Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 7 › Seite 56

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-11-24, Seite 56

49 50 51 52 53 54 55 56

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigtamt. — 17

⤓ Download .txt · copy text

Paulus zum Erkenntniß Chriſti und des Wortes
kommt durch Ananiam. Vom ſelben kleinen
Schwefelhölzlein muß er ſein Licht empfangen,
der doch nicht ein Finger gegen Paulo, und wie
ein Kerzlein gegen die Sonne war. Solches iſt
ſonderlich hier bei dieſer Hiſtoria zu merken, daß
man das Predigtamt hoch lerne halten. Denn
hier ſtehe's lauter und klar, daß Paulus, der
große Doctor, durch das kleine Doctorlein, den
Ananiam, den Verſtand überkommt. (Hauspo-⸗
ſtille, Predigt am Tage St. Pauli Bek. Ibid.
XIII, 25. 28.)

Ja, man findet wohl etliche Rülze und Filze,
auch unter dem Adel, die fürgeben, man dürfe
hinfort weder Pfarrher noch Prediger, man
hab's in Büchern und könne es von ihm
ſelber wohl lernen, und laſſen auch die Pfarren
getroſt fallen und verwüſten, dazu beide, Pfarr⸗
herrn und Prediger, weidlich Noth und Hunger
leiden, wie ſich denn gebührt zu thun den tollen
Deutſchen. (Vorrede zum großen Katechismus.
Ibid. X, 28.)

Man kann auch nicht mit gutem Gewiſſen
und ohne Verletzung göttlicher Ehre billigen oder
annehmen, man ſolle den bloßen Tert ohne große
Erklärung und Auslegung dem Volke vortragen,
denn auf die Art würde die Erbauung der Kirche
und die ſo nöthige und nützliche Gabe der Weiſ⸗
ſagung aufgehoben, da doch Paulus an die Co⸗
rinther ſchreibet, daß ohne die Gabe der
Weiſſagung und Erklärung der Schrift
die Kirche nicht beſtehen könne. Ueber⸗
dies werden die Herzen und Gewiſſen ohne die
Weiſſagung weder erweckt noch offenbaret. Denn
wenn dieſe Gabe aus der Kirchen weg iſt, ſo kann
niemand Gott anbeten und anrufen, oder ihm
gebührliche Ehre geben, noch ſagen, daß
Gott bei ſeiner Kirche ſei. (Urtheil vom
Reichsabſchied vom J. 1530. Ibid. XVI, 1859.)

Wo das (Predigtamt) bleibet, ſo werden auch
Etliche erhalten unter dem Haufen, die ſich recht
darein ſchicken oder noch herzukommen. Aber wo
es auch vom Predigſtuhl kommt, ſo wird es wenig
helfen, obgleich Einige oder Etliche für ſich ſelbſt
alleine können die Schrift leſen, und wähnen, ſie
dürfen keines Predigers. (Kirchenpoſtille über
die Epiſtel des 20. Sonntags nach Trinitatis.
Ibid. XII, 1218.

Aber gleichwohl kann es geſchehen, daß die
Welt ſo gar epikuriſch werden wird, daß man in
aller Welt wird keinen öffentlichen Predigtſtuhl
haben, und eitel epikuriſche Gräuel die öffentliche
Rede ſein wird, und das Evangelium allein in
den Häuſern durch die Hausväter erhalten werde.
Und dies werde die Zeit ſein, ſo zwiſchen dem
Worte Chriſti am Kreuz: Consummatum est
(Es iſt vollbracht), und: Pater, in manus tuas
commendo spiritum meum (Vater, in Deine
Hände befehle ich meinen Geiſt). Denn gleich⸗
wie Chriſtus nach ſolchem Consummatum noch
ein wenig lebte, alſo kann auch die Kirche nach
öffentlichem Schweigen des Evangelli ein wenig
bleiben . . und durch fromme Chriſten in Häuſern
erhalten werden. Solcher Jammer ſoll aber nicht
länger währen, denn 1290 Tage (Daniel. 12,

56

11.), das iſt, bei viertehalb Jahr; denn ohne
öffentliche Predigt kann der Glaube
nicht lange ſtehen, weil zu dieſer Zeit auch
in einem Jahr die Welt böſer wird. (Ibid. VI,
1487.)

Weil denn die Prediger das Amt, Namen und
Ehre haben, daß ſie Gottes Mithelfer ſind, ſoll
niemand ſo gelehrt oder heilig ſein,
der die allergeringſte Predigt verſäu—
men oder verachten wollte, ſintemal er nicht weiß,
welche Zeit das Stündlein kommen werde, darinn
Gott ſein Werk an ihm thue durch die Prediger.
(Kirchenp. Epiſt. am Sonntag Invocavit. Ibid.
XII, 584.)

Darum hat es Gott wohl geordnet und ange⸗
richtet, daß er die heiligen Sacramente eingeſetzt
zu handeln in der Gemeinde und an einem Orte,
da wir zuſammenkommen, beten und Gott dan⸗
ken. . . Und iſt hier der Vortheil dabei, wenn die
Chriſten alſo zuſammen kommen, daß das Gebet
noch einſt (einmal) ſo ſtark gehet, als ſonſten.
Man kann und ſoll wohl überall, an allen Orten
und alle Stunden beten; aber das Gebet iſt nir⸗
gend ſo kräftig und ſtark, als wenn der ganze
Haufe einträchtiglich miteinander betet.“ (Ibid.
XII, 2492.

Ja, viele dürfen auch wohl herausfahren und
ſagen: Was dürfen wir mehr der Pfarrer und
Prediger, können wir doch ſelbſt daheim leſen?
Gehen alſo ſicher dahin und leſen es da⸗
heime auch nicht. Oder, wo ſie es ſchon da⸗
heime leſen, ſo iſt es doch nicht ſo fruchtbar noch
ſo kräftig, als kräftig das Wort iſt durch die öf—
fentliche Predigt und den Mund des Predigers,
den Gott dazu berufen und geordnet hat, daß er
dirs.predigen und ſagen ſoll. (Hauspoſt. für den
8. Sonntag nach Trinitatis. Ibid. XIII, 1816.)

Ich kenne ſelbſt Etliche, die da meinen, wir
dürften keiner Prediger oder Pfarrherrn, und man
müſſe die Pfaffen Gewohnheit und alten Herkom⸗
mens halben dulden; man könnte die Beſoldung
und Unkoſten, ſo auf ſie jährlich gehen, wohl in
andere und beſſere Wege gebrauchen. Gleich als
wären ſie, wie jener ſagt, ein necessarium ma-
lum (ein nothwendiges Uebel). Sonderlich der
Adel und etliche Klüglinge ſagen: haben wir
doch Bücher, daraus wir es ebenſowohl leſen
können, als höreten wir es in der Kirche vom
Pfaffen. Du lieſeſt den Teufel auf deinen Kopf,
der dich denn beſeſſen hat. Wenn unſer HErr
Gott gewußt hätte, daß das Predigtamt nicht
noth wäre, er wäre ja ſo weiſe und klug geweſen,
daß er es dir nicht durch Moſen hätte predigen
laſſen, und wäre nach deinen gottloſen, teufe⸗
liſchen, thörichten Gedanken und Reden ohne
Noth geweſen, daß er nachmals das levitiſche
Prieſterthum hätte geordnet und allezeit Prophe⸗
ten ausgeſendet; wie er ſelber ſagt Matth. 23, 34.
Er würde auch dieſer Zeit Prediger und Seel⸗
ſorger wohl heißen daheime bleiben. (Ueber
5 Moſ. 6, 6. vom J. 1529. III, 2566.)

Erhalten

zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe:

52.50 von Hrn. D. A. in St. Louis. P1.00 von einem
ungenannten Gemeinde-⸗Gliede in St. Louis. P6.424 von
Gemeinde⸗Gliedern in St. Louis. P1.60 von der luthe⸗
riſchen Gemeinde bei Waterlos, Monroe Co., Ill., durch
Hrn. P. Schliepſiek. 51.00 von D. K. in Pennſylvanien.
52.00 von W. M. R. ebendaher. 51.00 von A. J.

Bezahlt. 3

Den 5. Jahrg. Die HH. Lorenz Frahs, P. Halſi
(4 Er.), Carl Hilsketter, Profeſſor Reynolds, Noßwagt.

Den 6. Jahrg. Die HH. Auf den Brinkr, J. Arie⸗

bauer, Friedrich Brandt, Heinrich Buße, Friedrich Bͤſe,

Georg Bay, Brockſchmidt sen., Darnſtädt, Michael Deu⸗

ter, Friedrich Eppling, Johann Föllinger, Lorenz Frahs,

Nicolaus Frahs, Martin Folmer, Carl Hilsketter, Friedrich
Heyed, M. Heilbronn, H. Habel, P. Jäger, P. Knapt, Jo⸗
hann Kiener, Ferdinand Meyer, Chriſtoph Mayer, P.
Röbbelen (6 Ex.), Chriſtian Schröder, P. Sauer (2 Er.),
P. Trauimann, Johann Eigenberg.

Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition
des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe.

Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗
veränderter Abdruck...... ¹ 80.10
Das Dutzend 51.00. Hundert Stück 37.00.
Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im
Jahre 1703 der ev.⸗lutheriſchen Religion halber
mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗
land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück P1.00.
Dr. Luthers Sermon von „Bereitung zum
Sterbenꝰꝰ—..—..
Die Verfaſſung der deutſchen ev.-luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗
merkungen.. —
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück PI.00.
Erſter Synodalbericht der deutſchen ev. luth.
— 7.— Miſſouri, Ohio u. a. Staaten

0.0⁵

0.05

0.0⁵

0.10
0.10

SSCSCS CC᷑᷑᷑ .

Zweiter 8 Spnodalbericht derſelben Synode
v. J. 1848.—.—.—————
Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846
0.50
Vierter do. v. 1847—1848 (vollſt.).. 0.50
(Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
Chriſtliches Concordien buch, d. i. Symbol.
Bücher der ev.-luth. Kirche, New Zorker Aus⸗
gabe, in gepreßtem Leder gebunden .....
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 2 Stücktt ........
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren
Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders
abgedruckt), 2 Stück.
Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſt⸗
tage des ganzen Jahres, New Norker Ausgabe,
gebunden in Kalbleder...... ...
Kirchengeſangbuch für ev.⸗-luth. Gemein⸗
den, verlegt v. d. hieſ. ev.-Iuth. Gemeinde
U. A. C., gebunden das Stück..........
100 Stitt 362.50 ; gegen Baarzahlung.
A B C Buch, New Rorker Ausgabe, das Stück..
Im Dußend..
Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu
Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5.
ausführlicher angezeigt)... .
Joh. Hübners Vibliſche Hiſtorien aus dem Alten
und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck,
New Aorker Ausgabe, im Einzelnen
Im Dußend.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms,
brochirt unbeſchnitten....

. q ..

2.⁰0⁰

0.7⁵

0.10
1.00

Gedruckt bei Arthur Olshauſen,
perausgeber des Anieiger des Weienl,

English translation

Not yet translated.