Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 17 › Seite 105

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-03-29, Seite 105

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Als er an das Stadithor kam und hinaus wollte,
da es noch offen war, erſchrak die Schildwache
ſo vor ſeinem Ausſehen, da er ganz mit Koth
bedeckt war, daß ſie glaubte es ſei der Teufel,
warf das Gewehr weg und lief in die Wacht—
ſtube. So kam Alardus glücklich aus der

Stadt, mit der größten Anſtrengung ſchleppte er zu ſeinem General-Superintendenten.
ſolcher führte er dann den lutheriſchen Glauben

ſich nun nach einem kleinen Holze. Hier machte
er ſich einen Haufen Laub zurecht, deckte ſich
ganz damit zu und theils von der Anſtrengung,
theils von der Hitze ermüdet, denn es war im
Sommer, fiel er in einen tiefen Schlaf. —

Als der Henker am andern Morgen in den
Thurm kam, da war er wie verſteinert. Jetzt
war er ſicher, daß er es mit einem Zauberer zu
thun habe. Aber der Vorfall mit der Schild—
wache war in der Stadt bekannt geworden, und
ſofort wurden alle Kriegesknechte in der Stadt
ausgeſchickt, um auf Alardus Jagd zu machen.
Während aber dieſe die ganze Gegend durchſuch—
ten, ſchlief Alardus den ganzen Tag ruhig uns
ſicher, und wurde erſt gegen Abend durch das
Bellen eines Hundes aufgeweckt, der bei ihm
ſtehen blieb. Mit Schrecken und Entſetzen hörte
er Hörner blaſen, und ſah ſich auf einmal wie—
der in der ſchrecklichſten Gefahr. Da fing er
an zu zagen und wäre vor Schrecken faſt ver⸗
gangen; da betete er wieder, konnte aber weiter
nichts ſagen als: Herr Jeſu hilf! — Gleich
darauf hörte er zwei Männer kommen, von de—
nen der eine ſagte: Hier muß er ſein, hier hat
mein Hund gebellt. Ach, ſagte der andere,
laß uns nur zu Haus gehen, wir finden ihn
doch nicht. Ich habe den ganzen Tag nichts zu
eſſen gehabt, ich bin ganz elend. Ich auch,
ſagte der andere, wir wollen nur nach Hauſe
gehen, und pfiff ſeinem Hunde, daß er von Alar—
dus wegging. So war dieſer wiederum aus
Menſchenhänden errettet und pries und dankte
Gott. — Darauf, als es ganz dunkel geworden,
machte er ſich auf die große Landſtraße, die nach
einem Dorfe führte, wo eine andere Schweſter
von ihm verheirathet war und eine Wirthſchaft
hatte. Auf der Straße traf er noch einen Wa—
gen mit Korn beladen, der die Nacht durchfah—
ren wollte. Da bat er nun den Fuhrmann, er
möchte ihn auf den Wagen nehmen, er ſei unter
die Mörder gefallen.

So kamen ſie an das Haus ſeiner Schweſter,
wo der Wagen ſtille hielt. Hier ging er hinein
und gab ſich ſeiner Schweſter zu erkennen. Die
aber ſchrie: „Was der Ketzer!?“ und wollte
Lärm machen, aber ihr Mann beruhigte ſie und
ſagte, ſie hätte ja ſelbſt nur Schimpf und
Schande davon, ſie wollten lieber dem Fuhr—
mann etwas geben, daß er ihn mit über die
Grenze nehme. Deshalb ſetzten ſie ihm gutes
Eſſen und Trinken vor und ſo kam Alardus
in derſelben Nacht noch über die Grenze. Als
der Fuhrmann ihn endlich verließ, mußte er ſich
nun freilich durchbetteln und kam ſo wieder
nach Deutſchland. Er wollte nach Hamburg.
Als er aber durch Oldenburg kam, war daſelbſt
große Aufregung im Volke. Alle wollten die
neue Lehre annehmen und hatten keinen, der ſie
darin unterrichtete. Da ſtand Alardus auf,

— 104—

predigte von dem rechten Glaͤuben an Chriſtum
und daß allein der Glaube ſelig mache, ſo ge—
waltig, daß alle davon ergriffen wurden und
viele glaabten. Da das der Oldenburger Fürſt
hörte, ließ er ihn vor ſich kommen und ließ ſich
ſeine ganze Geſchichte erzählen und machte ihn
Als

übrall im Lande ein und ſtarb in hohem Alter.
Auch auf ſeinen Nachkommen ruhete der Segen
des Herrn. Noch ein Urenkel von ihm war
gleichfalls Superintendent in Oldenburg und
hat mehrere gute Bücher geſchrieben. Das iſt
die Geſchichte von Franziseus Alardus. Des
Herrn Rath iſt wunderbar, aber er führt es
herrlich hinaus.“ Jeſaias 28, 29.
‚ (Volksblatt.)

(PSS
Erhalten

Für die abgebrannte lutheriſche Indianerfamilie
zu Bethanien: von der Gem. des Hrn. Paſtor Sievers zu
Frankenluſt 310.50 und mehrere Kleidungsſtücke; v. Hrn.
Pſt. Röbbelen 52.000; von deſſen Gem. zu Frankenmuth
81.09 und 5 Buſtzel Kartoffeln; v. Hrn. J. Geuder zu
Saginaw §0.50; v. Hrn. Streb zu Saginaw §1.00.

Der Geber aller guten Gaben ſegne reichlich einen jeden
der freundlichen Geber, und laſſe auch dieſe Gaben der Lie⸗
be beitragen zur Förderung ſeines Guadenwerkes unter die⸗
ſem armen Volke; Amen.

Bethanien, 3. März 1853˙
Baierlein.

850.00 Vermächtniß des ſel. Jo b. Trier, eines Glie⸗
des meiner Gemeinde, an das hieſige Seminar, erhalten.
Fort Wahne, 8. März 1853.
Dr. W. Sihler, Pſt.

Quittung und Dank.

87.00 durch Hrn. Pſt. Hattſtädt von ſeiner Gemeinde
in Monroe zu meiner Unterſtützung empfangen zu haben,
veſcheinige ich hiermit dankend.

Der gnädige und barmherzige Gott wolle die milden Ge⸗
ber für dieſe ihre Wohtthat ſegnen beides mit zeitlichen und
ewigen Gütern um Seines Sohnes willen.

Johann M. M. Moll.
Zögling des luth. Prev.-Seminars zu Fort Wayne.

Den milden Gebern berzlich dankend und Gottes reichen
Segen wünſchend, beſcheinige ich hiemit folgende Gelder em⸗
pfangen zu haben:
durch Hrn. Barthel von Hrn. Jobanning zu Wa⸗

terlow, Ill. 3.00
„ „ „ von Hrn. Horn ebendaſelbſt 1.0⁰
„ „ Pft. Birkmann von d. Gem. daſelbſt 4.00

J. A. Hügli.

Von der Gemeinde zu Waterlow durch Hrn. Pſt. Birk⸗
mann erhalten 85.00; von Pſt. St. 80.15.
Gruber d. jüng.

Erhalten
a. zur Synodal⸗-Ca ſſe

von Hru. Pſt. Sommer 81.00
b. zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe:
von der Gemeinde St. Louis 27.15

des Hru. Pſt. König in La⸗

7. .7

favette, Ja. 2.50
„ Frau K. 1.00
„ Hrn. Weil, durch Hru. Pſt. Sommer 1.00

c. zum Unterhalt des Concordia⸗College:
Vacat.

d. für arme Sktudenten und Schüler im Con⸗
cordia⸗College:

von Hrn. Heinrich N. N. 81.45
Friedr. W. Barthel, Caſſrer.

Bezahlt

d. 7. u. 8. Jahrg. die HH. Heinr. Heinz, Heinr. Schmidt

d. 1. Hälſte des 9. Jahrg. Hr. Pſt. Sommter (5 Ex.)
d. 2. „ „„ „ Hr. Friedr. Meiſel und Hein⸗
rich Niedert.
den 9. Jahrg. die HH. Moritz Brück, H. Bäpler, Bauer
oder Brauer, Beiswänger, Joh. Brüns, Pſt. J. G.
Böhm, J. R. Drege, M. Friedrich, Chr. Goerß of

Wallmo, W. Harmeher, Franz Hampe, Wm. Heck,
Paul Hofmann, Kleppiſch, Fried. Krückeberg, Hein⸗
rich Laging, Fr. Louis, Chr. Leutner, Fr. Leutner,
Pſt. C. Mayer, J. H. Müller, Niklas, Heinr. Ra⸗
he, D. E. Radecke, Fr. Radecke, Pft. Joſ. Ritter,
H. A. Siek, J. G. Strobel, C. Schwab, C. Schulz,
C. F. Schaible, C. Salzner, A. Wildemuth.
d. 1. Hälfte des 10. Jahrg. Hr. Heiurich Niedert.

Briefkaſten.
Von Hrn. Pſti. F. Eppling erhatten § 15.00 für Vicher.

Bücher und Pamphlets

zu haben in der Erpedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſe.

Dritter Jahrgang des Lutheraners
von 1816 — 47. No. 8 — 26. * „
(Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)

Vierter, fünfter, ſechster u. ſiebenter
Jahrgang des Lutheraners, jeder

Geſpräche zwiſchen zwei vutherauern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 1 Stück. 5.

Dr. Martin Luthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stück 2 5.

Die Verfaſſung der deutſchen evang.
Iuth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 5.

Zweiter, Dritter, Vierter nuid Fünf⸗
ter Synodalbericht derſelben Synode, jeder 10.

Kirchen-Geſangbuch für evang. luth. Ge⸗
meinden, verlegt von der hieſigen evangel. luth.
Gemeinden U. A. Conf. in gepreßtem Leder⸗
bande, das Stück.

50.

50.

* — * — * 7⁵.
Das Dutzend 88.
ö 100 Stück. 3 62,50.
Daſſelbe in kleinerm Format, das Stück 50.
Das Dutzend P§ 5,5.
100 Stück 8 40, U.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
unveränderter Abdruck . ů „
Im Dutzend 5l.

A B C⸗Buch, und in geböriger Stu⸗
fenfolge geordnete Uebungsſtücke
u. ſ. w., herausgegeben von unſerer Synode 10.
Im Dutzend § 1,00.
Johann Hübners Bibliſche Hiſtorien. New
Rorker Ausgabe, im Einzeinen — . 25.
Im Dutzend § 2,0.
Dr. Martin Luthers Auslegung des Y.
Pfalms, broſchirt und beſchnitten — 5.
Im Dutzend 81,50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri „ 15.
Im Dutzend 81,50.
Der Hirtenbrief des Herrn Paſt. Graban zu
Buffalo v. J. 1840 nebſt den zwiſchen ihm
und mehreren Paſtoren m Miſſouri gewech⸗

ten Schriften ů ů ů 15.
Brief Dr. Martin Luthers von Einſetzung der

Kirchendiener an den Rath zu Prag in Böhmen

vom Jahre 1525. aus dem Lateiniſchen überſetzt

von Paulus Speratus ů ů 10.

Timotheus. Ein Geſchenk für die confirmirte
Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden .355.
Im Dutzend §3,60.
Predigt am Oſtertage 1851. in St. Louis, Mo.,
gehalten von Proſ. C. F. W. Walther 53.
Deſſen Predigt über 1 Theſſ. 4, 1—7 Die
Ermahnung des heil. Apoſteis, immer völliger
werden ‚ ů ·
(Beide Predigten aus dem „Lutheraner“
beſouders abgedruckt.)
Neue Teſtamente, größtentheils mit dem
Pſalter, Stuttgarvpter, vondoner u. Hambinger
Rusgabe, in gewöhnlichem Einband mit den
Pſalmen „

5.

15⁵.

ohne Pſalter
30.

in Goldſchnitt
28 Confirmations⸗-Scheine mit Bibel⸗
ſprüchen und Liedervrrſen, ingl. mit lidliſchen
Vildern und Randzeichnungen; lithographirt und
herausgegeben von Veorold Gaſt 2
16 Taufſcheine mit Bibelſprüchen nebſt dergl.
Bildern und Randzeichnungen; lithographirt und
herausgegen von Gaſt u. Brother
Melodien

rito

deutſcher Kirchengeſänge
nach Dr. Friedrich Layritz

Dieſelben mit dem Anhannz;g
Leipziger Evangel. Luther. Miſſionsblatt vom
Jahre 1850. ‚ „ ů .„0.

Anhang dazu

————————————.—
.—— —

Gedruckt bei M. Niedner, 2 ö
Nord⸗Ecke der dritten und Cheſinut -Straße.

English translation

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