—
Hausgottesdien ſt.
Abhandlungen.
Hausgottesdienſt. Or. 1903, 38—58. Was ſoll Chriſten bewegen, täglich Hausgottesdienſte zu halten? Cal. 1900, 63—72. Über die tägliche Hausandacht. Luth. 4, 104. 105. 113—115. Einige Worte über Hausandacht. Luth. 43. 191. 192. Ka. 1906, 43—48. über den Hausgottesdienſt. Syn. Frei. 82,. 9—38. Wie zwei Nachbarn ſich über Hausgottesdienſt unterhalten. Luth. 29, 33. 34. 41. 42. 52. 53. Il. 89, 104 —112. Über die tägliche Hausandacht Luth. 21, 91. 92. Abkürzungen:
Kön.-König, Predigt über Hausgottesdienſt.
Will. —Willkomm, Predigt: „Vom täglichen Hausgottesdienſt.
Abriß.
Was iſt Hausgottesdienſt? S 1. Hausgottesdienſt iſt dem Weſen nach von Gon geboten. §S 2. Was ſoll uns dazu bewegen? § 3. Der Segen des Hausgottesdienſtes. § 4. Die Art und Weiſe. § 5. Gute Winke. § 6. Die Unterlaſſung der Andacht. § 7.
Hausgottesdienſt.
- Or. 1903, 38—58
- Cal. 1900, 63—72
- Luth. 4, 104
- Luth. 4, 104. 105
- Luth. 4, 104. 105. 113—115
- Luth. 43. 191
- Luth. 43. 191. 192
- Ka. 1906, 43—48
- Syn. Frei. 82,. 9—38
- Luth. 29, 33
- Luth. 29, 33. 34
- Luth. 29, 33. 34. 41
- Luth. 29, 33. 34. 41. 42
- Luth. 29, 33. 34. 41. 42. 52
- Luth. 29, 33. 34. 41. 42. 52. 53
- Il. 89, 104 —112
- Luth. 21, 91
- Luth. 21, 91. 92
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1.
—
1. Was iſt Hausgottesdienſt? Es iſt ein Gottesdienſt
m Haus, der dieſelben weſentlichen Stücke hat als der
ffentliche Gottesdienſt. Er wird genannt
a. Haus gottesdienſt, weil er im Hauſe ſtattfindet, b. Haus gottesdienſt, weil er ein Gehorſam nach
em 3. Gebot iſt.
Anm. a. Es iſt da ein Prieſter, eine Gemeinde und
ie Stücke des Gottesdienſtes: Gottes Wort und Gebet.
Anm. b. Der Unterſchied zwiſchen Haus⸗
gottesdienſt und öffentlichem Gottes⸗
vienſt beſteht darin, daß
1. der Gemeindegottesdienſt öffentlich für viele
Familien iſt, der Hausgottesdienſt nur für die Fa⸗
milie und Hausgenoſſen,
2. der Gemeindegottesdienſt vom Prediger ver—
waltet wird, der Hausgottesdienſt vom Hausvater,
3. der Gemeindegottesdienſt ſonntäglich ſtattfin⸗
det, der Hausgottesdienſt täglich.
Anm. c. Wie bequem! Man braucht ſich nicht erſt
anzuziehen, keinen weiten Weg zurückzulegen u. ſ. w. —
Doch kann er den öffentlichen Gottesdienſt nicht erſetzen.
Anm. d. Hausgottesdienſt halten iſt ein Stück des
geiſtlichen Prieſt ertums.
Anm. e. Durch ſolchen Gottesdienſt
1. dient Gott un s,
2. dienen wir uns untereinander, leh⸗
ren, tröſten, ſtärken u. ſ. w.
Anm. f. Vorbilder: Abraham 1 Moſ. 12. 8. (Luther. 1, 781.) Joſua 24, 15. David Pſ. 119, 164. Daniel 6, 10: des Tages dreimal. Hiob 1, 5. Kornelius Ap. 10, 2. Die erſten Chriſten. Die Reforma⸗— tionszeit. (Kön. 3.) Landgraf Wilhelm von Heſſen. (Luth. 38, 30. Syn. Frei. 82, 13.) Unſere Väter in der guten alten Zeit. Ka. 1906, 44. Or. 1903, 44. — Freilich das bloße Vorbild eines Heiligen oder Chriſti ſelbſt verpflichtet uns an und für ſich noch nicht. Syn. Frei. 82, 14.
Anm. g. Worin beſteht das Weſen deschriſtlichen Hausgottesdienſtes? Die weſentlichen Stücke desſelben ſind Gottes Wort und Gebet, Gottes Wort die Hand, damit uns Gott ſeine Schätze anbietet, das Gebet die Hand, die wir nach ihm ausſtrecken. Ein Geſangbuchslied leſen, ein Gebet allein ſprechen, wäre nicht, was wir unter Hausgottesdienſt derſtehen.
- Luth. 38, 30
- Syn. Frei. 82, 13
- Ka. 1906, 44
- Or. 1903, 44
- Syn. Frei. 82, 14
- Cal. 1900, 64
margin
- Ma. 30, 309
margin
- Luth. 4, 105
margin
- Or. 1903, 39
margin
- Luth. 4, 105
margin
- Or. 1903, 40
margin
- Cal. 1900, 64
margin
- Cal. 1900, 64. 65
margin
- Or. 1903, 41
margin
- Syn. Frei. 82, 10
margin
- Cal. 1900, 66
margin
- Ka. 1903, 29
margin
- Jo. 83, 65
margin
- Il. 98, 89
margin
- Or. 1903, 39
margin
- Or. 1903, 39. 40
margin
- Cal. 1900, 64
margin
- Or. 1903, 40
margin
- Or. 1903, 40. 41
margin
- Ma. 30, 310
margin
- Tex. 1906, 39
margin
- Tex. 1906, 39. 40
margin
- Ka. 1906, 43
margin
- Ka. 1906, 43. 44
margin
- Luth. 43, 191
margin
- Luth. 43, 191. 4, 105
margin
- Luth. 43, 191. 4, 105. 29, 34
margin
- Or. 1903, 42
margin
- Or. 1903, 42. 43
margin
- Cal. 1900, 67
margin
- Jo. 83, 65
margin
- Jo. 83, 65. 10
margin
- Jo. 83, 65. 10 8
margin
- Syn. Frei. 82, 10
margin
- Or. 1903, 51
margin
- Syn. Frei. 82. 25
margin
- Luth. 29, 34
margin
- Luth. 29, 34. 4, 105
margin
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2.
—
2. Hausgottesdienſt iſt dem Weſen nach von Gott geboten, da alle Stücke des Hausgottesdienſtes vom Herrn gefordert werden. Geboten iſt
a. das Bibelleſen und Umgehen mit Gottes Vort. Kol. 3, 16: Laſſet das Wort Chriſti unter euch reichlich wohnen. Joh. 5. 39: Suchet in der Schrift. Das 3. Gebot. (Luth. 4. 105. Will. 8.) —
Gottes Volk kann nicht ohne Gottes Wort ſein.
Mit. 98, 17;
b. das Beten,
e. die unterweiſung der Jugend. 5 Moſ. 6, 6. 7: deinen Kindern ſchärfen. — Dazu iſt der Hausvater als geiſtlicher Prieſter verpflichtet. Jo. 83, 68. 67. Will. 7. Syn. Frei. 82, 21. 22.
Anm. Chriſten ſollen Hausandacht halten.
- Luth. 4. 105
- Cal. 1900, 63
margin
- Cal. 1900, 63. 66
margin
- Cal. 1900, 63. 66. 67
margin
- Jo. 83, 66
margin
- Jo. 83, 66. 67
margin
- Syn. Frei. 82, 14
margin
- Theol. 3, 30
margin
- Theol. 3, 30. 31
margin
- Or. 1903, 44
margin
- Or. 1903, 44. 45
margin
- Loch. Epi. 200
margin
- Mit. 98, 17
- Jo. 83, 68
- Jo. 83, 68. 67
- Syn. Frei. 82, 21
- Syn. Frei. 82, 21. 22
- Tex. 1906, 37
margin
- Luth. 29, 34
margin
- Or. 1903, 44
margin
- Or. 1903, 44. 45
margin
- Schulb. 21, 4
margin
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3.
—
3. Was ſoll uns bewegen, Hausgottesdienſt zu halten? Dazu ſoll uns bewegen
a. Gottes Gebot. — Freilich, ſolange wir nur höten. wir ſollen es tun, haben wir wenig Luſt, darum hat Gott herrliche Verheißungen dazu gegeben;
b. die Gewißheit, daß es ein Gottesdienſt iſt;
c. die Sorge für unſer eigenes Seelenheil, das Be— dürfnis nach Gottes Wort. Wir haben den Hausgottesdienſt nötig. Woher ſollen wir Kraft nehmen zum Kampf gegen alle Verſuchungen? — Wie der Leib, ſo muß auch die Seele geſpeiſt werden Ka. 1906, 43. Wis. 100. 32 darum nicht bloß ſonntäglich, ſondern täglich. Will 75
d. die Liebe zu den Hausgenoſſen. Hausgottesdienſt iſt 9—— bloß für die Eltern, ſondern auch für die Jugend;
e. die Natur unſeres Glaubens, welcher ein Hängen am Wort iſt;
f. die herrlichen Verheißungen Gottes, z. B. Matth. 18. 19. 20: da bin ich mitten unter ihnen. Auch die Verheißungen des Gebets, des gemeinſamen Gebets, gehören hierher;
g. der Segen des Hausgottesdienſtes;
h. die herrlichen Vorbilder.
- Ka. 1906, 43
- Or. 1903, 46
margin
- Cal. 1900, 63
margin
- Or. 1903, 46
margin
- Luth. 4, 113
margin
- Luth. 4, 113. 114
margin
- Syn. Frei. 82, 17
margin
- Ka. 1906. 43
margin
- Wis. 89, 32
margin
- Wis. 89, 32. 33
margin
- Cal. 1900, 67
margin
- Or. 1903, 48
margin
- Or. 1903, 48. 49
margin
- Syn. Frei. 82, 19
margin
- Syn. Frei. 82, 19. 20
margin
- Cal. 1903, Ziethe,
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4.
Der Segen des Hausgottesdienſtes
4. Der Segen des Hausgottesdienſtes. Wo immer Gottes Wort iſt, will er zu uns kommen und uns ſegnen. Wird die Hausandacht recht gehalten, ſo wird die Frucht ſein Wachstum in
a. Erkenntnis, Glauben und Liebe, weil wir täglich von der großen Liebe Gottes hören;
b. Heiligung und guten Werken. Täglich wird man vor Sünden gewarnt. Durchs Gebet überwindet man die Welt;
Viele Troſtſprüche bleiben im
c. Geduld im Kreuz.
Herzen ſiten;
d. Hoffnung des ewigen Lebens.
Aus dem Wort wird man der Seligkeit immer gewiſſer.
Anm. a. Gottes Wort kommt nicht leer zurück. Jeſ. 55, 10. 11. Ihr habt das ewige Leben darinnen. Joh. 5. 39. Die Schrift kann uns unterweiſen 2 Tim. 3, 15 und macht uns ſelig. Röm. 1, 16. Hausgottesdienſt bringt uns geiſtlichen, himmliſchen, ewigen Segen. Or.
1903,
Anm. b. Welchen Segen hat Hausgottesdienſt
A. für unſer Haus?
1. Der Hausvater wird ſtark am
inwendigen Menſchen, das Herz wird feſt.
2. Die Kinder gewöhnen ſich von Jugend auf an Hausandacht. Jung gewohnt, alt getan. — Der Same des Wortes wird frühzeitig in ihre Herzen ausgeſtreut.
3. Die Funken des Haſſes und der Zwietracht im häuslichen, ehelichen Leben werden ausgelöſcht. Da— rum ſoll man gerade nach vorhergegangenem Streit die Andacht nicht unterlaſſen. Luth. 57, 170.
4. Auf Gäſte macht nicht bloß das Leſen, ſondern das ganze Bild einer chriſtlichen Familie Eindruck. Geſchichte Luth. 56, 138;
B. für Kirche und Gemeinde? Die Kirchen
werden voller. Es werden Leute herangebildet, die ge—
ichickt ſind, der Kirche zu dienen. Beiſpiel: Timotheus:
C. für Land und Volk? Das glücklichſte Land
t das, wo die meiſten Hausgottesdienſte gehalten wer—
den.
Anm. c. Hüten wir uns, daß wir den Segen nicht
teilweiſe oder ganz verſchütten, dadurch daß
W
1. der Hausgottesdienſt nicht in rechter Weiſe ab gehalten wird. (Art und Weiſe des Vorleſens, zu ſpät am Abend, zu lang u. ſ. w.);
2. der Hausgottesdienſt nicht mit der nötigen Andacht geſchieht. Er ſoll nicht äußerliches Werk, Lippenwerk, Heuchelei, Werkheiligkeit. Plappern ſein, ſondern aus bußfertigem Hoerzen kommen. Das Leſen ſoll ein heilsbegieriges ſein:
3. wir unſere Kinder ſo wenig Deutſch lernen laſſen, daß ſie nicht mehr imſtande ſind, der Andacht im Haus ſo zu folgen, wie es ſein ſollte.
- Cal. 1900, 69
margin
- Cal. 1900, 69. 70
margin
- Cal. 1900, 70
margin
- Cal. 1900, 70. 71
margin
- Syn. Frei. 82. 19
margin
- Luth. 29, 35
margin
- Cal. 1900, 71
margin
- Luth. 1900, 71
margin
- Or. 1903, 47
margin
- Or. 1903, 47. 48
margin
- Luth. 57, 170
- Luth. 57, 170.
4
- Luth. 56, 138
- Luth. 43, 192
margin
- Luth. 43, 192
margin
- Jo. 83, 685
margin
- Ka. 1906, 45
margin
- Min. 88. 18
margin
- Syn. Frei. 82, 20
margin
- Syn. Frei. 82, 20. 21
margin
- Syn. Frei. 82, 20. 21. 5
margin
- Il. 83, 10
margin
- Or.
1903,
- Si— loah 657 +7. yn. Fre
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5.
—
5. Die Art und Weiſe des Hausgottesdienſtes.
Wie
ſoll man die Hausandacht anſtellen?
a. Die Leitung kommt dem Hausvater als Haus⸗
prieſter zu. — In ſeiner Abweſenheit vertritt die Mut—
ter ſeine Stelle. Schulb. 21, 5. — Der Vater ſollte die
Hausandacht 4 ohne Not der Fran überlaſſen. Il.
. 107. Ma. 30, 311.
b. Wer ſoll daran teilnehmen? Wo im⸗
mer möglich, die ganze Familie und alle Hausgenoſſen:
1. Kinder.
2. Dienſtleute. — Darum iſt es am beſten, rechtgläubige Dienſtleute zu haben. Syn. Frei. 82, 31.
Anm. Dienſtleute, die bei Falichalänbigen in Dienſt ſtehen, ſollen nicht an deren Andacht teil— nehmen, ſondern für ſich Andacht halten (Daniel), im übrigen aber während der Andacht ihrer Herr— ſchaft keine Ruheſtörung verurſachen.
3. Gäſte. Auch unchriſtliche oder andersgläubige Gäſte lade man ein und unterlaſſe um ihretwillen
die Andacht nicht.
Anm. Jedes Kind ſoll ſich in die Hausordnung
ſchicken. Widerſpenſtige ſoll man dazu zwingen. — Bei
Frauen läßt ſich das freilich nicht tun.
c. Die Zeit der Andacht. Die Zeit muß paſ⸗
ſend ſein. Zur Andacht gehört Sammlung und Ruhe. Anm. a. Die beſte Zeit iſt morgens und abends. Des
Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahrheit. Wenn
ich mich zu Bette lege, ſo denke ich an dich, wenn ich er⸗
wache, ſo rede ich von dir. Pſ. 63, 7.
Anm. b. Vorbild waren die täglichen Brandopfer,
die morgens und abends gebracht wurden.
Anm. c. Früher wurde auch zu Mittag eine gewiſſe
Andacht gehalten.
d. Regelmäßigkeit. Die Hausandacht ſoll, wo
möglich, regelmäßig abgehalten, beſtimmte Zeiten inne⸗
gehalten werden, ſonſt nimmt Unordnung leicht über⸗
hand. Wie regelmäßig leſen manche die Zeitungen! Anm. Auch wenn Beſuch kommt, ſoll man ſich nicht
davon abhalten laſſen. Der Zugführer fährt nicht an
der Waſſerſtation vorüber.
c. Die Dauer. Auf die Länge kommt es nicht an.
Das Gebet wird nicht mit der Elle gemeſſen. Schulb.
21, 5. Die Andacht ſoll nicht zu lang ſein. Abſchrecken⸗
des Beiſpiel Friedrichs des Großen Il. 89, 110. 111. f. Was ſoll im Hausgottesdienſt ge⸗
trieben werden?
1. Kern und Stern, Mittelpunkt des chriſtlichen
Hausgottesdienſtes iſt das Leſen des Wortes Got⸗
tes.
2. Ein zweites wichtiges Stück iſt das Gebet. Anm. a. Hierzu kann noch kommen
1. Geſang eines Liedes. Das vertreibt die
Trauergeiſter und dient zur rechten Stimmung.
Syn. Frei. 82, 26. Unharmoniſche Stimmen be⸗
nehmen der Andacht nichts. Gott ſieht das Herz an;
2. Katechismus. Aufſagen von Stücken
aus demſelben um der Kinder willen. Fragen ſtel⸗
len. Beiſpiel Luth. 21, 92.
3. Das gemeinſchaftliche Aufſagen des Glaubens⸗
bekenntniſſes.
Anm. b. über die Art und Weiſe hat Gott keine
Vorſchriften gegeben. Darum ſollen auch wir keine Ge⸗
ſetze machen, nicht geſetzlich verfahren. Syn. Frei. 82,
37.
Im alten Teſtament hatte Gott die Form Anm. c.
des Gottesdienſtes vorgeſchrieben.
Wie herrlich, daß uns
Gott nicht mehr mit Geboten zwingt!
Anm. d. Doch bringt es die Natur der Sache mit ſich,
daß die Familie eine beſtimmte Ordnung hat, an die ſich
alle Hausgenoſſen gewöhnen. Ohne Ordnung wird nicht
viel erreicht.
Anm. e. Gottes Wort ſoll bei uns wohnen in aller
Weisheit. Man ſoll weiſe und verſtändig damit
umgehen.
6. Gute Winke.
a. Bibelleſen.
1. Man ſollte nicht willkürlich in der Bibel her⸗
Iu * ſondern ganze Bücher fortlaufend le—
en.
2. Die beſten Kapitel ſollten öfter geleſen wer—
den, das Evangelium Johannis öfter als die Of—
fenbarung, die Pſalmen öfter als die Chronika.
Vor allem ſoll das neue Teſtament geleſen werden
Or. 1903, 52. Syn. Frei. 82, 29.
3. Die ganze Bibel von Anfang bis zu Ende
fortlaufend zu leſen, wird nicht empfohlen. Beſſer
iſt es, mit einzelnen Büchern abzuwechſeln.
b. Erbauungsbücher. Erbauungsbücher mö⸗
gen hier und da geleſen werden, nicht anſtatt, ſondern
neben der Bibel. Sie ſollen die Bibel nicht verdrängen.
Es wäre Torheit, wenn man an der Quelle ſitzt und
jedesmal eine Meile davongeht, um zu trinken. Vor
allem die Bibel leſen! Luth. 29, 52.
Anm. a. Zu den Erbauungsbüchern gehören
1. Bibelerklärungen. Das Altenburger Bibel⸗
werk;
2. Luthers Schriften, die Konkordia u. ſ. w.
Jo. 79, 95. Il. 95, 45. 46. Luth. 29, 52. 4, 106. Anm. b. Für die Andacht benütze man nur recht—
gläubige Bücher.
c. Das Webet. Freies Gebet oder abgeleſenes Ge—
bet iſt einerlei. Doch kann man Herzensgebete, über—
haupt unbekannte Gebete, nicht leicht nachbeten. Luth.
29, 53. 4, 113. Der regelmäßige, beſtändige Gebrauch
derſelben Gebete wird den meiſten Segen bringen.
Anm. a. Zu empfehlen ſind der Morgen- und Abend—
ſegen und die bekannten Gebete in unſerm Gebetsſchatz. Anm. b. Die Gebete ſollen recht vorgebetet werden. d. Zwiſchenbemerkungen. Um die Auf⸗
merkſamkeit der Kinder rege zu halten
1. kann man Zwiſchenbemerkungen machen
Il.
92. 65—68,
2. allerlei Fragen ſtellen. Beiſpiel Luth. 21,
91. 92.
Anm. Am Soͤnntag Abend kann man die Kinder aus⸗
ſorſchen, was ſie von der Prediat behalten haben.
7. Die Unterlaſſung d's Fens attesdierſtes. Der
Hausgottesdienſt lieg“ in mnerer eit ſehr darnieder.
Viele halten gar koine Andacht. andere mit großer Nach⸗-
läſſigkeit. Eine Predigt des Sonntags tut es für die
ganze Woche. Der Acker wird beſtellt, aber der Acker
des Herzens bleibt liegen. — Eine Ausſprache gegen
Hausandacht Luth. 59, 264.
Anm. a. Mohammedaner laſſen alles liegen, wenn
von den Zinnen ihrer Moſchee der Ruf zum Gebet er—
ſchallt. Und wir?
Anm. b. Folgen davon. Unterlaſſung der
Hausandacht iſt ein großer Schade für das chriſtliche Le—
ben. Es muß verkümmern, der Chriſt geiſtlich ver
hungern. Ein Menſch ohne Gottes Wort iſt ein Soldan
ohne Waffe. Syn. Frei. 82, 18. Folgen ſind:
1. Die Kindererziehung liegt danieder. — Zu be—
dauern ſind die Kinder, die ihre Eltern nie beten
und in der Bibel leſen ſehen. Römheld, Epi. 137.
2. Unglückliche Ehen.
3. Weltförmigkeit reißt in der Familie ein, das
Haus iſt öde und wüſte O. 65, 50.
1. Solange Gottes Wort in den Häuſern nicht
geleſen wird, wird auch die Predigt nicht die Fruch:
ſchaffen, die ſie ſchaffen könnte.
Anm. c. Verfall des Hausgottesdienſtes iſt ein 3et
chen, daß es mit dem Chriſtentum ſchlecht beſtellt m.
Hingegen iſt blühender Hausgottesdienſt ein Zeichen wet
nes kräftigen und geſunden Gemeindelebens. Luth. 109.
35.
Anm. d. Urſachen, daß der Hausgottesdienſt ber
vielen daniederliegt, ſind
1. Sattheit, Überdruß, Weltſinn. — Solange
Eltern nicht wiſſen, was ſie an der Bibel haben,
iſt ihnen auch am Hausgottesdienſt nichts gelegen.
Schulh. 21, 4:
2. die traurige Unordnung. die in manchen Fa
milien in jeder Hinſicht herrſcht;
3. Ehen zwiſchen Chriſten und Weltmenſchen,
Rechtgläubigen und Falſchgläubigen. Hier iſt es
doppelte Pflicht des chriſtlichen oder rechtgläubigen
Teils, über dem Hausgottesdienſt mit den Kindern
nach allem Vermögen zu halten.
Anm. e. Hinderniſſee ſind bei manchen
1. die Unruhe im Haus, wo viele Kinder ſind. —
Das ſoll man überwinden, ſoweit es geht und ſich
durch etwas Unruhe nicht ſtören laſſen:
die Arbeitszeit des Hausvaters, der in aller
Frühe an die Arbeit geht und vielleicht ſpät abends
heimkommt. — Da muß die Mutter eintreten. Einwand 1. Keine Zeit. — Dagegen: Wozu nimmt
man ſich Zeit? Wie werden Zeitungen geleſen! Manche
zehn Minuten vertrödelt! Die Zeit, die auf Andacht ver⸗
wendet wird, kann leicht eingeholt werden, wenn hernach
alles luſtig und fröhlich an die Arbeit geht. Kirchen⸗
gehen ſäumet nicht. Will. 15. Der himmliſche Beruf
geht dem irdiſchen vor Syn. Frei. 82, 18. ſ. Beruf
378.
Einwand 2. Keine Bücher. — Das läßt ſich leicht ab⸗
ſtellen.
Einwand 3. Ich ſchäme mich vor den Leuten. — Da⸗
gegen Mark. 8, 38: Wer ſich mein und meiner Worte
ſchämt u. ſ. w.
Einwand 4. Meine Leute haben keine Luſt. — Du
tuſt doch ſonſt in deinem Haus, was du für Recht hältſt,
ohne nach der Luſt der Hausgenoſſen zu fragen.
Einwand 5. Ich habe kein Geſchick dazu. — Die
Sache iſt ſo einfach, daß ſie jeder üben kann.
Einwand 6. Ich kann nicht leſen. — Die Bibel wäre
es wert, daß du noch in deinen alten Tagen leſen lern—
teſt. Kannſt du ſelbſt nicht leſen, ſo muß deine Frau
vorleſen.
Einwand 7. Wo ſteht geſchrieben, daß man jeden
Tag Hausgottesdienſt halten muß? Im 3. Gebot wird
nur der Feiertag zu heiligen geboten. — Wir ſollen alle
Tage heiligen. Syn. Frei. 82, 15. 16.
Anm. f. Die Strafe der Unterlaſſung:
Wer Gott in ſeinem Hauſe nicht dienen will, ſein Worr
verachtet, wird von Gott verworfen werden.
Anm. g. Darum ſollen Paſtoren
1. ſich fleißig erkundigen, wie es in den Fami⸗
lien ihrer Glieder damit beſtellt iſt,
2. fleißig zum Hausgottesdienſt in Predigt und
Privatſeelſorge reizen und locken. Ermunterung.
mit Andacht zu beginnen Luth. 4, 115.
Anm. h. Durch geſetzliches Weſen wird nichts erreicht.
Homiletik.
5. Sonntag nach Epiphanias.
Vom chriſtlichen Hausgottesdienſt. a. Warum iſt es Pflicht eines jeden chriſt—
lichen Hausvaters, Hausgottesdienſt zu halten? b. Wie wird der Hausgottesdienſt
am einfachſten und erbaulichſten eingerichtet? c. Woher kommt's, daß in ſo viel
Jamilien bisher kein Hausgottesdienſt gehalten wurde? — König, Predigtpamphlet.
Laſſet das Wort Chriſti reichlich unter euch wohnen!
in ſich ſchließt. b. Gründe, warum wir dieſer Ermahnung folgen ſollen. — Reden— bacher, Epi. 95.
Vom täglichen Hausgottesdienſt. a. Unſere Verpflichtung dazu. b. Die rechte Weiſe. c. Der große Segen. d. Etliche Hinderniſſe. — Willkomm, Predigtpamphlet.
20. Sonntag nach Trin. —
Wie Paulus ſeine Chriſten ermahnt, Hausgottesdienſt zu halten. a. Daß ſie
Hausgottesdienſt halten ſollen. b. Wie ſie etwa ihren Hausgottesdienſt einrichten ſollen. — Ma. 30, 309.
Freiterte.
1 Moſ. 18, 17—19. — Der chriſtliche Hausgottesdienſt.
wendig? b. Wie ſoll er gehalten werden? ec. Was hat er für Segen? — Ziethe, Siloah 670.
Pſ. 119, 47. 92. 103. 111. — Was kann und ſoll von uns Eltern geſchehen. daß unſern Kindern die Bibel das liebſte Buch wird?
uns Lehrern? — Schulb. 21, 2.
- Schulb. 21, 5
- Ma. 30, 311
- Syn. Frei. 82, 31
- Il. 89, 107
margin
- Cal. 1900, 65
margin
- Ma. 30, 311
margin
- Ka. 1906, 45
margin
- Ka. 1905, 45
margin
- Luth. 20, 12
margin
- Luth. 29, 19
margin
- Luth. 29, 19. 43
margin
- Luth. 29, 19. 43. 192
margin
- Schulb.
21, 5
- Il. 89, 110
- Il. 89, 110. 111
- Syn. Frei. 82, 26
- Luth. 21, 92
- Luth. 21, 92.
3
- Syn. Frei. 82,
37
- Syn. Frei. 82,
37.
I
- Syn. Frei. 82, 34
margin
- Syn. Frei. 82, 34. 35
margin
- Jo. 83, 69
margin
- Il. 89, 105
margin
- Ka. 1906, 45
margin
- Luth. 4, 114
margin
- Luth. 4, 114. 29, 40
margin
- Luth. 4, 114. 29, 40. 41
margin
- Syn. Frei. 82, 24
margin
- Stöckh. A. T. 106
margin
- Luth. 4, 114
margin
- Cal. 1900, 69
margin
- Luth. 29, 34
margin
- Luth. 29, 34. 4, 105
margin
- Syn. Frei. 82, 36
margin
- Syn. Frei. 82, 36. 37
margin
- Il. 89, 98
margin
- Schulb. 40, 237
margin
- Ka. 1906, 45
margin
- Ka. 1906, 45. 46
margin
- Jo. 83, 69
margin
- Wis. 89, 33
margin
- O. 65, 50
margin
- Syn. Frei. 82, 28
margin
- Il. 92, 69
margin
- Il. 88. 74
margin
- Ka. 1906, 46
margin
- Luth. 4. 105
margin
- Luth. 4. 105. 106
margin
- Ma. 30, 310
margin
- Luth. 4. 113
margin
- Ka. 1906, 47
margin
- Ka. 1906, 47. II
margin
- Or. 1903, 55
margin
- Or. 1903, 55. 69
margin
- Or. 1903, 55. 69. 89
margin
- Or. 1903, 55. 69. 89. 107
margin
- Syn. Frei. 82, 27
margin
- Luth. 4, 106
margin
- Luth. 4, 106. 114
margin
- Ka. 1906,. 46
margin
- Ka. 1906,. 46. 47
margin
- Or. 1903, 55
margin
- Or. 1903, 55. 54
margin
- Luth. 29, 52
margin
- Wis. 89. 33
margin
- Syn. Frei. 82, 26
margin
- Or. 1903, 55
margin
- Ma. 30, 310
margin
- Syn. Frei. 82, 15
margin
- Il. 89, 105
margin
- Cal. 1900, 66
margin
- Cal. 1900, 66. 68
margin
- Or. 1903, 52
- Syn. Frei. 82, 29
- Syn. Frei. 82, 29.
3
- Luth. 29, 52
- Jo. 79, 95
- Il. 95, 45
- Il. 95, 45. 46
- Luth. 29, 52
- Luth. 29, 52. 4, 106
- Luth.
29, 53
- Luth.
29, 53. 4, 113
- Il.
92. 65—68
- Il.
92. 65—68,
2
- Luth. 21,
91
- Luth. 21,
91. 92
- Syn. Frei. 82, 23
margin
- Syn. Frei. 82, 23. 24
margin
- Or. 1903. 51
margin
- Luth. 4, 106
margin
- Syn. Frei. 82, 29
margin
- Il. 89, 108
margin
- Il. 89, 108. 109
margin
- Il. 89, 108. 109. 110
margin
- Cal. 1900, 69
margin
- Il. 89, 108
margin
- Or. 1903, 51
margin
- Or. 1903, 51. 52
margin
- Il. 89, 108
margin
- Il. 89, 108. 92, 69
margin
- Syn. Frei. 82, 29
margin
- Luth. 40, 65
margin
- Syn. Frei. 82. 30
margin
- Il. 89, 111
margin
- Ka. 1906, 47
margin
- Ka. 1906, 47. 48
margin
- O. 65, 51
margin
- Syn. Frei. 82, 31
margin
- Syn. Frei. 82, 31. 32
margin
- Or. 1903, 43
margin
- Syn. Frei. 82, 31
margin
- Or. 1903, 54
margin
- Or. 1903, 54. 55
margin
- Il. 89, 107
margin
- Syn. Frei. 82, 32
margin
- Or. 1903, 54
margin
- Luth. 4, 113
margin
- Il. 92, 69
margin
- Il. 92, 69. 83, 39
margin
- Luth. 4, 114
margin
- Luth. 4, 114. 21, 91
margin
- Syn. Frei. 82, 38
margin
- Ka. 1906, 16
margin
- Luth. 4. 105
margin
- Luth. 4. 105. 13, 191
margin
- Luth. 4. 105. 13, 191. 60
margin
- Luth. 4. 105. 13, 191. 60. 38
margin
- Il. 83. 39
margin
- Loch. Epi. 200
margin
- Cal. 1900, 64
margin
- Luth. 59, 264
- Syn. Frei. 82, 18
- O. 65, 50
- O. 65, 50.
1
- Luth. 109
- Luth. 109.
35
- Syn. Frei. 82, 18
- Schulb. 37, 199
margin
- Syn. Frei. 82, 17
margin
- Syn. Frei. 82, 18
margin
- Or . 1903, 17
margin
- Or . 1903, 17. 5
margin
- Or . 1903, 17. 5, 8
margin
- Or . 1903, 17. 5, 8 87
margin
- Or . 1903, 17. 5, 8 87. II
margin
- Or . 1903, 17. 5, 8 87. II. 88, 46
margin
- Syn. Frei. 82, 36
margin
- O. 65, 19
margin
- Syn. Frei. 82, 24
margin
- Syn. Frei. 82, 13
margin
- Syn. Frei. 82, 24
margin
- Luth. 43, 191
margin
- Luth. 43, 191. 192
margin
- Luth. 43, 191. 192. 29
margin
- Luth. 43, 191. 192. 29. 42
margin
- Luth. 43, 191. 192. 29. 42. 65, 234
margin
- Luth. 43, 191. 192. 29. 42. 65, 234. 4
margin
- Luth. 43, 191. 192. 29. 42. 65, 234. 4. 105
margin
- Luth. 43, 191. 192. 29. 42. 65, 234. 4. 105. 115
margin
- Or. 1903, 56
margin
- Syn. Frei. 82, 36
margin
- Syn. Frei. 82, 36. 37
margin
- Syn. Frei. 82, 36. 37. 18
margin
- Syn. Frei. 82, 36. 37. 18. 89, 106
margin
- Syn. Frei. 82, 36. 37. 18. 89, 106. 107
margin
- Cal. 89, 16
margin
- Syn. Frei. 82, 15
- Syn. Frei. 82, 15. 16
- Luth. 4, 115
- Ma. 30, 309
- Schulb. 21, 2
- Min. 88, 48
margin
- Luth. 29, 33
margin
- Luth. 29, 33. 34
margin
- O. 65, 50
margin
- O. 65, 49
margin
- O. 65, 49. 50
margin
- Syn. Frei. 82, 37
margin
- Or. 1903, ü—yĩ—b.ä !l.³f
- Mit. 94, Kön. 9. 14.
- Jo. 83,
vol b, printed page
473–477 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0554