Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 10 › Seite 76

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-01-06, Seite 76

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Bottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“

Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.

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2**

Nedigirt von C. F. W. Walther. 1137.

— —

(Offenb. Jrh. Cay. 14, v. 6. 7.)

Jahrg. S8. St. Louis, Mo., den 6. Januar 1852.

Bekingun gen- Der Lutberaner erſcheint ale zwei Wechen einmal für den jäbrlichen
Enbſcribtirnspreis von Einem Tollar für die autwärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗
ablen und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

Nur die Brie fe welche Mittbeilungen für das Blatt euthalten, ſind an den Redakteur, alle anreren
aber, welches Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder 1c. enthalten, unter der Adreſſe
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu fenden.

Lutheri Beweiſung, daß er und ſeine
Mitbekenner die rechte alte Kirche, die
Papiſten dagegen eine neue falſche Kirche
ſeien.
(us der Schrift: wider Hans Worſt. Walch XVII.
1656—1671.)

Von der Kirchen.

Auf daß wir aber die Zeit nicht gar zubrin⸗
gen mit des Heinzens Teufelsdreck, ſondern
auch etwas Nützliches und Beſſerliches dem Le⸗
ſer vorlegen, nicht um Heinzen's willen, oder
dit ihn aufſetzen; denn ſie ſind suo zudicio con-
lemnati, aures habent, et non audiunt, (nach
ſeinem Gericht verdammt, haben Ohren und hö⸗
nen nicht) wollen wir die Sache ſelbſt vor uns
nebmen, nemlich warum uns die Papiſten durch

Hibren Heinzen Ketzer ſchelten? Und iſt dieſe,
daß ſie vorgeben, wir ſind von der heiligen Kir⸗
chen gefallen, und haben eine andere neue Kir⸗
ck angericht. Hierauf iſt zu antworten: Weil
ſie ſich ſelbſt rühmen, ſie ſeien die Kirche, ſind ſie
ſchuldig, daſſelbe zu beweiſen. Wenn ſie das
mit einigem Grund (begehr nicht viel Gründe,)
keweiſen, ſo wollen wir uns gefangen geben,
kommen und ſagen: peccavimus, miserere no-
stri (wir haben geſündigt erbarme dich unſer).
Wo ſie es aber nicht können beweiſen, ſo
müſſen ſie bekennen, (ſie thun's gern oder un⸗
gern.) daß ſie nicht die Kirche ſind, und wir
nicht Ketzer ſein mögen, daß wir von der nich⸗
igen Kirchen fallen:: ja, weil da kein Mittel

— —

iſt, ſo müſſen wir die Kirche Chriſti, und ſie des
Teufels Kirche ſein, oder wiederum. Darum
liegts gar an den Punkt, daß man beweiſe, wel⸗
ches die rechte Kirche ſei.

So lange die Beweiſung nicht da iſt, ſo iſt's
vergeblich, daß ſich ein Theil die Kirche rühmet,
und das andere Theil Ketzer ſchilt; ein Theil
muß falſch und unrecht ſein. Denn es ſind
zweierlei Kirchen von der Welt an bis zu Ende,
die St. Auguſtinus Cain und Abel nennet.
Und der HErr Chriſtus gebeut uns, daß wir
nicht die falſche Kirche annehmen ſollen,
und unterſcheidet ſelbſt zwo Kirchen, eine rechte
und falſche, Matth. 7, 15: „Hütet euch für
ven falſchen Propheten, die zu euch kommen in
Schafskleidern ꝛc. Wo Propheten ſind, da ſind
Kirchen, darin ſie lehren. Sind die Propheten
falſch, ſo ſind die Kirchen auch falſch, die den
Propheten gläuben und folgen. Nun haben wir
bis daher noch nie können von den Papiſten er⸗
langen, daß ſie beweiſen wollten, warum ſie
doch die rechte Kirche ſein; ſondern ſtehen auf

dem Spruch Matth. 18, 17. man ſolle die Kir⸗

che hören, oder müſſe verloren ſein: ſo doch
Chriſtus daſelbſt nicht ſagt: Wer, wo, oder was
die Kirche ſei; ſondern, wo ſie iſt, da ſoll man
ſie hören. Das bekennen und ſagen wir auch;
aber wir fragen, wo und wer die Kirche Chriſti
ſei? non de nomine, nicht vom Namen, ſon⸗
dern vom Weſen fragen wir.

„Gleich als wenn ich einen Trunkenen, Halb⸗
ſchlafenden, oder einen Narren fragte: Lieber,

ſage mir, wer oder wo iſt die Kirche? und er
mir zu zehenmal nichts anders drauf antwortete,
denn alſo: Man ſoll die Kirche hören. Wie
ſoll ich doch die Kirche hören, ſo ich nicht weiß,
wer und wo ſie iſt? Ja, ſagen ſie, wir Papi⸗
ſten ſind blieben in der alten vorigen Kirchen,
ſint der Apoſtel Zeit her; darum ſind wir die
rechten aus der alten Kirchen kommen, und bis
daher blieben: ihr aber ſeid von uns gefallen,
und eine neue Kirche worden wider uns. Ant⸗
wort: Wie aber, wenn ich beweiſete, daß wir
bei der rechten alten Kirche blieben, ja daß wir
die rechte alte Kirche ſind; ihr aber von uns,
das iſt, von der alten Kirchen abtrünnig wor⸗
den, eine neue Kirchen angericht habt, wider die
alte Kirche. Das laß uns hören.

Erſtlich, wird das niemand leugnen können,
daß wir ſowol als die Papiſten herkommen aus
der heiligen Taufe, und Chriſten aus derſelben
genennet ſind. Nun iſt die Taufe nicht ein
neues, noch zu dieſer Zeit von uns erfunden;
ſondern es iſt eben dieſelbige alte Taufe, die
Chriſtus eingeſetzt, darinnen die Apoſtel und erſte
Kirche, und alle Chriſten hernach, bis daher ge—
tauft ſind. Haben wir nun dieſelbige Taufe,
die erſte alte (und wie im Symbolo ſtehet, ea-
tholicae, das iſt, der ganzen chriſtlichen) Kir⸗
chen, und ſind eben in derſ elben getauft: ſo ge⸗
hören wir gewißlich in dieſelbe alte und ganze
chriſtliche Kirche, die mit uns gleich, und wir
mit ihr gleich aus einerlei Taufe herkommen,
und iſt der Taufe halben kein Unterſcheid. Die

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