Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 23 › Seite 92

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1846-07-11, Seite 92

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum

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benen Tage hatten sich nicht nur viele Glaubensgenossen aus St. Louis zu der Feier theilnehmend eingefunden, sondern es hatten auch die Kirchenmusiker und die Choristen der luth. Gemeinde in St. Louis freundlich einer Einladung gefolgt, durch ihre Mitwirkung dieses Fest zu erhöhen. Die Gemeindeglieder, so wie die Gäste, versammelten sich Vormittags 10 Uhr auf derjenigen Farm, wo bis zuletzt der Gottesdienst gehalten worden war, um von da aus mit Gesang und Posaunenton in das nahe Kirchlein zu ziehen. Der Zug war auf folgende Weise geordnet. Voran gingen der Bauvorsteher und der Baumeister, welche die Kirche zu öffnen hatten; ihnen folgten die Kinder der Gemeinde Paarweise, die Kirchenmusiker und der Singchor, der unterzeichnete Pastor der Gemeinde mit einer Bibel, die Vorsteher, von denen der eine die zinnernen Abendmahlsgefäße und der andere das Taufbecken trug, nach diesen eine große Anzahl von Männern und Frauen. Nach einer kurzen Anrede setzte sich der Zug in Bewegung und stimmte unter Begleitung der Blasinstrumente das bekannte Lied an: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" ꝛc. Beim vierten Verse nahten wir uns dem Kirchlein, wo noch andere warteten. Dasselbe ist ein feingearbeitetes Blockhaus von 28 Fuß Länge und 24 Fuß Höhe, mit einem Thurm und mit 4 hohen Fenstern. Das Innere schmücket die Kanzel und der Altar. Vor dem Altar ist eine Stufe Erhöhung. Die Kanzel steht über dem Altar, ist geschmackvoll gearbeitet und bildet mit dem Altar ein Ganzes. Die Kanzeltreppe ist nicht zu sehen, indem auf beiden Seiten der Kanzel ein symmeterischer Anbau gemacht worden ist, welcher zugleich als Sacristei dient. Der Kanzel gegenüber ist eine Emporkirche. Das Kirchlein faßt an 150 Menschen, hat also genug Platz für 18 Familien, welche gegenwärtig die Gemeinde ausmachen. Am Einweihungstage war Vor- und Nachmittags, Gottesdienst. Des Vormittags begann der Gottesdienst mit dem Liede: „Allein Gott in der Höh sei Ehr" ꝛc. Darauf wurde am Altar von dem Prediger ein Gebet gesprochen und der 84. Psalm verlesen. Vor dem Glauben sang der Chor mit Musikbegleitung eine Cantate. Die Predigt über 4 Mosis 28, 10—17. hatte zum Gegenstand: „Unser Kirchlein ein Haus Gottes und eine Pforte des Himmels." Nach der Predigt wurde allgemeine Beichte gehalten und vorher nach Jes. 57, 15. die Frage beantwortet: „In welchem Herzen wohnt Gott in Gnaden?" An der Communion nahmen mehre christliche Brüder mit sichtbarer Rührung Theil, die erst ein paar Tage vorher aus Deutschland angekommen waren. Mit dem Segen des HErrn wurde um 1 Uhr die Gemeinde entlassen. Nachmittags um 3 Uhr versammelten sich wieder alle in dem Kirchlein, um das Wort Gottes zu hören. Der Herr Pastor Walther, welcher, nachdem er des Vormittags in St. Louis gepredigt hatte, noch zu unserer Kircheinweihung gekommen war, hielt die Predigt über den 100. Psalm und stellte die Pflicht aller Menschen dar, Gott auch äußerlich und öffentlich zu dienen. Vor der Predigt war das Lied: „Ach bleib bei uns, HErr JEsu Christ" ꝛc. gesungen und das Kirchweihevangelium Luc. 19, 1—10. verlesen worden; nach der Predigt wurde eine Taufhandlung nach einer rein lutherischen Agende vollzogen und endlich mit dem Lied: Nun danket alle Gott ꝛc. die feierlichen und gesegneten Gottesdienste geschlossen, die hoffentlich vielen, namentlich den Gemeindegliedern lange eine liebliche Erinnerung gewähren werden. Das unsichtbare Oberhaupt der Kirche, unser HErr JEsus Christus, sei für allen Segen gelobt, mit dem er diesen Tag krönte. Er wolle auch ferner über dieser Gemeinde und ihrem Prediger mit seiner Gnade walten, sie in der Wahrheit befestigen und erhalten und das reine Bekenntniß seines Wortes auch mit einem reinen Wandel zieren helfen. Darum Ihn mit uns ernstlich zu bitten, ersuchen wir hiermit alle unsere bekannten und unbekannten Glaubensgenossen.

Friedrich Bünger.

Durch den Glauben allein wird der Sünder gerecht und selig.

Zeugnisse dafür, daß diese Wahrheit auch in der dicksten päbstlichen Finsterniß hie und da erkannt und bewahrt worden ist.

1. In einem alten Berichte von Gründung des Klosters zu Lucca unter dem Abt Arnoldus II. vom Jahr 1478 liest man Folgendes: „In diesem Kloster befand sich ein Mönch mit Namen Engelbert Arnoldi, welcher täglich in seiner Zelle also betete: „O ich Elender, was habe ich gethan? oder was soll ich thun? da ich ein Mensch und großer Sünder bin und an dir allein gesündigt habe. Doch ich glaube, daß du mein HErr, o JEsu Christe, allein meine Gerechtigkeit und Erlösung bist; und wie Abraham Gott geglaubt hat und allein dieser Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden ist, so glaube auch ich, daß allein der Glaube an Christum, nicht die Werke des Gesetzes oder Fleisches nach meines Ordens oder meiner Heiligkeit, zu meiner Seligkeit genug ist. Guter HErr, erbarme dich mein, nach deiner großen Barmherzigkeit. — O gütiger JEsu, sei mir gnädig, ich befehle meinen Geist in deine Hände; du hast mich erlöset, HErr, du getreuer Gott und mein einiger Erlöser, der du lebest und regierst in alle Ewigkeit." — In jenem Berichte wird nun erzählt, daß dieser heilsbegierige Mönch um dieses seines Glaubens willen auf's eifrigste verfolgt worden sei, und daß man ihm, da er endlich in Hamburg als Arzt starb, kaum noch ein ehrliches Begräbniß zugestehen wollte.*)

*) Siehe: G. G. Leibnizii Scriptor. hist. Brunsoens. illustrant. T. III. p. 696.

2. Anselm, der 1109 als Bischof zu Canterbury starb, verfertigte eine Anweisung für Prediger, wie ein Sterbender zu befragen und was von diesem andächtig zu sagen sei. Dieser Unterricht lautete wie folgt:

Ich frage dich, Bruder, freust du dich, daß du im Glauben an Christum sterben wirst? Ja.

Erkennst du, daß du nicht so wohl gelebt hast, als du gesollt hättest? Ja.

Ist es dein Sinn, ein neues Leben zu führen, wenn du Zeit hättest, länger zu leben? Ja.

Freuest du dich, daß du in Fassung der wahren Religion sterben wirst? Ja.

Glaubst du, daß JEsus Christus, der Sohn Gottes, für dich gestorben sei? Ja.

Glaubst du, daß du nicht anders selig werden kannst, als durch den Tod JEsu Christi? Ja.

Dankst du ihm auch dafür? Ja.

Nun wohlan denn, so lange noch die Seele in dir ist, so stelle auf diesen Tod dein ganzes Vertrauen; setze deine Zuversicht auf nichts anderes; diesem Tod überlaß dich ganz und gar; und senke dich in denselben hinein, mit diesem Tode bedecke dich ganz, und in diesen Tod wickle dich ein. Und wenn Gott dich in's Gericht fordern wollte, so sprich: HErr, den Tod unseres HErrn JEsu Christi stelle ich zwischen mich und dein Gericht; anders, als so rechte ich nicht mit dir. Sollte der HErr zu dir sagen: Du bist ein Sünder, so sprich: Ich stelle den Tod JEsu Christi zwischen mich und meine Sünden. Sagt er zu dir: Du hast die Verdammniß verdient, so sprich: HErr, ich lege den Tod JEsu Christi zwischen dich und mein böses Verdienst und dessen Tod bringe ich dir anstatt des Verdienstes, welches ich hätte haben sollen, das mir aber fehlet.

Darauf sage dreimal: HErr, in deine Hände befehle ich meinen Geist ꝛc.— Der stirbt sicher, von welchem dies vor dem Tode (von Herzen) gesagt wird, und wird den Tod nicht sehen ewiglich.

Ist also die evangelische Lehre von der Gerechtigkeit und Seligkeit allein durch den Glauben eine neue, die Luther erst aufgebracht und vor ihm niemand gehabt hat?

Bezahlt:
2. Jahrgang. P. Schulz.
„ „ P. Gruber.
„ „ P. Meißner.

Die Hauspostille Luthers, erste amerikanische, ausgezeichnet ausgestattete Auflage, ist gebunden für $2.00, geheftet für $1.50 zu haben:

Bei Herrn Ludwig und W. Radde in New-York,
„ „ C. L. Rademacher in Philadelphia, Pa.
„ Ehrw. Pastor Wynecken in Baltimore, Md.
„ „ C. Spielmann, Columbus, O.
Herrn Past. Walther in St. Louis, Mo.
„ „ Dr. Sihler in Fort Wayne, Ind.
„ „ P. Boyer in Buffalo, N. Y.
„ „ P. J. George u. Co. in Detroit, Mich.
„ „ P. J. George u. Co. in Milwaukee, Wisc.

Die Kirchenzeitung in Pittsburg und Lutheran Standard in Columbus, O., werden gebeten, Obiges aufzunehmen.

Gedruckt bei Weber und Olshausen.

English translation AI translation

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day, not only did many fellow believers from St. Louis come to take part in the celebration, but the church musicians and the choristers of the Lutheran congregation in St. Louis had also kindly accepted an invitation to enhance this festival by their participation. The members of the congregation, as well as the guests, gathered at ten o'clock in the morning at the farm where worship services had last been held, in order to proceed from there, with singing and the sound of trombones, to the nearby little church. The procession was arranged in the following manner. In front walked the building overseer and the builder, whose task it was to open the church; after them followed the children of the congregation, two by two, the church musicians and the singing choir, the undersigned pastor of the congregation with a Bible, the elders — of whom one carried the pewter communion vessels and the other the baptismal font — and after these a great number of men and women. After a brief address the procession set itself in motion and struck up, accompanied by the wind instruments, the well-known hymn: "Sing Praise and Thanks to the Highest Good," etc. At the fourth verse we drew near to the little church, where others were still waiting. It is a finely crafted log building, 28 feet long and 24 feet high, with a tower and four tall windows. The interior is adorned by the pulpit and the altar. Before the altar there is a raised step. The pulpit stands above the altar, is tastefully worked, and forms one whole together with the altar. The pulpit stairway cannot be seen, since a symmetrical addition has been built on both sides of the pulpit, which also serves as a sacristy. Opposite the pulpit is a gallery. The little church holds about 150 people, and thus has ample room for the 18 families who at present make up the congregation. On the day of dedication there was worship both morning and afternoon. In the morning, worship began with the hymn: "To God Alone on High Be Glory," etc. Thereupon a prayer was spoken by the preacher at the altar, and the 84th Psalm was read aloud. Before the sermon the choir, with musical accompaniment, sang a cantata. The sermon, on Numbers 28:10–17, had as its subject: "Our Little Church, a House of God and a Gate of Heaven." After the sermon a general confession was held, preceded by the answering, according to Isaiah 57:15, of the question: "In what heart does God dwell in grace?" Several Christian brothers, who had arrived from Germany only a few days before, took part in the Communion with visible emotion. With the Lord's blessing the congregation was dismissed at one o'clock. In the afternoon at three o'clock all gathered again in the little church to hear the Word of God. The Reverend Pastor Walther, who, after having preached in St. Louis in the morning, had come on as well to our church dedication, delivered the sermon on the 100th Psalm and set forth the duty of all men to serve God outwardly and publicly as well. Before the sermon the hymn "Ah, Abide with Us, Lord Jesus Christ," etc. had been sung, and the Gospel appointed for church dedications, Luke 19:1–10, had been read aloud; after the sermon a baptism was performed according to a purely Lutheran liturgical form, and finally, with the hymn "Now Thank We All Our God," etc., the solemn and blessed services were closed, which will hopefully long grant many, especially the members of the congregation, a pleasant memory. May the invisible Head of the Church, our Lord Jesus Christ, be praised for all the blessing with which he crowned this day. May he continue to rule over this congregation and its pastor with his grace, establish and preserve them in the truth, and help adorn the pure confession of his Word also with a pure walk of life. To entreat him earnestly for this together with us, we hereby ask all our fellow believers, known and unknown to us.

Friedrich Bünger.

Through Faith Alone the Sinner Is Justified and Saved.

Testimonies that this truth has also been recognized and preserved, here and there, even in the thickest papal darkness.

1. In an old account of the founding of the monastery at Lucca under Abbot Arnoldus II, from the year 1478, one reads the following: "In this monastery there was a monk named Engelbert Arnoldi, who prayed daily in his cell as follows: 'O wretched man that I am, what have I done, or what shall I do, since I am a man and a great sinner, and have sinned against you alone? Yet I believe that you, my Lord, O Jesus Christ, are alone my righteousness and redemption; and as Abraham believed God, and this faith alone was reckoned to him for righteousness, so I too believe that faith in Christ alone — not the works of the Law or of the flesh, nor my order or my own holiness — is sufficient for my salvation. Good Lord, have mercy upon me according to your great mercy. O gracious Jesus, be gracious unto me; I commend my spirit into your hands; you have redeemed me, Lord, you faithful God and my only Redeemer, who lives and reigns forever.'" That account then relates that this monk, eager for salvation, was most zealously persecuted for the sake of this his faith, and that when he finally died in Hamburg as a physician, people were scarcely willing to grant him even an honest burial.*)

2. Anselm, who died in 1109 as Bishop of Canterbury, drew up a set of instructions for preachers on how a dying person should be questioned and what should be devoutly said to him. This instruction ran as follows:

I ask you, brother: are you glad that you will die in the faith of Christ? Yes.

Do you acknowledge that you have not lived as well as you ought to have? Yes.

Is it your intention to lead a new life, should you have time to live longer? Yes.

Are you glad that you will die holding to the true religion? Yes.

Do you believe that Jesus Christ, the Son of God, died for you? Yes.

Do you believe that you cannot be saved in any other way than through the death of Jesus Christ? Yes.

Do you also thank him for this? Yes.

Well then, so long as the soul is still within you, place your whole trust upon this death; set your confidence on nothing else; surrender yourself wholly and entirely to this death, and sink yourself into it; cover yourself all over with this death, and wrap yourself up in this death. And should God wish to summon you into judgment, then say: Lord, I set the death of our Lord Jesus Christ between myself and your judgment; on no other terms will I plead with you. Should the Lord say to you: You are a sinner, then say: I set the death of Jesus Christ between myself and my sins. Should he say to you: You have deserved damnation, then say: Lord, I place the death of Jesus Christ between you and my evil deserving, and I offer you his death in place of the merit which I ought to have had, but which I lack.

Thereupon say three times: Lord, into your hands I commend my spirit, etc. — He who says this before death, from the heart, dies assuredly, and shall not see death forever.

*) See: G. G. Leibnitii, Scriptores rerum Brunsvicensium illustrantes, vol. III, p. 696.

Is, then, the evangelical doctrine that righteousness and salvation come through faith alone a new one, first brought forward by Luther, which no one held before him?

Paid: Volume 2. — Pastor Schulz. — Pastor Gruber. — Pastor Meißner.

Luther's House Postil, the first American edition, handsomely produced, may be had bound for $2.00, in paper covers for $1.50, from:

Mr. Ludwig and W. Radde in New York;
C. L. Rademacher in Philadelphia, Pa.;
the Reverend Dr. Wyneken in Baltimore;
C. Spielmann, Columbus, O.;
Pastor Walther in St. Louis, Mo.;
Dr. Sihler in Fort Wayne, Ind.;
P. Boyer in Buffalo, N.Y.;
P. J. George & Co. in Detroit, Mich.;
P. J. George & Co. in Milwaukee, Wisc.

The Kirchenzeitung in Pittsburgh and the Lutheran Standard in Columbus, O., are requested to reprint the above.

Printed by Weber and Olshausen.