Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 15 › Seite 121
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-03-19, Seite 121
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Bann · Bann 2 · Bann 11 · Bann · Bann 17 · Bann 19 · Kirchenzucht 13
dienſt an leiblicher und geiſtlicher Noth, welcher
von Geiſtlichen und Gemeindegliedern auf Grund
des kirchlichen Bekenntniſſes innerhalb jeglicher
Gemeinde gepflegt und geordnet werden möge.
Die Organiſation aber ſolcher Vereine unter
Leitung eines Centralvorſtandes, unter Nichtach—
tung des Bekenntniſſes und der Gem eindegren zen
muß die Conferenz entſchieden mißbilligen.
4) Die Conferenz erklärt, es müſſe in Bezug
auf die Volksſchulen durchaus gefordert und
darauf beſtanden werden, daß nicht nur der
Religionsunterricht dem Bekenntniſſe der Ge⸗
meinde gemäß ertheilt, ſondern auch dafür geſorgt
werde, daß der ganze Unterricht und die Erziehung
mit dieſem Bekenntniſſe nicht im Widerſpruch
ſtehe.
5) Den in Wittenberg gefaßten Gedanken
einer zu erzielenden Conföderation der Kirchen
verſchiedenen Bekenntniſſes, als ſolchen, erklärt
die Conferenz für unausführbar und für un⸗
vereinbar mit den Prineipien der evangeliſch⸗
lutheriſchen Kirche.
6) Das landesherrliche Kirchenregiment darf
unter den dermaligen Verhältniſſen des Staates
zur Kirche nicht mehr in der bisherigen Weiſe,
kann aber nach Umſtänden wohl unter ſolchen
Modificationen, welche der Selbſtſtändigkeit und
Freiheit der Kirche Gewähr leiſten, fortbeſtehen.
7) Die Conferenz will die Selbſtſtändigkei:
und Unabhängigkeit des geiſtlichen Lehrſtandes;
d. h. ſie will denſelben blos durch das kirchliche
Bekenntniß des Evangelii und die demſelben ent⸗
ſprechende Ordnung der Kirche gebunden wiſſen.
Sie verwirft in Bezug auf Lehre und Zucht jede
Abhängigkeit des Lehrſtan des, ſei es von landes⸗
herrlichen Erlaſſen, ſei es „von Gemeindebeſchlüſ⸗
ſen, welche durch beliebige, vom kirchlichen Be⸗
kenntniſſe nicht gebundene Stimmenmehrheit er⸗
zielt werden ſollten“, ſei es endlich von irgend
welcher, das geiſtliche Amt und deſſen Befugniſſe
beeinträchtigenden Vorſtandſchaft der Gemeinde.
Die Conferenz will aber nicht minder eine geglie⸗
derte Organiſation der Gemeindevertretung und
ſieht dieſe als Grundbedingung für jede Neu⸗
geſtaltung der Kirche in Bezug auf deren Ver⸗
faſſung an.
8) Die förmliche Organiſation der über die
einzelnen Landesgrenzen hinausgehenden Kirchen⸗
gemeinſchaften betrachtet die Conferenz als zu
erſtrebendes Ziel, glaubt aber, daß man hier des
HErrn weitern Wegen mit großem Ernſte nach⸗
gehen müſſe, ſtatt eigenliebig ſie machen zu wollen.
*
Zu große Deinuth Herrn Suhr's in Cincinnati.
In der 45. und 48. Nummer der „Proteſtan⸗
tiſchen Zeitblätter“ ſchüttet Herr Suhr in wahr⸗
haft rührenden Ausdrücken buchſtäblich ſeine Kla⸗
gen darüber aus, daß Herr Dr. Sihler, wie aus
einem Aufſatz im „Lutheraner“ zu erſehen ſei, als
ein Chriſtenprediger nicht „ein Viehhirt oder
Miethling“ ſein wolle und daher „mit der herab⸗
ſetzendſten Miene und dem unverſchämteſten
Maule gegen Solche, welche von ſich nicht
höher halten, denn ſich zu halten ge—
12⁰
bühret, prahle“. Wir müſſen geſtehen, daß
wir uns einer ſo beiſpielloſen, Tauſende von
Predigern beſchämenden Demuth bei Herrn Suhr
nicht verſehen hatten. Zwar ſcheint derſelbe eben
in dem Aufſatze, welcher dieſes demüthige Ge—
ſtändniß enthält, es gefliſſentlich unverhüllt laſſen
zu wollen, daß er ſelbſt die Schwelle aller menſch⸗
lichen Wiſſenſchaften noch nicht betreten, der
Logik“) nemlich noch nicht ſich befliſſen habe,
indem der gute Mann die in dem Worte „zu⸗
fällig“ liegenden verſchiedenen Begriffe nicht
trennen zu können thatſächlich eingeſteht. Allein,
ſo wohl in dieſer Beziehung Herrn Suhr Beſchei⸗
denheit anſteht, ſo geht er doch darin offenbar zu
weit, wenn er ſelbſt den Vichhirten ſich gleich
ſtellen zu müſſen meint; denn obwohl das Amt
eines Viehhirten ein durchaus ehrenhaftes iſt, ſo
werden doch auch diejenigen, deren Geiſt Herr
Suhr mit ſeiner Lehre weidet, ihn eben ſo wenig
für einen Viehhirten angeſehen wiſſen wollen, wie
Dr. Sihlern deſſen chriſtliche Zuhörer.
Der wahre Gott wird zum Heil nicht dur
Speculation erkannt.
Als ein Biſchof zum Märtyrertode geführt
werden ſollte, that ſein Richter noch dieſe Frage
an ihn: Was der Gott der Chriſten für ein Gott
wäre? Der erſtere antwortete: „Du wirſt ihn
erkennen, wenn du es werth biſt.“ Euseb. bist.
ecel. L. V.
Kirchliche Nachricht.
Nachdem der Candidat des heiligen Predigt⸗
amtes, Herr Johannes Rennicke aus Cur⸗
land, welcher ſeine theologiſche Ausbildung in
dem Predigerſeminar zu Fort Wayne erhalten
hat, von den evang.⸗lutheriſchen Gemeinden in
St. Clair County und zu Columbia, Illinois,
zum Nachfolger des lieben Paſtor Schieferdecker
ordentlich berufen worden war, iſt ſelbiger Dom.
Oculi, den 3. Febru ar l. J., auf Anordnung des
Präſidiums unſerer Synode durch P. Bünger,
unter Aſſiſtenz.des P. Wunder, in der Kirche zum
heiligen Kreuz der Gemeinde in St. Clair Co. nach
apoſtoliſchem Gebrauch durch Handauflegung
und Gebet öffentlich und feierlich ordinirt und in
ſein Amt eingewieſen worden. Der HErr gebe
dieſem neuen Arbeiter Gnade, auf dem dort be—
reits weislich gelegten Grunde treulich weiter zu
bauen.
*) Es iſt dies freilich höchſt wunderlich, da Logik die
Wiſſenſchaft von den Geſetzen des Denkens und Herr Suhr
Mitarbeiter an einem Blatte iſt, welches zu Nutz und
Frommen der „Denkgläubigen“ herausgegeben wird.
Empfangen
für den Bau des deutſch evangeliſch⸗lutheriſchen College in
St. Lonis: ‚
Von der Gemeinde des Hrn. P. Wege in Benton Co.,
Mo., als Lte Sendung 510.00. Von einer Ungenannten
in St. Louis S4.00. Von einer Ungenannten daſ. 2.00.
Von einigen Gliedern der deutſchen evangeliſch⸗lutheriſchen
Gemeinde in Bueyrus, Crawford County, O., durch Herrn
Pfarrer J. Krauß, nemlich: von Hrn. Chriſtian Wingert
52.00, von Hrn. Jacob Wingert P1.50, von Hrn. Friedrich
Fiſcher 50 Cts., von Hrn. Adam Schterer F1.00. Von
der Gemeinde zu Frankenluſt, Saginaw Co., Mich., durch
Hrn. P. Sievers 51.00. Von den Gemeinden des Hrn.
[Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im
P. Keyl und zwar: von der Gemeinde zu Milwaukee
585.13, von den Gemeinden zu Freiſtadt und Kirchhain
552.00. Von der Gemeinde zu Frankenmut, Saginaw Co.,
Mich., durch Hrn. P. Crämer, Lte Sendung, PI0. 00. Von
Hrn. P. Hattſtädt in Monroe, Mich., 51.00. Von Hrn.
Froſch in Adrian, Mich., P1.00.
E. Roſchke, Kaſſirer.
Erhalten
zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe:
52.50 von der Gemeinde in Collinsville, Ill. 54.60
von Gemeindegliedern in St. Lonis. 51.20 von Hrn.
Herrling. 51.00 von Hrn. Dietrich Hellwege. S2.00 von
der Gemeinde Frankenluſt. 52.01 von den Gliedern der
Gemeinde Frankenmuth nebſt 102 Buſchel Welſchkorn für
die Station Sibiwaing und viele Victualien für die Sta⸗
tion Frankenmut. P6.00 von den Gemeinden des Hrn. P.
Hattſtädt in und um Monroe und Adrian, Mich. 37.674
von der Gemeinde des Hrn. P. Fürbringer in Elkhorn
Prairie, Ill. §l.75 von Pr.
Bezahlt.
Den 5. Jahrg. Die HH. Dr. Groß, P. Hattſtädt, P.
H. Iſenſee, P. Oberwahrenbrock.
Den 6. Jahrg. Die HH. Abſal. Burkert, P. Brohm
(18 Er.), Dr. Groß, Heinr. Hartmann, Friedr. Hemme
(2. Hälfte), P. H. Iſenſee, Ernſt Kuhlmann, P. Ober⸗
wahrenbrock (und Jahrg. 7.), Carl Schaper.
Die 2. Hälfte des 6. und 1. Hälfte des 7. Jahrg. Die
HH. Heinrich Glöckler, Jakob Hag, Jakob Hofmann, Fritdr.
Körber, Dav. Ruckenbrod, Friedr. Schrei, Wilhelm Sei⸗
ter, Iſrael Schiller, Jakob und Chriſt. Wingert.
Bücher und Pamphlets zu haben in der Expeditlon
des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe.
Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗
veränderter Abdruck. 50.10
Das Dutzend P1.00. Hundert Stück P7.00.
Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber
mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗
land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück 81.00.
Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗
merfungen..
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück PI.00.
Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
v. J. 18⁴⁷
Zwei
v
Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846
—1847. No. 826
(Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergrifftn.)
Chriſtliches Coneordienbuch, d. i. Symbol.
Bücher der ev.⸗-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗
gabe, in gepreßtem Leder gebunden
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 2 Stück.—..—.—.—.
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren
Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders
abgedruckt), 2 Stück.
Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn- und Beſt
tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe,
gebunden in Kalbleder......—.—.
Kirchengeſangbuch für ev.⸗luth. Gemein⸗
den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗luth. Gemeinde
U. A. C., gebunden 175 Stückk
100 Stig 562.50 gegen Baarzahlung.
A B C Buch, New Zorker Ausgabe, das Stück..
Im Dutzend.
Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu
Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5.
ausführlicher angezeigt)....
Joh. Hübners Bibdliſche Hiſtorien aus dem Alten
und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck,
New Rorker Ausgabe, im Einzelnen
Im Dutzend. .
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms,
brochirt unbeſchnitten...—.—.—.
Im Dutzen d..
Spruchbuch zum kleinen Catechismus Lutheri.
Im Auftrage der Synode von Miſſouri ꝛc. zu-
ſammengetragen von Paſtor Fr. Wyneken, das
Stückz...—.——
Im Dutzend.
0.0⁵
ſ .4..‚.‚..‚.‚‚‚᷑᷑᷑‚¶ ꝙrᷣPV‚V‚V
1
ter Synodalbericht derſelben Synode
J. 1848
.2W2᷑.22᷑᷑222—
„
— —.—.— 1.2⁵
0.05
0.0⁵
Gedruckt bei Arthur Olshauſen,
Herausgeber des Anzeiger des Weſtens.
0
English translation
Not yet translated.