Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 2 › Seite 12
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-09-15, Seite 12
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German transcription machine transcription, uncorrected
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„Gottes Wort und Cuthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.““
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(Offenb. Joh. Cap. 14, v. C. 7.)
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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Obio und andern Staaten.
NRedigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 8.
St. Louis, Mo., den 15. September 1851.
No. 2.
debingungen:
Vorwort.
Fortſetzung.
Wir wollen nun, nachdem wir ſolche traurige
Aus⸗ und Umſchau gehalten haben, unſre Blicke
auf die dermalige Lage und die Verhältniſſe un⸗
ſerer Kirche zunächſt hier im Lande wenden.
Schauen wir uns nun hierbei zuerſt im Um⸗
keiſe unſerer Synode um, ſo haben wir freilich
vor allen Dingen Urſache, Gott zu danken um
Alerlei Güte und Wohlthat, die er an uns ge⸗
than hat. Denn Er hat den älteren und ſchon
begründeten Gemeinden Gnade gegeben, in der
Erkenntniß des HErrn Jeſu Chriſti, im Glau⸗
ben, in der Liebe und allerlei Frucht des Geiſtes
dm Mannesalter in Chriſto entgegenzuwachſen,
ob Gott will, ſich dem immer mächtiger von Außen
hertinbrechenden Strom des Verderbens (deſſen
wir oben gedachten) als eherne Mauern entgegen⸗
wuſttllen und ihren jüngeren Schweſtergemeinden
auch in ſolchem Kampfe und in dem Bekennen
des HErrn Chriſti wider das abgöttiſche und
ubebrecheriſche Geſchlecht dieſer Tage ein nͤͤftiges
Vorbild zu werden.
5 rr Lutheraner erſcheint ale zwei Wochen einmal für den jäbrlichen
ſcriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗
Aim und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelnr No. für 5 Cents verkauft.
Und nicht minder hat der gnädige Gott ſeine
ahibende Liebe auch dieſen ſpäter entſtandenen
Hemeinden zugewendet, daß durch den treuen
Dienſt ſeiner Knechte ſich immer mehr Seelen
belehrt haben von der Finſterniß zum Lichte und
von der Gewakt des Satans zu Gott, daß ein
under Grund des Glaubens in ihnen gelegt
vurde; ſerner, daß andere von dem krankhaften
Prunn ⸗methodiſtiſchen Gefühlschriſtenthum
geheilt und zu dem geſunden Bibelchriſtenthuu
der lutheriſchen Kirche gebracht wurden; daß
dieſen, wie jenen die Würde und Macht des
ſchriftgetreuen Bekenntniſſes und der reinen Lehre,
ſo wie der nothwendige Zuſammenhang zwiſchen
dieſer und der rechten kirchlichen Handlungsweiſe
im Leben, in der Zucht, im Gottesdienſt und im
Regiment immer klarer einleuchtete; daß endlich
auch die Uebrigen immer mehr heilſame Eindrü⸗
cke von der Alleinherrſchaft und Oberherrlichkeit
des göttlichen Wortes bekamen, durch welches
theils eine heilige Scheu, demſelben keck zu wi⸗
derſprechen, theils eine Willigkeit erzeugt wurde,
ſeiner Lehre und Zucht ſich zu unterwerfen.
Auch haben im Laufe dieſes Jahrs wiederum
mehrere Gemeinven, deren Paſtoren bereits zu
uns gehörten, ſich unſerem Synodal-⸗Verbande
gliedlich angeſchloſſen, nachdem ſie nicht auf dem
Wege äußerlicher Ueberredung, ſondern vielmehr
innerlicher Ueberzeugung die Heilſamkeit ſolches
Anſchluſſes erkannt und vornämlich durch die
treue Amtsführung ihrer Seelſorgrr alle Vorur⸗
theile gegen die Synode verloren hatten.
Nicht minder hat die Gnade des HErrn
freundlich über unſern Lehranſtalten gewaltet,
unſeren lieben Zöglingen die rechte Geſinnung
erhalten und gemehret, und uns alſo geſegnet,
daß z. B. aus dem Seminar zu Fort Wayne im
Laufe dieſes Jahres 10 rechtgläubige und lehr⸗
tüchtige junge Brüder von unſträflichem Wandel
zum Dienſte der Kirche konnten entſandet wer⸗
Rur die Bricfe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
aber, welches Geſchäftliches, 16. R. Apbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe
Mr. F. W. Barthel, care of
C. F. W. Walther, St. Louis, Mo. anher zu ſenden.
den, dafür denn 10 neue in das Seminar ein⸗
traten. ö
Bei ſolcher Güte und Freundlichkeit Gottes
aber, deren wir uns, unverdienter Weiſe, zu
rühmen haben, fehlte es uns andrerſeits nicht
an Gelegenheit, uns heilſam zu demüthigen und
über mancherlei Uebelſtände, Schwächen und
Gebrechen innerhalb unſrer Synode herzlich Leid
zu tragen. Dahin gehört z. B. die Wahrneh⸗
mung, daß auch aus den ältern und vergleichs⸗
weiſe reiferen Gemeinden noch ſo wenig Jünglinge
zum Dienſte der Kirche ſich herzufinden; daß von
ſo manchen der jüngeren Gemeinden, die gleich⸗
wohl äußerlich ſich nicht mehr in ſchlechten Um⸗
ſtänden befinden, verhältnißmäßig keine ſonder⸗
liche Handreichung zur Erhaltung unſrer kirchli⸗
chen Lehranſtalten und unſeres Miſſionswerkes
unter den Indianern in Michigan geſchieht;
daß demgemäß trotz aller treuen Belehrung und
Vermahnung in dieſen und jenen Gemeinden
der Hang zu dem hier zu Lande ſo übermächtig
herrſchenden Mammonsdienſte ſich noch kräftig
zeiget; endlich, daß es auch in den herangereiften
Gemeinden nicht an mancherlei Aergerniſſen im
Einzelnen fehlt; denn obgleich dieſe einerſeits
ein Zeugniß ſind, daß der HErr ein großes Volk
in ſolcher Gemeinde hat, weßhalb ſich denn der
Teufel dort auch zu ſchaffen macht, und ob⸗
ſchon ſie durch! die Gemeinde nach Gottes Wort
die angemeſſene Beſtrafung erfahren, ſo ſind ſie
doch nun einmal eine Urſache beuliher Betrüb⸗
ul and Lenaee.
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