Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 17 › Seite 66
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1845-04-19, Seite 66
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Ordination · Ordination 5 · Predigtamt. 45⁵5⁷
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Sinne sei, auch daß durch sie dem Ordinirten nicht ein unvertilgbarer Charakter eingedrückt werde, wie die Papisten lehren, noch daß sie zur rechtmäßigen Führung des Predigtamts unbedingt nöthig sei; wo es also nicht möglich sei, sie zu erlangen, so könne eine von der Kirche ordentlich berufene Person auch ohne Ordination predigen und Sacramente verwalten; dennoch solle sie, außer dem Nothfall, bei Bestellung des Predigtamts nie unterlassen werden, theils weil wir keinen Grund haben, vom Gebrauche der apostolischen Kirche abzuweichen, in welcher die Prediger durch Handauflegung der Aeltesten und Gebet ordinirt und Gott gleichsam geweihet wurden, Apostg. 6, 6. 13, 3. 1 Timoth. 4, 14. 5, 22. 2 Timoth. 1, 6., theils wegen ihres heilsamen Nutzens. Und gerade so halten wir auch von der Ordination nicht höher und nicht geringer, und wollen sie in keiner Weise verachtet oder unterlassen wissen, sind vielmehr der festen Ueberzeugung, daß sie in unserer zerrütteten Zeit, wo die Reinheit und Einigkeit der Lehre fast wie verschwunden ist, und selbst die lutherische Kirche sich immer mehr in einzelne Secten und Parteien aufzulösen drohet, allen Ernstes aufrecht erhalten werden müsse, als ein gesegnetes Mittel, die Reinheit und Einheit des Glaubens unter den lutherischen Gemeinden zu bewahren, die hohe Wichtigkeit des Predigtamts Predigern und Gemeinden einzuschärfen, und das edelste Kleinod der reinen, unverfälschten Lehre in der Kirche durch das göttliche Predigtamt fortpflanzen zu helfen. Gott, der dieses heilige und hohe Amt gestiftet hat, wolle dasselbe unverletzt bei uns erhalten und dadurch auch unter uns fort und fort eine Kirche sammeln, damit er von ihr in diesem und dem zukünftigen Leben recht erkannt, gepriesen und verherrlicht werde von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
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Nachbemerkung des Herausgebers. — Aus dem oben Gesagten ist folgerichtig der Schluß zu ziehen, daß diejenigen Prediger, welche sich nur auf ein Jahr u. dergl. miethen lassen, nicht für berufene Diener Christi und seiner Kirche, sondern für Menschendiener angesehen werden müssen. Wie denn u. a. Kromayer schreibt: „Von denjenigen, welche das Berufungsrecht haben, kann das Predigtamt nicht nach der Art eines Contracts auf eine gewisse Anzahl von Jahren, noch mit dem Vorbehalt übertragen werden, den Berufenen wieder frei entlassen zu können. Die Macht, einen solchen Contract zu schließen, ist denen, welche zu berufen haben, nirgends von Gott übertragen oder nachgelassen. Daher kann weder der Berufende, noch der zu Berufende eine solche Berufung und Entlassung für eine göttliche ansehen.“ [Theol. pos. pol. II. p. 530.] Die Entschuldigung gilt nichts, daß es die americanischen Gemeinden gewöhnlich nicht anders thun; denn daß die meisten hiesigen Gemeinden keine Diener Christi, sondern Gemeindeknechte und Kirchenhalter haben wollen, das haben die hiesigen Prediger selbst verschuldet. Würden alle echt christliche Prediger die Clausel, daß die Gemeinde willkürlich nach gewissen Zeiträumen den Prediger behalten oder entlassen könne, nicht annehmen, so würden die Gemeinden sich nicht nur gewiß bald fügen, sondern dies würde sonst auch die segensreichsten Folgen haben. Die Gemeinden würden einen bessern Begriff von einem wahren Diener JEsu Christi bekommen; sie würden sich bei Berufung eines Predigers besser vorsehen und nicht denken, ist der Angenommene ja ein Schalk, so könnt ihr ihn nach Jahresfrist wieder los werden. Es würden auch bald die unwissenden Landläufer, die hier so oft aus dem Predigtamt ein Handwerk zu Broderwerb machen und sich wie Kuhhirten dingen lassen, entlarvt und wenigstens von keiner christlichgesinnten Gemeinde fernerhin angestellt werden. — Man wird vielleicht endlich einwerfen, daß ein Beruf auf eine kurze Zeit darum vorzuziehen sei, weil es besonders hier zu Lande so viele gebe, von denen es kurz nach ihrer Anstellung offenbar werde, daß sich die Gemeinde in ihnen getäuscht habe; hätte man nun einen solchen auf Lebenszeit berufen, so wäre ja seine Gemeinde höchst übel daran, während sie sich bei dem temporären Beruf eines schlechten Subjectes schnell entledigen könne, wenn sie ihm nur seinen Jahrgehalt auszahle. Hierauf antworten wir: beruft eine Gemeinde einen Prediger nach Gottes Ordnung auf Lebenszeit, und der Prediger wird als ein Ketzer offenbar, oder er führt einen ärgerlichen Wandel, so kann sich die Gemeinde gerade dann den Wolf viel leichter und schneller vom Halse schaffen, als wenn sie sich durch einen vor Gericht gültigen Contract doch wenigstens auf ein Jahr gegen ihn verbindlich gemacht hat. So bald der Prediger als ein Wolf offenbar wird, so kann nicht nur, sondern muß ihn auch die Gemeinde ohne weiteres verlassen und fliehen, und somit hört von diesem Augenblicke an alle Verbindlichkeit der Gemeinde gegen den erkannten Verführer auf. Ein solcher ist von Gott in seinem Worte abgesetzt, so darf und soll ihn auch die Gemeinde dafür halten, erklären und als solchen behandeln.
(Eingesandt von G. H. Löber.)
Der Irrlehrer Arius und sein Ende.
(Fortsetzung.)
4. Das Ende des Arius.
Wir haben im vorigen Abschnitt die große und wichtige Kirchenversammlung zu Nicäa betrachtet, welche der sel. Luther mit Recht „das beste Concilium“ nennt, welches nach dem ältesten apostolischen in der Kirche gehalten worden sei. Ein jeder rechtschaffene Christ hat Gott zu preisen, daß damals von einer so großen Zeugenwolke der hochwichtige Artikel von der wahren Gottheit JEsu Christi und heiligen Dreieinigkeit gegen teuflische Verfälschung und Irrlehre so siegreich vertheidigt und das rein-biblische Bekenntniß davon als ein Damm für alle kommenden Zeiten aufs Neue in der Kirche festgesetzt worden ist.
Zwar hat der ältere und neuere Unglaube behaupten wollen, daß die eigentliche Kirchenlehre von der göttlichen Dreieinigkeit damals erst aufgekommen, vorher aber von der Apostel Zeit her nicht also gelehrt worden sei. Aber wie man im Pabstthum lügenhafter Weise auch das ganze Lutherthum, ob es gleich nur die alt-apostolische Lehre wiederherstellte, eine „neue Religion“ nannte, um dadurch die, freilich alten und verjährten, Irrthümer desto besser zu schützen, so möchten viele Vernunftprediger, um ihren Unglauben zu beschönigen, das Nicänische Symbolum gern verdächtig machen, als habe man darin hinsichtlich der heil. Dreieinigkeit etwas Neues und bis dahin Unerhörtes aufgebracht.
Jeder unbefangene Christ kann sich dagegen aus dem ganzen Worte Gottes überzeugen, daß man sowohl im alten, als im neuen Testament an keinen andern, als an den dreieinigen Gott geglaubt hat, wie ihn die Nicänischen Väter bekannt haben. Allerdings haben zwar schon zu der Apostel Zeiten unter der weisen, regierenden Hand Gottes allerhand Ketzereien oft dazu dienen müssen, daß die entgegenstehenden Wahrheiten aus Gottes Wort genauer entwickelt und mit Grund und Gegengrund nach allen Seiten hin besser verwahrt wurden; wenn nun aber der Apostel Paulus z. B. 1 Cor. 15. gegen gewisse Irrlehrer in Corinth die Lehre von der Auferstehung des Fleisches ausführlicher darlegt, beweist und rechtfertigt, so ist deshalb dennoch diese Lehre an sich keine neue und andere Lehre gewesen, als die schon in andern Theilen der heil. Schrift enthalten war. Ebenso war die Arianische Ketzerei allerdings die Veranlassung, daß die Lehre von der heil. Dreieinigkeit durch die damalige Kirche aus der heil. Schrift genauer entwickelt und nachgewiesen wurde; aber Trotz sei dem Teufel und allen denen geboten, welche diese Lehre bloß eine menschliche Erfindung der damaligen Kirchenlehrer nennen wollen!
Doch wir kehren zu der Geschichte der damaligen Kirche selbst zurück und fragen: was war denn nun der Erfolg der großen Anstrengungen, die man zu selbiger Zeit auf Erhaltung der reinen Lehre gewendet hatte? Hierauf dient zur Antwort, daß allerdings in einem großen Theile der Kirche, und namentlich in Egypten, wo der Arianische Streit ausgebrochen war, die Ruhe der Kirche auf mehrere Jahre wieder hergestellt ward, und Kaiser Constantin unterließ nicht, in einem besondern Circularschreiben die Lehrer und Gemeinden aufzufordern, daß sie Gott für solchen, über das satanische Reich neuerrungenen Sieg danken und nun an dem rechten Bekenntniß des wahrhaftigen Gottes einmüthig festhalten möchten. Eusebius von Nikodemien aber, der alsbald nach dem Nicänischen Concil dem rechtgläubigen Bekenntniß, das er erst mit unterschrieben hatte, wieder untreu wurde, ward auf kaiserl. Befehl seines Amtes entlassen und des Landes verwiesen.
Allein ungeachtet aller dieser Erfolge nahm dennoch der Gang der Dinge schon nach einigen Jahren eine ganz andere Wendung. Ein gewisser Presbyter, der es heimlich mit den Arianern hielt, hatte als Beichtvater der
English translation AI translation
— also, that through it no indelible character is impressed upon the ordinand, as the papists teach, nor that it is absolutely necessary for the lawful exercise of the preaching office; so that, where it is not possible to obtain it, a person duly called by the church may also preach and administer the sacraments without ordination; nevertheless, except in case of necessity, it should never be omitted when the preaching office is being conferred — partly because we have no reason to depart from the practice of the apostolic church, in which the preachers were ordained, and as it were consecrated to God, through the laying on of the elders' hands and through prayer (Acts 6:6; 13:3; 1 Timothy 4:14; 5:22; 2 Timothy 1:6), and partly on account of its wholesome benefit. And this is exactly how we, too, regard ordination — neither more highly nor more lowly — and we wish it to be in no way despised or omitted; rather, we are firmly convinced that in our disordered age, when the purity and unity of doctrine has almost vanished, and even the Lutheran Church itself threatens more and more to dissolve into individual sects and parties, it must be upheld in all earnestness, as a blessed means of preserving the purity and unity of the faith among Lutheran congregations, of impressing upon preachers and congregations the high importance of the preaching office, and of helping to propagate in the church, through the divine preaching office, the noblest jewel of pure, unadulterated doctrine. May God, who instituted this holy and exalted office, preserve it unimpaired among us, and thereby continue, ever and again, to gather a church among us as well, that He may be rightly known, praised, and glorified by it, in this life and in the life to come, from eternity to eternity. Amen.
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Editor's Postscript. — From what has been said above, the following conclusion is logically to be drawn: that those preachers who let themselves be hired for only a year, or the like, must not be regarded as called servants of Christ and of His Church, but as servants of men. Thus, among others, Kromayer writes: "By those who hold the right of call, the preaching office cannot be conferred in the manner of a contract, for a certain number of years, nor with the reservation of being able to dismiss the one called again at will. The power to conclude such a contract has nowhere been granted or conceded by God to those whose office it is to call. Therefore neither the one who calls nor the one who is called can regard such a calling and dismissal as a divine one." [Theol. pos. pol. II, p. 530.] The excuse that American congregations are generally accustomed to do no differently avails nothing; for that most congregations here want not servants of Christ but congregation-servants and church-keepers is something the preachers here have brought upon themselves. If all genuinely Christian preachers refused to accept the clause allowing a congregation to keep or dismiss the preacher at will after certain periods of time, the congregations would not only certainly soon fall into line, but this would also otherwise have the most blessed consequences. The congregations would arrive at a better conception of a true servant of Jesus Christ; they would take greater care in calling a preacher, and would not think, "If the one accepted turns out to be a rogue, you can be rid of him again after a year's term." It would also soon expose the ignorant vagabonds who so often here make a trade of the preaching office for their livelihood and hire themselves out like cowherds, and they would no longer, at least, be employed by any congregation of Christian mind. — Someone will perhaps finally object that a call for a short time is to be preferred precisely because there are, especially in this country, so many cases in which it becomes evident shortly after a man's appointment that the congregation was mistaken in him; had such a man now been called for life, his congregation would be in a most evil position, whereas under the temporary call it can quickly rid itself of a bad subject simply by paying out his year's salary. To this we answer: if a congregation calls a preacher for life according to God's order, and the preacher turns out to be a heretic, or leads a scandalous life, the congregation can, precisely then, rid itself of the wolf far more easily and quickly than if it had bound itself to him, by a contract valid in law, for at least a year. As soon as the preacher shows himself to be a wolf, the congregation not only may but must leave and flee from him without further ado, and from that moment on all obligation of the congregation toward the recognized seducer ceases. Such a man has been deposed by God in His Word, and so the congregation, too, may and should regard, declare, and treat him as such.
(Submitted by G. H. Löber.)
The False Teacher Arius and His End.
(Continued.)
4. The End of Arius.
In the previous section we considered the great and important church council at Nicaea, which the blessed Luther rightly calls "the best council" to have been held in the church since the earliest apostolic one. Every upright Christian must praise God that at that time, by so great a cloud of witnesses, the supremely important article concerning the true deity of Jesus Christ and the Holy Trinity was so victoriously defended against devilish falsification and false doctrine, and the purely biblical confession of it was, for all times to come, newly established anew in the church as a bulwark.
To be sure, both older and more recent unbelief has wished to maintain that the actual church doctrine of the divine Trinity first arose at that time, and had not been taught so from the time of the apostles onward. But just as in the papacy the whole of Lutheranism, though it merely restored the ancient apostolic doctrine, was falsely called a "new religion," so as thereby the better to protect the errors — old and long since prescribed as they were — so likewise many rationalist preachers, in order to gloss over their unbelief, would gladly cast suspicion on the Nicene Creed, as though something new and, until then, unheard-of had been introduced in it regarding the Holy Trinity.
Every unbiased Christian can, on the contrary, convince himself from the whole Word of God that, both in the Old and in the New Testament, no other God has been believed in than the triune God, as the Nicene fathers confessed Him. To be sure, already in the apostles' time, under the wise, governing hand of God, all manner of heresies often had to serve the purpose that the opposing truths of God's Word should be more precisely developed and better safeguarded on every side, with reason and counter-reason. But if the apostle Paul, for example in 1 Corinthians 15, sets forth, proves, and defends at greater length the doctrine of the resurrection of the flesh against certain false teachers in Corinth, this doctrine was nevertheless, in itself, no new and different doctrine from that already contained in other parts of Holy Scripture. Likewise the Arian heresy was indeed the occasion for the doctrine of the Holy Trinity to be more precisely developed and demonstrated from Holy Scripture by the church of that time; but defiance be declared against the devil, and against all those who would call this doctrine merely a human invention of the church teachers of that day!
But let us return to the history of the church of that time, and ask: what, then, was the outcome of the great exertions that had at that time been devoted to the preservation of pure doctrine? To this the answer serves that, indeed, in a large part of the church, and namely in Egypt, where the Arian controversy had broken out, the peace of the church was restored for several years, and Emperor Constantine did not fail, in a special circular letter, to call upon the teachers and congregations to thank God for such a victory newly won over the satanic kingdom, and now to hold fast, with one accord, to the right confession of the true God. Eusebius of Nicomedia, however, who soon after the Nicene Council became untrue again to the orthodox confession which he himself had at first co-signed, was, by imperial command, removed from his office and banished from the country.
Yet notwithstanding all these successes, the course of events took, already after a few years, an entirely different turn. A certain presbyter, who secretly held with the Arians, had, as father confessor of the