie der Heide Caliphas, König der Tar— taren, zum Glauben kam. Einſt war bei den Tartaren, Ein König Caliphas, Der ſchwur den gläub'gen Schaaren Der Chriſten Tod und Haß. Er ſprach zu ſeinen Räthen: „Ihr Herreu, ſaget an, Wie ich die Chriſten tödten, Und ſie vertilgen kaun.“ „Da iſt wohl Rath zu finden,“ Sprach einer da ſ ofort, „Du mußt ſie uberwiuden, 2. Mit Chriſti eig'nem Wort. Denn darin ſteht geſchrieben: „„Wer ſtark im Glauben wär', Und ſpräch zum Berge drüben: Auf, wirf dich in das Meer! So ſolle es geſchehen.““ Nun König iſt mein Nath, Du wolleſt ſelber ſehen, Od's ſo ſei in der That.“ Der König hört's mit Freuden, Er ſendet Boten aus, Die Chriſten zu beſcheiden In's köuigliche Haus. Und auf ſein Wort erſcheinet Der Chriſten ganze Schaar: tbum ſchon über den Erdkreis verbreitet worden war, fiel bald, nachdem er den Thron beſtiegen hatte, in der Schlacht. Alle Verfolger Chriſti baben höchſtens eine kurze Zeit ſein Häuflein drängen können. Endlich ſind ſie, der eine wie der andere, in's Grab geſunken und zur Hölle! gefahren, und möchten gern mit denen tau⸗ ſchen, welchen ſie hier durch alles Wüthen nur! in den Himmel helfen konnten. Vom hohen Rath in Jeruſalem bis zum Türken und Papſt iſt nichts von der Macht der Feinde geblieben als Fluch und Verachtung auf Erden und der Rauch ihrer Qual, der freilich ewiglich aufſtei— gen wird, aber nicht mehr Chriſti Gliedern, ſon-46 dern ihnen, den Feinden ſelbſt, zur Pein. 4* Was iſt da alſo zu fürchten, als könnte Chri— ſtus in der Welt nicht bleiben? Warum beſor— gen wir, mit Ihm nicht durch die Welt zu kom⸗ men? Zeigt es ſich doch ſo deutlich, daß, ob ſeine Heerde gleich in dieſer Welt leben und her⸗ bergen muß, als wäre ſie das elendeſte Volk auf Erden, ſie doch von der mächtigen Hand deſſen erhalten wird, der, ob er wohl in dieſer Welt iſt, doch zugleich über der Welt thronet. Da— rum nur getroſt, ihr Lieben! Gottes Kirche bleibet dennoch. Sie hangt nur in dieſe Welt hinein, wie ein Netz in den See vom Fiſcher hinabgelaſſen wird; ſie ruht in der Hand deſſen, der ihrer auf dem Felſengrunde des ewigen Le⸗ Der König fragt ſie: „Meinet Ihr, Chriſti Wort ſei wahr?“ Und „Ja“ ertönt's einſtimmig Aus aller Chriſten Mund. Da wird der König grimmig, Und laut ſchreit er zur Stund: „Ihr wißt, es ſteht geſchrieben, Im Evangelium: Daß wohl den Berg da druben Der Glaube ſtürzte um. Werd't ihr nun in zehn Tagen, Dies mit dem Berg' nicht thun, So laß ich euch erſchlagen; Geht hin, ihr wißt es uun.“ Drauf ſprechen der Gemeinde Die Diener Gottes zu: „Nicht fürchte deine Feinde, Du, kleines Häuflein, du.“ Sie fallen Gott zu Fuße, In ihrer großen Noth, Und flehn in wahrer Buße: Errette uns, o Gott. Da offenbart Gott gnaͤdig, Daß zu dem Berge wohl Ein Schuſter, der einäugig, Die Worte ſprechen ſoll. Zwar weigert ſich der Ehre, Der arme fromme Mann, Weil er ein Sünder wäre; bens harret, ſie zu ſich emporzuziehen. Er laſſe Doch endlich nimmt er's an. N. B. Dieſe Geſchichte berichtet Vincentins in ſeinen speculo historiali. 4 deutſche evangeliſch- lutheriſche Miniſterium“ von Heuſolsanien und den benachbarten Staa ten zu Lancaſter, Pa., ſeine 105te jährliche Ver— ſammlung. gen dieſer Verſammlung liegt vor uns. Wit erſahren daraus Einiges, was wir unſern Le— ſern mitzutheilen uns ſchuldig erachten. ſident dieſer Synode, Ur. J. W. Richards von Als nun die Zeit vergangen, Vom König feſtgeſtellt, Da ſtrömet voll Verlangen Das ganze Volk ins Feld. Die Heiden alle treten Hin auf die eine Seit', Die Gläubigen zu tödten, Mit bloßem Schwerdt bereit. Und drüben ſieht die kleine, “ Bedrängte Chriſtenſchaar, Und harrt, bis ihr erſcheine Die Hülfe wunderbar. Da fällt auf ſeine Kniee Der arme Schnſter hin, Und ſpricht: „Gott Jeſu, ſiehe Der Heiden grimmen Sinn. Schon ſtehen ſie gernſtet, Zu deiner Chriſten Mord, Und höhnen, wie ſie lüſtet, Dein ew'ges, heil'ges Wort. Doch du haſt ja verheißen, Daß, die auf Dich vertraun, Die wollſt du mächtig reißen, Aus allem Todesgraun. Allmächtiger, ſo neige, Dein Ohr zu unſerm Schrei'n, Thu Wunder, Herr, und zeige, Daß du biſt Gott allein. Ach, laß uns nicht erſchlagen Zu deines Namens Spott, Daß nicht die Heiden ſagen: Wo iſt denn nun ihr Gott? Errette deine Lieben, Erweiſe deinen Ruhm, Und ſturz den Berg da drüben Durch deine Allmacht um.“ Dann ſteht er auf und kündet: „In Jeſu, der das All Und dich, o Berg, gegründet, Gebiete ich dir: Fall:“ Und ſieh! der Berg erzittert, Von lautem Donnerſchlag, Und ſtürzet um, zerſplittert, Mit dröhnendem Gekrach. Da preiſen voller Freuden, Die Chriſten Gottes Hand, Erſchüttert ſehn die Heiden, Die große Wunderthat. Der König, ſammt den Seinen, Glaubt, Chriſti Wort ſei wahr, Und durch die Taufe einen Sie ſich der Chriſtenſchaar. Herrmann Fick. Sie geſchah im Jahre 1225. Kirchliche Nachrichten. ö Am 6. bis 10. Juni dieſes Jahres hielt das Der Bericht von den Verhandlun⸗ Schon in ſeinem Jahresbericht legte der Prä—