Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 11 › Seite 87
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-01-19, Seite 87
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synoden
Cents in Vorausbezahlung ohne Aus⸗
nahme. Beſtellungen ſind zu machen in porto⸗
freien Briefen unter der Adreſſe: Friedrich
Schmidt, Waſhington, D. C.
*
Einzug des Methodismus in Deutſchland.
Aus den beiden letzten Nummern des Apolo⸗
geten erſehen wir, daß die hieſige Methodiſten⸗
kirche den längſt gefaßten Plan, ſich auch nach
Deutſchland zu verpflanzen und von da aus den
deutſchen Einwanderungsſtrom in ihr Gebiet zu
leiten, endlich in Ausführung gebracht hat.
Schon iſt nemlich der von ihr ausgeſendete Me⸗
thodiſtenälteſte, Herr Jakoby, in Bremen ange⸗
kommen und hat daſelbſt, ſein Hauptaugenmerk
auf Bremerhaven richtend, ſeine Miſſions⸗
thätigkeit mit großem Eifer begonnen. Er meldet
in ſeinem erſten Briefe, daß er bereits angefangen
habe, die methodiſtiſchen Tractate, welche hier
circuliren, dort abdrucken zu laſſen, und daß er
ſobald als möglich einen beſonderen Tractat für
Auswanderer abzufaſſen gedenke. Er wünſcht die
Adreſſe von chriſtlichen (Methodiſten⸗) Privat⸗
Koſthäuſern in den hieſigen wichtigſten Städten
zu empfangen, um dieſelben den Auswanderern
ſchon bei deren Abfahrt empfehlen zu können.
Nach einem zweiten Briefe hält Herr Jakoby be⸗
reits jeden Sonntag regelmäßigen Gottesdienſt
und ſieht ſich genöthigt, um einen Gehülfen zu
bitten. Er will auch von Oſtern dieſes Jahres
an in Bremen ein Blatt herausgeben, wozu er
ſich die Unterſtützung ſeiner hieſigen Glaubens⸗
genoſſen erbittet. Wer ihm von hier aus 51.50
zuſchickt, für den will er ein Exemplar an die
Adreſſe in Deutſchland franko ſchicken, die ihm
angegeben wird. Herr Jakoby ſchreibt: „Unge⸗
achtet aller Schriften, die von Amerika gegen uns
geſchleudert worden ſind, erkennen die wahrhaften
Chriſten uns als Brüder und Mitarbeiter im
Weinberge an.“ Die das nicht thun, ſind alſo
dem lieben Herrn keine „wahrhaften Chriſten“.
Er ſetzt hinzu: „Nachdem ich mit einem ſtreng
zugebracht, und ihm angezeigt hatte, was durch
die Gnade Gottes bis hierher durch die Metho⸗
diſtenkirche unter den Deutſchen gewirkt worden
iſt, verließ er mich mit ungefähr (1) folgenden
Worten: Sicherlich wünſche ich, daß Alle, die in
der lutheriſchen Kirche geboren, darin erhalten
werden möchten. Doch mangelt es ihr an Ar⸗
beitern, ſie zur Seligkeit zu führen, ſo wünſche
ich, daß Sie ſie zu lauter wahren Methodiſten
machten.“ Es iſt Schade, daß Herr J. dieſen
„ſtrengen Lutheraner“ nicht ehrlich heraus bei
ſeinem Namen genannt hat. Entweder war der⸗
ſelbe nicht, wofür ihn Herr J. erklärt, oder Herr
J. hat ebenſo mit dem eigentlichen Weſen des
Methodisnius gegen denſelben hinter dem Berge
gehalten, wie hier gegen uns, als er hier vor
ohngefähr acht Jahren Eingang ſuchte.
Die ev.⸗lutheriſche Tenneſſee⸗Shnode.
Dieſer Körper hat ſeine letztjährigen Sitzungen
in der Beck's⸗Kirche, Davidſon County, Nord⸗
Carolina, vom 20. bis 25. October gehalten.
lutheriſchen Superintendenten einige Stunden.
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Der Bericht von den Verrichtungen dieſer Synode
liegt vor uns. So viel Erfreuliches wir gerade
von den Reſultaten dieſer Verſammlung unſeren
Leſern berichten zu können gehofft hatten, da un⸗
ſere Synode für dieſelbe unſeren theuren Vieeprä⸗
ſes zu ihrem Delegaten erwählt hatte, ſo wenig
können wir jedoch gerade diesmal mittheilen. Dr.
Sihler hat dem erhaltenen Auftrage bekanntlich
in Folge des Todes unſeres ſeligen Wolter nicht
entſprechen können, und die von der Synode ge⸗
pflogenen Verhandlungen beziehen ſich faſt aus⸗
ſchließlich auf rein Geſchäftliches. Betrübend iſt
die Notiz, daß ein gewiſſer Paſlor Georg Eaſterly
von der Synode ſeit deren letzten Sitzungen ſich
getrennt und einen Körper formirt hat unter dem
Namen: „The Reorganized Ev.-Luth. Ten-
nessee Synod“, d. i. „die wiederhergeſtellte ev.⸗
lutheriſche Tenneſſee⸗Synode“, welche nun die
alte Synode beſchuldigt, daß dieſelbe „nach ihrer
Meinung“ die Conſtitution verletzt habe, ohne
jedoch dieſe Beſchuldigung klärlich zu begründen.
Erfreulich iſt, daß die Salems⸗Gemeinde in
Locke County, Tenneſſee, die Synode ermahnt, bei
Ordination junger Männer vorſichtig zu ſein und
dieſelbe nur Männern zu ertheilen, welche ſich
als rechtſchaffen in ihrem Wandel und wohl ge⸗
gründet in der Lehre erweiſen. Eine andere Ge⸗
meinde (St. Jakobs, Rockingham, Virginien)
meldet, daß ihr das Gerücht von entſtehenden
Neuerungen in einigen Kirchengebräuchen zu
Ohren gekommen ſei, und gibt der Synode den
Rath, alle geeigneten Mittel anzuwenden, daß
die alten guten Gebräuche unſerer Kirche erhalten
werden. Gott ſchenke uns doch recht viel ſolche
Gemeinden, die über ihre Synode mit ſcharfen
Augen wachen, daß durch dieſelbe weder in Lehre
noch in Praxis etwas Unbibliſches und Unkirch⸗
liches ſanctionirt werde.
Die nächſten Sitzungen der Synode ſollen in
der Salomons⸗ (Cove Creek) Kirche, Green
County, Tenneſſee, ohngefähr zehen Meilen ſüd⸗
weſtlich von Greenville vom dritten Sonntag im
September 1850 an gehalten werden. Bis dahin
iſt Rev. J. R. Moſer (Flint Rock, N. C.), Se⸗
cretär der Synode.
„The Evangelical Review.“
Soeben iſt das dritte Vierteljahrsheft des erſten
Bandes dieſer Zeitſchrift erſchienen. Der Inhalt
iſt folgender: 1. Meurer's Life of Luther by
Prof. Schmidt of Columbia College, N. V.
2. The Nature and Extent of our Knowledge
of the Deity, translated by Rev. Harkey.
3. Consistency of Geology and Revelation,
by Prof. Jacobs of Pennsylvania College.
4. Journal oſ a Voyage by Dr. Muehlenberg,
translated from an unpublished German
manuscript by Proſ. Richards of Lafayette
College, Easton, Pa. 5. The Means em-
ploycd by God for man's Recovery by Prof.
Miller of Hartwick Sem., N. V. 6. Stier's
Commentaries on James and Ephes. 7. Harn
of Feet-washing. 8. A hymn from the Ger-
man by Dr. Mills of Auburn, N. XV. („Ich
habe nun den Grund gefunden“ ꝛc.) 9. Liter-
ary Intelligence, a. Hengstenberg's Comm.
on the Apoc. b. Symb. Books ed. of Mueller.
c. Tischendorf's Ed. of the Greek Test.
d. Theol. Stud. u. Krit. e. Rudelbach's
etc. Zeitschrift. f. Foreign Theol. Library.
10. Notices of 13 New Publications.
„Das Wiſſen blähet auf, aber die Liebe beſſert.
So aber ſich jemand dünken läßt, er wiſſe
etwas, der weiß noch nichts, wie er wiſſen
ſull.“ 1 Cor. 8, 1. 2.
Ueber dieſen Spruch macht der alte Kirchen⸗
lehrer Bernhardus folgende ſchöne Bemerkung:
Du ſieheſt, daß der Apoſtel die, welche viel
wiſſen, nicht lobt, wenn ſie die Art und Weiſe
nicht wiſſen, wie ſie wiſſen ſollten; du ſieheſt, die
Frucht und den Nutzen des Wiſſens ſetzt er in die
Art und Weiſe des Wiſſens. Was will er alſo
anderes ſagen, als daß du wiſſen ſolleſt, in wel⸗
cher Ordnung, mit welchem Fleiß und mit wel⸗
chem Endzwecke man alles wiſſen müſſe? In
welcher Ordnung, daß du nemlich das zu vör⸗
derſt wiſſeſt, was am meiſten zur Erlangung der
Seligkeit nöthig iſt; mit welchem Fleiß, daß du
das am eifrigſten zu wiſſen dich bemüheſt, was
am heftigſten zur Liebe Gottes und des Nächſten
bewegt; mit welchem Endzweck, daß du nichts
zu eitler Ehre und zu deinem Ruhme, ſon⸗
dern alles zu deiner und anderer Seligkeit zu
wiſſen begehreſt.
4*
Was nach Gottes Willen verborgen ſein ſollte,
das erforſchen zu wollen, iſt unrecht; was er
aber geoffenbaret hat, das ſoll man auch nicht zu⸗
rückweiſen, damit wir nicht in jenem vorwitzig,
in dieſem verdammlich undankbar erfunden werden.
Ambroſius.
Der eines Andern Vernunft mehr glaubt
als ſeiner eigenen, hört auf, ein Menſch zu ſein,
und hat den erſten Rang unter dem servum pe⸗
cus (dienſtbarem Vieh) der Nachahmer.
Hamann.
*
Die deutſche evangeliſch⸗lutheriſche Synode
von Indianapolis.
Es ſind uns die Verhandlungen dieſer Synode
während der Sitzungen derſelben vom 27. Sep⸗
tember bis 2. October vorigen Jahres gedruckt
zugekommen. Indem wir daraus den lieben Leſern
des „Lutheraner“ Einiges mittheilen, hoffen wir
denſelben eine Freude zu machen. Wir haben die
Hoffnung nie aufgegeben, daß dieſe Synode, nach⸗
dem ſie einmal aus dem Zauberkreiſe der ſoge⸗
nannten amerikaniſch⸗lutheriſchen Generalſynoden⸗
Kirche, des Abfalls derſelben inne geworden, her⸗
ausgetreten iſt, auf halbem Wege nicht werde
ſtehen bleiben können. Durch den Inhalt der
vorliegenden Verhandlungen ſind wir in dieſer
Hoffnung beſtärkt worden.
Die Synode beſteht aus 19 Gemeinden, mit
12 Predigern, nämlich: J. F. Iſenſee (Präſes),
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