Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 21 › Seite 138

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-06-07, Seite 138

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elner erkenne und in

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Herausgegeben von der Deutſehen Ev. Luther. Synode von Miſſouri,

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„Sottes Wort und Luthers Lehr' vergehet uun und nimmermehr.““

(Enen. Joy. Cas. 14, v. 5. 7.)

Ohio und andern Staaten.

Nedigirt von C. F. W. Walther.

Jahrg. 9.

St. Louis, Mo., den 7. Juni 1853.

No. 21.

Subſerivtienspreie von Einem Dollar für die auswärkigen Unterſchreiber, welche denſelben vvrausube⸗

Bedingungen: Ver Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen
zadleu und ras Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Lsuis wird jede einzelne Ro. ſür 5 Tents verkauft.

Kurzer Unterricht
für diejenigen, welche zum heil. Abendmahl
gehen wollen.

Abgedruckt aus dem Geſangbuche der ev. lutb. Gemein⸗
den im Herzogthum Cleve vom Jahre 1751.

und prüfen, deshalb GOtt um den Geiſt der
Prüfung anrufen.

2. Wenn einer nun aus den heiligen zehen
Geboten ſeine Sünde erkennet, ſoll er ferner be⸗

Wer zum heil. Abendmahl gehen will, der
ſoll wohl zuſehen, daß er würdig hinzugehe. —
Die aber gezen würdig hinzu, die ſich nicht blos
äußerlich, ſond ern vornehmlich innerlich berei—
ten durch ungeheucheltes Selbſtprüfen, ob ſie
iu wahrer rechtſchaffener und ernſtlicher Buße
ſtehen.

Die Buße aber hat und begreift in ſich

1. Wahre Reu und Leid über die begange⸗
nen Sünden.

2. Einen wahren Glauben an den SErrn
Chriſtum, den einigen und wahren Sünden⸗
bü ßer.

Zu wahrer Reu u. Leid über die begangenen
Sünden gehöret

1. Die Erkenntniß

die Sünde, und wie grauſam er dräuet zu ſtra⸗
fen alle, die ſeine Gebote übertreten. Welches
zu ſehen:

a. aus dem Beſchluß der heiligen zeben Ge⸗
bote, welcher alſo lautet: Ich der HErr, dein
GOtt, bin ein ſtarker eiferiger GOtt, der über
die, ſo mich haſſen, die Sünde der Väter heim⸗
ſucht an den Kindern, bis ins dritte und vierte
Glied: aber denen, ſo mich lieben und meine
Gebote halten, thue ich wohl in tauſend Glied.

b. Aus den ſchrecklichen Worten 4. Moſ. 27,
26.: Verflucht ſei, der nicht alle Worte dieſes
Geſetzts erfüllet, daß er darnach thut.

c. Aus den ſchrecklichen Exempeln der erſten
Welt, 1. Moſ. 7., Sodoma und Gomorrha.
1. Moſ. 19., Coran, Dathan und Abiram, 4.
Moſ. 16., der ungehorſamen Kinder Iſrael,
4. Moſ. 13. ·

3. Soll man nicht allein den Zorn GOttes
wider die Sünde erkennen, ſondern auch herz⸗
lich dafür erſchrecken, und ſich ſchmerzlich laſſen
leid ſein, daß man GOttes Zorn über ſich er—
wecket, und ſein Gewiſſen beſchweret und ver-⸗
letzet habe.

In ſolcher ſchmerzlichen und herzlichen Ge—
wiſſeus⸗ und Herzens-Angſt ſoll

der Sünden, oder, daß
ſeinem Herzen betrachte
wie oft und mannigfaltig er wider GOtt und
ſein heiliges Wort geſünd get habe. Hierzu
dienen die heiligen zehen Gebote, als welche ſind
der Spiegel zart, der uns zeigt an die ſündig
Art, in unſerm Fleiſch verborgen. In denſel⸗
ben ſtehet die ganze Summa und Anforderung
der Schuld, die wir zu thun ſchuldig ſind, kur
zuſammengezogen. Vor dieſen Spiegel ſoll man
treten, ein Gebot nach dem andern vor ſich neh⸗
men, und ſein Thun und Leben examiniren

deuken, wie ſchrecklich der Zorn GOttes ſei über nen Greuel und Abſcheu dafür haben.

Nar die Briefe. welche Miktbeilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
aber, welche Geſchäftliches, Veſtelungen. Abbefellungen. Gelder 1c. enthalten, unter der Adreſſe
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anber zu ſenden.

4. ein bußfertiger Sünder herausbrechen, u.
ſeine vielfältigen Sünden weh- und demüthig—
lich bekennen, beklagen und beweinen, und ſol⸗
chen Sünden⸗Wuſt ſelbſt verfluchen, und ei⸗

5. Soll er auf Mittel und Wege denken, da⸗
mit er ſeiner großen vielfältigen Sünden möge
los und ledig werden, und wiederum einen
gnädigen GOtt und ruhiges Gewiſſen Über⸗
kommen. Dazu dienet nun

Das andere Stück der wahren Buſte,

Nemlich, der Glaube an den einigen
Sündenbüßer IEſum Chriſtum. Welcher von
einem Bußfertigen erfordert:

1. Daß er wiſſe, was ihm ſein HErr JEſus
zu gut gethan, und erworben, welches uns gar
fein zeiget und weiſet in unſerm Catechismo der
andere Artikel unſers Chriſtlichen Glaubens, da
wir bekennen und ſagen: Ich glaͤube, daß JE⸗
ſus Chriſtus wahrhaftiger GOtt vom Vater in
Ewigkeit geboren, und auch ein wahrhaftiger
Menſch von der Jungfrauen Maria geboren,
ſei mein HErr, der mich verlornen und ver⸗
dammten Menſchen erlöſet hat, erworben, ge⸗
wonnen Lon allen Sünden, vom Tode, und
von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold
oder Silber, ſondern mit ſeinem heiligen theu⸗
ren Blut, und mit ſeigem unſchuldigen Leiden
und Sterben.

2. Daß man ſolches feſtiglich glaube, und
ſich deſſen wider ſeine Sünde herzlich tröſte, und

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