Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 1 › Seite 8

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-09-01, Seite 8

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Neading, welcher auch für das nächſte Synodal⸗
jahr aufs neue zum Präſidenten gewählt worden
iſt, dem Miniſterium „die Frage zur Berath—
ſchlagung vor, ob es nicht für dasſelbe und die
Sache der ganzen Kirche beſſer wäre, wenn die⸗
ſer Körper in ſeine Verbindung mit der General⸗
ſynode wieder zurückträte.“ Dieſer Antrag wurde
denn auch in den Kreis der Berathungen gezo⸗
gen und umſtändlich beſprochen, und hierauf
tinſtimmigbeſchloſſen: „daß die fernere
Erwägung dieſer Frage bis zur nächſten Sonode
verſchoben werde.“ Ferner be ſchloſſen:
„daß die Synode die Ehrwürdigen Synoden von
Ohio und Tenneſſee in brüderlichem Sinne er⸗
ſuche, dieſe wichtige Sache zu beſprechen, wo
möglich mit ſelbiger Delegaten an die General⸗—
ſonode zu ernennen und, wenn ſie hiezu ſich be—⸗
ſtimmen, eine Committee zu ernennen, um in
Vereinigung mit ihr (der Penſolo. Synode) ein
gleiches Geſuch an die Ehrwürd. Spnode von
Miſſouri und anderen Staaten zu richten.“
Ferner beſchloſſen: „daß die Committee
eine ähnliche Mittheilung an andere, noch nicht
mit der Generalſonode verbundene Synoden ma—
chen ſoll.“ Beſchloſſen endlich, ſagen die
Beſchließer: „daß wir zu dieſen Beſchlüſſen ge—
fübrt worden ſind durch die Ueberzeugung, daß
wir Alle in den weſentlichen Grundlehren unſrer
tbeuren Mutterkirche übereinſtimmen, und daß
wir daher auch für eine äußere Vereinigung be—
reit ſind, aus welcher wir einen reichen Segen
erwarten können.“
Wer der lutheriſchen Kirche von Herzen ange—
hört, wird ſich über dieſe Beſchlüſſe herzlich be—
trüben. Bekanntlich trägt zwar die Generalſo—
node noch den Namen: lutheriſch; ſelbige iſt
aber bekanntlich längſt von der lutheriſchen Kir—
che abgefallen. Sie hat die Verpflichtung auf
die öffentlichen Bekenntnißſchriften oder ſomboli—
ſchen Bücher der lutheriſchen Kirche fahren gelaſ—
ſen und verlangt von ihren Gliedern allein das
Bekenntniß des Glaubens: „daß die Funda—
mental⸗Wahrheiten der Bib el auf eine we⸗
ſentlich richtige Weiſe in den Lehrartikeln der
Augsburgiſchen Confeſſion vorgetragen werden.“
Unter dieſe Fundamental-Artikel rechnet aber
die Generalſonvde z. B. nicht einmal die beiden
letzten Hauptſtücke des lutheriſchen Catechis⸗
mus, nehmlich die Lehre von der heiligen Taufe
und vom heiligen Abendmahle; gerade in dieſen
wichtigen Unterſcheidungslehren, durch welche
die lutheriſche Kirche von der reformirten Kirche
und anderen proteſtantiſchen Sekten, wie der
methodiſtiſchen, getrennt iſt, läßt die Generalſy⸗
node jeden glauben, wie er Luſt hat. Sie iſt
daber eigentlich nicht eine lutheriſche, ſondern
eine durch und durch unirte, religionsmenge—
riſche Gemeinſchaft. Im Jahre 1845 hat ſie
es auch ſelbſt in einem nach Deutſchland ge—
ſendeten officiellen (amtlichgültigen) Schreiben
unverholen ausgeſprochen: „Wir ſtehen hier,
wie überhaupt in den mehrſten unſerer kirchli⸗
chen Grundſätze, auf gemeinſchaftlichem
Grunde mit der Unirten Kirche
Deutſchlands. Die Unterſcheidungsan⸗
ſichten zwiſchen der altlutheriſchen und Re—

—7.—

formirten Kirche achten wir als nicht
weſentlich.“ ö

Iſt es nun nicht traurig, wenn die Pennſyl⸗
vaniſche Synode, welche doch eine lutheriſche
ſein will, um mehr äußerliche Macht und Ein⸗
fluß zu gewinnen, darauf ausgeht, ſich mit einer

Generalſonode verſchmelzen zu laſſen, durch wel⸗

che ſie in eine religionsmengeriſche Union ein—
geht und ſomit der lutheriſchen Kirche den Rücken
kehrt? inſonderheit jetzt, wo ſich allenthalben
durch Gottes Gnade vielmehr der Sinn regt,
zu der verlaßnen Wahrheit und Kirche unſerer
Väter zurückzukehren? Diejenigev, welche dazu
verleiten, werden Gott dafür einſt eine ſchwere
Rechenſchaft zu geben haben und alle die Unter⸗
drückung der göttlichen Wahrheit verantworten
müſſen, die ein ſolcher Schritt nothwendig zur
Folge haben wird, wenn er, was Gott verhüten
möge, gethan werden ſollte. Ausſicht hierzu iſt
leider nur zu viel da; denn die Pennſplvaniſche
Synode hat ſich auch in dieſe? Verſammlung
wieder als eine Gemeinſchaft geoffenbart, welche
ſchon ſelbſt unioniſtiſchen Grundſätzrn huldigt.
Sie hat wieder Prediger von aller hand fremd⸗
gläubigen Partheien als berathende Glieder
aufgenommen und beſchloſſen, mit der hoch⸗
deutſch-reformirten Kirche zuſammen ein deut⸗

ſches Sonntagsſchul— Geſangbuch herauszuge⸗
Herrn Paſtor Streckfuß, dem vom Präſidio er⸗

ben, und, wie wir oben bereits geſehen haben,
erklärt, daß auch ſie die in den ſymboliſchen
Büchern unſerer Kirche bekannten und ſeit 300
Jahren von allen Dienern unſerer Kirche be—
ſchworenen Lehren in weſentliche und unweſent—

liche eintheilt und in dem, was ſie gerade nicht

für weſentlich hält, keine Glaubenseinigkeit for⸗
dert. Was kann man da anders erwarten,
als daß ſich dieſe Sonode mit der unirten Ge⸗
neralſonode unbedenklich vereinigen und die et⸗
wa noch in ihr befindlichen aufrichtig lutheri⸗
ſchen Prediger ſo von ſich treiben werde? Von
der Synode von Ohio und Tenneſſee verſehen

wir uns jedoch eines Beſſeren; ſo daß wir nicht

fürchten, daß je an die Miſſouriſynode der An-
trag, ſich auch mit der Generalſynode zu verei—
nigen, gelangen werde. Geſchähe es aber, ſo
würde unſere Sonode, ſo geneigt ſie zu jeder
Vereinigung auf Grund der ganzen Wahrheit
iſt nach 1. Cor. 1. 10. und Epheſ. 4, 3-6.,

Generalſonode verſtehen zu können auf das ent⸗

ſchiedenſte erklären, als bis dieſer Körper ſeinen

bisherigen Abfall von der lutheriſchen Kirche,

gereinigt haben und zu derſelben in der
und Wahrheit zurückgekehrt ſe in werde.

bloß äußere Einheit ohne innere Glaubensei⸗
nigkeit ſtärker zu werden.

ſchieden mißbilligt, wenn Prediger ſich von ih⸗

Gottesdienſte in einem Privat-Hauſe gehalten.
ſich doch nicht eher zu einer Vereinigang mit der

ö Kirchlein. Nachdem wir in Gottes Namen an
ihrer Lehre und Praris, bekannt und ſich davondas Werk gegangen, iſt mit Gottes Hülfe bereits
That
Unſere
Synode wird nimmer, ob Gott will, Fleiſch für lich iſt fertig nach außen hin, im
ihren Arm haltend, auch nur ein Jota der theuren ſelben iſt noch nichts geſchehen, es iſt weder ge—
Beilage unſerer Kirche aufgeben, um durch eine wölbt noch bepläſtert, Kanzel, Altar und Stühle

Damit ſie nicht ver⸗ſehr klein iſt, beſtehend gegenwärtig aus neun
liere, was ſie erarbeitet hat, ſondern vollen Lohn Familien und einigen ledigen
empfahe (2. Joh. 8.), wird ſie lieber die ganze alle von geringen

chen. — Uebrigens finden wir in dem ange⸗
zeigten Berichte auch einige Beſchlüſſe, die den
lutheriſchen Leſern Freude machen werden. So
hat die Synode beſchloſſen: „Daß ſie keine Ge⸗
meinde anerkennt, welche annimmt, daß zur
Bedingung des Rechts als Gemeindeglied nur
Geldbeiträge erforderlich ſeien.“ Ferner be—
ſchloſſen: „Daß dem Prediger ſeine ihm gebüh⸗
rende Stelle im Kirchenrath eingeräumt werde.“
Ferner beſchloſſen: „Daß die Synode es ent⸗

ren Gemeinden von Jahr zu Jahr erwählen
laſſen.“ (Wir wiſſen freilich nicht, ob die Sy⸗
node es dabei etwa wie die Unirten im Weſten
macht, die ſich auch nicht jahrweiſe dingen laſ⸗
ſen, aber auf gegenſeitige vierteljährige Aufkün⸗
digung, wobei die letzteren keine Miethlinge zu
ſein wähnen, ſondern Diener Gottes!) — In
unſerem kirchlich verwüſteten Amerika hat man
Urſache, ſich auch über dergleichen Beſchlüſſe zu
frenen.

Nachdem Herr Paſtor Paulus Heid von der
lutheriſchen Gemeinde in und bei Greenville,
Dark Co., O., zu ihrem Prediger und Seelſor—
ger berufen worden, und mit Einwilligung ſei
ner früheren Gemeinde in Auglaize Co., O.,
dieſen Ruf angenommen hatte, iſt derſelbe von

haltenen Auftrage gemäß, am 8. Sonntag nach
Trinit. vor einer großen Verſammlung feierlich
in ſein Amt eingeführt worden.

Gott laſſe ihn unter den ihm anvertrauten
Seelen, die ſchon ſeit Jahren, mitten unter Set—
ten lebend, ſich nach der Lehre ihrer Kirche und
der lautern Milch des göttlichen Wortes ſehn—
ten, viele Frucht ſchaffen zum ewigen Leben.
Amen.

Die Addreſſe des lieben Bruders iſt:

Ieev. P. Meid,
Fyvreenville,
Darl Co., O.

Eine Bitte.

Ohngefähr zwei Jahre lang haben wir, die
ev. luth. Gemeinde ungeänderter Augsb. Conf.
in und um Miſchawaka, unſere öffentlichen

In der Hoffnung, daß die Gemeinde zunehmen
werde, haben wir uns entſchloſſen, ein Gottes⸗
häuschen zu bauen, ein ſogenanntes Frame—

ſoviel an dem Gebäude geſcheben, daß wir uns in
demſelben verſammeln können. Das Haus näm⸗
Innern des—-

fehlen noch. Da aber unſere Gemeinde noch

Perſonen, überdies
Vermoͤgensumſtänden: ſo ſind

Welt und alle falſchen Brüder wider ſich im wir jetzt nicht im Stande, den Bau zur Vollen⸗
Kampfe ſehen, allein ſtehen und die Schmach, dung zu bringen. Wir ſeben uns daher genö⸗
ercluſio und ſtarrſinnig zu ſein, fröhlich tra—

thigt, uns an die lieben Glaubensbrüder zu
gen, als wider Gott und ſein Wort Friede ma⸗ wenden, mit der Bitte, daß auch ſie ihr Schärf—

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