Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 21 › Seite 143
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-06-07, Seite 143
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fen. Als er aber wieder auferſtand von den
Todten, da verkündete die Natur lautjubelnd
der Welt ſeinen herrlichen Triumpf durch den
Donner eines gewaltigen Erdbebens. Und auch
bei der Himmelfahrt unſers Herrn war die Na—
tur als ſeine treue Dienerin geſchäftig, denn
eine Wolke uahm ihn auf vor ihren Augen weg.
L. Wir würden die Natur beſſer verſtehen,
wenn wir mehr im Worte Gottes lebten. Dann
würden wir jenen demüthigen, kindlichen Sinn
empfangen, der Gottes Werke am beſten erkennt.
W. Die Schrift ſagt: Die Himmel erzählen
die Ehre Gottes und die Beſte verkündiget ſei⸗
ner Hände Werk. Pf. 19, 1. Und Röm. 1,
19. 20. Daß man weiß, daß Gott ſei, iſt ihnen
offenbar, denn Gott hat es ihnen offenbart, da⸗
mit daß Gottes unſichtbares Weſen, das iſt
ſeine ewige Kraft und Gottheit wird erſehen,
ſo man das wahrnimmt an den Werken, näm⸗
lich an der Schöpfung der Welt.
L. Allerdings. Gott offenbart ſich uns auch
durch das Buch der Natur, daß wir daraus
ſein Daſein, ſein herrliches Weſen und ſeine
göttlichen Eigenſchaften erkennen können. Al⸗
lein dieſe Eikenntniß bliebe immer eine unge⸗
nügende, wenn wir das Buch der hl. Schrift
nicht hätten.
W. Aber doch ſpricht Gott auch in der Schöp—
fung ſeine göttlichen Gedanken aus: die irdi⸗
ſchen Dinge ſind Abbilder von himmliſchen Din—
gen; weßhalb Gott ſo häufig in ſeinem Wort
durch Gleichniſſe zu uns redet, die aus dem
Reiche der Natur gekommen ſind.
L. Freilich. Chriſtus iſt die Sonne der Ge⸗
rechtigkeit, der geiſtliche Fels, der Weinſtock, deſ—
ſen Reben dle Gläubigen ſind. So iſt der Früh⸗
ling ein liebliches Bild der Auferſtehung. Vor
Kurzem war noch alles kalt, todt und erſtorben:
und jetzt prangt alles durch Gottes allmächtige
Kraft voll neuen Lebens und friſchen Grüns.
Es wird geſäet verweslich und wird auferſtehen
unverweslich. 1 Cor. 15, 42. Die Leiber
der Gläubigen ſterben und verweſen, aber am
ſchönen Frühlingsmorgen der Auferſtehung wer—
den ſie hervorgehen unverweslich, verklärt, in
unſterblicher ewiger Schönheit und Jugend.
W. Ich geſtehe dir, lieber Leopold, daß ich
Lie Natur jetzt mit andern Augen anſehe. Sie
hatte früher für mich ſteis etwas Fremdes, faſt
Feinpſeliges. Nun aber iſt ſie mir lieb, da ich
ſie in Chriſto als Gottes Werk betrachte! nun
werde ich auch wieder meine Freude daran haben.
L. Und wirſt doch auf gleiche Weiſe vor ſünd⸗
licher Verwerfung, wie vor Vergötterung der
Natur dich hüten. Chriſtus iſt die Wahrheit,
in welcher verborgen liegen alle Schätze der
Weisheit und der Erkenntniß, Col. 2, 3. In
ihm allein finden wir auch den Schlüſſel zu ei⸗
ner richtigen, Gott wohlgefälligen Naturbe⸗
trachtung.
Indeſſen war es über den Geſprächen der bei⸗
den Freunde Abend geworden. Der Mond war
äufzegangen und prangte in ſtiller Schöne am
punklen Himmel und goß ſein Silberlicht über
diepuftenden Fluren aus.
—
Nun ſage mir, lieber Ausleger, unterbrach
Wilibald das Schweigen, iſt nicht auch der
Mond nach dem Worte Gottes das Abbild von
etwas Himmliſchen?
Er iſt ein Bild der Chriſtlichen Kirche, erwie—
derte Leopold. Denn es heißt Hohel. 6, 9.:
Wer iſt, die hervorbricht wie die Morgenröthe,
ſchön wie der Mond ..? Gleichwie der Mond
ſein Licht von der Sonne empfängt, ſo empfängt
die Kirche ihre Gerechtigkeit und Schönheit von
Chriſto. Und gleichwie der Mond mit dem em⸗
pfangenen Lichte die dunkle Erde beſtrahlt, ſo
erleuchtet die Kirche mit dem vom Herrn ihr an—
vertrauten Evangelio die mit Finſterniß und To⸗
deeſchatten erfüllte Welt.
W. Und nichtwahr, wenn dann der heilige
Geiſt die todten Herzen durch das Evangelium
anhaucht, erweckt und wiedergebiert, dann ent—
ſteht in ihnen ein geiſtlicher, himmliſcher Le—
bens⸗ und Liebes-Frühling, dann heißt es:
Siehe, der Winter iſt vergangen; der Regen iſt
weg und dahin; die Blumen ſind hervorgekom—
men im Lande; der Feigenbaum hat Knoten
gewonnen, die Weinſtöcke haben Augen gewon—
nen u. geben ihren Geruch. Hohel. 1, 11-13.
L. Ach ja, möge der heilige Geiſt auch in
unſern Herzen einen freudenreichen Lenz er—
wecken und ſie mit ſeinen Gaben zu ſeligen
Gärten Gottes weihen and ſchmücken!
Hermann Fick.
Ach, wär ich erſt bei Dir!
Ach, wär ich erſt bei dir!
HErr Jeſu, ich bin hier
Auf Erden nicht zu Haus,
Ich ſehne mich hinaus.
Es wird mir dieſe Welt
Tagtäglich mehr vergällt;
Sie haßt dich grimmiglich,
Und ich, ich liebe dich.
Ich liebe dich, denn du
Schenkſt meiner Seele Ruh,
Schenkſt deinen Himmel mir:
Ach, wär ich erſt bei dir!
Zwar weiß ich leider wohl,
Daß ich bin ſündenvoll;
Allein dein iheures Blut
RNacht mein Gewiſſen gut.
Doch iſt mir wohl bewußt,
Daß noch die böſe Luſt
In meinem Fleifche lebt,
Und ſtets dir widerſtrebt.
Erſt in der Herrlichkeit
Schmückt mich das weiße Kleid,
Der reinen Unſchuld Zier:
Ach, wär ich erſt bei dir!
Ich bin, o Jeſu, dein
Die Seligkeit iſt mein,
Du haſt mich oft entzückt,
Und himmliſch ſüß erquickt.
Doch folget bald der Freud
Stets wechſelnd wieder Leid,
Und oft erfüllt mein Herz ö
Nur Schrecken, Angſt und Schmerz.
—*
Denn ſel'ger Vollgenuß, x
Der Wonne Ueberfluß
Wird erſt im Himmel mir:
Ach, wär ich erſt bei dir!
Hermann Fick.
—
Kirchbliche Nachrichten.
Am Tage der Himmelfahrt, den 5. Mai, iſt
Pſt. Joh. Kunz, nachdem er von der deutſchen
evangel. luth. Gemeinde unwet des Sugar ö
Creek, Hancock Co., Ja., einen ordentlichen Be⸗
ruf empfangen und denſelben mit Bewilligung
ſeiner bisherigen Gemeinde angenommen hatte,
von Paſtor Fr. Schumann, da Paſtor Fricke
durch ploͤtzliche Erkrankung dem zunächſt ihm
gewordenen Auftrage nicht genügen konnte, in
ſeine neue Gemeinde eingeführt worden, allwo
ihm der HCrr auch fernerhin Seine Gnade, El⸗
fer und Treue verleihen möge, daß er zum Se⸗
gen werde für Viele.
Dr. M. Sihler, Paſtor.
Fort Wayne, 17. Mai 1853
Die Addreſſe des lieben Bruders iſt:
Ferd. Joh. Kunz,
Segar Creeh P. O.,
Hancocle Co., Ia.
Hochwürdiger Herr Präſes!
Hiemit erſtatte ich den ſchuldigen Beriſtkt, daß
Herr J. Strieter, vormals Zögling des Fort
Wayner Seminars, nachdem derſelbe von der
deutſchen cv. luth. Gemeinde in und um Elo⸗
ria, Loraine Co., O., einen ordentlichen Beruf
erhalten, im Auftrage des Hrn. Vicepräſes am
6. April vor ſeiner Gemeinde und unter Aſſi⸗
ſtenz des Hrn. Pſt. Steinbach von mir ordinirt
und dabei auf ſämmiliche Bekenntnißſchriften
unſrer Kirche verpſlichtet worden iſt
Das Arbeitsfeld unſres Bruders iſt äußerlich
klein, wolle es der HErr dafür durch Selnen
Segen deſto fruchtlbarer machen!
H. C. Schwann.
Cleveland, 6. Mai 1853.
Eingegangen
für die erang. luth. Gemeinde zu Neumelle, Mo.
zum Aufbau ihrer durch Frvlers Hand argebrannten Kircht:
Von der Gemeinde zu Pomeroy, O., und zwar:
von Hrn. Pſt. Habel
„ HbH. Lehrer Holls, Benz und Mees, G.
85.00,
Rasp, je 82.00 6.0⁰
„ Hrn. Gauder und den Schulkindern 1.43
„ „ Treß d. jüng. 1.50
„ HH. M. Joachim, J. Gebhardt, Jac.
Tiez, J. Krein, A. Mres, G. Weiers⸗
müller, H. Scharf, Jac. Gözlein, A.
Fruth, je 81.00 9.0⁰
„ Hrn. G. Joachim 0.95
„ Hb. J. Kiein, W. Scharf, W. Scharf,
Joh. Göglein, J. Niemeier, Wittwe
Wien! und Frau Kinſtein die ältert
je 80 50 9.⁵5⁰
„ Hrn. D. Göglein 0.35
„ HH. J. Göglein, P. Sauvage, Ch.
Hamm, J. Mack, L. Reuter, A. Kalb,
F. Niemeier, Wittwe Gebhardt, Wintwe
Guſchwa, je 90.25 2.25
„ der Gemeinde zu Cheſter bei Pomerop, O.,
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