Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 21 › Seite 145
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-06-07, Seite 145
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Oel. 14, 1. Rühme, du Unfruchtbare, die du nicht gebie⸗
reſt; ſreue dich mit Ruhm und jauchze, die
du nicht ſchwanger biſt! denn dit Einſame hat
mehr Kinder, weder dier den Mann hat, ſpricht
der Herr.
Das iſt eine treffliche u. herrliche Verheißung
und will der Prophet, daß wir uns dieſelbige
ja wohl laſſen anbefohlen ſein, weil er hinzu⸗
ſetzt: ſpricht der Herr. Sie beziehet ſich aber
nicht allein auf die Zeiten der Apoſtel, ſondern
ſie währet zu allen Zeiten. Denn Gottes Wort
bleibt in Ewigkeit. Darum ſoll uns
heut zu Tage unſere Wenigkeit
und der Feinde Menge und Macht
nicht bekümmern. Wir ſollen uns auch
nicht ſtoßen an dem elenden Anſehen der Kirche,
weil bei ſo großer Uneinigkeit der maͤncherlei Mei⸗
nungen, bei ſo großer Zwietracht der Fürſten
und Grafen, keine Hoffnung zur Eintracht
übrig zu ſein ſcheinet. Denn obwohl ein from—⸗
mes Herz dieſe Dinge ohne große Betrübniß
nicht anſehen kann: ſo muß man deßwegen doch
nicht alle Hoffnung wegwerfen. Denn die Kir⸗
che hat hier die Verheißung, daß ſie weit und
breit ſolle fortgepflanzet werden.
Luther.
J. Was kann ich für Ausbreitung des Rei⸗
ſches Gottes unter den Heiden thun?
K. Je nun, du weißt, daß tüchtige Miſ⸗
ſionare und der Amtsſegen, welchen ſie unter
den Heiden bedürfen, purlautere Gaben des
wunderbaren Gottes ſind. So bete denn um
die rechten Wunderleute für die Heiden zu dem
Vater aller guten Gaben, der unſern Gebeten
in Chriſto Jeſu Erhörung zugeſagt hat.
J. Das thue ich im Allgemeinen bereits.
Die drei erſten, ja alle Bitten des V. U. haben
für mich einen reicheren Inhalt, ſeitdem ich ſie
auch fuͤr die armen Heiden bete. Ich habe mir
aber auch vorgenommen, die einzelnen Miſſions⸗
anſtalten, die verſchiedenen heidniſchen Völker
kennen zu lernen. Und dann will ich betend un⸗
ter ihnen im Geiſte wallen gehen und ihrer Be⸗
dürfniſſe vor Gott gedenken. Ich will manch⸗
mal ſelige Stunden feiern, wenn ich, wie ein
Hausvater vor den Lagerſtätten ſeiner ſchlafenden
Kinder, heimlich vor jedem Mann und Ort und
Volk ſtehen bleibe, für welche ich etwas zu bit—
ten oder zu danken weiß. Ich will in IEſu
Namen beten, und mein Gebet ſoll avie ein prie⸗
ſterlicher Segen reichlich und ſtill wie der er—
quickende Regen in der Nacht auf die Lieblinge
meiner Sorgfalt herabſteigen.
K. Dazu verleihe dir Gott ſeinen heiligen
Geiſt! Er mache dich zum wackern Beter, der
öffentlich ſchauen darf, was er im Verborgenen
betet!
Löht.
—
Man ſagt vom Pfau, daß er habe eines En⸗
gels Gewand, einen diebiſchen Gang, und
teufliſchen Geſang. Dieſer Vogel iſt ein rech⸗
tes Bild der Ketzer, denn alle Rottengeiſter kön⸗
nen ſich fromm und heilig und als Engel ſtellen,
aber ſie kommen einher geſchlichen und dringen
ſich ein, ehe ſie zum Predigtamt berufen werden,
und wollen lehren und predigen. Aber ſit ha⸗
ben einen teufliſchen Geſang, das iſt, Lügen,
Irrthum, Ketzerei und Verführung predigen ſie.
Luth. Tiſchr. Leipz. A. S. 294. V.
Anno 1539 den 29. Januarii beweinete u.
beklagte D. M. die Secten, ſo noch kommen
würden von falſchen Brüdern. Es wird des
Schreibens, ſprach er, noch ſo viel werden, daß
der geringſte Grammaticus Philoſophus wird
ſonderlich Ding wollen ſchreiben, und wir wer—
den wieder in die vorigen alten Irrthümer fal—
len. Denn der Teufel iſt ein Tauſendkünſtler,
kann einen Irrthum mancherlei brämen und
ſchmücken. (Luther.
Kein Ketzer läßt ſich bereden, daß er weiche
von ſeinem gefaßten Wahn und Sinn, und ge—
be der Wahrheit Göttlichen Worts die Ehre:
Nein, ſie ſehen und hören nichts, wie Michel
Stiefel als er Anno 33. predigte, daß in dem—
ſelbigen Jahr der jüngſte Tag kommen ſollte;
der ſah und hörte mich nicht. Es hat mir mein
Lebenlang kein Widerſacher ſo böſe Wort ge—
geben, als er. (Luther.
Ach es iſt bald geſchehen um einen Menſchen,
daß ihn der Teufel ſogar einn immt, daß er we—
der Sinn noch Vernunft hat. Wir glauben
nicht, daß wir ſo ſchwache Leute ſind, und der
Teufel ſo mächtig iſt. (Luther.
Wer in der heiligen Schrift ſeine Ehre ſucht,
der iſt ein Narr, ja tell und thöricht; denn die⸗
ſelbige iſt gegeben zu Gottes Ehre, nicht zu der
Leute Ruhm. (Luther.
Der Ketzer und Rottengeiſter, Juden und
Schwärmer Thun und Vornehmen iſt allzeit
hoffärtiger, hitziger, und hat größern Schein,
denn der rechten Chriſten, darum man nicht
anders meinet, ſie ſeien rechtſchaffen, und ihr
Ding ſei eitel Heiligthum. Aber man kann und
muß ihnen mit dieſem einigen Argument und
Grunde begegnen, und ſie fragen: Lieber, iſt
das auch unſers Herrn Gottes Befehl? Da
müſſen ſie verſtummen. (Luther.
Du ſollſt alſo mit der Schrift handeln, daß
du denkeſt, wie es Gott ſelbſt rede. Weil es
aber Gott ſelbſt redet, ſo gebühret dir nicht, ſein
Wort aus Frevel zu lenken, wohin du willſt.
(Luther.
Wenn der Satan das Gewiſſen durch das
Geſetz zerplagt und martert, wie in der Offen⸗
barung S. Johannis ſteht, daß er die Heiligen
Tag und Nacht vor Gottes Angeſicht anklage, da
iſt Zeit und hoch vonnöthen, daß man ihm dieſen
Vers auf ſolche Weiſe vorhalte und ſpreche:
Was gehen dir Teufel meine Sünden an? Hab
ich mich doch nicht an dir verſündiget, ſondern
an meinem Gott. Ich bin nicht dein Sünder,
was haſt du denn für Recht zu mirn
Gott mein Herr aber iſt kein Teufel, kein Wü—
therich, kein Tyrann noch Henker, wie du biſt,
Menſchen erſchreckeſt, und uns mit dem Tode
und hölliſchem Feuer droheſt. (Luther.
der du nichts thuſt, denn daß du beide uns“
Wenn der Teufel ſo klug würe, und ſchwiege
ſtille, und ließe das Evangelium ungehindert
und unverfolgt predigen, ſo würde er weniger
Schaden in ſeinem Reiche haben, denn wenn
das Evangelrum nicht angefoch tenoder verfolget
wird, ſo verroſtet es gar. (Luther.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutherauers
um die beigeſeßtzten Preiſe.
Dritter Jabrgang des Lutheraners
von 1810 — 47. No. 8— 26. 2
(Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
Vierter, fünfter, ſechster u. ſiebenter
Jahrgang des Lutheraners, jeder
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methödismus, (in Pamphlet⸗
50.
form) 1 Srück. ů ů ů . 5.
Dr. Martin Luthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stück 6.
Die Verfaſſung der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſouri, Otio u. a. St. 5.
Zweiter, Dritter, Vierter nnd Fünf⸗
ter Synodalbericht derſelben Synode, jeder
Kirchen⸗Geſangbuch für evang. luth. Ge⸗
meinden, verlegt von der hieſigen evangel. luth.
Genieinden U. A. Couf. in gepreßtem Leder⸗
bande, das Stück ů ů .75.
Das Dutzend 88.
100 Stück 8 62,50.
Daſſelbe in kleinerm Format, das Stück 50.
10.
Das Dutzend 35,25.
100 Stück §40/00.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
unveränderter Abdruck . ů ů ů „
Im Dutzend 81.
A B C-Buch, und in geböriger Stu⸗
fenfolge geordnete Uebun asſtücke
u. ſ. w., herausgegeben von unſerer Sonode 10.
Int Dutzend § 100.
Johann Hübners Bibliſche Hiſtorien. New
Norker Ausgabe, im Einzelnen .
wabe⸗ Im Dutzend 8 2,0.
Dr. Martin Luthers Auslegung des Y.
Pſalms, broſchirt und beſchnitten — 1I5.
Im Dutzend 81,50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri . 15.
Trpruchdut In Dußend 5l,50.
Der Hirtenbrief des Herrn Paſt. Grabau zu
Buffalo v. J. 180 nebſt den zwiſchen ibm
und mehreren Paſtoren m Miſſouri gewech⸗
ten Schriſten ů ů 156.
Brief Dr. Martin Lutbers von Einſetzung der
Kirchendiener an den Rath zu Prag in Bötmen
vom Jahre 1525. aus dem Lateiniſchen überſetzt
von Paulus Speratus 10.
Timotheus. Ein Geſchenk für vie confirmirte
Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden . 55.
Im Dutzend 53,60.
Predigt am Oſtertage 1851. in St. Louis, Mo.,
gebalten von Prof. C. F. W. Waltrer . 5.
Deſlen Predigt über 1 Tbeſſ. 4,1—7 Die
Ermahnung des heil. Apoſtels, immer völliger
werden ů — „
(Beide Predigten aus dem „Lutheraner“
beſouders abgedruckt.)
Neue Teſtamente, größteutheils mit dem
Pſalter, Stuttgardter, Londoner u. Hamburger
Ausgabe, in gewöhnlichem Einband mit den
ſalmen ů .D.
ᷓ. obne Pſalter 15.
in Goldſchnitt 0.
28 Confirmatlons⸗Scheine mit Bibel⸗
Aarichen und Liederverſen, ingl, mit Libliſchen
Bildern und Randzeichnungen; lithographirt und
herausgegeben von veopold Gaſt 61/0.
16 Taufſcheine mit Bibelſprüchen nebſt vergl.
Bildern und Randzeichnungen; lithographirt und
herausgegen von Gaſt u. Brother 631/0.
Melodien deutſcher Kirchengeſänge „
nach Dr. Friedrich Lahritz 2⁵.
dito
Anhang dazu 15.
Dieſelben mit dem Anhangg ů . 35.
Leipziger Evangel. Luther. Miſſionsblatt vom
Jahre 1850. — — — — — * „ 40.
—
Gedruckt bei M. Niedner,
Norb⸗Ecke der drüttn und Cheſmut⸗Straße.
English translation
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