Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 18 › Seite 142

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-04-25, Seite 142

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3

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Wenn er übergehen will von der Eini g⸗
keit Gottes zur Dreieinigkeit, ſo ſpricht
er nur von einem Wie der Offenba⸗
rung. *)

Wenn er die Perſonen unterſcheiden will, ver⸗
ſchweigt er das Weſentliche des Unterſchieds. 7)

Wenn er ſagen ſoll: Der H. G. geht aus

ulcht auch hier ſo, daß er das Wörtlein iſt gebraucht? Hätte er das
gethan, ſo hätte er dem Zweifel und Unglauben keine Hinterthür offen
gelaſſen. Aber wollte er nicht ſelbſt hindurchſchlüpfſen? Hat er doch ge⸗
ſagt, was die Schrift lehrt. Was er denkt und mit ſeinem Bei⸗
ſpiele den ken lehrt, tas hat er ein wenig deutlicher in der Rel.
Geſchichte geſagt. Wie verdächtigend er von Chriſto ſpricht, troz dem ⸗
daß die Schrift (wie er ſelbſt be kennt] anders lehrt, bezeugt und betheu⸗
ert — haben wir in einem früheren Aufſatze nachgewieſen. Welche
Burgſchaft iſt es nun für bas Bekenntniß zur Gottheit des Heil. Geiſtes,
wenn der Vf. nichts Anders ſagt, als: die Schrift lehrt. Im
Munde der Bekenner iſt der Nachwels, daß die Schrift ſo vder ſo lehre⸗
ein unüberwindlicher Schild des Glaubens. im Munde Derer, die nicht
bekennen wollen, iſt es ein Verſteck des Unglaubens und ein ſchändlicher
Mißbrauch des Namens Gottes.

*) Fr. 62. „Wie hat ſich aber dieſer Einige Wott in der Hell.
Schrift zu unſerm Helle näher geoffenbart?“
Antw. „Als Vater, Sohn und Heil. Geiſt.“
Wir übergehen es, daß es, ſtatt
in der Heil. Schrift
vielmehr heißen ſollte
nach oter nach dem Zeugniß ter H. S.
denn die Offenbarungen des dreieinigen Gottes I3. E. die Schöpfung!
würden bleiben, wenn auch die Heil. Schrift nicht Zeugniß davon gäbe
und die Offenbarung Gottes in der Schrift, d. l. die Einge bung,
von der der Vf. nichts wiſſen will, würde nicht erkannt oder nicht zuver⸗
läſſig behaup tet werden können, wenn nicht die Schrift davon zeugte.

Aber die Hauptſache in dieſem Satze iſt das Wie und das Als.

Bet dieſem Ansdrucke blelbt es zweiſelhaft

1) ob es uur Eine Perſon ſel, die ſich offenbart habe als Vater, als
Sohn und als Heil. Geiſt, oder ob es m ebrere ſeien, deren jede
ſich geoffenbaret, denn der Bf. hat noch gar nicht geſagt, daß fener einige
Gott ein breieiniger ſei.

2) Ob, wenn es auch mehrere Perſonen wären, dleſe Perſonen,
lede für ſich und elne wiedie andere wirklich Gott ſeleu.
Das ſoll aber nicht zweifelbaft bleiben, denn darin beſteht das Gehelm⸗
niß der Heil. Dreielnigkeit.

+) Das Weſentliche in dieſem Falle iſt:

1) Daß der Vater dieſenige Perſon ſei, welche den Sohn vyn
Ewigleit vergezeugt oter geboren hat.

2) Der Sohn aber die jenige Werſon, welche von E wigkeit ber
vom Vater gezeugt eder geboren iſt, wodurch er nicht allein
von allen Creaturen unterſchieden, ſondern auch als der felbe
Gottiſt, bezeichnet wird.

Bei ſeiner Menſchwerdung aber ſei der Sohn geboren ron einer
Jungfrau, und obgleich Menſch ge worden, boch Wott geblie⸗

ben und alſo wahrhaftiger Gott und Menſch in Eine:

Perſon, wir Dr. Luther lehrt im 2. Artikel:

„Wahrhaftiger Gett vom Bater in Ewigkeit geboren

und auch wahrhafriger Menſch ven der Jungfrau Narka
— geboren.“

3) Daß der Heil. Geiſt die jenige Perſen ſei, welche nicht, wie der
Sohn, vom Vater allein, ſendern vom Vater un d Sohn, und nicht.
wie der Sohn, geboren, ſondern ansgehend und ihrem Weſen
nach Gott ſei, gleichwie der Vater und der Heil. Geiſ. wie wir auch
ſingen im Glauben:

„Wir glauben an den heiligen Gelnt
Gott mit Vater und dem Sohne.“

Wie thut nun der f. des Hauuöv. Kat.?

1) Er räuut dem Vater nicht einmal einen beſontern Paragraph ein.

Es ſchelnt, taß man dafür nehmen ſoll was er im Vorbergehenden ſagt.
Und was ſagt er da? ‚

Fr. 61. daß nicht mehr denn eln Einiger Gett ſei. unt
Fr. 62. daß dleſer Einige Gott ſich offenbart bhabe als Vater, Sohn
und Heil. Geiſt.

Enttweder nun verſteht er unter dieſem Elnigen Bott ten dreieini⸗
gen, oder er verſteht darunter den Valer.

Im erſtern Falle kaun das, was er ſagt nicht gelten für des, was er
vom Bater inſonderheit ſagen ſolhte, nämlich, daß er den Sohn von
Ewigkeit her gezeugt habe.

Im andern Falle lwie er den Bater verdanden wiſſen will] ſchlleßt er
den Sohn und den Heil. Geiſt von der Gottheit aue, denn er ſag: ‚

FIr. 61. „welchem tie alle rhöchſten Vollrommen⸗
heiten zukommen.
Koinmen aber dem Sohn und ken Heil. Geiſte nicht auch
höchſten Voll kommenheiten zu, ſo ſind ſie nicht Gott.

2) Was er vom Vater milt einflicht Ir. 68.],
er ben Namen „Bater.“
ſand! habe.

Es iſt nicht geſagt, wie der Vater in ganz einem andern Sinne der
Bater des Sohnes ſei, als er der Vater der Gläubigen, ja
aller Menſchen Va ter iſt.

3) Was er vom Suhne ſagt [ör. 63.] iſt nicht mehr, als wie der Sohn
denanntwerde; aber es iſt kein Schluf auf ſeine Gottheit ge⸗
macht, kein Schluß auf das Be ſondere in ſeiuer Menſchwerdung,
keine Unterſcheibung der Geburt C hriſti von der Geburt anderer
Menſchen.

Was er anführt vom Heil, Geiſte, ſind wleder bloße Namen
vdn: Schluß folge.

die aller⸗

iſt nicht mebr, als daß
wirderbolt und daß der Vater den Sobn ge⸗

—140—

vom Vater und vom Sohne, ſo ſpricht er: Der
H. G. iſt geſandt. “
Venn er endlich den Schluß machen und ſa⸗
gen ſoll:
Dieweil nun Vater, Sohn und H. Geiſt
ieder für ſich Gott iſt und doch gleichwohl
nicht drei Götter ſind, ſo muß der Einige
Gott zugleich ein Dreieiniger ſein —
ſo vermeidet er nicht nur in Frage und Antwort
(Fr. 69.) das Wort „Dreieinig“ ganz
und verweiſet es zuſammt dem Worte Perſon
nur in eine Anmerkung ), ſondern auch in

+˙⁷9) Tas Wort geſandt“, das er in der Antwort braucht I5r. 0.)
iſt entweder müſſig, oder es ſoll eine Anslegung des Wortes ausge hen
ſe in.
Daß es müſſig ſein würde, leuchtet ein, wenn man bedenkt, daſ ber
Sobn gerade ſo gut geſandt iſt wie der Heit. Geiſt und das alſo der Sohn
und der Hell. Geiſt dar innen nicht von einander unterſchieden ſind. wie
doch der Vf. ſeiner Frage zufolge hatte zeigen wollen.

Daß es eine Anslegung ſein ſoll, wird ſehr wahrſcheinllch, wenn
man Acht darauf hat, daß das Wort „ausgehen“ im beigeſetzten
Spruche mit größerer Schrift gedruckt iſt.

Wenn es aber eine Auslegung ſein ſoll, ſo iſt ſie falſch.

Denn das Wort ausgehen, wenn es vom Heil. Geiſt gebraucht
wird, bedeutet etwas Auderes, als mit einer Bolſchaft beauftragt
werden.

Starke ſaget kavon [Synops. Joh. 15, 26.]

Dieß Wert ler geht aus] lausgehenl wird hler aut eine
ganbeſondere Art genemmen, nicht, als bei Profanſeri⸗
benten lweltlichen Schriftſteuern! und kommet in ſolchem Ver⸗
ſtande nur bier alltin ſo vor, und wird damit die beſon⸗
dere ewige Mittheilung des Weſens des Vaters

und des Sohnes an den Heil. Geiſt angezelget, welche
aber von der ewigen Zeugung des Sohnes Gottes noch unterſchieden
iſt auf eine uns mibegreifliche Art und Welſe.

So kann denn das Wort „ausgehen“ in dleſem Zuſammeuhange
nicht ertlärt werden durch „geſandt ſein “; denn beldes zeigt etwas
ganz Nerſchledenartiges au, wie ein aufmerkſamer Vibelleſer
auch daran ſchon merken kann, daß Chriüns ſagt [Joh. 15, .)

Ich werde ihn ſenven.
und doch nicht ſagt

er wirt ausgehen,
ſendern

er geht aus.
Da muß ja die Sendung auf etwas Zukünftiges gehen, und das iſt zu⸗
vörberſt die Ausgießung des Heil. Geiſtes am erſten Pfingſttage. Das
Ansgeben aber wird vorgeſtellt als eine davon verſchledene, nämlich
ewige Gegenwart.

Val. Starke am angeführten Orte:

„»Er gehet aber alſo aus, daß er, indem er ausgethet, doch im⸗
mer in dem Vater und Sohne bleibet und außer ihm nicht ſein
kann, wie ſit auch nicht ohne ihn ſein können, ob ſie wohl nicht
aus ihm, ſondern er aus ihnen iſt. — Daber es auch hier heißet,
nicht, ter vom Vater ausgegangen iſt, ſendern der aus⸗
gehet.“

4) Er ſaget darin:

1) Daß die Worte „Perſon“ und Dreieinigleit nur ein⸗
mal gebräuchlich ſeien lverſtehe, er, der Bf., wollte ſolchen Gebrauch
nicht eingeführt haben, einſtweilen müſſe man ſie noch in eine Anmer⸗
lung aufnehmen, bald werde die Zeit fommen, wo man ſie auch in keiner
Anmerkung mehr vermiſſen werde.] ‚

2) Das Wort Perſon ſollte auteuten, es ſei ein wirklicher Unter⸗
ſchied zwiſchen Vater, Sohn und Heil. Geiſt. ‚

Aber das deuten ſchon die verſchiedenen Namen an und für

ſich ſelbſt un. Das Wort Perſon ſoll vielmehr anzeigen, wie

weit Vater. Sohn und Heil. Geiſt von elnander verſchieden ſein.
Der Bf. giebt zu — weiter, als elue Eigenſchart. Wirkung oder
bloßer Rame von ſeinem Gegenſtande. ‚

Er ſollte aber ſagen:

ſo weit, daß jede fur ſich ſelbſtſtändig und für ſich Got
iſt, nicht erſ in Berbindung mit den zwei andern Gott wird.

3) Tas Werl Preieiniakett ſolle den Mipverſtand verhüten, als
wäre die Gemeinſchaft der drei göttlichen Perſonen wie die Gemein⸗
ſchaft dreier wenſchlicher und von einander getrennter Perſonen.

Aber nicht alleln dieſer Miſpverſtand ſellte dadurch verhütet wer⸗
ben, ſondern unter anderen anch der, daß nicht der Bater als der
eigentliche und daher alleinige Gott, ber Sohn aber und
der Hell. Geiſ, wie boch man auch immer von ihnen halten möͤge,
doch als geringer denn der Vater zu denken ſeien.

Hören wir zum Schluß die Augsburg. Confefſion.

Da beißt es Art. 1. —

Und wird durch das Wort Verſon verſtanden nicht ein Stü ck,
nicht eine Eigenſchaft in einem anderen, ſondern das ſelbſt
beſtebet, wie denn ble Väter in dieſer Sache das Wort gebrauchet
haben.

Terbalben werden verwerfen alle Ketereien, ſo dieſem Artikel
zuwider ſind, als: Manichäi, die zween Götter geſetzet haben,
einen böſen und einen guten. Item: Valentiniani, Arianl,
Eunomianl, Mahormetiſten nnd alle dergleichen Nauch
Samofatenlani, alt und neu, ſo nur eine VPerſon ſeken unr
von dieſen zwrien Wort und Hell. Geiſt Sophiſterei machen
und ſagen, daß es nicht müſſen uurerſchiedene Perſonen
ſein, londern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimm.
und der Heil. Geiſt ſei erſchaffene Regung lu Crea⸗
turen.

der Anmerkung giebt er den richtigen Begriff

der Lehre von der Heil. Dreieinigkeit nicht.
(Fortſetzung folgt.)

3

(Eingeſandt von Paſtor Brohm.).
Schulrede ͤ
gehalten bei Eröffnung einer neuen Schule.

Noch nie bin ich mit fröhlicherem Herzen in ö
die Schule getreten, und noch nie meine ich

fröhlicheren Angeſichtern begegnet zu haben, als ö

heute den eurigen, ihr lieben Kinder und Eltern,
die ihr euch mit mir freuet der glücklichen Vol⸗
lendung unſrer neuen Schule, welche wir dieſen
Morgen das erſte Mal betreten. Hier ſteht ein
geräumiges, lichtes, luftiges, geſundes Schul⸗
haus, und auch die innere Ausſtattung deſſel⸗
ben läßt nichts zu wünſchen übrig. Ich lebe der
fröhlichen Hoffnung, vom heutigen Tage an
wird unſer Schulweſen einen neuen Aufſchwung ö
gewinnen und unſere neue Schule wird für vielt
der Tauſend von Kindern die um uns her⸗
wohnen, ein Segen werden. Damit wir aber
Gott um ſo freudiger danken für dieſe Gabe und
ſie um ſo treuer gebrauchen, ſo laßt mich euch
die hohe Wichtigkeit und den großen Segen einer
chriſtlichen Volksſchule vorſtellen.
Ich rede nicht von der Volksſchule im Allge⸗
meinen, ſondern von der chriſtlichen Volksſchule.
An Schulen iſt allerdings im hieſigen Lande
kein Mangel, ja dieſen Ruhm muß man den
Vereinigten Staaten namentlich den älteren un⸗
ter ihnen laſſen, daß ſie für Schulen viel und
mehr thun, als viele Staaten der alten Welt;
woran aber ein groter ein ſchreiender Mangel
iſt, das ſind chriſtliche Volksſchulen, die doch ein
unentbehrliches Bedürfniß und die Quelle wah⸗
ren Volksglücks ſind. Gleichwie des Menſchen“
Zweck und Ziel ein zwiefaches iſt, ein irdiſches
und ein himmliſches, ſo iſt es die Aufgabe einer
guten Volksſchule, das ihnen anvertraute Kind
dieſem zwiefachen Ziel entgegen zu führeu. Mit
Recht verlangt man von einer Volksſchule, daß
ſie die verſchiedenen geiſtigen Kräfte des Schülers
in möglichſter Gründlichkeit und Allſeitigkeit ö
ausbilde und ihn für ſeinen dereinſtigen irdiſchen
Beruf, er ſei hoch oder niedrig, wenigſtens
grundlegend vorbereite. Es iſt hier nicht nöthig,
daß ich alle die einzelnen Lehrfächer aufzähle.
Zweierlei nur erinnere ich: obgleich in Amerika
wohnend, ſollten wir Deutſche in unſern Schulen
dennoch unſere deutſche Mutterſprache nicht ver⸗

nachläſſigen. Nicht nur die Pietät gegen unſert

Mutter, nicht nur die Vortrefflichkeit der deutſchen
Sprache an ſich iſt es, ſondern auch und vor⸗
nehmlich der Reichthum an den größten Schätzen
chriſtlicher geſunder Literatur, wie ſie kein Voll
der neuern Zeit aufzuweiſen hat, um deſſent
willen kein deutſcher Lutheraner ſeine Mutter⸗
ſprache ſollte untergehen laſſen. Welches Volk

hat eine Bibelüberſetzung, die der Lutheriſchen

gleich käme? Welches Volk ſo treffliche geſunde
Erbauungsbücher, als das deutſche? Welches ‚
einen ſolchen Vorrath geiſtreicher kirchlichen Lie⸗
der? Würden unſere Kinder ihre Mutterſprache
vergeſſen, ſo würden ſie den Schlüſſel verlieren

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