Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 14 › Seite 86

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-02-15, Seite 86

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GVottes Wort und Luthers

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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Nedigirt von C. F. W. Walther.

———— —

Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.““

—

(Offenb. Job. Cav. 14, 2. 6.7.)

Jahrg. 9.

St. Louis, Mo., den 1. März 1853.

No. 14.

Bedingungen:

Ver Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen elnmal für den jäbrlichen
Subſcriptienspvreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchrelber, welche denfelben vorauezube⸗
zahleu und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkanft.

Nur die Briefe, welche Mitt
a ber.

einiger offenbarer

Lehren Paſtor Grabau's.
II.
Von der Kirche.

12. „Matth. 18, 20.: „Wo zwei oder drei in meinem
Namen verſammelt ſind“ ꝛc. denn“ (hier) „redet unſer
HErr ſein Ubicunque' (überall wo) von der ganzen Kir⸗
che, und zwar von der, die in der Ordnung des Evangelii,
in Jeſu Namen, verſteht ſich, mit dem ord⸗
entlichen Predigtamt verſammelt iſt, da Er,
Chriſtus, mitten unter ihnen ſein will.“ (Inform. I, 87.)
„Kirche und Lehrer der Kirche ſind göttlich zuſammengefaſſet,
wo eins iſt, ſolls andere ſein, es ſind Correlativa; wie keine
Braut ohne Bräutigam ſein kann.“ (2. Synodalbrief,‚
S. 97.) „Chriſti Name iſt nicht unſer Glanbe, ſondern
ſein Wort und ſeine göttliche Ordnung. Der Glaube ver⸗
ſammelt uns zu Chriſto und ſeinem Verdienſt, das reine
Wort und Chriſti Ordunng verſammelt uns in Chriſti Na⸗
men .. Alſo folgt, daß die Meinung .. falſch iſt,. . da
er denkt, daß Chriſtus in Kraft des Glaubens mitten unter
uns ſei.“ (Ib. 93.)

13. Grabau verwirſt den Satz als eine Irrlehre der unir⸗
ten Kirche, daß „un bedingt nothwendig nur die Ge⸗
mein ſchaft mit der unſichtbaren Kirche iſt.“ Er er⸗
klärt, es ſei „Schwärmerei, daß es hinrtichend zur Seligkeit
iſt, zu einer unſichtbaren Kirche zu gehören, da die unſichtbare
keine aparte, ſondern nur die Eine heilige chriſtliche Kirche
mit einmüthigem Bekenntniß der Wahrheit“ ſei. (Inform.
II, 70.) Es „fordert die 8. Theſis bei Verluſt der Selig⸗
keit, aus den andern Theilen oder Partifular⸗Kirchen oder
irrgläubigen Gemeinen dieſer neuen Unirten Kirche in den
beſten Theil derſelben zu gehen, die die rechtgläubigen Ge⸗
meinden genanut werden. Doch wird auch dieſe Ermahnung
ſogleich wieder entkräftet durch die 9. Theſis: Daß
zur Erlangung der Scligkeit nur die Hemguſchaft mit der

unſichtbaren Kirche nöthig ſei.“ (Id. p. 58.)

Auszügliche tabellariſche
Irrthümer Paſtor Grabau's, mit den eigenen
der falſehen römiſchen, ſowie mit der reinen lutheriſche

Lehre der römiſchen Kirche.
II.
Von der Kirche.

12. „Matth. 18, 20.: „Wo zwei oder drei
in meinem Namen verſammelt ſind, da bin ich
mitten unter ihnen .. Bellarminus macht
den Einwurf, dieſe Stelle zeige nicht, wo die
Kirche ſei, ſondern wo Chriſtus ſei, ſodann ſetzt
er hinzu, in Chriſti Namen verſammelt ſein ſei
von denen verſammelt ſein, welche in Chriſti
Autorität ſtehen, als da ſind die rechtmäßig ver⸗
ordneten Biſchöfe.“ (Siehe: Gerhard's
loc. de eccl. §. 129.)

13. „Bellarmin wendet ein: Wir ſind
alle bei Gefahr des ewigen Todes gehalten, uns
mit der wahren Kirche zu verbinden und in ihr
zu bleiben: dies kann aber nicht geſchehen, wenn
die Kirche un ſichtbar iſt. (Siebe Quen-
stedt. theol. did. — pol. P. 4. c. 15.) Der
neuere katholiſche Gelehrte Möhler ſchreibt
in ſeiner Symbolik: „Die Katholiken lehren:
die ſichtbare Kirche iſt zuerſt, dann kömmt
die unſichtbare. Die Luiheraner ſagen umge⸗
kehrt: aus der unſichtbaren geht die ſichtbare
hervor, und jene iſt der Grund von dieſer.“
(S. 426.)

welche Geſchäftliches, Beſtellungen. Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten,
Mr. F. W. Bant el, care of C. F. W. Walther, St. Louis,

Überſicht

Worten deſſelben vorgelegt und urit

loc. de eccl. §. 2

i xů ſind an den Redakteur, alle anderen
heilungen für das Blatt enthalten. ſind an unter der Adteie

Mo.) anher zu ſenden.

n Lehre verglichen.
Lehre der lutheriſchen Kirche,
welche Paſtor Grabau die miſſou⸗
riſch ei ennt.

Von der Kirche.

12. „Dann erſt kommt man wahrhaftig im Namen Chri⸗
ſi zuſammen, wenn die jenigen zuſammenkommen, welche
Chriſtum im wahren Glauben ergreiſen, und allein Gott
den Vater unſeres HErrn JEſu Chriſti anrufen und un⸗
ter ſich in wahrer Furcht Gottes han deln von der
Lehre der Kirche und von anderen nöthigen Dingen . aus
der Keſhon (Brenz in der Apologie der Würtemberg.
Confe ſſion. Seite 68.) „Auch nicht mit einem Wörtlein
geſchieht in dieſer Stelle (Matth. 18, 20.) der ordentli⸗
chen Folge der Biſchöfe Meldung, von welcher Bellarminus
träumt, daß dieſelbe erfordert werde, damit die Verſamm⸗
lung im Namen Chriſti geſchehe.. Welche nicht Chri⸗
ſti ſind“ (die Chriſti Geiſt nicht haben) „föunen nicht
in Chriſti Namen verſammelt werden .. Es
kommt wenig darauf an, von wem diejenigen verſammelt
werden, von welchen die ſer Ausſpruch redet, wenn ſie nur
in ChriſtiNamen verſammelt ſind, von wem auch fromme
reute verſammelt werden mögen, ſeien es mehrere oder we⸗
nigere, ſei es von Biſchöfen oder von der weltlichen Obrig-
keit, ſei es insgeheim oder öffentlich, wenn ſie nur in
Chriſti Namen verſammelt werden, welches geſchieht, wenn
ſie ſein Wort hören und befolgen; da iſt Chriſtus mit⸗
ten nuter ihnen, 25.0 auch die Kirche.“ (Gerhard's

2 — ‚

13. Wir bekennen, daß es nicht ſchlechterbings und durch⸗
aus nothwendig ſei, zu wiſſen, welches und wo die wahre
ſichtbare Kirche ſei. Denn wir lebren ſelbſt gegen die Pa⸗
piſten, daß dies nur ordentlicher Weiſe, nicht nach einer un⸗
bedingten Nothwendigkeit nöthig'fri und daß ein Menſch ſe⸗
lig werden könne, wenn er dies auch nicht weiß, ſo er nur ein
Glied der unſichibaren Kirche iſt.“ (Hollaz theol. 4. 1,
35.) „Es iſt zwar notbwendig, daß wir uns mit der ſicht⸗
baren Kirche der äußerlichen Geſellſchaft nach verbinden, in
welcher die himmliſche Lebre rein erſchallt, und die Sacra⸗
mente rechtmäßig verwaltet werden, aber dieſe Verbindung
mit der äußerlichen Geſellſchaft der ſichtbaren Kirche iſ
nicht ſchlechterdings und abſolut (unbedingt) nüthig.
Ein ungerecht Gebannter wird der äußerlichen Gemein ſchaft
und Verbindung mü der partikularen und ſichtbaren Kirche
beraubt, indeſſen wird er doch nicht der innerlichen Gemein⸗
ſchaft und Verbindung mit der catboliſchen und unſichtbaren

irche, alſo auch mich. der Seligkeit beraubt.“ (Gerhard

loc. de ecel. §. 84.)

English translation

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