Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 8 › Seite 32

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1844-12-08, Seite 32

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Mit. 20—22. d. Sprachenfrage · Union 2 · Union 6

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getheilt und bis auf den Grund gespaltet hat," indem sich hier eine große Partei gebildet habe, die den Namen „lutherisch" behalte, aber hinter diesem Schilde die luth. Lehre bekämpfe und sogenannte „neue Maßregeln," d. h. eine methodistische Bekehrungsmethode einführe; die Pflanzschule dieser Partei sei das Seminar zu Gettysburg. Hierauf kommt der Verfasser auf die Versuche, welche auch „die sogenannten Evangelischen" hier machen, die Lutheraner zum Abfall von ihrer Kirche zu bewegen und so dieselben auch dem Namen nach, wo es ihnen nur möglich ist, auszurotten. Er spricht Seite 26.:

„Fast noch gefährlicher aber, als diese Spaltung, scheinen mir für den Bestand der luther. Kirche in America die Unionsversuche zwischen Lutheranern und Reformirten, welche neuerdings auch dort gemacht werden. Zuerst haben — einige wenige frühere Fälle abgerechnet — vor einigen Jahren neue von Deutschland herübergekommene Prediger in und bei St. Louis und an einigen andern Orten angefangen, sogenannte „„evangelische,"" d. h. aus beiderseitigen Confessionsverwandten gemischte Gemeinden zu bilden. Dem Anschein nach wird dies, im Westen wenigstens, einen reißenden Fortgang haben. Viele Kräfte werden dadurch der guten Sache entzogen, da natürliche alle, welche sich zu diesen unirten Gemeinden schlagen, in Beziehung auf jenen Kampf innerhalb der luth. Kirche neutral sind. Besonders gefährlich ist aber das an jener Union, daß dadurch — weil ja die Bekenntnisse, welche man vereinigen will, sich gegenseitig widersprechen — der feste Grund des Bekenntnisses ganz verlassen, mit dem schlüpfrigen Grund der Subjectivität (der jedesmaligen eignen Ueberzeugung) vertauscht und die Liebe zur Wahrheit sammt dem heiligen Ernste für sie geschwächt wird. Gleichgültigkeit und Schlaffheit im Bekenntniß ist die nothwendige Folge davon, wenn nicht schon der Ursprung. Auf solche Weise gewöhnt man sich auch daran, das Band der Kirche und die Heiligkeit der Gemeinschaft für so gering zu achten, daß man endlich die Gemeinschaft wechselt wie ein Kleid. Die Glieder der luth. Kirche werden durch diese evangelischen Gemeinden (in welchen jeder dem Schein nach bleibt, was er ist) wie durch einen Durchgangspunct allen möglichen Secten in die Hände geliefert. Haben sie, indem sie in solche Gemeinden eintreten, einmal die Scheu abgelegt, die Mutterkirche zu verlassen, so gehen sie leicht auch zu Secten über. So bedroht die Union, gerade weil sie etwas so Unverfängliches zu sein scheint, die Kirche am gefährlichsten mit allmähliger Auflösung."

Indem wir diesen Satz einrücken, fürchten wir freilich beschuldigt zu werden, daß wir es aus Gehässigkeit gegen die sich evangelisch nennenden Prediger der hiesigen Umgebung thun. Wir wollen dies gern tragen als eine Schmach, die dem offenen Bekenntniß der Wahrheit immer folgt. Wir bezeugen jedoch vor aller Welt, daß man uns dann Unrecht thut. Eine feindselige Gesinnung gegen die hiesigen unirten Herren Prediger ist uns durchaus fern. Wir richten nicht über ihre Herzen; Gott allein ist es bekannt, was sie noch gefangen hält. Aber dürfen wir nicht öffentlich unsere Klage ausschütten, daß sie, die hier für die lutherische Kirche mitkämpfen sollten, an ihrer Vertilgung arbeiten helfen? Dürfen wir sie nicht öffentlich fragen: Was hat Euch die wahre lutherische Kirche Leides gethan, daß auch Ihr sie als Eure Feindin behandelt? Wolltet Ihr gerade von unserer Gemeinschaft nichts wissen, das wollten wir selbst gern entschuldigen, aber warum sagt Ihr Euch von der Kirche unserer alten frommen Väter los, die doch anerkannt treue und redliche Zeugen der Wahrheit waren? Sprecht Ihr: Ja, die lutherische Kirche ist jetzt zu tief verderbt! so fragen wir Euch: Wenn Ihr das mit uns erkennet, solltet Ihr Euch nicht gerade dann die Noth der Kirche zu Herzen gehen lassen, desto treuer sein, je mehrere ihr jetzt untreu werden, und Euch mitaufmachen, ihre Schäden zu heilen? Womit haben es aber auch ferner unsere lutherischen Glaubensbrüder an Euch verschuldet, daß Ihr sie hier im fremden Lande ihrer Kirche, die sie geboren hat, untreu machet oder doch Seelen in den Banden einer Union zu erhalten sucht, in welche dieselben von einer tyrannischen Obrigkeit im alten Vaterlande bald, ohne daß sie es wußten, mit List, bald mit Gewalt gebracht wurden? Warum macht Ihr, die Ihr Frieden stiften zu wollen bezeugt, eine neue Partei, aus welcher immer neue Secten geboren werden, also immer größeren Unfrieden? Seid Ihr im Herzen der lutherischen Lehre zugethan, warum bekennt Ihr es denn nicht mit Wort und That und helfet nicht mit die Kirche bauen, die diese Lehre bekennt und zu bewahren trachtet? — Werfet uns nicht Zanksucht vor, denn o! wer wünscht es sehnlicher, als wir, daß zwischen uns Friede sei! Wie tief schmerzt es uns, daß Ihr Euch von uns getrennt habt und daß wir nicht vereint wirken können! denn wir können nimmer die Kirche zerstören helfen, die mit so unbestechlicher Treue bei dem Worte ihres Heilands bleibt und allen Irrthum so entschieden ausscheidet und verwirft. Auf diesen Grund lasset uns vereint uns stellen! o, mit welcher Freude sind wir dann bereit, Euch die Hände der Brüder zu reichen, gemeinschaftlich den gemeinschaftlichen Feind zu bekämpfen und gern unter Euch die geringsten zu sein!

Kirchliche Nachrichten.

Aus dem „Freimüthigen" von Buffalo, N. Y.

Den 6. Nov. wurde die hiesige lutherische Kirche, die sogenannte Preußenkirche, Ecke von Michigan und Goodelstraße, unter stattfindenden Festlichkeiten eingeweiht, und ihr der Name „Dreifaltigkeitskirche" beigelegt.

Aus der „Christlichen Zeitschrift" von Chambersburg, Penns.

Gegner der Bibelreligion.

Philadelphia. — Das Gebäude, welches als eine sogenannte vernunftgläubige Kirche für Ginal erbaut wurde, wird jetzt von den Methodisten gebraucht.

New York. — Der Vernunfttempel, in welchem Försch früher gegen alles Bibelchristenthum kämpfte, wird jetzt von den elenden Milleriten gebraucht.

Allentown, Penns. — Der sogenannte Vernunfttempel steht ganz leer.

Dies sind, unseres Wissens, die einzigen besonders dazu bestimmten Vernunfttempel in America — und ihr Schicksal ist durchaus kein ermunterndes für die Anhänger und Verfechter einer verkehrten Vernunftreligion.

Neue deutsche lutherische Schule in St. Louis.

Eine solche ist von der evangelisch-lutherischen Gemeinde ungeänderter Augsburgischer Confession allhier nun auch im nördlichen Stadttheile, siebente Straße zwischen der Carr- und Wash-Straße neben der Mühle, errichtet worden. Eltern, welche Kinder darin aufgenommen zu sehen wünschen, wollen sich bei dem derzeitigen Lehrer, Herrn Th. Bünger junior, melden.

„Sie nehmen ein Ende mit Schrecken." Ps. 73, 19.

Elias Hasenmüller, der erst selbst ein Glied des Ordens der Jesuiten gewesen war, aber, überzeugt von der Wahrheit der evangelischen Lehre, endlich im Jahre 1587 zur luth. Kirche übertrat und sich hierauf längere Zeit in Wittenberg aufhielt, hat uns in seiner „Geschichte des Jesuitenordens," welche 1593 herauskam, ein merkwürdiges Exempel aufbewahrt, was für ein klägliches Ende oft die abtrünnigen Verleugner der Wahrheit nehmen. Hasenmüller erzählt nehmlich in dem genannten Werke, daß er Folgendes selbst mit angesehen und angehört habe:

Ein gewisser Jesuit, Johannes mit Namen, der die erkannte Wahrheit verlassen und sich in den Jesuitenorden begeben hatte, kam endlich 1583 zu Landsberg in Todesnoth. Um ihm in solcher Noth zu Hülfe zu kommen, brachte man ihm Agnus Dei (Gotteslamm-Bilder), Rosenkränze, Heiligen-Bilder, hölzerne Kreuze, gesegnete Medaillons (Rundbildchen), die geweihte Hostie und anderes dergleichen; man versprach auch für ihn Gebete zu thun und Messen zu lesen, ermahnte ihn, sich der Verdienste der Heiligen und seiner Brüderschaft zu trösten. Alles Zureden war jedoch vergeblich, denn er erwiederte: „Hinweg mit diesem allem, denn eben darum, weil ich an dieses geglaubt habe, werde ich nun verdammt werden." Hierauf sagte ich zu ihm: „Glaube an JEsum Christum." Mit Entsetzen antwortete der Unglückliche: „Es gab eine Zeit, da glaubte ich an ihn, aber ich habe ihn schändlich verleugnet; mir ist nun aus IEsu ein verdammender Richter geworden; meine Seligkeit ist verscherzt." Zu Petrus Hispanus, der zugegen war, sprach er: „Ich bitte dich, tödte mich, oder gib mir ein Messer, daß ich mich selbst durchbohre, denn ich brenne schon ganz in den höllischen Flammen." Dies vernehmend, hielten die Jesuiten das Zeichen des Kreuzes ihm vor die Augen und legten geweihte Kräuter auf ihn. Der Sterbende aber schrie. „Hinweg, hinweg! damit gießt ihr nur Oel ins Feuer, ich sehe nichts als böse Geister, welche mit offnen Klauen auf meine Seele warten; schon bin ich ihnen übergeben, denn ich habe Gott verleugnet und sein heiliges Wort." In solcher Verzweiflung fuhr der Elende dahin. B.

Gedruckt bei Weber und Olshausen.

English translation AI translation

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and split it to its very foundation," in that a large party had formed here which retains the name "Lutheran," but behind this shield fights against Lutheran doctrine and introduces so-called "new measures," that is, a Methodist method of conversion; the nursery of this party is the seminary at Gettysburg. The author then turns to the attempts which the so-called "Evangelicals" are also making here to move the Lutherans to fall away from their Church, and thus to root them out, even in name, wherever they possibly can. He speaks, on page 26:

"But almost even more dangerous than this schism seem to me, for the survival of the Lutheran Church in America, the attempts at union between Lutherans and Reformed, which are also being made there of late. First — apart from a few earlier isolated cases — some years ago, new preachers who had come over from Germany began, in and around St. Louis and in a few other places, to form so-called 'Evangelical' congregations, that is, congregations mixed from adherents of both confessions. To all appearances this will, at least in the West, make rapid headway. Many forces are thereby withdrawn from the good cause, since naturally all who join these united congregations are neutral with respect to that struggle within the Lutheran Church. But what is especially dangerous about that union is that, because the confessions which one wishes to unite contradict each other, the firm ground of confession is entirely abandoned and exchanged for the slippery ground of subjectivity (one's own personal conviction at any given time), and love for the truth, together with holy earnestness for it, is weakened. Indifference and slackness in confession is the necessary consequence of this, if it is not already its origin. In this way one also becomes accustomed to regarding the bond of the Church and the sanctity of fellowship so lightly that in the end one changes fellowship as one changes a garment. Through these Evangelical congregations (in which everyone outwardly remains what he is) the members of the Lutheran Church are delivered, as through a passage-point, into the hands of every possible sect. Once they have, by entering such congregations, laid aside their reluctance to leave the mother church, they easily go over to sects as well. Thus the union, precisely because it seems to be something so harmless, threatens the Church most dangerously with gradual dissolution."

In inserting this passage, we are indeed afraid of being accused of doing so out of ill will toward the preachers of the surrounding area here who call themselves Evangelical. We are willing to bear this gladly as a reproach that always follows the open confession of the truth. We testify, however, before all the world, that we would then be wronged. A hostile disposition toward the united gentlemen preachers here is entirely foreign to us. We do not judge their hearts; God alone

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is aware of what still holds them captive. But may we not publicly pour out our complaint that they, who ought to be fighting here alongside us for the Lutheran Church, are instead helping to work its destruction? May we not publicly ask them: What harm has the true Lutheran Church done you, that you too treat her as your enemy? If you simply wanted to have nothing to do with our fellowship, we would gladly excuse that ourselves; but why do you renounce the Church of our old, pious fathers, who were nevertheless recognized as faithful and honest witnesses of the truth? If you say: Yes, but the Lutheran Church is now too deeply corrupted! — then we ask you: If you recognize that along with us, should you not, precisely then, take the distress of the Church to heart, and be all the more faithful the more others now become unfaithful, and join in working to heal her wounds? Furthermore, what have our Lutheran brethren in the faith done to deserve this at your hands, that you make them unfaithful here in a foreign land to the Church that bore them, or at least seek to keep souls bound within a union into which they were brought — sometimes by cunning, without their knowing it, sometimes by force — by a tyrannical authority in the old fatherland? Why do you, who profess to want to establish peace, form a new party, out of which ever new sects are constantly born, and thus ever greater discord? If you are devoted in your hearts to Lutheran doctrine, why then do you not confess it in word and deed, and help build the Church that confesses this doctrine and seeks to preserve it? — Do not accuse us of quarrelsomeness, for oh, who desires more earnestly than we that there be peace between us! How deeply it grieves us that you have separated yourselves from us and that we cannot work together united! For we can never help destroy the Church that remains with such incorruptible faithfulness to the word of her Savior, and that so decisively casts out and rejects all error. Let us take our stand together upon this foundation! Oh, with what joy would we then be ready to extend to you the hands of brothers, to fight the common enemy together, and gladly to be the least among you!

Church News.

From the "Freimüthige" of Buffalo, N.Y.

On November 6, the local Lutheran church here, the so-called Prussian Church, at the corner of Michigan and Goodell Streets, was dedicated amid festivities held for the occasion, and given the name "Trinity Church."

From the "Christian Journal" of Chambersburg, Penn.

Opponents of Biblical Religion.

Philadelphia. — The building which was erected as a so-called church of rationalist belief for Ginal is now being used by the Methodists.

New York. — The Temple of Reason, in which Försch formerly fought against all Bible-Christianity, is now being used by the wretched Millerites.

Allentown, Penn. — The so-called Temple of Reason stands entirely empty.

These are, to our knowledge, the only temples specifically designated for that purpose — Temples of Reason — in America, and their fate is by no means an encouraging one for the adherents and advocates of a perverse religion of reason.

New German Lutheran School in
St. Louis.

Such a school has now also been established, by the Evangelical Lutheran congregation of the Unaltered Augsburg Confession here, in the northern part of the city, on Seventh Street between Carr and Wash Streets, next to the mill. Parents who wish to have their children admitted to it should apply to the present teacher, Mr. Th. Bünger, Jr.

"They come to an end amid terrors."
Ps. 73:19.

Elias Hasenmüller, who had himself first been a member of the Order of the Jesuits, but who, convinced of the truth of the evangelical doctrine, finally in the year 1587 went over to the Lutheran Church, and thereafter resided for a considerable time in Wittenberg, has preserved for us, in his "History of the Jesuit Order," which appeared in 1593, a remarkable example of what a pitiable end the apostate deniers of the truth often come to. Hasenmüller relates, namely, in the said work, that he himself had witnessed and heard the following:

A certain Jesuit, John by name, who had abandoned the truth he had recognized and had entered the Order of the Jesuits, came at last, in 1583, to his deathbed at Landsberg. In order to come to his aid in such distress, they brought him Agni Dei (images of the Lamb of God), rosaries, images of saints, wooden crosses, blessed medallions (small round pictures), the consecrated host, and other such things; they also promised to say prayers and read masses for him, and exhorted him to take comfort in the merits of the saints and of his brotherhood. All persuasion, however, was in vain, for he replied: "Away with all of this, for it is precisely because I believed in these things that I am now going to be damned." Thereupon I said to him: "Believe in Jesus Christ." The unfortunate man answered in horror: "There was a time when I believed in him, but I have shamefully denied him; to me Jesus has now become a condemning judge; my salvation is forfeited." To Petrus Hispanus, who was present, he said: "I beg you, kill me, or give me a knife, that I may pierce myself through, for I am already burning entirely in the flames of hell." Hearing this, the Jesuits held the sign of the cross before his eyes and laid consecrated herbs upon him. But the dying man cried out: "Away, away! With that you are only pouring oil on the fire; I see nothing but evil spirits waiting for my soul with open claws; I am already given over to them, for I have denied God and his holy Word." In such despair the wretched man passed away. B.

Printed by Weber and Olshausen.