Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 13 › Seite 100
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-02-17, Seite 100
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German transcription machine transcription, uncorrected
7**. — —
„Gottes Wort und Luthers Lehr“ nergehet nun und nim
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mermehr.“
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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther. ö
St. Louis, Mo., den 17. Februar 1852.
No. 13.
Jahrg. S.
Eubseriptisnspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗
Oedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen ö
nlen und das Poſtgeld zu tragen daben. — In St. Louis wird jede einzelne Ro. für 5 Cents verkauft.
Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten,
aber. welches Geſchäftliches, Beſtellungen. Abbeſtellungen. Gelder 26. enthalten,
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.
nd an den Redakteur, alle anderen
unter der Adrehe
Reiſebericht des Redakteurs.
Unſere Synode, die deutſche evangeliſch-luthe—
nſche Synode von Miſſouri, Ohio und anderen
Staaten, welche am Schluſſe ihrer letzten Jah⸗
sverſammlung bereits 92 Glieder zählte, be—
ſteht, wie den meiſten Leſern dieſes Blattes wohl
ſchon bekannt ſein wird, urſprünglich hauptſäch⸗
lich aus zwei Beſtandtheilen. Den einen bilden
die im Jahre 1839 nach Miſſouri ausgewander⸗
ten ſächſiſchen Lutheraner, den anderen eine
Schaar von lutheriſchen Predigern, die ſeit dem
Jahre 1843 faſt ſämmtlich durch Vermittelung
des Herrn Paſtor Löhe in Baiern herüber
Rſendet und wenigſtens zum Theil die Gemein—
den, von denen dieſelben hier berufen worden
ind. Gerade die letztgenannten aber ſind es gewe⸗
ſen, durch deren von Jahr zu Jahr immer zahlrei—
ceren Zutritt unſere Synode ſo ſchnell zu einer
ſo bedeutenden Gliederzahl herangewachſen iſt,
o daß gegenwärtig, nach erſt ſo kümmerlichem
Anfange, das Feld ihrer Wirkſamkeit bereits weit
über einen großen Theil der Staaten unſeres
neuen Vaterlandes ausgebreitet iſt. Nächſt Gott
it es daher Herr Paſtor Löhe, dem unſere Sy⸗
node das fröhliche Aufblühen und ſchnelle Er-
ſurken faſt lediglich verdankt, deſſen ſie ſich er⸗
ſteut; ſie hat ihn recht eigentlich als ihren geiſt—
lihen Vater zu verehren. Es würde die Blät⸗
ter eines ganzen Buches füllen, wollte jemand
auch nur in kurzen Umriſſen erzählen, was jener
theure Mann ſeit einer langen Reihe von Jah⸗
ren für unſere lutheriſche Kirche und inſonder⸗
heit für unſere Synode, mit unermüdlichem
Eifer und in der edelſten uneigennützigſten Weiſe
gethan hat.
Je theurer nun unſere Synode dieſes geſeg—
nete Werkzeug der Hand Gottes zum Bau un⸗
ſeres geliebten Zions in dieſem fernen Abendlande
ſein mußte, um ſo betrübter mußte es derſelben
daher ſein, als in den letzten Jahren die Be—
fürchtung immer mehr Grund gewann, daß ein,
vielleicht bald unheilbarer, Bruch zwiſchen ihr
und Herrn Paſtor Löhe bevorſtehe und daß ſie
daher bald ihren treueſten Freund und kräftig—
ſten Beförderer und beredteſten Fürbitter, wenn
auch nicht bei Gott, doch bei unſeren Brüdern
verlieren dürfte. In dieſer Zeit ſtellte es ſich
nehmlich je mehr und mehr heraus, daß zwiſchen
Herrn Paſtor Löhe und unſerer Synode eine
Lehrdifferenz ſtatt finde, welche die bis dahin
beſtandene Geiſteseinigkeit und die bis dahin
gepflogene Gemeinſchaft in dem Wirken für die
Sache der Kirche zu ſtören, ja endlich gänzlich
aufzuheben drohe. Während unſere Synode
aus öffentlichen Schriften wie aus ſchriftlichen
Privaterklärungen Herrn Paſtor Löhe's mit Be⸗
ſtürzung wahrzunehmen glaubte, daß derſelbe
in den Lehren von Kirche, Amt, Kirchengewalt,
Kirchenordnung ꝛe. zu romaniſiren anfange und
hierarchiſche Grundſätze angenommen habe, das
heißt, daß er in dieſen Punkten der Lehrweiſe
der römiſchen Kirche und einer gewiſſen Prieſter⸗
herrſchaft hold geworden ſei; ſo meinte Herr Pa⸗
——eeeeieeeeeeee——
ſtor Löhe hingegen von unſerer Synode, daß
ſie dem hier graſſirenden Freiheitsſchwindel ge⸗
wichen ſei und, die göttliche Würde des heiligen
Predigtamtes und den Segen eines geweinſamen
geordneten Kirchenregiments aufopfernd, falſch
vemokratiſchen Grundſätzen ſich hingegeben habe.
Während unſere Synode in den von Herrn Pa⸗
ſtor Löhe aufgeſtellten Lehren die evangeliſche
Freiheit und die Rechte des geiſtlichen Prieſter⸗
thums der gläubigen Chriſten gefährdet und ge⸗
kränkt ſah, ſo ſah dieſer hingegen unſere Spnode
auf dem Wege, manche heilige Ordnung Got—
tes der Willkür der veränderlichen Menge preis⸗
zugeben und hier einen Kirchenbau aufzuführen,
der, auf ſchwankendem Grunde ruhend, nur von
kurzer Dauer ſein könne.
Auf brieflichem Wege die hervorgetretene
Differenz zu heben, war, davon überzeugte ſich
die Synode nach einigen erfolgloſen Verſuchen
bald, unmöglich. Herr Paſtor Löhe wurde
daher von ihr wiederholt dringend eingeladen,
zu perſönlicher Anſchauung der hiefigen Verhält⸗
niſſe und zu mündlicher gegenſeitiger Ausſprache
auf einige Monate in ihre Mitte zu kommen;
aber leider war der in der eigenen Heimath in
entſcheidende kirchliche Kämpfe verwickelte Mann
außer Stand, den erhaltenen Einladungen zu
entſprechen. Was ſollte nun die Synode thun —
Vor ihren Augen ſtand die ganze Reihe unheil⸗
voller Folgen, welche ein entſchiedener Bruch
zwiſchen ihr und dem Manne, dem ſie ſo viel
verdankte, baben müßte. Sie fühlte lebendig
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