Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 16 › Seite 64

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1845-04-05, Seite 64

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Lehre. — Falſche Lehrer 16 · Lehre. — Falſche Lehrer 37 · Luther 5

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schwerden, deren Entscheidung ihm ohnehin nicht zukomme, ihnen selbst überlassen, daß sie einander um Christi willen vergeben und sich in brüderlicher Liebe vereinigen möchten.

Als darauf der ehrwürdige Bischof Eustathius von Antiochien im Namen seiner übrigen Amtsbrüder dem Kaiser gedankt und dessen christlichen Sinn und Eifer gebührend anerkannt hatte, fuhr der Kaiser fort, er wünsche nichts sehnlicher, als daß, nachdem ihm Gott über seine weltlichen Feinde den Sieg verliehen und die Tyrannei grausamer Christenverfolger gedämpft hätte, auch die Kirche in seinen Landen zum Frieden kommen, und wider alle Irrgeister und Störer sich auf den rechten Grund des wahren Glaubens in rechter Einigkeit des Geistes verbinden möchte. Darum sollten sie als Vertreter dieser Kirche aus den prophetischen, evangelischen und apostolischen Schriften, die sie ja hier zur Hand hätten, die Arianische Streitigkeit mit einander besehen und sich gegenseitig mit ruhiger Ueberlegung darüber aussprechen, was in der Sache zu strafen und zu verwerfen sei.

Hierauf verlas Eusebius von Nicomedien ein schriftliches Bekenntniß, worin die Hauptsache der ganzen arianischen Ketzerei so unumwunden, aber auch so unverschämt ausgesprochen war, daß sich fast alle Versammelten nicht enthalten konnten, ihren gerechten Schauder und Unwillen dagegen auf alle Weise zu erkennen zu geben. Als aber nun ein heftiger Wortwechsel entstand und Einer um den Andern das Lästerliche und Gottlose jener Lehre mit biblischen Gründen darlegte, auch Eusebius selbst in Angst und Bestürzung gerieth, und seine gelesene Schrift endlich vor der ganzen Versammlung in Stücken zerrissen wurde, da ermahnte der Kaiser immer aufs neue zur Sanftmuth und Ruhe, dämpfte durch linde Zusprache das Feuer derjenigen, die sich in zorniger Hitze vergessen hatten, und bestärkte diejenigen, deren Widerspruch zwar mit entschiedenem Ernst, aber doch mit Gelassenheit und Mäßigung verbunden war.

Ob Arius selbst in der Versammlung zugegen gewesen, ist nicht mit Deutlichkeit zu erkennen. Er wurde aber durch wenigstens 17 Bischöfe vertreten, die auf seiner Seite standen, während andre Anwesende wohl im Geheimen ihm anhingen. Unter allen Gegnern aber, welche den Arianismus bekämpften, zeichnete sich insonderheit ein junger Mann aus, den Gott mit ebensoviel richtiger Erkenntniß in der Lehre, als mit Muth und heiligem Eifer für die Sache Christi ausgerüstet hatte. Dies war der rechtschaffene und ehrwürdige Athanasius, der damals noch als Alexandrinischer Archidiakonus seinen geliebten Bischof Alexander nach Nicäa begleitet hatte, und ihn bei dessen Altersschwäche im Kampfe kräftig unterstützte.

Wir gedenken, so Gott will, in diesen Blättern noch später einmal das ganze Leben dieses großen Kirchenlehrers ausführlicher darzulegen, woraus dann der christliche Leser noch weiter erkennen wird, welche kräftige Stütze und Säule der Kirche dieser Zeuge der Wahrheit in jener Zeit gewesen sei; aber auch wie viel er um der Wahrheit willen von den rachgierigen und boshaften Nachstellungen der Arianer habe leiden müssen. Für jetzt bleiben wir blos bei der Nicänischen Kirchenversammlung stehen und bemerken über den weitern Fortgang und das endliche Ergebniß derselben nur noch Folgendes:

Allerdings konnten die Arianischgesinnten dem einstimmigen Zeugniß der großen Mehrzahl nicht lange widerstehen und mußten schriftlich und mündlich zugeben, daß IEsus Christus wahrer Gott sei; aber sie verbanden damit hinterlistig einen andern Begriff, daß Er nehmlich nur insofern Gott sei, als die heil. Schrift auch Engel und heil. Männer oftmals Götter nenne. Entgegnete man ihnen nun noch bestimmter, daß Er der wahre Gott sei, so gaben sie dies wieder nur mit der falschen Clausel zu, daß Er dazu von Gott gemacht worden sei. Wurde ihnen dagegen aus der Schrift bezeugt, daß er von Natur Gott sei, so waren sie dies auch zufrieden; denn sie sagten, auch wir sind von Gott, von welchem alle Dinge sind.

So drehte und wendete sich ein Eusebius von Nicomedien mit seiner gleichgesinnten Partei hin und her, um ihren Irrthum, so lange, als möglich, zu behaupten und denselben doch auch möglichst zu verstecken, damit sie nicht abgesetzt und ausgeschlossen werden möchten. *) Selbst der andere Eusebius, der älteste berühmte Kirchengeschichtsschreiber und Bischof zu Cäsarea in Palästina, der wenigstens den Arianern im Herzen nicht abhold war, wünschte nur, daß man bei den allgemeineren Ausdrücken stehen bleiben möchte, worin bisher die Kirche von diesem Artikel geredet habe. Allein man fühlte mit Recht, daß damit die Sache nicht entschieden und der falschen Auslegung dieser biblischen Ausdrucksweise gegen die neue Ketzerei nicht sattsam vorgebeugt werde. Darum sammelte man noch einmal alle biblische Stellen, worin von der wahren Gottheit des Sohnes Gottes geredet wird, und zog daraus den Schluß, daß zwar auch von den Creaturen gesagt werden könne, sie seien von Gott, weil sie, ohne von selbst ein Dasein zu haben, von Gott geschaffen worden seien, daß aber der Sohn noch auf eine ganz andre Weise vom Vater sei, nehmlich „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, und mit dem Vater gleiches Wesens sei.“ Diesen ihren Verstand am Worte Gottes, wie ihn die Kirche von Alters her nach völliger Uebereinstimmung mit der ganzen heiligen Schrift bekannt und verstanden hat, sprachen sie nun, um das altapostolische Glaubensbekenntniß vor ketzerischem Mißverstand zu verwahren, in demjenigen näher bestimmten Symbolum aus, welches die rechtgläubige Kirche in der Sammlung ihrer Symbole das „Nicänische Glaubensbekenntniß“ genannt, einstimmig angenommen und bis diesen Tag bewahrt hat.

Dieses Bekenntniß wurde nun den versammelten Vätern auf kaiserlichen Befehl zur Unterschrift vorgelegt und von Allen, auch den beiden Eusebius (wiewohl sie sich später darüber anders erklärten,) wirklich unterschrieben. Blos zwei arianische Bischöfe, Theonas und Secundus, verweigerten die Unterschrift, und wurden mit ihrem Arius ihrer Aemter entsetzt, als Feinde des Christenthums von der Kirche ausgeschlossen, nach Illyrien verwiesen und alle Schriften des Arius auf das Strengste verpönt. —

*) Anmerk. Dieselbe Zweideutigkeit findet man noch jetzt bei unzähligen Predigern, die weder der Wahrheit die Ehre geben, noch ihre Aemter verlieren wollen. Und ach! wie viele Gemeinden lassen sich von solchen täuschen!

Was sonst noch auf dem Concilio zu Nicäa zur Beilegung der Streitigkeiten über die Zeit des Osterfestes und über andre kirchliche Gegenstände beschlossen worden ist, das lassen wir jetzt dahingestellt sein und geben im nächsten und letzten Abschnitt blos noch die wichtige und warnende Erzählung von dem schrecklichen Ende des Arius.

(Fortsetzung folgt.)

Zufällige Gedanken.

Gleichgültigkeit dagegen, ob die Lehre rein oder falsch sei, ist meist gefährlicher, als hartes Bestehen auf falscher Lehre. Bei Gleichgültigkeit hört das Suchen nach Wahrheit auf; Eifer für solche falsche Lehre verwandelt sich aber leicht in Eifer für die rechte, wenn Gott die Augen öffnet. Offenb. 3, 15. 16.

Sprich nicht: wenn die falschen Lehrer hart angegriffen werden, so werden sie meist anstatt besser nur immer schlimmer! — Sie werden dadurch nicht schlimmer, sondern, wenn es so scheint, werden sie nur offenbarer.

Sprich nicht: was hilft alles Kämpfen gegen Irrthümer; die falschen Lehrer bekehren sich doch nicht! — Bekehren sie sich auch nicht, so werden sie doch in die Schrift getrieben; sie werden doch durch die Entgegnung aus ihrem Schlafe aufgeweckt, und zurückgehalten, nicht zu unbesorgt von der heiligen Schrift immer mehr abzuweichen. Das bringt nun zwar dem Kämpfer für Wahrheit nicht die Freude und Ehre eines Siegers, aber es kommt den Gemeinden der falschen Lehrer zu gute, die etwas in Eifer gejagt werden. Das ist Lohn genug für ein wenig Spott und Verleumdung, die dem Zeugniß von der Wahrheit freilich immer folgt.

Die falschen Lehrer haben immer das Schafskleid um, aber die Wolfsnatur darunter verborgen; rechte Lehrer hingegen haben manchmal einen rauhen Pelz, aber darunter Lammesart.

Beschämtes Vorurtheil.

Als Herzog Georg ein Exemplar von dem Buche Luthers: „Ob Kriegsleute auch in einem seligen Stande sein können,“ in die Hände bekam, auf welchem Luthers Name weggelassen war, gefiel ihm dasselbe so sehr, daß er zu Lucas Cranach, der für ihn damals zu Dresden arbeitete, sagte: „Siehe, Lucas, du rühmst immer deinen Mönch zu Wittenberg, den Luther, wie der allein so gelahrt sei und allein gut Deutsch reden und allein gute Bücher schreiben könne; aber du irrst hierin sowohl, als auch in anderen Stücken mehr. Siehe, da habe ich auch ein Büchlein, das ist ja gut und besser, denn es der Luther nimmermehr machen könnte.“ Der Maler besieht das Buch und ein anderes Exemplar desselben Buches aus der Tasche ziehend, spricht er: „Gnädiger Fürst und Herr, dies Büchlein hat Luther gemacht, nur daß sein Name nicht darauf steht. Hier ist eins, das er mir selbst gegeben, darauf sein Name gedruckt ist.“ Der Herzog sah ein, daß dem so sei; wurde zornig, fluchte und sprach: Ist's doch Schade, daß ein so heilloser Mönch ein so gut Büchlein hat machen sollen!

Gedruckt bei Weber und Olshausen.

English translation AI translation

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grievances, the decision of which was in any case not his to make, to themselves, so that they might forgive one another for Christ's sake and unite in brotherly love.

When thereupon the venerable Bishop Eustathius of Antioch had thanked the emperor in the name of his fellow ministers and had duly acknowledged his Christian disposition and zeal, the emperor continued that he wished for nothing more fervently than that, after God had granted him the victory over his worldly enemies and had subdued the tyranny of cruel persecutors of Christians, the Church in his lands might also come to peace, and might, against all false spirits and disturbers, unite upon the true foundation of the true faith in right unity of spirit. Therefore, as representatives of this Church, they should examine the Arian controversy together from the prophetic, evangelical, and apostolic writings, which they indeed had at hand here, and should express themselves to one another with calm deliberation as to what in the matter was to be censured and rejected.

Thereupon Eusebius of Nicomedia read aloud a written confession, in which the main point of the entire Arian heresy was expressed so plainly, yet also so shamelessly, that almost all those assembled could not restrain themselves from showing, in every way, their justified horror and indignation at it. But when a violent exchange of words then arose, and one after another set forth the blasphemous and godless character of that doctrine with biblical arguments, so that Eusebius himself fell into fear and consternation, and his document, once it had been read, was finally torn to pieces before the whole assembly, the emperor exhorted them again and again to gentleness and calm, quenched with mild persuasion the fire of those who had forgotten themselves in angry heat, and strengthened those whose opposition, though joined with firm earnestness, was nevertheless accompanied by composure and moderation.

Whether Arius himself was present at the assembly cannot be determined with certainty. He was, however, represented by at least seventeen bishops who stood on his side, while other persons present probably secretly adhered to him. But among all the opponents who fought against Arianism, one young man distinguished himself in particular, whom God had equipped with as much sound knowledge of doctrine as with courage and holy zeal for the cause of Christ. This was the upright and venerable Athanasius, who at that time, still an archdeacon of Alexandria, had accompanied his beloved bishop Alexander to Nicaea, and vigorously supported him in the struggle during his infirmity of age.

We intend, God willing, to set forth the whole life of this great teacher of the Church more fully at a later time in these pages, from which the Christian reader will further recognize what a powerful support and pillar of the Church this witness to the truth was in that time, but also how much he had to suffer for the truth's sake from the vengeful and malicious persecutions of the Arians. For now we shall stay only with the Nicene church council, and shall remark only the following concerning its further course and final outcome:

To be sure, those of Arian mind could not long resist the unanimous testimony of the great majority, and were forced, both in writing and by word of mouth, to admit that Jesus Christ was true God; but they craftily attached to this another notion, namely that He was God only in the sense in which Holy Scripture also often calls angels and holy men gods. If one then countered them more definitely, that He was the true God, they conceded this again only with the false qualification, that He had been made so by God. If, on the other hand, it was proven to them from Scripture that He was God by nature, they were content with this too, for they said, we also are of God, of whom all things are.

So did a Eusebius of Nicomedia, together with his like-minded party, twist and turn this way and that, so as to maintain their error as long as possible, while also concealing it as much as possible, lest they be deposed and excluded.*) Even the other Eusebius, the oldest of the famous church historians and bishop of Caesarea in Palestine, who at heart was at least not unfavorable to the Arians, wished only that one might remain with the more general expressions in which the Church had hitherto spoken of this article. But it was rightly felt that this would not settle the matter, nor sufficiently guard the false interpretation of this biblical mode of expression against the new heresy. Therefore all the biblical passages that speak of the true deity of the Son of God were gathered together once more, and from them the conclusion was drawn: that although it could indeed also be said of creatures that they are of God, since they, having no existence of their own, were created by God — the Son, nevertheless, is of the Father in a wholly different way, namely, "God of God, Light of Light, true God of true God, begotten, not made, being of one substance with the Father." This understanding of theirs of the Word of God — as the Church of old, in complete agreement with the whole of Holy Scripture, had confessed and understood it — they now expressed, in order to guard the ancient apostolic confession of faith against heretical misunderstanding, in that more precisely defined symbol which the orthodox Church, in the collection of her symbols, has named the "Nicene Creed," has unanimously adopted, and has preserved to this day.

This confession was now laid before the assembled fathers, by imperial command, for their signature, and was actually signed by all, including both men named Eusebius (although they later explained themselves differently on the matter). Only two Arian bishops, Theonas and Secundus, refused to sign, and were, together with their Arius, deposed from their offices, excluded from the Church as enemies of Christianity, banished to Illyria, and all the writings of Arius were most strictly proscribed.

*) [Footnote] Note. The same ambiguity is still found among countless preachers, who are willing neither to give truth its due honor, nor to lose their offices. And alas, how many congregations let themselves be deceived by such men!

Whatever else was decided at the Council of Nicaea for the settlement of the disputes over the time of the celebration of Easter, and over other ecclesiastical matters, we shall now leave undiscussed, and shall give, in the next and final section, only the important and warning account of the terrible end of Arius.

(To be continued.)

Random Thoughts.

Indifference as to whether the doctrine be pure or false is generally more dangerous than a stubborn insistence on false doctrine. With indifference, the seeking after truth ceases; but zeal for such false doctrine can easily turn into zeal for the right doctrine, once God opens the eyes. Rev. 3:15-16.

Do not say: when false teachers are attacked hard, they usually do not get better but only worse! — They do not become worse through this; rather, if it seems so, they only become more manifest.

Do not say: what good does all this fighting against errors do; the false teachers do not convert anyway! — Even if they do not convert, they are nevertheless driven back to Scripture; they are indeed awakened out of their sleep by the rebuttal, and held back from straying ever further and more carelessly from Holy Scripture. This, to be sure, does not bring the fighter for truth the joy and honor of a victor, but it benefits the congregations of the false teachers, who are thereby stirred somewhat into zeal. That is reward enough for the little mockery and slander which, indeed, always follows the testimony of the truth.

False teachers always wear the sheep's clothing, but have the wolf's nature hidden beneath it; true teachers, on the other hand, sometimes wear a rough pelt, but beneath it the nature of a lamb.

A Prejudice Put to Shame.

When Duke George got hold of a copy of Luther's book, "Whether Soldiers, Too, Can Be in a State of Grace," from which Luther's name had been left off, he liked it so much that he said to Lucas Cranach, who was working for him at Dresden at the time: "See here, Lucas, you are always praising your monk at Wittenberg, this Luther, as though he alone were so learned, and he alone could speak good German, and he alone could write good books; but you are mistaken in this, as in other matters besides. See, here I too have a little book, which is indeed good, and better than Luther could ever have made it." The painter examines the book, and, drawing another copy of the very same book from his pocket, says: "Gracious prince and lord, this little book was made by Luther — only his name is not on it. Here is one that he gave me himself, on which his name is printed." The duke saw that this was so; grew angry, cursed, and said: "What a pity that so wretched a monk should have had to make so good a little book!"

Printed by Weber and Olshausen.