A cumulative subject index to seven Missouri
Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at
St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses,
and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by
volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's
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—
Kirchen zucht.
Abhandlungen.
Die rechte von Gott gebotene Kirchenzucht. Luth. 63, 98—356. Ma. 90 —192. Theſen über Kirchenzucht. Jo. 86. Wis. 86 und 88. Von der Kirtte— zucht. Neb. 1903, 80—93. Die Wichtigkeit recht gehandhabter Kirchenzucht — die Gemeinde. Ma. 26, 155—160. 190—192. 220—224. Tut von euch ſe hinaus, wer da böſe iſt. Luth. 45, 105. 106. 114. 115. Welches ſind die Sündg um welcher willen ein Gemeindeglied in Zucht genommen und in den Bann gern werden kann? O. 79, 58—65. Iſt es zuläſſig, wegen Nichtbeachtung einer ſn chenordnung zu bannen? Mit. 1904. — Paſt. 315—354. Syn. 79, 16—25. 3 89, 60—65. Church discipline. Theol. 7, 139—149. The evidence in churd discipline. Theol. 6, 216—231.
Abkürzung.
Loch. Lochner, Zwei Predigten über Kirchenzucht.
Abriß.
Kirchenzucht im engeren und weiteren Sinn. § 1.
11it Weſen der Kirche. § 2. Iſt von Gott befohlen. § 3. Iſt nötig und ſegens⸗
eich für die Gemeinde. § 4. Unterlaſſung der Zucht iſt der Verfall der Gemeinde.
5. Wer ſoll Kirchenzucht üben? §6. An wem? § 7.
en? 8 8. Offenbare Sünde. § 9. Lehrzucht. § 10.
mMiuß vorausgehen. § 11. Iſt die brüderliche Beſtrafung vergeblich, ſo ſoll die Ge⸗
rteinde ihn ſtrafen. § 12. Zweck der Kirchenzucht. §
Simiwände. 8§ 15. Höret er die Gemeinde. § 16. Höret er die Gemeinde nicht. § 17.
Berhalten gegen Gebannte. § 18. Prüfung des Bannverfahrens. § 19.
Kirchenzucht.
- Luth. 63, 98—356
- Ma. 90 —192
- Neb. 1903, 80—93
- Ma. 26, 155—160
- Ma. 26, 155—160. 190—192
- Ma. 26, 155—160. 190—192. 220—224
- Luth. 45, 105
- Luth. 45, 105. 106
- Luth. 45, 105. 106. 114
- Luth. 45, 105. 106. 114. 115
- O. 79, 58—65
- O. 79, 58—65. I
- Past. 315–354
- Syn. 79, 16—25
- Syn. 79, 16—25. 3
- Syn. 79, 16—25. 3 89, 60—65
- Theol. 7, 139—149
- Theol. 6, 216—231
- Jo. 86.
- Wis. 86 und 88. Von der
- Mit. 1904. —
- Loch. Lochner, Zwei Pred
vol b, printed page
786–787 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0867
1.
—
1. Zu unterſcheiden iſt Kirchenzucht
a. im weiteren Sinn, alles Lehren, Ermah⸗
men, Strafen mit Gottes Wort, das innerhalb der Kirche
Aeſchieht. Geiſtliche Erziehung;
b. imengern Sinn, das öffentliche Verfahren
Siner Gemeinde gegen einen in grobe Sünde gefallenen
VBruder.
Anm. a. Die Kirchenzucht im weiteren Sinn iſt im-
ruier zuläſſig, im engeren Sinn nicht.
Anm. b. Die Lehre von der Kirchenzucht im engeren
Sinne, um die es ſich hier handelt, iſt immer eine wich⸗
tige, zeitgemäße Lehre.
- O. 79, 58
margin
- Wis. 86, 15
margin
- Wis. 86, 15. 22
margin
- Wis. 86, 15. 22. 23
margin
- Jo. 86, 10
margin
- Luth. 12, 153
margin
- Mit. 1904, 48
margin
- Wis. 86, 11
margin
- Wis. 86, 11. 12
margin
vol b, printed page
787 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0868
2.
—
2. Kirchenzucht gehört
a. nicht zum Weſen der Kirche, ſie iſt kein
Kennzeichen derſelben. Ein verkrilppelter Menſch iſt
Ddoch noch ein Menſch. Gehörte die Kirchenzucht zum
Weſen der Kirche, dann
1. würde der Artikel von der Rechtfertigung ge-
fälſcht,
2. müßte man alle die Gemeinden als unchriſt-
lich verwerfen, wo etliche Böſe die Zucht verhin⸗
dern. Neue Gemeinden, durch Miſſionare unter
den Heiden gebildet, wären die erſten Jahre keine
Chriſtengemeinden.
Anm. a. Die Gemeinde zu
1. Pergamus, Off. 2, 14, hatte ihre Stel⸗
lung unter den ſieben Leuchtern noch nicht ver⸗
loren,
2. Korinth hatte an dem Blutſchänder die
Zucht unterlaſſen 1 Kor. 5, 1. 6. 15, 12. 34, den⸗-
noch nennt ſie der Apoſtel eine Gemeinde Gottes.
1 Kor. 1. 2—8. (Es war eine neue Gemeinde,
wo Paulus erſt anderthalb Jahre das Netz des
Evangelii ausgeworfen hatte. Theol. 7, 146. 147.
Neb. 1903, 90.)
Anm. b. Luther konnte Kirchenzucht, wie er ſie
wünſchte, in jenen unruhigen Zeiten nicht gleich einfüh⸗
ren und hat oft darüber geklagt. — Einem Mann, der
ſein Haus zu teuer verkaufen wollte, drohte er mit
Ausſchluß. Paſt. 320. Anm. N. W. 80, 31.
Anm. c. In neuen Gemeinden ſoll man nicht mit
Kirchenzucht und Bann beginnen, ſondern zunächſt gu⸗
ten Grund chriſtlicher Erkenntnis legen. Erſt ſäen.
dann ernten.
Anm. d. Kirchenzucht kann nicht vollzogen werden.
wenn die Gemeinde nicht darein willigt. Es kann der
Fall ſein, daß ſo wenige da ſind, die die rechte Erkennt⸗
nis beſitzen, daß der Paſtor ziemlich allein daſteht.
Anm. e. Kann in einer Gemeinde die
Zucht noch nicht durchgeführt werden,
wie ſie ſollte, ſo ſoll man
1. ſich einſtweilen begnügen laſſen mit Suspenſion vom Abendmahl. Gott hat Zucht geboten. aber nicht die äußerliche Form vorgeſchrieben. Konk. 508, § 58. — S. Bann 269, § 18. Anm. a.;
2. die Gemeinde nicht anſehen als einen zuchtloſen Haufen, der keine Gemeinde mehr ſei:
3. ſich nicht abhalten laſſen vom Anſchluß an die Gemeinde;
4. nicht die Gemeinde verlaſſen. Auch der Paſtor ſoll nicht davonlaufen. Luth. 5, 181. — Nur wenn offenbar Ungläubige das Regiment in der Gemeinde führen und vom Paſtor leichtfertig zum Abendmahl gelaſſen werden, heißt es: Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Geht aus von ihnen. Luth. 45, 129. 130. 137. 138. Syn. 77, 37
5. dennoch aber der Gemeinde ihre Pflicht vorhalten, wie Paulus. 1 Kor. 5. Auch neue Gemeinden ſind von der Kirchenzucht und brüderlichen Beſtrafung nicht entbunden. Min. Syn. 1902, 49. Jo. 86. 18. — Man ſoll darauf hin arbeiten, daß es beſſer wird. Paſt. 316.
Anm. f. Schweſtergemeinden ſollen nicht verächtlich
auf ſolche Gemeinde herabblicken, ſondern ſie als Schwe⸗
ſter behandeln, ihr aber auch zur Beſſerung förderlich
und dienſtlich ſein. Syn. 98. 32
Anm. g. Auch den lutheriſchen Charakter hat
ſolche Gemeinde, die die Zucht nicht in allen Stücken
durchführen kann, nicht verloren.
Antitheſe:
1. Reformierte. Die Kirchenzucht gehöre zu den Kennzeichen der Kirche.
2. Schwenkfeld. Kirchenzucht gehöre zu den weſentlichen Eigenſchaften der Kirche. Konk. 560,
b. zum rechten Zuſtand der Gemeinde, den ſie nach
Gottes Willen haben ſoll. Dieſer Mangel iſt Sünde.
Anm. a. Leib und Seele gehören zum Weſen des
Zum rechten Zuſtand des Menſchen ge⸗
Menſchen.
hört, daß er geſund iſt.
Anm. b. Kirchenzucht iſt nötig, wenn nicht die ganze
Gerrneinde verfaulen will.
- Theol. 7, 146
- Theol. 7, 146. 147
- Neb. 1903, 90
- Jo. 86, 13
margin
- Jo. 86, 13. 14
margin
- Jo. 86, 13. 14. 17
margin
- Past. 315
margin
- Past. 316
margin
- Cal. 92, 56
margin
- Mit. 71, 21
margin
- Süd. 97, 69
margin
- Ma. 26, 155
margin
- Syn. 1902, 49
margin
- Wis. 86, 16
margin
- Wis. 86, 16. 17
margin
- Wis. Syn. 1906, 46
margin
- Wis. Syn. 1906, 46. 47
margin
- Wis. Syn. 1906, 46. 47. 78, 7
margin
- Wis. Syn. 1906, 46. 47. 78, 7. 76, 15
margin
- Wis. Syn. 1906, 48
margin
- Jo. 86, 15
margin
- Jo. 86, 15. 14
margin
- Jo. 94, 27
margin
- Jo. 86, 14
margin
- Ma. 26, 155
margin
- Ma. 26, 155. 156
margin
- Syn. 77, 36
margin
- Neb. 1903, 91
margin
- Theol. 7, 148
margin
- Theol. 7, 148. 149
margin
- Bro. 513
margin
- Past. 320
- N. W. 80, 31
- Konk. 508
- Luth. 5, 181
- Luth. 45, 129
- Luth. 45, 129. 130
- Luth. 45, 129. 130. 137
- Luth. 45, 129. 130. 137. 138
- Syn. 77, 37
- Syn. 77, 37
5
- Syn. 1902, 49
- Jo. 86. 18
- Past. 316
- Syn. 98. 32
- Konk. 560
- Jo. 86, 15
margin
- Jo. 86, 15. 16
margin
- Syn. 79, 24
margin
- Syn. 79, 24. 17
margin
- Past. 316
margin
- Past. 317
margin
- Past. 320
margin
- Bro. 510
margin
- Wis. 86, 18
margin
- Wis. 86, 18. 19
margin
- Jo. 86, 14
margin
- Jo. 86, 14. 15
margin
- Jo. 86, 14. 15. 17
margin
- Syn. 74, 25
margin
- Past. 317
margin
- Ma. 26, 156
margin
- Ma. 26, 156. 319
margin
- Ma. 26, 156. 319. 320
margin
- Syn. 77, 35
margin
- Syn. 77, 35. 36
margin
- Or. 1903, 10
margin
- Süd. 85, 51
margin
- Jo. 83, 53
margin
- Wis. 86, 17
margin
- Wis. 86, 17. 20
margin
- Syn. 96, 27
margin
- Past. 316
margin
- Jo. 86, 17
margin
- Mit. 71, 21
margin
- Wis. Syn. 1907, 60
margin
- Wis. 86, 20
margin
- Syn. 79, 23
margin
- Syn. 79, 23. 24
margin
- Luth. 5, 181
margin
- Past. 316
margin
- Syn. 77. 35
margin
- Syn. 77. 35. 36
margin
- Neb. 1903, 91
margin
- Neb. 1903, 90
margin
- Bro. 513
margin
- Wis. Syn. 1906, 49
margin
- Cal. 1904, 22
margin
- Wis. 86, 22
margin
- Syn. 79, 7
margin
- N. W. 80, 29
margin
- Past. 316
margin
- Ma. 26, 156
margin
- Wis. Syn. 1906, 47
margin
- Bro. 509
margin
- Jo. 86, 18
margin
- Jo. 86, 18. 19
margin
- Wis. Syn. 1906, 48
margin
- Jo. 86, 13
margin
- Jo. 86, 13. 14
margin
vol b, printed page
787–789 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0868
3.
Kirchenzucht iſt von Gott befohlen
3. Kirchenzucht iſt von Gott befohlen. Matth. 18, 15
bis 17: ſag es der Gemeinde. 1 Kor. 5, 13. Tut von
euch ſelbſt hinaus, wer da böſe iſt. 5, 11: mit demſel⸗
ben ſollt ihr auch nicht eſſen. 2 Theſſ. 3, 14: Habt nichts
mit ihm zu ſchaffen. 3, 6: daß ihr euch entzieht von
jeglichem Bruder, der da unordentlich wandelt. Matth.
7, 6: Ihr ſollt das Heiligtum nicht den Hunden geben. 1 Tim. 5, 20: die da ſündigen. ſtrafe vor allen. Lied
6, 2: Wer Sünde liebt, gehört hinaus.
Anm. a. Kirchenzucht iſt nicht Sache der Willkür.
Nichtbefolgung dieſes Gebots iſt Sünde wie jede Übertretung eines anderen Gebotes. — Wollte man eine Gemeinde von dieſem Gebot ſuspendieren, warum nicht auch vom 7. Gebot? Syn. 98, 31.
Anm. b. Gott bezeugt ſein Wohlgefallen an Gemeinden, die Zucht üben. Off. 2, 2: daß du die Böſen nicht tragen kannſt.
Anm. c. Zucht iſt ſchon immer in der Kirche geführt worden. Die Rotte Kora. Ananias. Stöckh. N. T. 346.
Anm. d. Bekenntnisſchriften. Konk. 165, § 62. 323. Das 5. Hauptſtück. S. Bann 259.
Anm. e. Zucht üben iſt ein Stück des geiſtlichen Prieſtertums.
Anm. f. Gottes Befehl geht nicht bloß an die ſtarken,
Von dieſem ſondern auch an die ſchwachen Gemeinden.
Gebot iſt keine Gemeinde entbunden.
Antitheſe. Harms. Ich bin zweifelhaft geworden, ob man ſie in den Bann tun darf.
- Lied
6, 2
- Syn. 98, 31
- Stöckh. N. T. 346
- Konk. 165
- Wis. 86, 23
margin
- Wis. 86, 23. 25
margin
- Wis. Syn. 78, 7
margin
- Wis. Syn. 78, 7. 76, 15
margin
- Wis. Syn. 78, 7. 76, 15. 16
margin
- Jo. 86, 11
margin
- Ma. 26, 156
margin
- Neb. 1907, 65
margin
- Syn. 98, 30
margin
- Loch. 7—9
margin
- Bro. 510
margin
- Bro. 510. 511
margin
- Ma. 26, 156
margin
- Jo. 86, 11
margin
- Neb. 1907, 65
margin
- Bro. 513
margin
- Jo. 86, 11
margin
- Jo. 86, 11. 12
margin
- Ma. 26, 192
margin
- Wis. Syn. 78. 7
margin
- Wis. Syn. 78. 7. 8
margin
- Bro. 509
margin
- Bro. 509. 510
margin
- Past. 318
margin
- N. W. 80, 30
margin
- Jo. 83, 48
margin
- Syn. 98, 31
margin
- Syn. 98, 31. 96, 27
margin
- Wis. 86, 41
margin
vol b, printed page
789 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0870
4.
Kirchenzucht iſt nötig und ſegensreich für die Gemeinde
4. Kirchenzucht iſt nötig und ſegensreich für die Gemeinde. Dadurch wird
a. mancher irrende Bruder gewonnen:
b. die Liebe und das gegenſeitige Vertrauen unter den Gliedern aufblühen;
Dies hat
c. die einzelne Seele mehr ſchätzen gelernt.
größeren Miſſionseifer zur Folge:
Eine
d. jeder an ſeine eigen Schwachheit erinnert.
Bußpredigt für die ganze Gemeinde:
e. die Erkenntnis des Wortes Gottes befördert, das auf den einzelnen Fall angewendet werden muß:
f. der Segen des Predigtamtes und die Wirkung der
Wie ganz anders kann ein Prediger Predigt befördert.
wirken. wenn alle Glieder hinter ihm ſtehen!
a. Mancher von Sünden abgeſchreckt.
Anm. a. Im Haus ſteht es nur dann gut. wenn der Vater Zucht übt, im Staate nur dann. wenn die Über⸗
treter zur Rechenſchaft gezogen werden, in der Kirche nur dann, wenn die Böſen geſtraft werden.
Anm. b. Das Abſondern einer Eiterbeule vom geſunden Leibe iſt nie ſchädlich.
Anm. c. Die Kirche iſt nicht eine Bekehrungsanſtalt. ſondern die Gemeinde der Heiligen.
Anm. d. Ein Grund für Kirchenzucht iſt auch, daß der Paſtor ſich nicht der Veruntreuung des Sakraments
ſchuldig macht.
Anm. e. Darum ſoll in allen Gemeinden Zucht ge— übt werden, und zwar in Lehre und Leben. Wis. Syn. 1906, 48. — Das Dulden und Tragen hat endlich ein Ende. Neb. 1903, 82.
- Ma. 26, 158
margin
- Ma. 26, 158
margin
- Ma. 26. 159
margin
- Ma. 26, 159
margin
- Ma. 26, 159. 160
margin
- Neb. 95, 26
margin
- Ma. 26, 160
margin
- Ma. 26. 191
margin
- Syn. 79, 20
margin
- Luth. 63. 99
margin
- Luth. 63. 99. 40, 41
margin
- Luth. 63. 99. 40, 41. 46, 111
margin
- Wis. Syn. 1906, 48
- Neb. 1903, 82
- Süd. 91, 21
margin
- Süd. 91, 21. 22
margin
- Syn. 79, 19
margin
- Cal. 92, 56
margin
- Süd. 91, 22
margin
- Süd. 91, 22. 97, 69
margin
- Walth. Ansp. 29
margin
- Luth. 56, 164
margin
- Luth. 56, 164. 45, 105
margin
vol b, printed page
789–790 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0870
5.
Unterlaſſung der Zucht iſt der Verfall der Gemeinde
5. Unterlaſſung der Zucht iſt der Verfall der Gemeinde. Die Folge davon iſt:
a. Es beſteht ein offenkundiger Zwieſpalt zwiſchen
Lehre und Leben;
b. die Gemeinde beraubt ſich mancher von Gott ge— botenen Gelegenheit, vorliegende Sündenfälle mit Gottes Wort zu beleuchten.
c. Das gegenſeitige Vertrauen unter den Gliedern wird untergraben.
d. Der Haß gegen die Sünde wird abgeſtumpft.
e. Der Eifer zur Errettung anderer Seelen erkaltet.
f. Die Wirkſamkeit der Predigt wird gehindert. Die
Gemeinde läßt den Prediger ſeinen Weg allein gehen.
g. Je weniger die Gemeinde die Schlüſſel gebraucht, deſto mehr maßen einzelne ſich das Recht an.
h. Der Sünder wird in ſeiner Unbußfertigkeit ge— ſtärkt und arbeitet nun gegen den Paſtor, ſchließlich aber geht er verloren. Ma. 26, 221.
i. Die Gemeinde macht ſich teilhaftig ſeiner Schuld.
k. Gottes Mißfallen und Zorn ruht auf der Gemeinde. Loſe Zucht verdrießt den Herrn. Off. 2. 14. 20. Tue
Buße!
l. Die ganze Gemeinde wird mehr und mehr verderbt. Der böſe Sauerteig wirkt. Jo. 89, 63. Der Krebs
frißt um ſich. Luth. 56, 164. Immer mehr ahmen das
Böſe nach. Ma. 26. 223. ö
m. Auch Schweſtergemeinden werden geärgert. Wie
hinderlich für die kirchliche Gemeinſchaft mit Schweſter⸗
gemeinden, wenn eine Gemeinde die Sünder in Zucht
nimmt und die Nachbargemeinde ſie ungeſtraft laufen
läßt!
n. Zuletzt hört eine ſolche Gemeinde auf, eine chriſt—
liche Gemeinde zu ſein, und wird ein zuchtloſer Haufe.
Anm. a. Es iſt Torheit, das Unkraut im Garten zu
pflegen.
Anm. b. Über Mangel an Kirchenzucht iſt ſchon oft
Klage geführt worden.
1. Die Apoſtel.
1 Kor. 5, 1. Off. 2, 14. 20.
2. Luther. Bro. 510.
3. In Deutſchland. Luth. 40, 158. (Doch kom⸗
men auch da noch hier und da Kirchenzuchtsfälle
vor, z. B. Luth. 40, 149. 41, 94.)
4. In unſerem Lande. Die Sekten haben meiſt
offene Kommunion. Auch unter manchen ſogenann⸗
ten Lutheranern fehlt es an Zucht. Luth. 4, 53. Anm. c. Auch unſern eigenen Gemeinden droht die
Gefahr der Laxheit. Man will nicht gern gutzahlende
Glieder verlieren, ſcheut die Feindſchaft der Menſchen. —
Grund der Larheit ſ. Bann 269, § 19.
Anm. d. Daß in einer Staatskirche die Zucht danie⸗
derliegt, läßt ſich erklären, aber womit will ſich eine
vom Staate unabhängige Freikirche entſchuldigen? Anm. e. Die Gemeinden ſollen dazu erzogen werden,
daß ſie dem Ziel immer näher kommen.
- Ma. 26, 221
- Ma. 26, 221.
i
- Jo. 89, 63
- Luth. 56, 164
- Luth. 56, 164. I
- Ma. 26. 223
- Past. 318
margin
- Syn. 79, 18
margin
- Jo. 86, 21
margin
- Wis. 86, 21
margin
- Ma. 26, 220
margin
- Mich. 97, 42
margin
- L. W. 41, 5
margin
- Ma. 26, 221
margin
- Ma. 26, 221
margin
- Jo. 86, 21
margin
- Ma. 26, 221
margin
- Ma. 26, 223
margin
- Ma. 26, 222
margin
- Jo. 86, 20
margin
- Jo. 86, 20. 21
margin
- Jo. 86, 20. 21. 94, 28
margin
- Luth. 45, 114
margin
- Ma. 26, 223
margin
- Jo. 94, 28
margin
- Luth. 42, 75
margin
- Jo. 94, 26
margin
- Jo. 94, 26. 11
margin
- Jo. 94, 26. 11. 12
margin
- Jo. 94, 26. 11. 12. 19
margin
- Jo. 94, 26. 11. 12. 19. 28
margin
- Ma. 26, 224
margin
- Wis. Syn. 1906, 48
margin
- Luth. 45, 114
margin
- Syn. 98, 30
margin
- Syn. 98, 30. 31
margin
- Syn. 1902, 48
margin
- Syn. 1902, 48. 49
margin
- Jo. 94, 28
margin
- Jo. 94, 28. 29
margin
- Mit. 98, 38
margin
- Wis. 86, 49
margin
- Wis. Syn. 1906, 49
margin
- Wis. 86, 21
margin
- Freik. 1904, 11
margin
- Wis. Syn. 78, 8
margin
- Wis. Syn. 78, 8. 9
margin
- Bro. 510
- Bro. 510.
3
- Bro. 510.
3. I
- Luth. 40, 158
- Luth. 40, 149
- Luth. 40, 149. 41, 94
- Luth. 4, 53
- Neb. 1903, 89
margin
- Jo. 89, 94
margin
- Jo. 89, 94, 24
margin
- Jo. 89, 94, 24. 61
margin
- N. W. 80, 31
margin
- Mich. 97, 42
margin
- Or. 1903, 9
margin
- Bro. 506
margin
- Bro. 506. 507
margin
- Jo. 86, 19
margin
- Jo. 86, 19. 20
margin
- Syn. 96, 27
margin
vol b, printed page
790–791 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0871
6.
—
6. Wer ſoll die Kirchenzucht üben?
a. Nicht der Paſtorallein. Was alle betrifft,
muß mit Zuſtimmung aller geſchehen, ſ. Bann 260. —
Die Gemeinde zu Korinth konnte nicht ſagen: Was geht
das uns an? Strafe unſern Biſchof. Mit. 75, 50. Einwand a. Paulus habe beſchloſſen, den Blut⸗
ſchänder dem Satan zu übergeben. 1 Kor. 5, 3—5. —
Aber die Gemeinde hat ſelbſt gehandelt. 2 Kor. 2, 6:
von vielen geſtraft.
Einwand b. Ich glaube,
was die berufenen
Diener Chriſti mit uns handeln.
5. Hauptſtück. —
S. Bann 260.
Einwand c.
Konk. 342. 343: den Pfarrherren käme
die Jurisdiktion zu bannen zu. — Den Pfarreien. Bann
260.
Antith. Grabau.
Das Miniſterium muß entſcheiden. b. Nicht die Synode, ſondern
c. die Gemeinde. Matth. 18: Höret er die Ge—
meinde nicht. Was ihr auf Erden bindet u. ſ. w. —
Die Gemeinde hat die Schlüſſelgewalt. Konk. 333. Syn.
96. 25. ſ. Amt der Schlüſſel 129. 130. — Es gehört
mit zum Weſen der Kirchenzucht, daß ſie von der Ge⸗
meinde geübt wird. N. 75, 41.
Anm. a. Unter der Gemeinde iſt die Ortsgemeinde
zu verſtehen.
Anm. b.
Wird die Zucht von der ganzen Gemeinde
ausgeübt, dann
1. weiß jeder, wie er ſich hernach gegen den Aus-
geſchloſſenen zu verhalten hat,
2. iſt der Eindruck auf den in Zucht Genomme⸗
nen um ſo größer. 2 Kor. 2, 6: von vielen geſtraft.
Wohl darf eine Gemeinde das ZuchtverfahAnm. c.
ren einem Komitee oder dem Vorſtand übertragen.
Ein
ſolcher Bann wäre, nach Gottes Wort geübt, giltig. Es iſt aber ſolches durchaus nicht anzuraten.
Anm. d. Im Laufe der Zeit wurde dieſe Wahrhen vergeſſen. Das Konſiſtorium riß die Gewalt an ſich.
Anm. e. Da die Weiber in der Gemeinde ſchweigen ſollen, ſind es die ſtimmberechtigten Gemeindeglieder.
die bei uns als Repräſentanten der Gemeinde handeln.
Anm. f. Zuweilen kann die Verhandlung in
einem engeren Kreiſe (Vorſtand, Komiteen geſchehen, ;
B. wenn es ſich um eine weibliche Perſon handelt.
doch ſo, daß das Urteil ſchließlich von der Gemeinde gefällt wird.
Anm. g. Jedes Gemeindeglied ſoll Gelegenheit bekommen zu urteilen. Darum iſt es gut, wenn das Bann⸗
urteil in der nächſten Verſammlung beſtätigt wird.
Anm. h. In beſonders ſchwierigen Fällen kann die
Gemeinde auch den Rat anderer einholen, den Fall dem Viſitator u. ſ. w. zur Begutachtung vorlegen.
Anm. i. Die Gemeinde bildet das höchſte und letzte
Supreme Court. Appellation an die So⸗
ericht.
node iſt nicht Appellation an eine höhere Inſtanz. Die Beamten der Synode oder dieſe ſelbſt können nur raten.
Syn. 98, 34.
Einwand 1. Dieſe Lehre ſei weiter nichts als eine
Anwendung der demokratiſchen Einrichtung unſeres Landes auf die Kirche.
Einwand 2. Danach ſei Lehrer, Prediger und der
einzelne Chriſt ein Spielball der Gemeinde.
Anm. k. Da Kirchenzucht Sache der Gemeinde iſt, ſe
1. ſoll ſich jeder Chriſt an die Gemeinde anſchlie—
ßen,
2. muß die Gemeinde Gemeindeverſammlungen
halten,
3. ſoll jeder die Gemeindeverſammlung fleißig
beſuchen. Sind wir hierin faul und träge, werden
wir unſer Recht bald verlieren.
Anm. l. Eigentlich ſind es nicht die Heuchler in der Gemeinde, die Zucht üben ſollen, ſondern die Chriſteen in derſelben Pſ. 50, 16. 17. Luk. 2, 41. 42.
- Mit. 75, 50
- Konk. 342
- Konk. 342. 343
- Konk. 333
- Syn.
96. 25
- Ka. 97, 75
margin
- Past. 348
margin
- Theol. 7, 143
margin
- Jo. 86, 13
margin
- Luth. 18, 204
margin
- Luth. 19, 76
margin
- Luth. 19, 76. 77
margin
- Wis. 86, 16
margin
- Wis. Syn. 1906, 50
margin
- Luth. 63, 130
margin
- Luth. 63, 130. 131
margin
- Luth. 63, 130. 131. 18
margin
- Luth. 63, 130. 131. 18. 203
margin
- Ma. 30, 153
margin
- Mit. 1901. 8
margin
- Mit. 1901. 8. 9
margin
- Neb. 1907, 49
margin
- Theol. 7, 143
margin
- Wis. 86. 27
margin
- Luth. 63, 131
margin
- Loch. 26
margin
- Ma. 30, 153
margin
- Wis. 86, 30
margin
- Wis. 86, 29
margin
- Luth. 44, 20
margin
- Luth. 44, 20. 18
margin
- Luth. 44, 20. 18. 203
margin
- Loch. 27
margin
- Ma. 26. 190
margin
- Luth. 18, 203
margin
- Syn. 98, 34
- Wis. 86, 27
margin
- Wis. 86, 27. 28
margin
- Luth. 63, 131
margin
- Luth. 63, 131. 18, 205
margin
- Ma. 30, 154
margin
- Neb. 1907, 51
margin
- Luth. 63,. 131
margin
- Ma. 30, 154
margin
- Neb. 1907, 51
margin
- Luth. 63, 131
margin
- Ma. 30, 154
margin
- Ma. 30, 154. 155
margin
- Past. 348
margin
- Luth. 63, 131
margin
- Luth. 63, 131. 132
margin
- Luth. 63, 131. 132. 338
margin
- Luth. 63, 131. 132. 338. 339
margin
- Ma. 30, 155
margin
- Ma. 30, 155. 156
margin
- Past. 346
margin
- Can. 79, 24
margin
- Ka. 88, 28
margin
- Ka. 88, 28. 29
margin
- Ka. 88, 28. 29. 70
margin
- Mit. 1904. 9
margin
- Mit. 1904. 9. 10
margin
- Mit. 1904. 9. 10. 71
margin
- Il. 98, 96
margin
- Can. 79, 23
margin
- Can. 79, 23. 24
margin
- Brun 51
margin
- Mit. 1904, 9
margin
- Mit. 1904, 9
margin
- Walth. Anschl. 26
margin
- Walth. Anschl. 27
margin
- Cal. 1904, 70
margin
- Wis. 86, 30
margin
- Neb. 1907, 50
margin
- Neb. 1907, 50. 51
margin
vol b, printed page
791–792 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0872
7.
—
7. An wem ſoll Kirchenzucht geübt werden? An un⸗
ſerem Bruder, das iſt, an jedem, der mit uns in Abend⸗
1 Kor. 5, 11—13: Wer ſich mahlsgemeinſchaft ſteht.
läſſet einen Bruder nennen. Matth. 18.15: Sündigt
5, 23. 1 Kor. 5, 13: Tut von
dein Bruder u. ſ. w.
euch ſelbeſt hinaus u. ſ. w. Theol. 7, 141. — Das
bezieht ſich auch auf
a. die Schweſter. Gewöhnlich wird in der Schrift
nur der Mann angeredet;
b. den Paſtor, Lehrer oder Profeſſor. Paulus trat gegen Petrum auf. Je höher einer im Amte iſt. deſto größeren Ernſt muß die Gemeinde beweiſen:
c. die nicht ſtimmberechtigten Glieder.
Ob man die Gemeindeordnung unterſchrieben hat oder
nicht, tut hier nichts zur Sache.
Anm. a. Wer ſchon draußen iſt oder erklärt, daß er
mit der Gemeinde nichts mehr zu tun haben will, kann
nicht hinausgetan werden.
Anm. b. Selbſtverſtändlich handelt es ſich um einen
Bruder, der noch am Leben und zurechnungsfähig iſt und
der unbußfertig über ſeine Sünde iſt. Die Unbußfertigkeit muß über alle Zweifel bewieſen ſein. Wis. Syn. 1907, 59. 60. ſ. Bann 262.
Anm. c. Nichtkonfirmierte ſtehen unter der Zucht ihrer Eltern. Jahr und Tag, von wo die Jugend von der Gemeinde in Zucht genommen werden kann, läßt ſich nicht genau angeben.
Anm. d. Wir fragen nicht, wie es Vereine machen, gehen nicht nach unſerer Vernunft, ſondern nach Gottes Wort.
- Theol. 7, 141
- Wis. 86, 30
margin
- Wis. 86, 30. 31
margin
- Wis. 86, 30. 31. 63
margin
- Wis. 86, 30. 31. 63. 99
margin
- Wis. 86, 30. 31. 63. 99. 100
margin
- Wis. Syn. 78, 28
margin
- Ma. 30, 92
margin
- Neb. 1907. 28
margin
- Neb. 1907, 34
margin
- Neb. 1907, 34. 35
margin
- Neb. 1907, 36
margin
- Wis. 86, 49
margin
- Mich. 97, 43
margin
- Jo. 83, 48
margin
- Jo. 83, 48. 86, 53
margin
- Mit. 97, 41
margin
- Mit. 97, 41. 42
margin
- Wis. Syn. 1907, 59
- Wis. Syn. 1907, 59. 60
- Neb. 1907, 35
margin
- Neb. 1907, 35. 36
margin
- Luth. 63, 99
margin
- Ma. 30, 91
margin
- Ma. 30, 91. 92
margin
- Neb. 1903, 84
margin
- Past. 339
margin
- Past. 340
margin
- Wis. 86, 31
margin
- Luth. 63, 99
margin
- Ma. 30, 92
margin
- Luth. 63, 99
margin
- Ma. 30, 91
margin
vol b, printed page
792–793 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0873
8.
—
8. Um welcher Sünde willen ſoll Kirchenzucht geübt werden? Zucht ſoll geübt werden
a. nicht wegen Schwachheitsſünden, Temperamentsfehler, Gebrechen. Ap. 20, 35: die Schwachen aufnehmen. Gal. 6, 1: ſo ein Menſch etwa von einem Fehler übereilt würde, ſo helfet ihm wieder zurecht.
Anm. Wollte man wegen Schwachheitsſünden Kirchenzucht einleiten, dann
1. hätten wir immer Zucht zu üben an allen
Gliedern,
2. würden wir mehr damit ſündigen, als die in
Zucht genommen werden ſollen;
b. nicht wegen Übertretung von Menſchenordnungen. Zwiſchen Menſchenordnung und göttlichem Gebot muß genau unterſchieden werden.
Anm. a. Es muß wirklich Sünde ſein, die geſtraft werden ſoll.
Anm. b. Zeigt ſich bei Übertretung einer Kirchenordnung, daß der Betreffende auch um Gottes Wort nichts gibt oder kommen Trotz, Eigenſinn u. ſ. w. hinzu, ſo muß
1. gleich von vornherein feſtgeſtellt werden, ge⸗
gen welches göttliche Gebot man ſich verſündigt
hat. Nur ſo bewahrt die Gemeinde ein gutes Ge⸗
wiſſen:
2. der Betreffende um dieſer Sünden willen
in Zucht genommen werden.
Anm. c. Schickt jemand ſeine Kinder nicht in die Gemeindeſchule, ſo kann dies Anlaß ſein, daß das Kirchenzuchtverfahren eingeleitet wird, indem bei dieſer Gele⸗
genheit offenbar wird, daß er überhaupt um chriſtliche Erziehung nichts gibt.
Anm. d. Die übertretung menſchlicher Ordnungen iſt oft mit großem Argernis für die Gemeinde verbunden. Doch beſteht die Möglichkeit des Ärgerniſſez nicht bei jeder Ordnung, die einer bricht;
c. nur wegen grober Sünden gegen Go! tes Gebot, welche den Glauben im Herzen erſticken. 1 Kor. 6, 9—13. 5, 11. 2 Kor. 12, 21. Gal. 5, 19—21. — Wer nicht in Todſünden ſteckt, den unterwerfe man nicht der Kirchenzucht. Wis. 86, 34. Welche Sünden nach den 10 Geboten der Kirchenzucht unterliegen ſ. Wis. 86, 50. 52.
Anm. a. „So haſt du deinen Bruder gewonnen.“ Es handelt ſich um Sünden, um derentwillen der Bruder verloren geht.
Anm. b. Als Beiſpiele nennt die Schrift auch Abgöttiſche, die in offenbares Weltweſen verſunken ſind, Geizige (doch läßt ſich Geiz gewöhnlich ſchwer nachweiſen Neb. 1907, 20), Trunkenbolde (ſ. Saufen). — Hier⸗
her gehören auch ſolche, die in einem ſündlichen Berufe ſtehen: Hurenwirte, Falſchmünzer u. ſ. w. Syn. 98. 31. 32.
Anm. c. Leicht iſt Kirchenzucht, wenn die Sünde aus⸗
drücklich in der Schrift genannt iſt, z. B. Hurerei, ſchwe⸗
rer, wenn man die Sünde erſt nachweiſen muß. z. B. Tanz, Mitgliedſchaft an Logen u. ſ. w. Da hält es oft ſchwer, die Zeit zu beſtimmen, wo das Tragen aufhören muß.
Anm. d. Gleichmäßigkeit in Zucht ſollte, ſo gut es geht, angeſtrebt werden. Es iſt dem Reiche Gottes hinderlich, wenn eine Gemeinde Logenglieder
in Zucht nimmt, eine andere ſie willkommen heißt.
Anm. e. Zwei Extreme ſind zu meiden:
zu laxe Zucht, da man jeden zum Abendmahl
äßt,
2. überſpannte Zucht, da man bannt, wo man
nicht bannen ſoll.
- Neb. 1903, 83
margin
- Mit. 1904, 49
margin
- Luth. 63, 115
margin
- Luth. 63, 115. 12, 154
margin
- Ma. 30, 95
margin
- Loch. 14
margin
- No. 75, 57
margin
- Wis. 86, 32
margin
- Theol. 7, 141
margin
- Past. 338
margin
- Neb. 1903, 84
margin
- Mit. 1904, 51
margin
- O. 79, 59
margin
- O. 79, 59. 61
margin
- Luth. 63, 114
margin
- Ma. 30, 93
margin
- Wis. Syn. 1906. 45
margin
- Jo. 86, 30
margin
- Luth. 63, 114
margin
- Ma. 30, 93
margin
- Loch. 13
margin
- Wis. 86, 32
margin
- Wis. 86, 32. 33
margin
- No. 12. 154
margin
- Loch. 14
margin
- Loch. 14. 75
margin
- Loch. 14. 75, 60
margin
- Allg. 66, 48
margin
- Mit. 1904, 51—53
margin
- Luth. 63, 115
margin
- Ma. 30, 94
margin
- Loch. 14
margin
- Wis. 86, 32
margin
- Allg. 66. 18
margin
- Mit. 1904, 60
margin
- Mit. 1904, 60. 55
margin
- Luth. 63. 115
margin
- Ma. 30, 91
margin
- Wis. Syn. 1907, 61
margin
- Wis. Syn. 1907, 61. 62
margin
- Wis. 86, 34
- Wis. 86, 50
- Wis. 86, 50. 52
- Neb. 1907, 20
- Syn. 98. 31
- Syn. 98. 31. 32
- W. 70, 83
margin
- W. 70, 83. 71, 26
margin
- O. 65, 62
margin
- Mit. 1904, 56
margin
- Mit. 1901, 45
margin
- Mit. 1901, 45. 86, 32
margin
- Jo. 89, 62
margin
- Jo. 89, 62. 341
margin
- Jo. 89, 62. 341. 342
margin
- Luth. 45, 105
margin
- Luth. 45, 105. 106
margin
- Can. 89, 34
margin
- O. 79, 59
margin
- Theol. 7, 141
margin
- Luth. 63, 115
margin
- Luth. 63, 115. 116
margin
- Ma. 30, 96
margin
- Wis. 1901, 45
margin
- Syn. 98, 38
margin
- Jo. 89, 62
margin
- Luth. 45, 106
margin
- Mich. 97, 41
margin
- Mich. 97, 41. 42
margin
- Süd. 85, 52
margin
- Süd. 85, 52. 58
margin
- Syn. 1902, 48
margin
- Syn. 1902, 48. 49
margin
- Or. 11. 75
margin
- Or. 11. 75, 11—15
margin
- Neb. 1903, S3.
- Paſt. 1904, 48—50.
vol b, printed page
793–794 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0874
9.
Offenbare Sünde
9. Offenbare Sünde. Die Sünde des in Zucht Genommenen muß offenbar ſein, das heißt, es muß offenbar ſein,
a. daß es wirklich Sünde iſt. Iſt darüber noch Streit, ſo kann keine Zucht geübt werden:
b. daß der Betreffende die Sünde wirklich begangen hat. Iſt der Beweis noch nicht unzweifelhaft gebracht, ſo fällt alles hin.
Anm. a. Wird die Tat vom Täter nicht geleugnet, ſo braucht man keine Zeugen.
Anm. b. Wird die Tat vom Täter geleugnet, o
1. muß man zwei oder drei Zeugen haben.
Matth. 18, 16;
2. darf man nicht nach moraliſcher Überzeugung
und Vermutung handeln. Denke keiner kein Ar⸗
ges.
Anm. c. Der Erweis kann ſchriftlich oder mündlich erbracht werden.
Anm. d. Die Zeugen müſſen Zeugen derſelben Handlung ſein. Hat ein Dieb zweimal geſtohlen und iſt beidemal nur ein Zeuge vorhanden, ſo ſind dies nicht zwei Zeugen derſelben Tat.
Anm. e. Fälle, in denen man das Urteil Gott überlaſſen muß, ſind,
1. wenn Zeuge gegen Zeuge ſteht. Des einen
Ja gilt ſo viel wie des andern Nein. Ein Zeuge
iſt kein Zeuge;
2. wenn Zeugen auf beiden Seiten ſtehen, ſodaß
man nicht zur Gewißheit kommen kann. — Es
kommt nicht immer die Zahl der Zeugen, ſon—
dern der Wert des Zeuaniſſes in Vetracht:
3. wenn die Zeugen nicht übereinſtimmen. So⸗
weit ſie ſich widerſprechen, beweiſen ſie nichts.
Anm. f. Man muß vorher, ehe man das Bannverfahren beginnt, wiſſen, ob der Angeklagte in den Bann getan werden kann.
Anm. g. Der Paſtor ſoll das Beichtgeheimnis nicht vreisgeben und öffentlich als Zeugnis benutzen.
- Past. 344
margin
- Past. 345
margin
- Wis. 86, 35
margin
- Neb. 1903, 87
margin
- Luth. 63, 115
margin
- Ma. 30, 95
margin
- Neb. 1903, 84
margin
- Neb. 1903, 84. 85
margin
- O. 79, 64
margin
- Wis. 86, 35
margin
- Loch. 13
margin
- Theol. 7, 142
margin
- Theol. 7, 142
margin
- Luth. 63, 115
margin
- Luth. 63, 115. 5, 182
margin
- Ma. 30, 95
margin
- Ma. 30, 95. 23, 319
margin
- Ma. 30, 95. 23, 319. 15, 16
margin
- Past. 343
margin
- Past. 152
margin
- Past. 153
margin
- Mit. 1904, 50
margin
- Loch. 13
margin
- Theol. 6, 217
margin
- Theol. 6, 217. 218
margin
- Theol. 6, 217. 218. 227
margin
- Theol. 6, 225
margin
- Theol. 6, 225. 226
margin
- Neb. 1903, 92
margin
- Past. 341
margin
- Past. 152
margin
- Ma. 30, 160
margin
- Theol. 6, 227
margin
- Wis. Syn. 78, 19
margin
- Neb. 1903, 92
margin
- Theol. 6, 230
margin
- Theol. 6, 230. 231
margin
- Theol. 6, 228
margin
- Theol. 6, 228. 229
margin
- Wis. 86, 34
margin
- Wis. 86, 34. 35
margin
- Ma. 23, 319
margin
- Past. 346
margin
- O. 79, 58
margin
- O. 79, 58. 59
margin
- Allg. 66, 52
margin
- Theol. 6, 223
margin
vol b, printed page
794–795 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0875
10.
Lehrzucht
10. Lehrzucht. Daß auch in Bezug auf Lehre Zucht geübt werden ſoll, lehren die Sprüche: Röm. 16, 17: Weichet von denſelbigen. Tit. 3. 10: Einen kegtzeriſchen Menſchen meide. 2 Joh. 10, 11: So jemand zu euch kommt und bringet dieſe Lehre nicht u. ſ. w. Matth. 7. 15: Sehet euch vor vor den falſchen Propheten. Off. 2,. 14. 15. (Mit. 98, 37.) Dabei iſt Rückſicht zu nehmen darauf, ob
a. der Irrtum ein fundamentaler iſt oder nicht. S. Bann 265. Anm. c.—e.
Anm. Ganz anders wie die Phariſäer (Matth. 21, 31) behandelt der Herr ſeine irrenden Jünger. Ap. 1, 6—8 ö
b. der Irrende ein Gemeindealied oder Paſtor iſt. Ein Paſtor iſt wegen falſcher Lehre ſeines Amtes zu entſetzen, wenn er daran feſthält. S. Beruf 372. Daß auch Gemeindeglieder, die in einer falſchen Lehre befangen ſind, unter Umſtänden nicht mehr zum Abendmahl zugelaſſen werden können ſ. Abendmahlsgemeinſchaft 68; Abend—
mahl 58 e.:
c. der Irrtum in der Gemeinde ausgebreitet oder für ſich behalten wird.
Anm. a. Durch falſche Lehre wird das ſchlimmſte Arngernis gegeben, obgleich auch das Argernis im Won⸗
del groß iſt.
Anm. b. Es iſt ein gefährlich Ding in Sachen d Glaubens zu irren. Falſche Lehre iſt Gift.
Anm. c. Wird keine Lehrzucht geübt, ſo
ein hört die Gemeinde auf, eine lutheriſche
ein,
2. ſoll man ausgehen. Bleibt man mutwillig d
rin, ſo hört man auf, Lutheraner zu ſein.
Anm. d. Gemeindeglieder ſollen nicht aus Mule! mit einem Irrlehrer ein Auge zudrücken. Viele hate. oft eine falſche Schonung bewieſen.
Anm. e. Was für ein Geſchrei erheben viele üe ſolche „Unduldſamkeit“!
Anm. f. Predigt ein Paſtor falſche Lehre, ſo ſole ihn die Gemeindeglieder nach Matth. 18 freundlich un brüderlich ermahnen.
Anm. g. Gemeindeglieder ſollen nicht mit Mißtraue— gegen ihren Paſtor erfüllt ſein, daß er ihnen falſch pre dige.
Anm. h. Ein Prediger, der falſche Lehre aufdetn muß, hüte ſich vor perſönlichem Haß gegen den Wider ſprecher, Ehrſucht u. ſ. w.
Anm. i. Manche Kirchenlehrer haben in der L Lerr geirrt und ſind nicht geſtraft worden. Aber die Le zucht unterblieb aus Mangel an Erkenntnis.
Anm. k. Prediger und Gemeinden ſollen auf Ren heit der Lehre achten.
- Mit. 98, 37
- Wis. 86, 51
margin
- Wis. 86, 51. 52
margin
- Wis. 86, 51. 52. 43
margin
- Wis. 86, 51. 52. 43. 44
margin
- Wis. Syn. 78. 29
margin
- Past. 342
margin
- O. 79, 61
margin
- O. 79, 61. 62
margin
- Neb. 1903, 81
margin
- Neb. 1903, 81. 82
margin
- O. 79, 62
margin
- Wis. 86, 48
margin
- Neb. 1907, 34
margin
- Neb. 1907, 34. 33
margin
- Wis. 86, 48
margin
- Luth. 42, 75
margin
- Syn. 79, 13
margin
- Wis. 86, 46
margin
- Wis. 86, 46. 47
margin
- Neb. 1903, 82
margin
- Wis. 86, 47
margin
- Wis. 86, 46
margin
- Wis. 86, 46. 23
margin
- Wis. 86, 46. 23, 320
margin
- Ma. 79, 12
margin
- Syn. 86, 45
margin
- Syn. 86, 45. 46
margin
- Neb. 44. Lehre. 86, 79,
- Bra. 1905, Walth. Die re
vol b, printed page
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11.
—
11. Der Kirchenzucht im engeren Sinne muß die ber derliche Beſtrafung vorausgegangen ſein. Sie iſt n Grundlage der Kirchenzucht.
Anm. a. Gott hat das Wie der Kirchenzucht in de großen Hauptzügen vorgeſchrieben. Hält die Gemeinde
ſich nicht daran, ſo fällt das ganze Zuchtverfahren hin.
Anm. b. Wie es nach Gottes Wort zugehen ſoll. wil ſen unſere Glieder im allgemeinen wohl, aber dennes wird noch mancher Fehler gemacht.
Anm. c. Die drei Stufen der Ranszee chen Beſtrafung ſ. Seite 446. — Ob auf der 2 Stufe Zeugen der Tat oder Zeugen des Ermahnens Wis. Syn. 78, 20— 24.
Anm. d. Einhaltung der erſten und zweiten Stu der Ermahnung macht Kirchenzucht oft unnötig.
Anm. e. Gffentliche Sünden (ſolche, welche B rer Natur nach allgemein bekannt ſind und offenbar v den O. 79, 64) können gleich vor die Gemeinde gebrah werden, doch iſt auch hier die Liebe das höchſte Ge und vorhergehende Eern oft ſehr heilſam. Bann 446.
Anm. f.
Die Gemeinde muß ſich überzeugen, ob der treffende
Fall auch wirklich ſchon vor die Gemeinde gört.
Anm. g. Leugnet der Angeklagte, daß die erſte Stufe r Ermahnung bereits mit ihm durchgenommen ſei, ſo rd man den Beweis dafür nicht bringen können, da oit ſelbſt alle Zeugen ausgeſchloſſen hat. Wird auch zweite Stufe beſtritten, ſo weiſe die Gemeinde den ill zurück.
Anm. h. Es iſt eine gute Sitte, Kirchenzuchtsfälle, e ſie in die Gemeindeverſammlung geworfen werden, ſt dem Paſtor und Vorſtand zu melden. Mancher Fall ird dadurch vorher noch beſeitigt. Doch gehört dieſes ideln bereits zur dritten Stufe, da Paſtor und Vorher als Beamte der Gemeinde handeln.
12. Iſt die brüderliche Beſtrafüng vergeblich, ſo ſoll in die Gemeinde
a. eine Verſammluughalten, um den Fall fzunehmen. 5
Anm. a. Bei Abmeldung der Verſammlung kann rauf hingewieſen werden, daß ein Zuchtfall vorliegt. Anm. b. Solche Werſammlungen ſollte kein Glied me Not verſäumenl.
Die Ehre Gottes, das Heil einer eele, das Wohl der Gemeinde ſteht auf dem Spiel.
Anm. c. Solche Geſchäfte gehören zu den wichtig'n Geſchäften der Gemeinde, die darum allem andern zrangehen ſolten.
Aum. d. Unter Umſtänden kann die Sitzung eine ge— Roſſene Fin, ſodaß Fremde, Neugierige
aufgefordert erden, Rie Sitzung zu verlaſſen.
Aum/e. über ſolche Verhandlungen ſoll genau Pro— koll Rerfaßt werden;
„Fen Angeklagteneinladen. Solche Eindung geſchieht am beſten ſchriftlich und wird durch ein der zwei Glieder übermittelt.
Anm. Kommt der Angeklagte nicht, und will nicht nmen, ſo mache man die Einladung dringender und
e mit ihm perſönlich; iſt alles umſonſt, ſo ſieht die emeinde ihn an als einen, der ſich ſelbſt ausgeſchloſſen u. S. Bann 265:
c. ſtrafen, d. h. ſeiner Sünde überführen, ihn überugen, daß ſeine Tat wirklich Sünde iſt und ihn reizen, avon abzulaſſen. Solches Strafen ſoll geſchehen
1. nicht vom Paſtor, ſondern von vielen,
2. nicht durch Hinweis auf die Gemeindeordnung
(Logenparagraph), nicht durch Berufung auf an—
dere, ſondern allein mit Gottes Wort. Es wird die
Sünd' durch's Geſetz erkannt.
Anm. Auch die ganze Gemeinde muß der Paſtor bei edem vorliegenden Fall belehren. was Gottes Wort über den betreffenden Fall ſagt.
- Wis. Syn. 78, 20— 24
- O. 79, 64
- Neb. 1903, 81
margin
- Luth. 63, 162
margin
- Luth. 63, 162. 163
margin
- Ma. 30, 157
margin
- Past. 320
margin
- Wis. Syn. 1907, 58
margin
- Syn. 1902, 44
margin
- Proc. 97, 29
margin
- Mich. 97, 40
margin
- Luth. 63, 162
margin
- Ma. 30, 123
margin
- Wis. Syn. 78, 9
margin
- Wis. Syn. 78, 9. 10
margin
- Wis. Syn. 78, 9. 10. 90
margin
- Wis. Syn. 78, 9. 10. 90 5
margin
- Wis. Syn. 78, 9. 10. 90 5 1
margin
- Ma. 30, 90
margin
- Ma. 30, 90. 26, 157
margin
- Wis. 86, 38
margin
- Wis. 86, 38. 788
margin
- Wis. Syn. 78, 16—27
margin
- Wis. Syn. 78, 16—27. 17
margin
- Neb. 1907, 42
margin
- Syn. 79, 20
margin
- Syn. 79, 20. 21
margin
- Past. 325
margin
- Past. 326
margin
- Ma. 30, 158
margin
- Wis. Syn. 78, 26
margin
- Wis. Syn. 78, 26. 27
margin
- Wis. Syn. 78, 26. 27. 76, 19
margin
- Wis. 88, 18
margin
- Luth. 63, 163
margin
- Ma. 30, 7
margin
- Ma. 30, 7. 5
margin
- Ma. 30, 160
margin
- Luth. 63, 163
margin
- Ma. 30, 159
margin
- Luth. 63, 355
margin
- Mit. 98, 33
margin
- Luth. 63, 355
margin
- Luth. 63, 356
margin
- Luth. 63, 356
margin
- Luth. 63, 356. 60
margin
- Luth. 63, 356. 60. 71
margin
- Luth. 63, 356
margin
- Past. 351
margin
- Past. 347
margin
- Luth. 63, 180
margin
- Luth. 63, 180. 181
margin
- Ma. 30, 191
margin
- Mit. 1904, 70
margin
- Wis. Syn. 76, 20
margin
- Luth. 63, 181
margin
- Ma. 30, 192
margin
- Wis. Syn. 78, 27
margin
- Luth. 63, 194
margin
- Loch. 16
margin
- Loch. 16. 17
margin
- Wis. Syn. 1906, 46
margin
- Neb. 1907, 14—26
margin
- Luth. 63, 195
margin
- Neb. 1907, 14
margin
- Neb. 1907, 14. 18
margin
- Mit. 1904, 52
margin
- Wis. 1901, 16
margin
- Syn. 1902, 45
margin
- Luth. 63, 105
margin
- Ma. 23, 320
margin
- Luth. 63,
vol b, printed page
796–797 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0877
13.
Der Zweck der Kirchenzucht iſt in Hinſicht auf a
13. Der Zweck der Kirchenzucht iſt in Hinſicht auf a. Gott: Die Ehre Gottes. Was zu Gottes Ehre
gereicht, iſt auch immer zum Heil der Seele;
b. den Sünder: Gewinnung ſeiner Seele. Maub.
18, 15: ſo haſt du deinen Bruder gewonnen. 1 Kor. 5.
5: auf daß der Geiſt ſelig werde. 2 Kor. 13, 10: zu
beſſern und nicht zu verderben. 10, 8. — Wir ſollen
den Gefallenen nicht ſich ſelbſt überlaſſen, ſondern ihm
„zu helfen ſuchen. W. 95, 28. Selbſt einem Stück Viet
hilft man zurecht. Die heutigen Arbeiterverb. 61. 62.
Anm. a. Wie mancher, der verloren ginge, wird ge
rettet, wenn die Gemeinde ihm allen falſchen Tro—
nimmt.
Anm. b. Der Bruder hat es nötig. Er iſt einen
verlorenen Schafe gleich. Wird er nicht gewonnen. ſe
geht er für Chriſtum und ſein Reich verloren.
Anm. c. Gewonnen iſt der Bruder nicht, wenn er
einer weltlichen Traurigkeit gebracht wird, ſonden
woenn er zur wahren Buße kommt. ů
Anm. d. Sucht man den Bruder Zu gewinnen.
wird man ſich hüten vor heftigem Überſtzirzen, wird it—
nicht ohne weiteres laufen laſſen, wenn er Jagt: Streic⸗
meinen Namen u. ſ. w.
Anm. e. Solcher Sinn und Geiſt wohnt Mur in d
noen, die ſelbſt etwas von Sünde und Gnade Verfahrn
haben.
Anm. f. Auch der Bann ſelbſt ſoll ein Mitizel ;
Rettung ſein, der letzte Verſuch auf Leben und To Anm. g. Zweck der Kirchenzucht ſoll nicht ſein,
1. einen läſtigen Bruder loszuwerden;
2. den Bruder für die Gemeinde zu beha
ten. Beſonders kleine Gemeinden laſſen nicht ger:
gutzahlende Glieder gehen: ö
3. das leibliche Wohlergehen des Bruders
Darauf kann man z. B. bei einem Säufer auch Rück
ſicht nehmen, aber das iſt lange nicht die Haupt
ſache;
4. Rache am Bruder zu üben;
5. den Bruder zu demütigen, zu ſtrafen. Die
Kirche hat kein Recht zu ſtrafen. Die Strafe liegt,
auf ihm;
6. den äußerlichen Schein zu wahren. Darum
gibt ſich die Gemeinde mit einem offenbar bloß
äußerlichen Bußbekenntnis nicht zufrieden.
Anm. h. Schrecklich. wenn die Zucht gebraucht wird.
Seelen zu inranniſieren!
e. 3 Gemeinde:
Reinigung von aller Mitſchuld. 3 Moſ. 19.
17: Auf daß du nicht ſeinethalben Schuld tragen
müßteſt. Heſ. 33, 8: ſein Blut will ich von deiner
Hand fordern. 2 Kor. 7, 11: Ihr habt euch be⸗
wieſen in allen Stücken, daß ihr rein ſeid an der
Tat.
Anm. a. So lange offenbares Unrecht ungeſtraft
geduldet wird, liegt ein Fluch auf der Gemeinde.
Joſ. 7, 1. Achan:
2. Bewahrung der Gemeinde vor größerem Scha⸗
den. Ein räudiges Schaf kann die ganze Gemeinde
verderben. Sauerteig. Krebs, ſ. §5l.
Anm. a. Genießen offenbare Sündenknechte weiter⸗
hin alle Rechte der Kinder Gottes in der Gemeinde, ſo
müſſen die
Schwachen auf den Gedanken kommen, daß
man trotz alledem ein Chriſt bleiben könne.
Anm. b. Bei jedem Zuchtfall muß darum auch im⸗
mer auf das Argernis hingewieſen werden, das mit
jeder groben Sünde verbunden iſt und getilgt werden
muß. Es iſt nicht nötig zu beweiſen, daß andere wirklich
ſchon Argernis daran genommen haben, es genügt, daß
Argernis entſtehen kann.
Anm. c. Kirchenzucht iſt eine Mahnung für alle Glie—
der, ſich vor ſolcher Sünde zu hüten. 1 Tim. 5, 20: auf
daß ſich auch die andern fürchten. Ap. 5, 5: Es tam
eine große Furcht über alle;
d. die Welt. Die draußen ſind, beurteilen die Re—
ligion nach ihren Früchten.
Anm. a. Eine Gemeinde ſoll ſich reinigen vom Bö—
ſen, daß ſie auch äußerlich als ein heiliges Volk daſteht.
So treibt die Gemeinde am beſten Miſſion. Auch die
Welt erkennt, daß es den Chriſten mit ihrer Religion
Ernſt iſt.
14. Die Art und Weiſe.
Das Kirchenzuchtsverfahren
ſoll geſchehen
a. nicht geſetzlich. Das Geſetz richtet Zorn an.
Geſetzliches Weſen iſt es, wenn man
1. das Zuchtverfahren als
ein Gerichtsverfahren
anſieht und damit verfährt wie in einem weltlichen
Prozeß,
2. peinlich genau die äußere Form beobachtet,
jede Stufe der Ermahnung bloß einmal befolgt,
ohne Rückſicht auf den Sünder,
3. allerlei Bußübungen, Kirchenſtrafen auflegt
wie im Mittelalter.
Anm. a. Bei geſetzlichem Weſen geht alles ſchablo—
nenmäßig, der in Zucht Genommene muß ſich fügen,
einerlei ob er im Gewiſſen durch Gottes Wort über⸗
zeugt iſt oder nicht, das Meſſer wird ihm an die Kehle
geſetzt, entweder Abbitte oder hinaus.
Anm. b. Das Geſetz muß freilich gebraucht weroen,
ſonſt wäre es keine Zucht. Auch darf man dem Geſeze
nicht die Spitze abbrechen. Aber wozu? Zur Erkenm⸗
nis der Sünde zu bringen, ſonſt hilft das Evangenun
nichts.
Anm. c. Ein Beiſpiel eines Mannes von geſetzlichen
Weſen war Grabau:
b. evangeliſch, da man vor allen Dingen vr
Zweck der Zucht, das Heil der Seele im Auge hat. Anm. a. Ein Vorbild iſt Chriſtus. Wie geht er mu
Petro um, wie wehrt er ſeinen Jüngern, die Feuer vom
Himmel fallen laſſen wollten Luk. 9, 54, und doch wie
ſcharf geht er vor gegen die Sünder!
Anm. b. Evangeliſch ſchließt nicht Leichtfertigkeit un
Larheit in ſich.
Anm. c. Auch gegen angeſehene Leute wird man nicht
in ſolch rigoröſer Weiſe vorgehen, wie manche Stürmer
wollen;
c. in brüderlicher Geſinnung. Dazu ge⸗
höört
1. Liebe. Haſt du mich lieb? Treibt dich die
Liebe nicht, ſondern Neid, Schadenfreude u. ſ. w.
dann laß dein Strafen nur ſein,
2. herzliches Erbarmen,
3. Freundlichkeit. Pſ. 141, 5: Der Gerechte
ſchlage mich freundlich;
4. Sanftmut. Gal. 6, 1: mit ſanftmütigem
Geiſt.
Anm. Man ſoll ſtrafen nicht hitzig, zornig, nicht
mit Schimpfen, wie ein Donnerwetter, dreinfahren.
Wer das Böſe angreifen will, hüte ſich vor fleiſch—
lichem Eifer, Ironie, Spott, vor allem, was erbüt—
tern und verletzen kann. Ma. 23, 318. 319,
5. Demut. Gal. 6, 1: Siehe auf dich ſelbſt, daß
du nicht auch verſucht werdeſt. Es könnte dir das⸗
ſelbe paſſieren;
6. Geduld. Man ſoll nicht gleich den Mut ver⸗
lieren und denken: Mit dem Menſchen iſt nichts an⸗
zufangen;
7. Weisheit und Klugheit. David: Du biſt der
Mann! Man muß die Verhältniſſe, Erkenntniszu⸗
ſtand des Einzelnen und der ganzen Gemeinde in
Betracht ziehen. Darum handelt eine Gemeinde im
ſelben Fall oft ganz anders wie eine andere.
15. Einwände gegen Kirchenzucht.
a. Kirchenzucht ſei gegen die Liebe. — Im Gegenteil:
Es iſt gerade eine Pflicht der Liebe.
b. Kirchenzucht ſei unevangeliſch. — Argerniſſe ruhig
gewähren laſſen iſt unevangeliſch. Falſche Duldſamkeit
hindert die Beſſerung und fördert den Schaden.
c. Laſſet beides mit einander wachſen. — Auf dem Acker der Welt, nicht in der Kirche.
d. Der Bann verderbe den Sünder erſt recht. — Er zeigt ihm, was für ein verlorener Menſch er iſt, wenn er nicht Buße tut.
e. Chriſtus habe keinen Sünder von ſich geſtoßen.
f. Mit dem Bann werde die Welt nicht gebeſſert.
g. Kirchenzucht ſtoße die Leute vor den Kopf. — Nachdem Ananias geſtraft war, wurden je mehr zugetan zur Gemeinde. Ap. 5, 14.
h. Kirchenzucht ſchade der Gemeinde. — Sie nützt der Gemeinde. 1 Tim. 5, 20: auf daß ſich auch die andern fürchten.
i. Die Kirche durch Zucht zu einer ganz reinen machen zu wollen, ſei ein vergebliches, unbibliſches Bemühen. Die Kirche ſei und bleibe ein Netz voll guter und fauler Fiſche.
k. Die Geſchichte zeige, daß alle Kirchenzucht nicht nur wenig ausgerichtet, ſondern je und je zur Prieſterherr⸗m ſchaft und Gewiſſenstyrannei geführt habe. — Der Mißbrauch hebt den rechten Gebrauch nicht auf.
l. Kirchenzucht ſei papiſtiſch. Sie iſt aber von Anfang an in unſerer lutheriſchen Kirche gelehrt worden.
m. Die Reformierten hätten immer auf Zucht gehalten, nicht aber die Lutheraner. — Dagegen Kon. 323. 165, § 62.
n. Die Gemeinde iſt noch nicht ſo weit. — Das iſt keine Entſchuldigung, ſondern Anerkennung, daß es übel ſteht und beſſer werden muß.
- W. 95, 28
- Neb. 1907, 52
margin
- Neb. 1907, 52. 53
margin
- Jo. 86, 36
margin
- Neb. 1903. 81
margin
- Luth. 63, 146
margin
- Luth. 63, 146. 45, 114
margin
- Ma. 30, 124
margin
- Ma. 30, 124. 125
margin
- Ma. 30, 124. 125. 26, 158
margin
- Il. 98, 95
margin
- N. W. 80, 31
margin
- Can. 89, 34
margin
- Tex. 1906, 36
margin
- Or. 1903, 9
margin
- Wis. 86, 37
margin
- Wis. Syn. 75, 25
margin
- Wis. Syn. 75, 25. 78, 16
margin
- Bro. 514
margin
- Loch. 7
margin
- Loch. 7. 8
margin
- Bro. 515
margin
- Neb. 1907, 67
margin
- Neb. 1907, 67. 53
margin
- Neb. 1907, 22
margin
- Luth. 63, 147
margin
- Ma. 30, 126
margin
- Luth. 63, 147
margin
- Luth. 63, 147. 43
margin
- Luth. 63, 146
margin
- Luth. 63, 146. 1111
margin
- Luth. 63, 146. 1111 4
margin
- Neb. 1907, 54
margin
- Neb. 1907, 54. 55
margin
- Wis. Syn. 1906, 45
margin
- Neb. 1907, 54
margin
- Wis. 86, 37
margin
- Neb. 1907, 54
margin
- Neb. 1907, 55
margin
- Ma. 30, 126
margin
- Ma. 30, 126. 127
margin
- Neb. 1907. 67
margin
- Ma. 26, 192
margin
- Loch. 10
margin
- Mit. 1904, 54
margin
- Wis. 86, 37
margin
- O. 79, 65
margin
- Can. 97, 53
margin
- Can. 97, 53. 52
margin
- Luth. 42, 75
margin
- Luth. 42, 75. 56, 164
margin
- Loch. 11
margin
- Süd. 97, 70
margin
- Bro. 515
margin
- Bro. 515
margin
- Mit. 1904, 54
margin
- Mit. 1904, 54. 55
margin
- Mit. 1904, 55
margin
- Ma. 26, 191
margin
- Luth. 45, 115
margin
- Luth. 45, 115. 63
margin
- Luth. 45, 115. 63. 146
margin
- Neb. 95, 27
margin
- Ma. 30, 125
margin
- Ma. 30, 125. 126
margin
- Syn. 1902, 44
margin
- Wis. 88, 14
margin
- Wis. 88, 14. 15
margin
- Wis. Syn. 1906, 46
margin
- Or. 1903, 9
margin
- Jo. 86, 41
margin
- Wis. 88, 15
margin
- Wis. Syn. 75, 25
margin
- Wis. 88, 16
margin
- Wis. 88, 16. 17
margin
- Ma. 23, 318
- Ma. 23, 318. 319
- Ma. 23, 318. 319,
5
- Wis. 88, 16
margin
- Wis. 88, 16
margin
- Wis. 88, 16. 17
margin
- L. W. 33, 280
margin
- L. W. 33, 280. 281
margin
- Luth. 68, 146
margin
- Ma. 30, 124
margin
- Wis. Syn. 75, 26
margin
- Wis. 88, 18
margin
- Wis. 88, 18. 19
margin
- Wis. Syn. 75, 25
margin
- Wis. 88, 17
margin
- Mich. 97, 42
margin
- Neb. 1907, 56
margin
- Loch 17
margin
- Wis. 88, 19
margin
- Neb. 1907, 57
margin
- Can. 89, 34
margin
- Loch. 17
margin
- Neb. 1907, 58
margin
- Neb. 1907, 58. 59
margin
- Neb. 1907, 60
margin
- Wis. Syn. 78, 18
margin
- Neb. 1907, 61
margin
- Si. 785
margin
- Neb. 1907, 23
margin
- Neb. 1907, 61
margin
- Wis. 88, 17
margin
- Luth. 6, 121
margin
- Luth. 6, 121. 4, 175
margin
- Jo. 86, 10
margin
- Luth. 63, 195
margin
- Neb. 1907, 62
margin
- Mich. 97, 42
margin
- Ma. 10, 254
margin
- Mit. 1904, 38
margin
- Mit. 1904, 38. 57
margin
- Mich. 97, 40
margin
- Mich. 97, 40. 41
margin
- Neb. 1907, 64
margin
- Luth. 63, 308
margin
- Mit. 98, 38
margin
- Mit. 98, 38. 95, 73
margin
- Mit. 98, 38. 95, 73. 71
margin
- Bro. 514
margin
- L. W. 33, 281
margin
- Mit. 98, 38
margin
- Bro. 511
margin
- Mit. 98, 38
margin
- Bro. 514
margin
- Neb. 95, 26
margin
- Neb. 95, 26. 27
margin
- Mit. 98, 38
margin
- Bro. 512
margin
- Bro. 512
margin
- Il. 86, 13
margin
- Wis. Syn. 76, 21
margin
- Wis. 86, 21
margin
- N. W. 80, 31
margin
- Syn. 79, 17
margin
- Bro. 509
margin
- Syn. 98, 31
margin
- Jo. 83,
vol b, printed page
798–801 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0879
16.
—
16. Höret er die Gemeinde, erzeigt ſich der Sünder bußfertig, dann ſoll
a. der Sünder öffentliche Abbitte leiſten, wenn er öffentliches Argernis gegeben hat, damit das Argernis abgetan und das geſtörte Vertrauensver— hältnis zwiſchen ihm und den Brüdern wieder hergeſtellt werde.
Anm. a. Die Form der Abbitte iſt nicht weſentlich. Darum ſoll man nicht peinlich auf eine beſtimmte Form dringen.
Anm. b. Damit ſoll nicht geſagt ſein, daß man nicht auch auf größere Gleichmäßigkeit in der Zucht hinarbeiten könne;
b. die Gemeinde aber ihm vergeben und ihn wieder aufnehmen. 2 Kor. 2, 6—11.
Anm. a. Er höret die Gemeinde, das iſt oft der Ausgang des Kirchenzuchtsverfahrens. Der Blutſchänder zu Korinth.
Anm. b. Hier unterſcheidet ſich Kirche und Welt.
Die Welt ſtößt gefallene Sünder von ſich. Chriſtum nannte man der Zöllner und der Sünder Geſellen.
Die Kirche nimmt Bußfertige an, mag die Welt urteilen, wie ſie will.
Anm. c. Wollte eine Gemeinde einem Bußfertigen
nicht verzeihen, ſo könnte ſie die Verſammlung nicht mit
dem Vater Unſer ſchließen, ohne ſich zu ſtrafen, und kann
den Sünder in Verzweiflung ſtürzen.
Anm. d. Manchmal ſteigen Bedenken auf, ob die
Buße aufrichtig iſt oder nicht. Das Bußbekenntnis lautet
ſo kurz, ſo kühl. Die Gemeinde ſoll auch Vorſicht an⸗
wenden, daß ſie nicht' betrogen wird. Der Grad der
Reue und Buße iſt aber bei verſchiedenen Menſchen ver⸗
ſchieden. Die Gemeinde muß ſich daran begnügen laſ⸗
ſen, es ſei denn, ſie kann die Unaufrichtigkeit nachweiſen. Anm. e. Bei Gewohnheitsſäufern, die
ſchon oft Beſſerung verſprochen, kann eine Probezeit ge⸗
ſetzt werden, um zu ſehen, wie ſie diesmal ihr Verſpre⸗
chen halten. Endlich wird auch eine Zeit kommen, wo
es offenbar wird, ob ſie bloß aus Heuchelei Beſſerung
verſprechen.
17. Höret er die Gemeinde nicht, dann ſoll die Ge⸗
ben. zum Bann ſchreiten und den Sünder ausſchlie⸗
en.
Anm. a. Wann hört jemand die Gemeinde nicht?
Wenn er
1. gar nicht in die Gemeindeverſammlung kommt.
ö „Streicht meinen Namen.“ Selbſtausſchluß, ſ. §S 12
b:
2. von der Sünde, die ihm von der Gemeinde
aus Gottes Wort klar nachgewieſen worden iſt, nicht
laſſen will, ſondern ſich hartnäckig verteidigt.
Anm. b. Der Gebannte
1. verliert alle Rechte der Gemeinde: Abendmahl.
chriſtliches Begräbnis, Stimmrecht u. ſ. w.,
2. iſt nicht bloß aus der chriſtlichen Kirche, ſon;
dern auch vom Himmel ausgeſchloſſen,
3. ſoll als Heide und Zöllner gehalten werden.
4. findet in unſerem Lande kein Gehör bei der
Obrigkeit.
Anm. c. Der Bann ſoll ſein
1. einſtimmig. Sind etliche von der Bann⸗
ö
würdigkeit noch nicht überzeugt, ſo kann nicht zum
Bann geſchritten werden. Proteſte müſſen vorher
beſehen werden. Bann 261;
2. unbedingt. Ein bedingter Bann, z. B.:
„wenn der Sünder nach vier Wochen keine Buße
zeigt,“ kann verwickelte Lagen ſchaffen.
Anm. d. Da Gott unbußfertige, grobe Sünder be⸗
reits aus der chriſtlichen Kirche geſtrichen hat, ſo iſt der
Gemeindebeſchluß nichts als die Anerkennung dieſes Um⸗
ſtandes.
Anm. e. Die öffentliche Verkündigung
des Bannes
1. kommt dem Paſtor zu,
2. geſchieht am beſten, nachdem der Bann in der
nächſten Verſammlung beſtätigt worden iſt,
- Luth. 63, 228
margin
- Luth. 63, 228. 229
margin
- Wis. 88, 21
margin
- Luth. 63, 229
margin
- Wis. 88, 20
margin
- Syn. 1902, 18
margin
- Syn. 1902, 18. 49
margin
- Wis. 86, 37
margin
- Luth. 63, 228
margin
- Jo. 89, 63
margin
- Jo. 89, 63. 64
margin
- W. 95, 28
margin
- Mit. 98, 43
margin
- Mit. 98, 43. 35
margin
- Luth. 63, 227
margin
- Jo. 89. 63
margin
- Jo. 89. 63. 64
margin
- Jo. 89, 65
margin
- Wis. 86, 37
margin
- Wis. 86, 37. 38
margin
- Mit. 98, 35
margin
- Jo. 89, 64
margin
- Luth. 63, 228
margin
- Luth. 63, 228
margin
- O. 79, 60
margin
- Süd. 91, 23
margin
- Past. 333
margin
- Theol. 1905, 124
margin
- Wis. Syn. 1907, 58
margin
- Wis. Syn. 1907, 58. 59
margin
- Wis. Syn. 1907, 58. 59. 78, 20
margin
- Proc. 97, 30
margin
- Mit. 98, 36
margin
- Mit. 1904, 62
margin
- Luth. 61, 327
margin
- Luth. 66, 207
margin
- Luth. 63, 258
margin
- Luth. 63, 307
margin
- Luth. 63, 307
margin
- Luth. 63, 259
margin
- Jo. 97, 96
margin
- Luth. 39, 134
margin
- Luth. 39, 134. 30, 4
margin
- Luth. 63, 274
margin
- Luth. 63, 274. 275
margin
- Past. 343
margin
- Past. 344
margin
- Luth. 63, 275
margin
- Syn. 1902, 45
margin
- Past. 349
margin
- Loch. 28
margin
- Luth. 63, 259
margin
vol b, printed page
801–802 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0882