Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 22 › Seite 87

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1846-06-27, Seite 87

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abſolution 15

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Glaube, Trost, Christus und Gewissen sei, und führt also ein Blinder den andern und fallen alle beide in die Gruben. Darum laß sie fahren und immer hinfallen, hüte du dich vor ihnen.“ (Werke XVII., 2453. ff.) Hier haben die Herren Methodistenleiter, die die h. Absolution so greulich verlästern, Luthers Urtheil über sie. Möchten sie doch daher aufhören, ihre Schwärmerei mit verdrehten und mißverstandenen Aussprüchen Luthers zu bemänteln.

Ferner schreibt Luther von der Herrlichkeit der Absolution Folgendes: „Die andere Ursache und Reizung zur völligen Beichte ist die theure und edle Verheißung Gottes in den vier Sprüchen Matth. 16, 19.: „„Was du wirst auflösen, soll los sein,““ Matth. 18, 18.: „„Was ihr werdet auflösen, soll los sein,““ Joh. 20, 23.: „„Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sollen sie vergeben sein,““ Matth. 18, 19. 20.: „„Wo zween mit einander eins sind auf Erden, es sei worin es wolle, das soll ihnen geschehen von meinem Vater, der im Himmel ist. Denn wo zween oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrem Mittel.““ Welchen solche liebliche Worte nicht bewegen, der muß freilich einen kalten Glauben haben und ein loser Christ sein. Denn obwohl ein jeglicher bei ihm selbst Gott beichten mag und sich mit Gott heimlich versöhnen, so hat er doch niemand, der ihm ein Urtheil spreche, darauf er sich zufrieden stelle und sein Gewissen stille, muß sorgen, er habe ihr nicht genug gethan. Aber gar fein und sicher ist's, daß er Gott ergreife bei seinen eigenen Worten und Zusagungen, daß er einen starken Rückhalt und Trotz auf göttliche Wahrheit überkomme, damit er möge frei kecklich gleich Gott selbst dringen mit seiner eigenen Wahrheit, auf diese Weise sprechend: Nun, lieber Gott, ich habe meinem Nächsten vor dir meine Sünde erklaget und offenbaret, und in deinem Namen mit ihm mich vereinigt und Gnade begehrt; so hast du aus großer Gnade zugesagt: was gelöset wird, soll los sein, und soll geschehen von deinem Vater, was wir einträchtiglich begehren: so halte ich mich deiner Zusagung, zweifle an deiner Wahrheit nicht, wie mich mein Nächster in deinem Namen entbunden hat, so sei ich entbunden, und mir geschehe, wie wir begehret haben. — Nun ist Gott wahrhaftig, und was er zusagt, das sind wir gewiß, daß er's hält, Ps. 33, 4., daß St. Paulus zu Timotheus II., 2, 13. sagt: „„Wenn wir gleich nicht glauben, so bleibet er doch treu und wahrhaftig, er mag sich selbst nicht leugnen.““ Darum ist solche göttliche Wahrheit in seiner Zusagung gar eine überschwengliche, köstliche, reiche und starke Sicherheit, die niemand läßt sinken noch zappeln. Er muß vor aller Gewalt bleiben im Himmel und Erden, daß auch Gott selbst sich drinnen ihm zu eigen und gleich gewonnen gibt.“ (Büchlein von der Beichte. XIX. 1076. ff.)

Johannes Brenz schreibt also: „Du wirst sagen: Wozu nützt mir die Absolution, wenn ich schon glaube, daß Christus für mich gelitten habe? Ich antworte: Wie die Sacramente, so ist auch die Absolution eingesetzt, um unser Gewissen in Zweifeln zu befestigen und unsern Glauben zu stärken. Denn wir haben oft gesagt, daß es nichts Zarteres gebe, als das Gewissen, auch nichts hartgläubigeres, besonders in göttlichen Dingen, die nicht mit Sinnen wahrgenommen werden. Denn in Unkenntniß göttlicher Dinge werden wir geboren. Daher tragen wir den Zweifel immer mit uns herum, und derselbe offenbart sich vornehmlich in Anfechtungen. Denn wenn in dem Gewissen Gottes Urtheil über die Sünde geoffenbaret ist und wir empfinden die Schwere derselben, dann pflegen wir doch zu zweifeln, obgleich wir hören, daß Christus für uns gelitten habe, weil wir das Gegentheil davon mit Schmerzen empfinden. Obgleich das Evangelium öffentlich gepredigt wird und jede Predigt von Christo eine Absolution von Sünden ist, so ist doch ein von seinen Sünden beunruhigtes Gewissen sehr schwach und denkt, die öffentliche Lossprechung gehe es nicht, sondern ich weiß nicht was für Heilige an; es erfordert eine Privatabsolution. Daher hat Christus die Sacramente eingesetzt, erstlich die Taufe, sodann das Mahl des HErrn, damit wir hierdurch wie durch Briefe und Siegel vom Himmel im Glauben gestärkt würden. Endlich hat er auch die Absolution eingesetzt wie seine eigene Handschrift, um uns in Betreff seines Willens auf allen Seiten gewiß zu machen. Denn so denken wir: Du hörst wohl das Evangelium, du hast die Sacramente, Taufe und Abendmahl, als Gottes Briefe und Siegel, aber viel gewisser würdest du sein, wenn du Gott selbst mit dir reden hörtest, oder seine eigene Handschrift hättest.

Daher hat Christus die Absolution hinter sich gelassen, und sie als Gottes Stimme bestätigt, indem er spricht: Wer euch hört, der hört mich; und er hat sie als eigene Handschrift bestätigt, indem er spricht: das soll auch im Himmel los sein.“ (Homil. de poen. VIII. IX.)

Wir könnten noch eine ganze Wolke von Zeugnissen der gottseligsten und erleuchtetsten Theologen über die Herrlichkeit der heil. Absolution vorführen, wir lassen aber, um den Aufsatz nicht ungewöhnlich zu verlängern, nur noch Ein Zeugniß folgen von einem Manne, der selbst von der greulich schwärmerischen Secte der Methodisten für bekehrt, ja für hoch erleuchtet angesehen wird, nämlich Johann Arndt; dieser schreibt in seiner Postille folgendermaßen: „Darum sind diese Worte: Welchen ihr die Sünden vergebet, eine göttliche Vollmacht und Auftragung der Gewalt Gottes, in seinem Namen, aus seinem Befehl, aus Gottes Gewalt, Sünde zu vergeben; darum, weil es aus Gottes Befehl, an Gottes Statt, in Gottes Namen geschieht, so ist es kräftig im Himmel und auf Erden; denn was Gott ordnet, befiehlt, das hält er gewiß; wo sein Wort und Befehl ist, da ist Gottes Gewalt, ewige unwandelbare Wahrheit. Darum ist die heil. Absolution ein großer Trost, daß Gott Vergebung der Sünden in sein Wort gelegt, und das Wort in der Priester und Christen Mund Gottes Vollmacht ist, sein Wort, Ordnung und Befehl.“ (S. 731.)

Ehe wir nun schließen, müssen wir noch auf eine Unwahrheit aufmerksam machen, welche Hr. Nast in dem mehr angezogenen Blatte niedergeschrieben hat, die zwar von völligem Mangel an einem geschärften Gewissen zeugt, die wir aber gern mehr noch der Unwissenheit des Schreibers zurechnen wollen, der, der Quellen mangelnd, bereits ausgestreute Unwahrheiten geduldig nachschrieb. Herr Nast schreibt nämlich: „Es hat allerdings nie an lutherischen Theologen gefehlt, welche diese unschriftmäßige Lehre von der Beichte und Absolution bestritten haben. Eine Masse von Streitschriften ist hierüber erschienen. Besonders lesen wir von einem J. C. Schade, Prediger an der Nikolaikirche in Berlin im 17. Jahrhundert. Dieser Mann verwarf in seiner Schrift: „Praxis des Beichtstuhls und Abendmahls,“ nicht allein die Privat-Beichte und Absolution, sondern nannte sogar den Beichtstuhl — Satansstuhl und Feuerpfuhl; und wiewohl er selbst bei der evangelisch-lutherischen Kirche fungirte, nannte er sie doch, in Beziehung auf diese vom Pabstthum zurückbehaltene Irrlehre, Babel und ein Zubehör der babylonischen Hure.“ Hierauf antworten wir, es hat allerdings allezeit Feinde der göttlichen Stiftung der heil. Absolution gegeben, die dagegen geschrieben haben, aber diese Feinde waren nicht lutherische Theologen, sondern theils Schwärmer, die sich nie zur lutherischen Kirche bekannten, theils von ihr abgefallene und endlich die im vorigen Jahrhundert aus der luth. Kirche selbst aufstehenden Wölfe, die der Heerde nicht verschonten (Apg. 20, 29. 30.), den gräßlichen Verfall derselben vorbereiteten, in welchem sie jetzt erblickt wird; dahin gehören die Schwärmer Schwenkseld, Weigel,*) Paracelsus; die Wiedertäufer; Zwingli,**) und Andere.

Was endlich den bekannten J. C. Schade betrifft, so hat Herr Nast auch über ihn Lügen abdrucken lassen, die allerdings, wie uns nicht unbekannt ist, schon oft über ihn verbreitet worden sind. Das angezogene Büchlein haben wir zwar nicht zur Hand, doch zeigt schon der Titel, daß darin nicht von der Lehre, sondern von der Praxis, d. i. zu deutsch von dem Gebrauche der Beichte und Absolution gehandelt werde. Hierüber wird hoffentlich das Zeugniß Spener's, der Schade's Colleg und Leichenredner war, gelten. Ersterer bezeugt nämlich: „Er (Schade) hatte seine Scrupel nicht über den Beichtstuhl selbst, sondern, daß er allen, die zu der Beichte kämen, die Hand auflegen und die Absolution sprechen sollte, da er nicht Gelegenheit hätte, ihre Würdigkeit zu Beruhigung seines Gewissens recht zu prüfen. Diese Frage hat ihn endlich zu den Fragen, die er über die Materie edirt,

*) Weigel schreibt: „Wehe den Anfängern und Bestätigern solches Beichtens und Absolvirens; sie werden beide geworfen in den ewigen Pfuhl.“ Post. P. II. p. 250.

**) Zwingli schreibt: „Es ist eine Frechheit, daß man gelehrt hat, daß der Mensch durch die Schlüssel gewiß werde, welcher nur durch den Glauben inwendig gewiß ist. Vergeblich wirst du sprechen: Du bist frei: Denn du kannst ihn durch dein Wort nicht mehr gewiß machen, als du aus einer Fliege einen Elephanten machst, wenn du sagst: Du bist ein Elephant.“ (Cf. Lib. de vera et falsa rel.)

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faith, comfort, Christ, and conscience are; and thus one blind man leads another, and both fall into the pit. Therefore let them go, and let them keep on falling; guard yourself against them." (Works XVII, 2453ff.) Here the Methodist leaders, who so dreadfully slander holy absolution, have Luther's judgment upon them. May they therefore cease to cloak their fanaticism with twisted and misunderstood sayings of Luther.

Furthermore, Luther writes the following concerning the glory of absolution: "The other cause and inducement to full confession is the precious and noble promise of God in the four sayings: Matthew 16:19, 'Whatsoever thou shalt loose shall be loosed'; Matthew 18:18, 'Whatsoever ye shall loose shall be loosed'; John 20:23, 'Whosesoever sins ye remit, they are remitted unto them'; Matthew 18:19–20, 'If two of you shall agree on earth as touching anything that they shall ask, it shall be done for them of my Father which is in heaven. For where two or three are gathered together in my name, there am I in the midst of them.' Whoever is not moved by such lovely words must indeed have a cold faith and be a loose Christian. For although each one may confess to God by himself and be reconciled with God in secret, yet he has no one to pronounce a verdict upon which he may rest content and quiet his conscience; he must worry that he has not done enough. But it is a fine and sure thing that he lay hold of God by God's own words and promises, that he obtain a strong support and confidence in divine truth, so that he may freely and boldly press forward, just as God himself would, with his own truth, speaking in this way: Now, dear God, I have confessed and revealed my sin to my neighbor before you, and have united myself with him in your name and desired grace; so you have promised out of great grace: what is loosed shall be loosed, and it shall be done by your Father, whatever we desire in agreement; so I hold myself to your promise, I do not doubt your truth; as my neighbor has released me in your name, so I am released, and let it happen to me as we have desired. Now God is truthful, and we are certain that he keeps what he promises (Psalm 33:4), so that St. Paul says to Timothy, II, 2:13: 'If we believe not, yet he abideth faithful: he cannot deny himself.' Therefore such divine truth in his promise is indeed an overflowing, precious, rich, and strong security, which lets no one sink or founder. It must stand above all power in heaven and on earth, so that God himself gives himself therein to be won as one's own." (Little Book on Confession, XIX, 1076ff.)

Johannes Brenz writes as follows: "You will say: What use is absolution to me, if I already believe that Christ has suffered for me? I answer: Like the sacraments, absolution too has been instituted in order to confirm our conscience in doubts and to strengthen our faith. For we have often said that there is nothing more tender than the conscience, and also nothing more slow to believe, especially in divine matters that are not perceived by the senses. For we are born in ignorance of divine things. Therefore we always carry doubt about with us, and it reveals itself chiefly in times of trial. For when God's judgment upon sin has been revealed in the conscience, and we feel its weight, we still tend to doubt, even though we hear that Christ has suffered for us, because we feel the opposite of it with pain. Although the Gospel is preached publicly, and every sermon about Christ is an absolution from sins, yet a conscience troubled by its sins is very weak, and thinks that the public absolution does not apply to it, but to I know not what sort of saints; it requires a private absolution. Therefore Christ instituted the sacraments, first baptism, then the Supper of the Lord, so that through these, as through letters and seals from heaven, we might be strengthened in faith. Finally he also instituted absolution like his own handwritten note, in order to make us certain on every side concerning his will. For we think thus: You indeed hear the Gospel, you have the sacraments, baptism and the Supper, as God's letters and seals; but you would be much more certain if you heard God himself speaking with you, or had his own handwritten note. Therefore Christ left absolution behind him, and confirmed it as God's own voice, in that he says: He who hears you hears me; and he confirmed it as his own handwritten note, in that he says: that shall also be loosed in heaven." (Homil. de poen., VIII, IX.)

We could still bring forward a whole cloud of testimonies from the most godly and enlightened theologians concerning the glory of holy absolution, but in order not to make this article unusually long, we let only one further testimony follow, from a man who is himself regarded by the dreadfully fanatical sect of the Methodists as converted, indeed as highly enlightened — namely, Johann Arndt; he writes in his Postil as follows:

"Therefore these words, 'Whosesoever sins ye forgive,' are a divine authorization and conferral of God's power, in his name, by his command, out of God's authority, to forgive sin; and because it happens by God's command, in God's stead, in God's name, it is powerful in heaven and on earth; for what God ordains and commands, he surely upholds; where his Word and command is, there is God's power, eternal, unchangeable truth. Therefore holy absolution is a great comfort, in that God has laid the forgiveness of sins into his Word, and that Word, in the mouth of the priest and of Christians, is God's authorization, his Word, ordinance, and command." (p. 731.)

Before we now close, we must still call attention to an untruth which Mr. Nast set down in the aforementioned paper — one which indeed testifies to a complete lack of a sharpened conscience, but which we would rather attribute to the ignorance of the writer, who, lacking sources, patiently copied down untruths already put into circulation. Mr. Nast writes as follows: "There has indeed never been a lack of Lutheran theologians who contested this unscriptural doctrine of confession and absolution. A mass of polemical writings has appeared on this subject. In particular we read of a certain J. C. Schade, preacher at St. Nicholas's Church in Berlin in the seventeenth century. This man, in his writing 'Praxis des Beichtstuhls und Abendmahls' (Practice of the Confessional and the Lord's Supper), rejected not only private confession and absolution, but even called the confessional a seat of Satan and a pit of fire; and although he himself served in the Evangelical Lutheran Church, he nevertheless called it, with reference to this false doctrine retained from the papacy, Babylon and an appendage of the Babylonian whore."

To this we answer: there have indeed always been enemies of the divine institution of holy absolution who have written against it, but these enemies were not Lutheran theologians, but partly fanatics who never professed the Lutheran church, partly men who had fallen away from it, and finally, in the previous century, wolves arising from within the Lutheran Church itself who did not spare the flock (Acts 20:29–30) and prepared the dreadful decline in which it is now seen; to these belong the fanatics Schwenckfeld, Weigel,*) and Paracelsus; the Anabaptists; Zwingli,**) and others.

*) Weigel writes: "Woe to the originators and confirmers of such confessing and absolving; both shall be cast into the eternal pit." Postil, Part II, p. 250.

**) Zwingli writes: "It is an impudence, that men have taught that man becomes certain through the keys, who is certain only inwardly through faith. In vain will you say: You are free — for you can no more make him certain by your word than you make an elephant out of a fly by saying: You are an elephant." (Cf. Lib. de vera et falsa rel.)

As for the well-known J. C. Schade, Mr. Nast has also had lies printed about him, which, as we are not unaware, have often already been circulated about him. We do not have the cited booklet at hand, but the title alone shows that it deals not with the doctrine, but with the practice — that is, in plain German, with the use — of confession and absolution. On this point, hopefully, the testimony of Spener, who was Schade's colleague and delivered his funeral sermon, will carry weight. The former testifies as follows: "He (Schade) had his scruples not about the confessional itself, but about the fact that he was to lay hands upon and pronounce absolution over all who came to confession, since he had no opportunity to properly examine their worthiness so as to quiet his conscience. This question at last led him, in the queries he published on the matter and in