Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 26 › Seite 203

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-08-17, Seite 203

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unterricht · Unterricht · Unterricht

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Herausgegeben von der Deutſchen Ev.

** IIIIIIPIIFIIFPFPPTPPTPTTTTPTCTRCRC — — —

„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet uun und nimmermehr.““

—.—

*

Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten
Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrg. 10.

St. Louis, Mo., den 15. Auguſt 1854.

————

No. 26.

Zedingungen:

Der Lutberaner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen
Subſcriptienkpreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube⸗
ahleu und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

aber,

Mr. F. W.

—

——

(Für den Lutheraner Eingeſandt.)
Der ſogenannte Große hannöveriſche
Katechismus,
beurtheilt von
Wege.
(Fortſetzung.)

Vom heil. Abendmahl.
Erſtes Stück.

Es iſt eins der theuerſten Bekenntniſſe der
lutheriſchen Kirche und ein Hauptmerkmal, wo⸗
durch ſie ſich von andern Partheien in der Chri—
ſtenheit unterſcheidet, wenn ſie, im Glauben an
die Wahrhaftigkeit und Allmacht Chriſti, lehrt,
es werde im h. Abendmahle in, mit und

unter dem Brod u. Wein der wah⸗

re Leib u. Blut Chriſti gegeſſen
und getrunken
d. i. Brod und Wein werden nicht verwan⸗
delt, aber ſie ſind von dem Herrn ſelbſt zu
*. Mitteln gemacht, durch welche er zu genießen
giebt nicht ein Zeichen, Sinnbild oder was
ſonſt erdacht werden mag, ſondern daſſelbe
Fleiſch und Blut, welches am Kreuz für uns
dahin gegeben worden.
Das Umgehen dieſes Bekenntniſſes von
Seiten der Lehrer in der lutheriſchen Kirche ſelbſt
iſt von jeher als eine große Untreue betrachtet
worden, in neuerer Zeit aber hat es noch eine

beſondere Bedeutung bekommen, indem es das

förmliche und anerkannte Wahrzeichen der ſoge⸗
nannten Unirten geworden iſt.

Nur die Brie fe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur alle anbee
welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe
„Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenben.

Was ihut nun ein Lehrer, deſſen Lehrbuch be⸗
ſtimmt iſt, den Kindern der lutheriſchen Kirche
als ein Volksſchulbuch in die Hand gegeben zu
werden, wenn er ſich ſolcher Redensarten bedient,
aus denen ein Sachverſtändiger die unirte Ge⸗
ſinnung auf den erſten Blick herausſinden kann,
während ein Unkundiger aber daraus glauben
gemacht werden ſoll, er ſei gut lutheriſch unter⸗
richtet worden? —

„das iſt mein Leib—das iſt mein
Blut—u. das verſichert Jeſus“—
So läßt ſich der Vf. vernehmen (Fr. 28. S.
156.) und das ſind die Worte, über welche ein
Unerfahrener nicht hinausſieht und den Vf. un—
beſehener Weiſe für gut lutheriſch annimmt, denn
er meint, der Vf. wolle ſagen,
die Verſicherung Jeſu ſolle gelten (nach dem
Sinne des Vf.) von dem, was wir un⸗
ter Brod und Wein empfangen.
Aber das iſt's gerade, was der Vf. weggelaſ⸗
ſen, denn er ſagt nicht:
Was verſichert Jeſus, daß im h. Abend⸗
mahle unter dem Brod u. Wein ge⸗
„I geſſen und getrunken wird?
ſondern alſo ſpricht er:
„Was verſichert Jeſus Allen, die im heil.
Abendmahl „Brod u. Wein eſſen u.
trinken?“
das iſt nun
1. eine Unrichtigkeit. Denn Chriſtus
verſichert das, was er verſichert, nicht bloß den

Abendmahlsgäſten, ſondern Jedermann insge⸗
mein. Es iſt

2. eine Umgehung der Hauptſache.
Denn die Hauptſache iſt die Frage, ob wir unter
dem Brod und Wein auch noch etwas An⸗
deres empfangen, während es eine Sache iſt,
die ſich von ſelbſt verſteht, daß die Verſicherung
Chriſti, ſie laute wie ſie wolle, gleichwie Jeder⸗
mann, alſo auch den Abendmahlsgäſten gelte.

Jene Hauptſache nun wird umgangen, indem
ſich die Rede von der Sache ab und auf die Per⸗
ſonen lenket (auf welche hier gar nichts an⸗
kommt.)

Daher wird auch ſelbſt dem Worte Chriſti
(das iſt mein Leib—das iſt mein Blut) die Be⸗
weiskraft entzogen, denn der Vf. legt nichts vor,
was bewieſen werden ſoll.

Alſo iſt der Satz leer für die Frage, ob auch
noch etwas Anderes als Brod und Wein genoſ⸗
ſen werde.

Dieſe Leerheit wird noch deutlicher eingeſehen
werden, wenn man bedenkt, daß vom Schüler
nicht zu verlangen iſt, er ſolle wiſſen, wie das
Wort Chriſti zu verſtehen ſei-vomehrer aber muß
verlangt werden, daß ers nicht bloß wiſſe, ſondern
auch lehre. — ö

Was lehrt nun der Hannöv. Kat. von dem
betr. Worte Chriſti: „das iſt mein Leib — das
iſt mein Blut—“?

Er lehret alſo:

1. dieß Wort iſt eine Verficherung

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