Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 18 › Seite 139

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-04-27, Seite 139

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„Gottes Wort und Luthers Ie

II—— — ———

erausgegeben von der Deutſchen Ev. Ln

—

————

— ——

(Offenb. Joh. Cav. 14. v. 6. 7.)

hr“ vergehet nun und nimmermehr.“

——

ther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.

Redigirt von C. F. W. Walther.

ö Jahrg. 8.

St. Louis, Mo., den 27. April 1852.

No. 18.

dedingungen:

ed Der Lutheraner erſcheint alle wei Wochen einmal für den jährlichen
eilirirtienzvreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗
euund das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

Rur dle Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
aber, welches Geſchäftliches, Beſtellungen. Abbeſtellungen.
Mr. F. W. Barthel, eare of C. F. W. Walther, St.Louis, Mo., anher zu ſenden.

Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe

Reiſebericht des Redakteurs.

(Fortſetung.)

Vir haben in der letzten Nummer eines
Echreibens Erwähnung gethan, welches die Glie—
ur der unter dem Namen „Philadelphia“ in
Elangen beſtehenden Studentenverbindung an
Iſe Studenten des Concordia-Collegiums zu
El. Louis gerichtet haben. In der Voraus—
1ung, daß es den meiſten Leſern des „Luthe—
untt“ nicht unintereſſant ſein werde, zu erfah—
Uin, was jenes Schreiben enthalte, theilen wir
un dasſelbe hierdurch mit. Es lautet, wie folgt:

„Theure Brüder! Gnade ſei mit Euch von
J6enunſerm Bater und dem HErrn Jeſu Chri⸗
uEs iſt die Kirche des Einen Glauben an

Uin Einen Herrn, die uns dringet, Euch zu be—
kugen, daß wir Euch lieben, wiewohl wir Euch
icht kennen, gleichwit wir Ihn lieben, wiewohl
nir Ihn nicht ſehen. Das muß uns ja billig
in Herzen freuen zu hören, daß Ihr ſtehet auf
unſelben Grunde und ringet nach demſelben
gele, wie wir. Darum reichen wir Euch Herz
und Hand nicht zur Gründung, ſondern zur
diftſtigung eines Bundes, den wir nicht erſt
umachen haben, ſondern den Gott der Herr
ſibt verſiegelt und befeſtiget hat. Wir ſind
Glieder Eines Leibes, Kinder Eines Herrn,
eihne Einer Mutter; wir bekennen mit Euch
nen Glauben, ſtehen auf Einem Bekenntniſſe,
uf den dreien ökumeniſchen Symbolen und
uf der ungefälſchten Concordia unſerer evang.

luth. Kirche, haben Ein Ziel, dem Gekreuzig⸗
ten mit Leib und Seele zu dienen, bereiten uns
auf Einen Beruf vor, an Chriſti Statt zu bit⸗
ten: Laſſet euch verſöhnen mit Gott! — Eure
Väter in Jeſu Chriſto haben mit unſern Bätern
das Band des Friedens ernſtlich geſucht und
treulich bekräftigt. Wir wollen das Erbe unſe⸗
rer Väter heilig halten und dasſelbe gegen Teu⸗
fel und Welt mit der Treue vertheidigen, welche
um Chriſti und ſeiner Kirche willen durch Kraft
des heiligen Geiſtes ſelbſt das Leben läßt. Brü⸗
der, der Feind Chriſti, der Teufel und deſſen
vienſtbare Schaar, wird ſeine hölliſchen Pfeile
gegen das arme geplagte Häuflein der Kinder
Gottes in dieſen letzten Zeiten mehr als je rich—
ten. Brüder, es ſoll dieſem Mörder von An—
fang an nicht gelingen, uns der lautern Wahr⸗
heit unſers luth. Bekenntniſſes abtrünnig zu
machen; Brüder, mit der Loſung: „Nicht auf
Erden, ſondern unter dem Himmel“ wollen wir
kämpfen und leiden, bis auch wir aus unver—
dienter Gnade allem Erdenkampfe in die trinm—
phirende Kirche hinein werden ſelig entrückt
werden. Für dieſen Kampf wollen wir uns
vereinen, vereinen auf Grund Eines Bekennt—
niſſes, vereinen inſonderheit durch gegenſeitige
treue Fürbitte. Ob Ihr außerdem gleich uns
Euch noch zu einem Philadelphiaverein verbin⸗
den wollt, das überlaſſen wir Eurer freien
Wahl. Wir ſchicken Euch unſere und der Leip⸗
ziger gemeinſchaftliche Statuten, ſehet zu, ob
Ihr Alles oder was Ihr davon gebrauchen

könnet. Und ſo ſegne Gott Euch in Eurem
Studium, daß Ihr tüchtig möget werden, für
unſere lutheriſche Kirche mit der vollen Rüſtung
lutheriſcher Streithelden zu kämpfen. Behaltet
inſonderheit einen Platz in Eurem Herzen für
unſere luth. Kirche in Deutſchland; bethätigt
Euren Dank gegen dieſelbe durch ernſtes Flehen,
daß ſie das Erbe von dem Kampfe und Siege
unſers Vaters Luther immer mehr erkennen
und bewahren möge. So grüßen wir Euch
denn mit dem heiligen Kuß, und befehlen Euch
und uns unſerm hochgelobten Herrn und Hei—
lande, Jeſu Chriſto. Derſelbe wolle uns Alle
vollbereiten, kräftigen, ſtärken; demſelben ſei
Ehre und Dank von nun an bis in die ewigen
Ewigkeiten. Amen.
Der evang. luth. Studentenverein
in Erlangen
Philadelphia.“
Wer kann dieß, ſo er anders unſere Kirche
und unſer altes deutſches Vaterland lieb hat,
ohne herzliche Freude leſen? Da eine ſolche
Sprache von den Jünglingen, die ſich zum
Dienſte der Kirche Deutſchlands vorbereiten,
wieder geführt wird und zwar, wie wir deutlich
zu erkennen Gelegenheit hatten, von Grund des
Herzens, ſo können wir getroſt hoffen, daß auch
in unſerer lieben deutſchen Heimath der Leuch—
ter noch nicht von ſeiner Stätte werde geſtoßen
werden, ſondern daß der HErr auch da Sein
heiliges Zion ferner zu bauen in Gnaden be⸗
ſchloſſen habe. So laßt Euch denn, geliebte

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