Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 11 › Seite 83
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-01-21, Seite 83
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namentlich ein phyſikal., aſtronom. und chemiſcher,
vird nach Vermögen baldigſt berbeigeſchafft
verden.
Eine genauere Betrachtung des Stundenpla⸗
nes wird zeigen, daß derſelbe den oben angege⸗
heen Zweck der Trennung des Ober- und Un⸗
ter⸗Gomnaſiums entſpricht, indem der Stun⸗
Eenplan des letztern mehr dem pracktiſchen Be⸗
Eirfniſſe angepaßt iſt, und eine gewiſſe Vollſtän⸗
gleit hat; und daß er zugleich eben dadurch
wohl den natürlichen Forderungen des ver⸗
ſhidenen Alters der zu Unterrichtenden Genüge
litet, als auch für den ſpätern wiſſenſchaftlichen
Untterricht einen guten Grund legt.
Es kann auch nach Umſtänden und mit Zu⸗
ümmung der Lehrer ein Zögling einer Claſſe
einzelnen Unterrichts-Gegenſtänden einer
undern Theil nehmen. Desgleichen können im
llnumymnaſium diejenigen, welche nicht in's
Obergymnaſium einzutreten beabſichtigen, vom
Ellernen des Griechiſchen dispen ſirt werden.
Die Aufnahme eines neuen Zöglings oder
Schülers in irgend eine Claſſe der einen oder
Indern Abtheilung findet Statt nach Maßgabe
in von ihm erlangten Kenntniſſe mit ihm an⸗
helt wird. Das durchſchnittliche Alter eines
iundie unterſte Claſſe (Quinta) Aufzunehmenden
vird eilf Jahr, und das Verweilen eines Schülers
neiner Claſſe ein Jahrbetragen, ſo daß der Gym⸗
mſal⸗Curſus mit dem achtzehntrn Jahr been⸗
ühiſt; jevoch haben Gaben und Fortſchritte
ien gebührenden Einfluß hierauf.
ee Curſus fangen jedesmal nach den Früh⸗
lngs und Herbſtferien an, und ſind dies des⸗
hlb die paſſendſten Zeiten für den Eintritt in die
Aunſalt.
Kirzere Ferien find Weihnachten (14 Tage'
Inem Sonnabend vor Weihnachten an), Oſtern
Ull Tage vom Sonnabend vor der Marterwoche
uul, Pfingſten [8 Tagel, und länger im Herbſt
6 Wochen vom 24. Auguſt anl.
Es werden jährlich zwei Schuleramina gehal⸗
in, am Schluß der beiden Curſus, ein nicht öf⸗
üutliches, vor Anfang der Frühlingsferien, und
ein öffentliches, vor Anfang der Herbſtferien.
Chriſliche Zucht und Ordnung werden gewiſ⸗
nhaft unter den Zöglingen und Schülern der
nd die nöthige Sorgfalt getragen. In Abſicht
ufletzteres wird eine Turnanſtalt errichtet.
Ale halbe Jahr wird den Eltern oder Vor⸗
nundem der Zöglinge und Schüler der Anſtalt
nZeugniß über dieſer Fleiß, Fortſchritte und
Iunagen zugeſtellt.
Wenn ein Zögling oder Schüler den Curſus
i Ober⸗oder Unter⸗Gymnafiums beendigt
ſu, ſo wird ihm, falls er ſich dem betreffenden
bamen unterzieht, ein öffentliches Zeugniß von
6eiten derAnſtalt über ſeine Kenntniſſe und ſein
deragen ausgeſtellt. Das Zeugniß über wohl
hendizten Curſus des Obergymnaſiums macht
un Empfänger zu einem Graduirten derAnſtalt,
nit Unterſcheidung von drei Claſſen Ipraesertim
ünus, dignus, satis dignuel je nach Ergeb⸗
ih dr Prüfung.
ener Prüfung, die behufs Ermittlung der be⸗
Aſalt gehandhabt, und für die leibliche Pflege
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Das halbjährliche Schulgeld für den Unterricht
in den im Lectionsplan aufgeführten Gegenſtän⸗
den beträgt im Obergoymnaſium 518, im Unter⸗
gymnaſium 812, und wird zur Hälfte am An⸗
fange, zur andern Hälfte am Ende des halbjähr⸗
lichen Curſus entrichtet und dem Caſſirer der An⸗
ſtalt, Herrn Barthel, zugeſandt.
Denjenigen, welche mit den erforderlichen An⸗
lagen verſehen ſind und in der Abſicht in die An⸗
ſtalt eintreten, ſich dem Predigerſtande zu widmen,
wird das Schulgeld erlaſſen; es wird erwartet,
daß ſolche, welche ihren Entſchluß ſpäter wieder
ändern, das Schulgeld für die ganze Zeit nach⸗
träglich entrichten.
Das Ho norar für Privatunterricht richtet ſich
nach der Zahl der an ſolchem Theil Nehmenden,
wird übrigens möglichſt billig geſtellt werden.
Eltern und Pfleger, welche Söhne oder Pflege⸗
befohlene als Zöglinge oder Schüler der Anſtalt
zuſenden, haben ſolches zeitig dem Direktor der
Anſtalt anzuzeigen, und ihrer Meldung ein Zeug⸗
niß des früheren Lehrers derſelben über deren be⸗
wieſenen Fleiß und bisherigen Betragen beizufü⸗
gen.
Das Gebäude des Concordia-Collegiums
liegt auf einerunhöhe etwa 2 Meilen ſüdlich von
St. Louis unweit der Straße nach Videpoche in
einer geſunden und anmuthigen Gegend. Da
erſt ein Flügel von dem beabſichtigten Gebäude
aufgeführt iſt, ſo wird, wenn ſich die Anzahl der
Zöglinge und Schüler raſch vermehrt, vorläufig
ein Theil derſelben in der nächſten Umgebung
wohnen müſſin.
Eltern und Pfleger können Geld, das zu Aus⸗
gaben für ihre Kinder und Pflegebefohlenen be⸗
ſtimmt iſt, als für Kleidungsſtücke, Bücher, Taſch⸗
engeld u. ſ. w., bei einem der Lehrer deponiren,
der ihnen halbjährlich Rechn ung darüber ablegen
wird.
Das Koſigeld in der Anſtalt beträgt wöchent⸗
lich 81, 25. mit Ausſchluß der Feuerung, des
Lichts und der Wäſche. Die jährlichen Unkoſten
für Feuerung betragen 81., für Licht ungefähr
3., für Wäſche
Das Koſtgeld in Privathäuſern i je nach den
Umſtänden etwas verſchieden, doch im Allgemei⸗
nen dem in der Anſtalt zu entrichtenden gleich.
In Abſicht auf die Entrichtung deſſelben gel⸗
ten dieſelben Beſtimmungen wie hinſichtlich des
Schulgeldes. Es kann ebenfalls dem Caſſirer
der Anſtalt, Herrn Barthel, zugeſandt werden.
Jeder neu Ankommende hat ſich mit einem Bett
und mit Handtüchern zu verſehen Cund ſeine
Wäſche kenntlich zeichnen zu laſſen).
Indem wir nun dieſe Nachricht von dem Con⸗
cordia⸗Collegium den mit uns verbundenen Ge⸗
meinen insbeſondere und dem deutſchen Publi⸗
kum überhaupt vorlegen, können wir nicht unter⸗
laſſen, dieſelben darauf aufmerkſam zu machen,
wie durch das Gymnaſium in unſerm Collegium
einem lang und allgemein gefühlten Bedürfniſſe
abgeholfen wird. Bisher haben Kinder deutſcher
Eltern entweder eine deutſche Erziehung erhalten,
und die war meiſt ungenügend, oder eine eng⸗
liſche, und dadurch wumden ſie meiſt ihren
Stammgenoſſen entfremdet. In unſerer Anſtalt
ſoll ihnen eine Bildung gegeben werden, die kei⸗
ner auch in der beſten engliſchen Auſtalt ähn⸗
licher Art zu erlangenden an Gründlichkein und
an Umfang nachſteht, und wodurch ſie ihren
Stammgenoſſen nicht entfremdet werden, ohne
daß ſie doch andererſeits den neuen Verhältniſſen
fremd blieben.
Wir ſind uns bewußt, daß wir in Errichtung
und Fortführung der Anſtalt nicht den zeitlichen
Vortheil Einzelner ſuchen, ſondern daß wir hö⸗
here Zwecke haben: die Wohlfahrt unſeres Volkes
zunächſt und unſerer Mitbürger überhaupt, bei⸗
des die zeitliche, vornehmlich aber die ewige;
und dies Bewußtſein giebt uns die Freimüthig⸗
keit, die mit uns verbundenen Gemeinen inſon⸗
derheit und das Publikum überhaupt einzuladen,
ja es ihnen ans Herz zu legen, die denſelben durch
unſre Anſtalt dargebotene Gelegenheit zur Erzie⸗
hung ihrer Kinder und Pflegebefohlenen zu be⸗
nutzen.
Das Engl. Publikum erlauben wir uns dar⸗
auf aufmerkſam zu machen, daß durch unſere
Anſtalt in dieſem Lande Gelegenheit gegeben wird,
eine gründliche Deutſche Erziehung zu erlangen,
um welches Zweckes willen Eltern zuweilen ihre
Kinder nach Deutſchland ſenden, und zugleich,
daß die deutſche Erziehung, die hier gegeben
wird, eine den hieſigen Verhältniſſen angepaßte
iſt. Auch dürfte es Bemerkung verdienen, daß
auf den Wunſch der betreffenden Perſonen leicht
hier eine ſolche Einrichtung getroffen werden
kann, daß Zöglinge und Schüler der Anſtalt nicht
nur fertig und richtig deutſch und engliſch, ſon⸗
dern auch Franzöfiſch ſprechen, leſen und ſchrei⸗
ben zu lernen Gelegenheit haben. Der Gebrauch
der lat. Sprache im Seminar und den obern
Gymn. Claſſen als theilweiſes Unterrichtsmittel
wird auch für Einzelne etwas Anziehendes ha⸗
ben, nicht nur um der Fertigkeit in derſelben, als
Gelehrtenſprache ſelbſt willen, ſondern auch inſo⸗
fern Gegenſtände durch den Vortrag in ihr allen
mit der Sprache Bekannten zugänglich werden,
indem es viel kürzere Zeit und weit weniger gei⸗
ſtige Anſtrengung, als man gemeiniglich glaubt,
erfordert, die Schwierigkeit zu überwinden, die
fürs Verſtändniß etwa aus verſchiedener Aus⸗
ſprache des Lateiniſchen herrühren.
Alle etwaigen Anfragen in Betreff der Anſtalt,
ſind in portofreien Briefen an den Director der⸗
ſelben zu richten, und werden zeitig beantwor⸗
rden.
tet wer Pi. 20, 17.
Zeichen der Zeit.
„Des Abends ſprechet ihr: Es wird ein
ſchöner Tag werden, denn der Himmel iſt roth; und
des Morgens ſprechet ihr: Es wird heute Un⸗
gewitter ſein, denn der Himmel iſt roth und trü⸗
be. Ihr Heuchler, des Himmels Geſtalt könnet
ihr beurtheilen, könnet ihr dennnicht auch
die Zeichen dieſer Zeit beurthei⸗
len?“ So ſpricht unſer Herr, wie wir Matth.
16, 2. 3. leſen. Hieraus erſehen wir, obwohl
des Chriſten wahres Vaterland der Himmel iſt
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