Collection › Eckhardt's Reallexikon › index › parochialgrenze

Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

The alphabetical run is here in full, Abendmahl through Wunder, assembled from five scans: two archive.org items, a pair from Google Books that closes what had looked like a gap in the middle of the alphabet, and the archive.org tail. With it are the Beichtreden appendix, Eckhardt's own printed Register, and the separate 1913 treatise Die Schule, bound in with the later volumes and kept here under its own heading.

clear

Headwords are spelled as Eckhardt set them, so the filter folds the differences that would otherwise hide them — Sklaverei finds Sclaverei, Konkordienformel finds Concordienformel. What you see listed is always the printed spelling.

4,478 entries under 828 headwords, carrying 129,203 citations and 2,331 fragments too damaged to read · built 2026-09-16. uncorrected OCR

The German below is machine transcription of the 1907–1917 print (tesseract, Fraktur model) and has not been proof-read against the page. Read it as a finding aid: the citations are what it is for, and a garbled word is a defect of our OCR, not of Eckhardt.

4 entries under parochialgrenze.

Parochialgrenze

—

Parochialgrenze. 1. Daß die Chriſten ſich zu Gemeinden zuſammen tun, ſt Gottes Wille. Anm. a. Jeder Paſtor ſoll ſeine beſtimmte Herde haben. 1 Petr. 5, 2. 3: Weidet die Herde Chriſti, ſo euch beſohlen iſt. Ap. 20, 28: die ganze Herde, unter welche uch der Heilige Geiſt geſetzt hat. Hebr. 13, 17: die da wachen über eure Seelen, als die da Rechenſchaft dafür geben ſollen. Anm. b. Prediger ſollen nicht herumgehen und irgendwo predigen. Nur die Apoſtel hatten einen allgemeinen Beruf, der mit ihrem Tode erloſch. Anm. c. Evangeliſten, die herum reiſen, wo niemand ſie gerufen hat, ſind geiſtliche „Tramps“. Anm. d. Zwar wird ein Prediger auch außerhalb ſeiner Gemeinde miſſionieren, aber das tut er nicht mehr als Paſtor der Gemeinde, ſondern als Chriſt.

  • Syn. 73, 25 margin
  • Syn. 73, 21 margin
  • Proc. 93, 20 margin
  • Proc. 93, 19 margin
  • Syn. 73, 21 margin
  • Syn. 73, 21. 25 margin
  • Proc. 93, 19 margin
  • Proc. 93, 19. 20 margin
  • Syn. 73, 25 margin

vol c, printed page 307 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0085_PA307

2. —

2. Eine Parochie iſt ein abgegrenztes Gebiet, eine Kircte mit Leuten herum, die auf dieſem Gebiet wohnen. Fr ſchon die Feſtſetzung von einer Grenze zwiſchen zwei Zemeinden menſchliche Ordnung, ſo auch die Art und uuen der Abgrenzung. Sie iſt nicht in der Schrift geoten. Anm. a. Darum geht es auch, wo eine Grenze ſich noch nicht feſtſetzen läßt, ohne ſolche. Und wo ſie bereits feſtgeſetzt iſt, kann ſie wieder verändert werden. Anm. b. Schon die Apoſtel richteten Parochien ein. Sie beſetzten die Städte hin und her mit Alteſten. Tit. 1. 5: kata polin. So hatte jeder Paſtor ſein Gebiet, und wer aus der einen in die andere Parochie verzog, brachte Empfehlungsſchreiben. 2 Kor. 3, 1: Lobebriefe. 3 Joh. 12. (Syn. 74, 17.) Anm. c. Aber auch eine apoſtoliſche Ordnung verlichtet nicht ſchlechthin zur Nachfolge.

vol c, printed page 307 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0085_PA307

3. —

3. Gründe zur Einführung von Parochialgrenzen. a. Ohne eine Grenze zwiſchen zwei Gemeinden kann große Unordnung entſteden. 1 Kor. 14, 40: Laſſet alles ehrlich und ordentlich zugehen. Gibt es nicht Argernis, wenn man an der nächſten Kirche vorbeifährt in eine andere? Syn. 74, 15. Und wenn nun gar ein Paſtor an einem Ort, wo ſchon eine Gemeinde beſteht, wieder andere Menſchen ſammelt, an ſeine Perſon hängt und eine neue Gemeinde im Gebiet der alten gründer! L. W. 4, 136. N. 55, 22. 23. „Anm. Etwas ähnliches iſt es mit der Ordnung vom Sonntag. Ohni dieſe menſchliche Ordnung würde nur Lerwirrung herrſchen. ‚ Einwand 1. Es geht bei uns ganz gute ohne Grenzen. — Dagegen: 1. Gott kann die Unordnung durch ſeine Gnade verhindern. Es dann vorkommen, daß jemand Gift trinkt und doch am Leben bleibt. 2. Solange jeder darauf bedacht iſt, das Werk der Einigkeit nicht zu zeſtören, geht es. Aber kann nicht leicht einmal ein an erer Geiſt eindringen? 3. Sind manchmal nich. doch Reibereien dorg kommen? Einwand 2. Alle kirchlichen Orduungen helſen nitis wenn nicht Gottes Wort an den Herzen wirkt. — In iſt richtig. Aber doch kann eine Ordnung, die für urin Fleiſch gemacht wird, ein Zaum ſein für dieſes. b. Jeder Prediger ſoll wiſſen, welt Seelen ihm befohlen ſind, über die er inſar derheit wachen muß. Anm. Ein Paſtor ſoll nicht in ein fremd Amt greiin 1 Petr. 4, 15, nicht in andern Gemeinden miſſionieren Miſſion § 9 b.), nicht auf fremden Grund bauen. Mon 15, 20. 2 Kor. 10, 13—16. Gal. 2. 7—9. * Einwand. Iſt das wirklich ſo, daß ohne territorine Abgrenzung ein Paſtor nicht wiſſen kann, wer zu ſeiner Gemeinde gehört? — Aber wenn nun neue Familin hinziehen in ein Gebiet, wo mehrere Gemeinden ſird, würden ſie nicht von zwei Predigern bearbeitet werden, von denen jeder verſucht, ſie zu ſeiner Gemeinde zu ziehen? ‚ c. Chriſten ſollen ſich nicht an die 66 ben der Paſtoren hängen. Sind die Gemen den nicht geographiſch abgegrenzt, ſo kann man ſich * Prediger ausſuchen nach ſeinem Geſchmack. 1 Kor. 3, 4: Ich bin pauliſch. Anm. Kommen neue Familien hergezogen, walln wir ihnen ſagen: Wählt einen von uns Predigern, wel chen ihr wollt? Würden wir ſie nicht gerade dazu anleiten, ſich die Prediger nach Gefallen auszuſuchen? Einwand. Wie kann durch geographiſche Abgrenzun erreicht werden, daß ſich die Chriſten nicht an die Geben eines Paſtors hängen? Das iſt doch auf leine an. dere Weiſe zu erlangen, als daß wir ihnen aus dem Wort zeigen, daß auch die Predigt eines weniger begab⸗ ten Predigers ſeligmachende Kraft hat. d. Ohne Parochialgrenzen wird Pri vatſeelſorge und Kirchenzucht erſchwert und gehindert. Anm. a. Aus dieſen Gründen ſollte man da, wo ver. ſchiedene Gemeinden neben einander beſtehen, die Gre zen zwiſchen ihnen beſtimmen. Anm. b. Damit ſoll aber nicht geſagt ſein, daß n jeder Paſtor ſofort territoriale Abgrenzung einn und ſtreng durchführe. Iſt Gefahr vorhanden, da⸗ Gemeinden dadurch beunruhigt werden, ſo ſei mo⸗ ſichtig. Keine Regel ohne Ausnahme. Selbſt g Gebote, wie Kirchenzucht, wird man nicht gleich in neuen Gemeinden durchführen können. Wie die Abgrenzung geſchehen ſoll. Die Amng geſchieht nicht nach Perſonen, ſondern Territorium. Darum wird jede Gemeinde gen ihrem Ort, z. B. Gemeinde an der Pebble meinde zu Rom. Anm. a. Bei Aufrichtung von Grenzen ſoll uns lei— en das Wohl des Reiches Gottes und die Liebe zum Vächſten. Unm. b. Neu-Hinzukommende ſollten ſich der Regel nach an die Kirche halten, die ihnen am nächſten iſt. Dabei kommen aber auch in Betracht 1. etwaige Hinderniſſe, Schwierigkeiten, ſchlechte Wege. So kann ein Fluß die Urſache ſein, daß man ſich lieber an eine entferntere Kirche wen⸗ 2. die Sprache. Würde in einer Kirche nur deutſch gepredigt, ſo wird ſich ein engliſcher Luthera⸗ ner zu einer anderen Kirche halten. Das Beſte freilich iſt, daß jede Gemeinde ſelbſt für die inner⸗ halb ihres Gebietes wohnenden Engliſchen ſorgt. S. Sprachenfrage. ‚ Anm. c. Auch die Nationalität kann unter Um⸗ unden territoriale Abgrenzung aufheben. So können meinigen Orten Deutſch-Ruſſen eine eigene Kirche bauen ind friedlich mitten im Gebiet einer andern deutſchen Ge— neinde wohnen. Unm. d. Wo die Grenzen von zwei Gemeinden der— lben Art zuſammenfließen, gibt die Sorge für die Seele ind das Wohl des Reiches Gottes den Ausſchlag, an deſche Kirche man ſich anſchließen ſoll.

  • Syn. 74, 15
  • L. W. 4, 136 On the Divisions in the Lutheran Congregations Here. (Conclusion.)
  • Syn. 73, 21 margin
  • Syn. 73, 21. 16 margin
  • W. 59, 77 margin
  • Luth. 15, 156 margin
  • Syn. 74, 27 margin
  • Syn. 74, 18 margin
  • Syn. 74, 18. 19 margin
  • Syn. 73, 27 margin
  • Syn. 74, 22 margin
  • Syn. 74, 14 margin
  • Luth. 15, 154 margin
  • Luth. 15, 154. 155 margin
  • Syn. 73, 21 margin
  • Syn. 73, 21. 25 margin
  • Proc. 93, 21 margin
  • Wis. 92, 28 margin
  • Syn. 74, 20 margin
  • Syn. 74, 20. 21 margin
  • Syn. 74, 20. 21. 24 margin
  • Syn. 73, 21 margin
  • W. 59, 77 margin
  • Ka. 1903, 40 margin
  • Ka. 1903, 40. 41 margin
  • Syn. 74, 23 margin
  • Syn. 74, 21 margin
  • Syn. 74, 15 margin
  • Syn. 74, 15. 21 margin
  • Syn. 74, 15. 21. 2 margin
  • Syn. 74, 15. 21. 2 2 margin
  • W. 59, 77 margin
  • L. W. 4, 135 On the Divisions in the Lutheran Congregations Here. (Conclusion.) margin
  • Syn. 74, 19 margin
  • Syn. 74, 19. 24 margin
  • Syn. 74, 19. 24. 25 margin
  • W. 59, 78 margin
  • W. 59, 77 margin
  • Syn. 74, 30 margin
  • Syn. 74, 31 margin
  • Syn. 74, 31. 32 margin
  • Syn. 74, 31. 32. 73, 22 margin
  • Proc. 93, 33 margin
  • Syn. 74, 32 margin
  • Syn. 74, 32. 33 margin
  • Syn. 74, 32. 33. 19 margin
  • Syn. 74, 20 margin
  • Syn. 74, 30 margin
  • W. 59 77.

vol c, printed page 307–309 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0085_PA307

5. Veränderung der Parochialgrenzen

5. Veränderung der Parochialgrenzen. Da dieſe Ein⸗ ichung nur menſchliche Ordnung iſt, kann ſie jederzeit rrändert werden. Das kann geſchehen, a. wenn eine Gemeinde zu groß wird und ſich ein Teil non abzweigt; b. wenn kleinere Parochien ſich verſchmelzen; . wenn im Laufe der Jahre der Mittelpunkt einer emeinde ſich ſo verſchoben hat, daß die Kirche nun an er Peripherie der Gemeinde liegt und auf einen andern It verlegt werden muß. Da kann es leicht geſchehen. aß einzelne Glieder, denen nun die Kirche zu weit iſt, ch zur Nachbargemeinde ſchlagen. Unm. Soll eine Veränderung geſchehen, ſo ſoll es it Liebe und Frieden zugehen und zur Erbauung der irche gereichen. — 6. Leute, die aus einer Parochie in die andere über⸗ chen wollen. „Solche, die ihren Wohnplatz ändern. I. Seinen Aufenthaltsort zu ändern, iſt Sache der chriſtlichen Freiheit. 2. Mit dem Wegzug eines Chriſten in eine an⸗ e Gemeinde hört ſein Verhältnis zur früheren meinde auf. ‚ . Wer aus einer Gemeinde in die andere ver⸗ „t. ſoll ein Entlaſſungszeugnis bringen. Iſt jemand ſchon Gemeindeglied und hat den berufen, ſo iſt zwiſchen ihm und dem Paſtor Band geknüpft, und es gehören ſtarke Be⸗ dazu, es zu löſen. Verzieht ein ſolcher et⸗ liche Blocks in der Stadt oder eine Meile auf den Lande und kommt ſo in das Gebiet einer Nacbn. gemeinde, ſo kann man nicht darauf dringen, daß er ſich von ſeiner Gemeinde losſagt. Auch wenn ſeine Ver. wandtſchaft in der Gemeinde wohnt, wird man Rückict darauf nehmen. b. Solche, dieihren Wohnplatz nicht in. dern, ſondern nur von einer Gemeinde in die an. dere übergehen wollen. Hier kommt es auf die Gründe an. 1. Hat ein Glied gute Gründe, ſo kann es en. laſſen und von der Nachbargemeinde aufgenommen werden. Anm. Es gibt Ausnahmefälle, in welchen de Liebe alle Geſetze und Ordnungen ſcheinbar durt bricht, in der Tat aber den wahren Sinn des 6⁵ ſetzes erfüllt. Matth. 12, 1—7. David und die Schaubrote. 2. Sind hingegen ſeine Gründe unlauter, ſo ſol die Gemeinde ihn nicht entlaſſen, und der Notbarpaſtor ihn nicht bedienen und aufnehmen. Abhandlung: Ob und wiefern ſich ein Pfarrherr an derer Pfarrkinder nicht annehmen oder auch ein farrkind von ſeinem ordentlichen Pfarrherrn zu einem andern nicht wenden ſolle. Luth. 15, 19 bis 157. * Anm. a. Grund zur Veränderung kann nicht ſein: 1. Nichtſundamentale Lehren. Schismatiker: 2. Mitteldinge. Jemand trennte ſich von der Gemeinde, weil der Altar nicht nach Oſten ſtand: Das iſt Verleugnung der chriſtlichen Freiheit. Sun. 77, 33. 34. 3. Gaben des Paſtors. Denke ja nicht, in der nächſten Parochie empfängſt du mehr Segen. 4. Das Wuchern des Unkrauts in einer Gemeinde Es kann oft lange Zeit vergehen, bis ein Prediger Zucht durchführen kann. Erſt wenn eine Gemeinde alle Kirchenzucht verwirft, darf man ſich von iht trennen. Anm. b. Es kann einem Menſchen nur zum Schaden gereichen, wenn er aus fleiſchlichen Gründen in die Nac bargemeinde übergehen will. Wenn alle ſo handen wollten. würde die größte Unordnung entſtehen. Eyn. 27, 24 Anm. c. Nur wo Gottes Wort nicht mehr recht e⸗ predigt wird, gehe man aus.

  • Syn. 73, 22 margin
  • Wis. 92, 29 margin
  • Syn. 73, 23 margin
  • Syn. 73, 23 margin
  • Syn. 73, 23. 24 margin
  • Syn. 73, 23 margin
  • Proc. 93, 31 margin
  • Proc. 93, 31. 32 margin
  • Syn. 74, 29 margin
  • Syn. 74, 29. 30 margin
  • Luth. 15, 19
  • Syn. 96, 45 margin
  • Syn. 73, 23 margin
  • Syn. 74, 35 margin
  • Syn. 77, 30 margin
  • Syn. 77, 30. 31 margin
  • Syn. 77, 30. 31. 32 margin
  • Syn. 77, 30. 31. 32. 73, 2 margin
  • Syn. 77, 30. 31. 32. 73, 2 2 margin
  • Syn. 74, 36 margin
  • Syn. 74, 36. 73, 22 margin
  • Syn. 74, 23 margin
  • Syn. 74, 23. 77, 34 margin
  • Syn. 74, 23. 77, 34. 35 margin
  • Syn. 77, 35—37 margin
  • Syn. 77, 35—37. 73, 73 margin
  • Syn. 77, 35—37. 73, 73, 23 margin
  • Ka. 1903, 41 margin
  • L. W. 56, 134 margin

vol c, printed page 309–310 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0331_PA309

A citation shown like this names a volume the archive does not hold — most of Der Lutheraner and Lehre und Wehre past Jahrgang 10, and the five other series Eckhardt indexes, none of which are here. Those references are printed as Eckhardt set them rather than hidden: the reference is the useful thing even when we cannot serve the page. Page images of the Reallexikon itself are not served in this build; the scan note under each entry gives the item and image index in the archive.org copy.