Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 2 › Seite 14
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-09-15, Seite 14
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— 1—
koch meiſt aus Landleuten beſtehen, nützlicher
und erſprießlicher ſei, als der „Lutheraner,“ um
nitund in der Kirche erkennen und bekennen, ſtrei⸗
tn und leiden, wehklagen u. frohlocken zu lernen,
das überlaſſen wir der eigenen Entſcheidung der
Sonode und jedem unpartheiiſchen Leſer beider
Vlätter.
Obwohl nun aber der „Lutheraner“ es ſon⸗
elich für ein kirchliches Blaik unwürdig erach⸗
u, nach Art der hieſigen Quackſalber und auf
gul kaufmänniſche und kundenſüchtige Weiſe,
ungeſandte Lobebriefe abdrucken zu laſſen, wie
6 leider ziemlich allgemein iſt, ſo hält er es doch
Eſh ganz richtig, wohlgemeinte Beſtrafung gern
ind willig anzunehmen und er fordert deshalb
die Ehrw. Spnode von Ohio oder den Präſes
derfelben hiermit auf, ihm die Aufſätzt namhaft
treuen Dienern des HErrn fehlt. — Es iſt
Noth da, Notheim Reiche Chriſti, und merkt es
euch wohl, ihr Mütter und Väter, jener Hilfe⸗
ruf verlaſſener Gemeinden iſt der Ruf Chriſti
Jeiu ſelbſt. Der HErr des Weinbergs, der
Kirche tritt jetzt hinaus auf den Markt, vor dein
Haus und ſucht Hülfe von dir, Er der ewige
König des Himmels, von dir, der armen, elen⸗
den, ſündigen, aber durch Sein Blut theuer
erkauften Creatur! Und was will der HErr
von dir? Er will den einen oder andern deiner
Söhne haben, die ſollen die Weinbergsarbeit
lernen, lernen ob dem Worte halten, das gewiß
iſt, lernen zu ermahnen die heilſame Lehre und
zu ſtrafen die Widerſprecher, Er will Menſchen⸗
fiſcher, Hirten, Prediger aus ihnen machen und
Prediger zuſenden, weil es ſo ſehr an tüchtigen, / iſt nicht gröͤßer denn ſrin Herr.
ſie den verlaſſenen, bittenden Gemeinden zuſen⸗
den. Was wollt ihr Väter und Mütter, die
ihr von Gott mit feinen, frommen Knaben be⸗
lgſt nachzuweiſen. Er wird dann gern den als ſchenkt ſeid, nun thun, 121— die Bitte, den
Irtecht erkannten Tadel drucken laſſen. Natür⸗ Hülferuf erbören oder nicht? Ihr ſagt: ihr
lih bezieht ſich dieſes Erbieten nicht auf den kea. Wtee wohl, aber es wäre dabei dennoch 9
in Handel, weil darin die Synove Parthei iſt, Vieles zu bedenken, und wenn ihr euch das Al⸗
nithin nicht Richter ſein kann. les ernſtlich überlegtet, ſo wüßtet ihr doch noch
(Sohs folgt.) nicht, ob ihr „ja“ dazu ſagen ſolltet. Nun
welches ſind denn eure Bedenken, was habt ihr
* eindwamen
t.
Eingeſand.) Iͤrr ſagt: Es iſt hier nicht ſo wie in Deutſch⸗
Ermahnung an chriſtliche Eltern, ihre land, va batten es die Prediger ſchon gut, aber
Kinder dem h. Predigtamte zu wriheu bier — Einnahnme und Ehre ſo gering, —
.7ι* Arbeit, Kummer und Trübſal ſo groß! —
Es iſt jeht eine . an in unſerer mobe. Das iſt uun freilich wahrz und gewiß, wenn
lichen Kirche hier in Amerika,‚ die wir insbe- es mit dieſem Leben hier aus wäre, ſo wären
ſondere euch Eltern vortragen, weil ihr derſelben wir Chriſten und die lutheriſchen Prediger in
abbelfen könnt, wenn ihr wollt. „Unſer HErr Amerika zumal in der That die elendeſten unter
D0n bedarf der Arbeiter in Seinem allen Menſchen, und die ungläubigen Tauge⸗
einberge! Tauſende und aber Tauſende un- nichtſe, Faullenzer, Freſſer und Säufer die
zhur Landsleute und Glaubensbrüder wandern glücklichſten. Aber ihr wiſſet ja, daß dieſes
her ein, die o l dem un 10 Loben nur die kurze, gefährliche, entſcheidungs—
a Hoffnung, hier leichter der irdiſchen Noth volle Reiſe in die ewige, ſelige Heimath iſt, und
nigeben zu können, als im deutſchen Vaterlande, daß dieſe Reiſe nur dann eine köſtliche und zum
un der barmiberzige Gott, der über Bitten und Ziel, in die enge Pforte führende genannt wer⸗
Lertehen giebt, hilft nicht allein oft dieſer irdi- den kann, wenn ſie voll Mühe und Arbeit, und
ſhen Noth ab, endern giebt Wamne ven die eine kreuztragende Nachfole Hne. war. Seid
noch nicht ganz in der Höllenflamme des greu⸗ ihr lieben Eltern denn ſo blind, daß ihr über
lhſen Unglaubens und der ſchändlichſten Roh dem irdiſchen Wohlleben eurer Kinder ihre himm—
koläſterungen verſunken ſind, jene heilige Noth liſche Seligkeit vergeßt?“ Wunſcht und ſtrebt
iints Kerkermeiſters zu Philippi nach den ewi⸗ ihr denn darnach, daß eure Kinder einmal der
m, himmliſchen Gütern ins Herz. Es regen reiche Mann im Evangetio, und nur ja nie⸗
„Gott ſei Lob und Preis! an vielen Orten mals der arme Lazarus werden möchten?
nie Torengebeine, es deb ſo ein Fragen an Soll es euer Kind beſſer haben, als ſein Meiſter,
uch ver ſeligmachenden Wahrheit, nach der iſt es über ihm? Du klageſt über geringe Ein⸗
ahuen. Weide für hungerige Seelen. Wie ſol- nahme, — hat denn Chriſtus gehabt, wohin er
n aber irrende Schafe die Weide finden ohne Sein Haupt lezte? Du denkſt mit Angſt an
110 zumal r ſh wir wielen En ſe, vi⸗ die rohe Widerſpenſtigkeit, Schmähung, Verfol⸗
o keicht in die Irre führen? Wie ſollen ſie, die gung, — haben denn Chriſtus und Seine hei⸗
Schwachen im Glauben, die Kinder an Erkennt-ligen Apoſtel nicht daſſelbe und hundert mal
niß, eſarbn, Wnie ma Wn 1 nicht gepre mehr ertragen müſſen? Spricht nicht der Herr
dat wird? Wie kann ihnen aber gepredigt (Joh. 15, 18 -20): „So euch die Welt haſſet,
urden, wenn Niemand geſandt wird? Wie ſo wiſſet, daß ſie mich vor euch gehaßt hat.
hU man aber ſenden, wenn Niemand zu ſenden Wäret ihr von der Welt, ſo hätte die Welt das
a iſt? Co iſt ſehr traurig, ſehr zu beklagen, ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt
daß ſo viele Gemeinden n U Naf um ſeid, ſondern ich habe euch von der Welt erwäh⸗
herdiger bitten, aber man kann ihren Ruf nicht let, darum haſſet euch die Welt. Gedenket an
ahͤren, ihre Bitte nicht erfüllen, ihnen keinen mein Wort, das ich euch geſagt habe; der Knecht
. machen, darin er wirklich „ſchroff“ geweſen
6lil wider die wahre Liebe geſündigt habe und
ihm das Wo und Wie dieſer Schroffheit gefäl⸗
Haben e
mich verfolget, ſie werden euch auch verfolgen!“
Und klingt nicht auch in euren Herzen jenes koͤſt⸗
liche Verheißungswort (Matth. 5, 11.): „Se⸗
lig ſeid ihr, wenn euch die Menſchen um
meinetwillen ſchmähen und verfolgen und reden
allerlei Uebeles wider euch, ſo ſie daran lügen.
Seid fröhlich und getroſt, es wird euch
im Himmel wohl berohnt werden.“ Seid ihr
Eltern nun Chriſten, aber von Herzen, und
habt ihr eure Kinder wahrhaft lieb, ſo wird euch
nie der oben angeführte Grund bewegen können,
deßhalb euren Sohn nicht Prediger werden laſ⸗
ſen zu wollen. Ja vielmehr umgekehrt, wenn
ihr wüßtet, daß das heilige Predigtamt hier ein
Amt wäre, das wenig Kummer und Schweiß,
aber viel Ruhm und Ehre bei den Menſchen und
viele gute Tage auf dieſer Welt brächte; dann
gerade würdet und müßtet ihr euch wohl erſt
dreimal beſinnen, ehe ihr euren Sohn in einen
der Serle ſo gefährlichen, verſuchungsvollen
Stand geben wolltet und könntet.
nähr ſagt ferner: Ihr hättet eure Kinder zu
eurer Haus- und Feldarbeit nöthig. —
Och frage euch aber: ſeid ihr die Herrn über
eure Kinder oder Gott, der ſie euch gegeben
hat? Ihr ſagt: ihr habt ſie nöthig! der liebe
Gott ſagt's und ruft es euch aber jetzt zu: Er
habe ſie auch nöthig! Wollt ihr euch wider
Gott ſetzen? ſeid ihr mächtiger als Er? — Ir⸗
ret euch nicht, Gott läßt ſich nicht ſpotten, nicht
trotzen; es bedarf nur eines Winkes ſeiner Hand
und der Sohn, den ihr ſo nöthig hattet und.
nicht gehen laſſen wolltet in des HErrn Arbeit,
knickt an eurer Seite wie eine gebrochene Blume
zuſammen und iſt nicht mehr, iſt euch durch den
Tod ganz genommen. Und welcher Segen kann
auch auf eurer Arbeit ruhen, die Gott nicht
wohlgefällt, wird Er nicht den Fluch in dieſelbe
ſchicken, weil ihr euren Sohn, durch den Er
unſterbliche Seelen weiden und retten will, be⸗
halten wollt, um irdiſchen Vortheil durch ihn
zu machen? — Und meinet ihr denn, euer rei⸗
cher Vaſer im Himmel, welcher der Wege und
Mutel ſo viele hat, könnte und würde euch eu⸗
res Sohnes Arbeit und Hülfe nicht tauſendmal.
erſetzen? Hat er nicht geſagt: „gebet, ſo wird
euch gegeben, ein voll gedrückt, gerüttelt und.
überflüſſig Maaß wird man in euren Schooß
geben!“ O, ihr Kleiugläubigen! —
Aber, ſagt ihr.: Mein Sohn hat die nöthigen
Gaben und Fähigkeiten nicht, die von einem
Diener des Wortes gefordert werden. —
Iſt das auch wahr, oder nur'eine Ausflucht,
ein Deckmantel deines Widerwillens, eine Luge?
Gott prüft Herz und Nieren, und der Lügner—
gedeihet nicht vor ihm! Du kannſt auch nicht
der Richter in deiner eigenen Sache ſein. Der
Prediger und Schullehrer deines Sohnes werden
am beſten beurtheilen können, ob unter Gottes
gnädiger Hülfe und dem treuen Fleiße und Ge⸗
bete deines Knaben ein Lehrer oder Prediger
aus ihm gebildet werden könne oder nicht. Da⸗
rum überlaß denen das Urtheil über die Fähig⸗
keiten deines Sohnes.
Aber, wendet ihr endlich noch ein: Wir ha⸗
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