Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 4 › Seite 16

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1845-10-13, Seite 16

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl —Meßopfer, Konſekration 34 · Luther 1 · Rechtfertigung 20 · Rechtfertigung 23

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Rationalismus die „in der vernünftigen Men-
schennatur gegründeten“ Wahrheiten von dem
Dasein Gottes, der Unsterblichkeit der Seele
und der Seligkeit, die da kommt nicht aus dem
Glauben, sondern aus den Werken. (S. 7.10.
fg. 14. unten und 16.) „Sie sind ihm die er-
habensten Gedanken des Trostes und der Hoff-
nung.“ Wer in aller Welt darf sich denn aber
unterwinden, selbst bestimmen zu wollen, was
wesentlich im Gottesdienst und in der Religion
sei? Was ist wohl der Maßstab, wornach man
dieses Wesentliche ausscheiden möge, wenn sich
ein Jeder einen Gottesdienst nach seinem Gut-
dünken formiren kann? Ist nicht auch die na-
türliche Religion eine zerreißbare Kette von
Wahrheiten, in deren letzten Ring die geoffen-
barte nothwendig eingreift, wie wir oben ge-
zeigt haben? Ist die Seligkeit aus unvoll-
kommenen, befleckten Werken dem sün-
digen Menschen gewiß? Ja, hat doch selbst
der Rationalist sein schwaches, düsteres Licht
von Gott und Ewigkeit erst an der hellen Son-
ne der Offenbarung angezündet, welche den
dicken Nebel des Heidenthums unter seinen
Vorfahren zerstreut hat. So tief ist das Ver-
derben des Menschen, daß er nicht einmal die
natürliche Theologie, die natürlichen Vernunft-
wahrheiten, rein aufzufinden vermag. — Wie,
jene Wahrheiten sollen den wesentlichen Inhalt
der Lehre IEsu Christi ausmachen? sie sollen
Gedanken des Trostes und der Hoffnung sein?
Dann wäre uns IEsus der Christ kein Hei-
land, kein Erlöser, kein Seligmacher von un-
serm Sündenelend. Um Wahrheiten der natür-
lichen Religion zu besiegeln, bedurfte es keines
Blutvergießens und bittern Todesqual des
Heiligen; sie findet jeder Mensch in seiner
eignen Brust. Wozu darum der furchtbar
mühselige Lebenskampf und die grausame Mar-
ter eines so unschuldigen und gottgefälligen
Mannes? Wie, sie sollen Gedanken des Tro-
stes und der Hoffnung sein? Sind sie es nicht,
die den Sünder an die ewige Vergeltung mah-
nen? sind sie es nicht, die das zarte Gewissen
unter der Last des fordernden Gesetzes zu einem
verzweifelnden machen? Nein — durch des
Gesetzes Werke wird kein Fleisch vor Gott ge-
recht; denn durch das Gesetz kommt Erkennt-
niß der Sünde. Wir werden, Gott sei ewig
Lob und Dank gesagt, ohne Verdienst gerecht
aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch
Christum IEsum geschehen ist, welchen Gott
hat vorgestellet zu einem Gnadenstuhl durch
den Glauben in seinem Blut, damit er die Ge-
rechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, indem
daß er Sünde vergibt, welche bis anher ge-
blieben war unter göttlicher Geduld. (Röm.
3, 20. 24 fg.) Sollten wir aber, die da suchen
durch Christum gerecht zu werden, auch noch
selbst Sünder erfunden werden, (das sind, die
da Sünde thun, Joh. I, 3, 8.:) so wäre Chri-
stus ein Sündendiener. Das sei ferne! (Gal.
2, 17.) Ist nun Gott für uns, wer mag wider
uns sein? (Röm. 8, 31.) Er ist der Gott, der
Wunder thut; er hat seine Macht beweiset un-
ter den Völkern. (Pf. 77, 15.) Und diese Leh-
re, diese Lehre voll Licht, Leben, Trost, Kraft,
Heil und Seligkeit, sie wird uns in den göttlich
beglaubigten Schriften der Propheten und
Apostel als das Evangelium durch den heiligen
Geist vom Himmel gesandt, verkündigt, der
Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und
Himmel untergeht. Darum gewiß, „entweder
ist keine Religion wahr — wie ein berühmter
Lehrer der reformirten Kirche sich ausdrückt—,
(was widersinnig ist und Gottes Weisheit und
Güte völlig zernichtet,) oder die christliche Re-
ligion allein ist wahr,“ indem sie allein es ist,
die da gibt, dessen die ewige Bestimmung des
Menschen bedarf. —(Einiges hierher Gehörige
weiter ausgeführt findet sich in der Schrift des
seligen Dr. Ernst Sal. Cyprian „vernünftige
Warnung vor dem Irrthum von Gleichgültig-
keit der Gottesdienste oder Religion,“ welche
ich meinen Glaubensgenossen überhaupt als
lesenswerth und äußerst nutzbar anempfehle.)
(Fortsetzung folgt.)

Papistische Hochhaltung der sogenannten
heiligen Messe.

F. Wilhelm, Freiherr von Rosenhan, Ritter
des heil. Kreuzes, berichtet in seinem „christ-
lichen Glaubensbekenntniß,“ welches er 1688
zu Leipzig abgelegt hat, daß er, da er noch
Papist war, auf seiner Reise durch lutherische
Länder mit starken Zweifeln an der Richtigkeit
der päbstlichen Lehre angefochten worden sei;
diese Zweifel seien aber sehr gesteigert worden,
als er sich einige Zeit in Wien habe aufhalten
müssen. Er erzählt unter andern Folgendes:
Als ich mich einstmals mit einer fürstlichen
Prinzessin in ein Spiel einließ, trat während
desselben eine Hofdame mit einem kranken Bo-
logneser-Hündchen in das Gemach, welcher die
Prinzessin dreizehn Ducaten einhändigte mit
dem Auftrage, dieselben in das Capuziner-Klo-
ster zu tragen, damit man dort dafür zur Wie-
dergenesung des geliebten Schooshündchens
die Messe lese. Darüber erschrak ich von Her-
zen und dachte, was für Menschen müssen das
sein, die für einen kranken Hund den allerhei-
ligsten Leib des theuersten Heilandes um Geldes
willen aufzuopfern bereit sind! Von Stund
an resolvirte ich mich, mich wenigstens nicht
mehr zu den Papisten zu halten und zu beken-
nen. (Siehe: Unschuldige Nachrichten von
alten und neuen theologischen Sachen, Urkun-
den ꝛc. vom J. 1714, p. 752.)

Bezahlt:

Den 1. Jahrgang Hr. P. Trautmann.

Den 2. Jahrgang die Hrn. Dr. Sihler und
Biermann.

Die 1. Hälfte des 2. Jahrgangs die Herren
Brandt, Fricke, Jäbker, Hilsgetter.

Erhalten von P. Brohm für die 2. Hälfte des
1. Jahrgangs $8,30.

Für das Seminar zu Altenburg erhalten von
der lutherischen Gemeinde in New York durch
P. Brohm $19,00.

Allgemeine Statistische Uebersicht
der Synoden der
Evangelisch Lutherischen Kirche in den Vereinigten Staaten.

Die ersten dreizehn der folgenden Bezirks-Synoden stehen mit der General-Synode in Verbindung.

                                          Prediger.    Gemeinden.    Communic.
1. Synode von Maryland,           zählte im Okt. 1844,   30            62         6664
2.  „      „ Westpennsylvanien,        „   „  Sept. „     43           128       14053
3.  „      „ Süd-Carolina,             „   „  Nov.  „     30            40        2784
4.  „      „ Hartwick,                 „   „  Juni  „     15            25        3000
5.  „      „ Neuyork,                  „   „  Sept. „     35            36        6000
6.  „      „ Virginien,                „   „  Mai  1845,  20            40        2415
7.  „   des Westens,                   „   „  Okt. 1844,  27            60        3657
8. Englische Synode von Ohio,          „   „  Sept. „     46           140        6504
9. Alleghany Synode                    „   „  Sept. „     16            69        6811
10. Synode des westl. Virginiens       „   „  Mai   „       7           17        1044
11. Synode von Ostpennsylvanien,       „   „  Okt.  „      23            52       5207
12.  „      „ Nord-Carolina,           „   „  Mai   „      11            21       2093
13.  „      „ Miami, Ohio,             „   „  April 1845,  17            36       1923
14. Pennsylvanische Synode,            „   „  Mai   „      68           224      32274

  Vereinigte Synoden von Ohio:
15. Oestl. Bezirkssynode von Ohio,     „   „  Okt. 1844,   22 gesch.     80 gesch.  8000
16. Westl.        „                    „   „   „    „      40   „      130   „    13000
17. Engl.         „                    „   „   „    „       9   „       35   „     5000
18. Frankische Synode, N. Y.           „   „  Juni 1845,   27            40   „     3000
19. Synode von Michigan,               „   „   „   1844,    4             7   „      500
20.  „      „ Pittsburg,               „   „   „   1845,   15            45   „     2500
21.  „      „ Tennessee,               „   „   „    „      20            90           7200
22.  „      „ Indiana,                 „   „  Okt. 1843,   13 gesch.     30 gesch.  2000
                                                          ———           ———        ———————
Zusammen:                                                538          1307       135629

Außer diesen sind im gegenwärtigen Jahre mehrere aus Preußen ausgewanderte lutherische Prediger zu einer neuen Synode zusammengetreten und haben ihre erste Zusammenkunft in Wisconsin gehalten.

English translation AI translation

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Rationalism, the truths "grounded in rational human nature" concerning the existence of God, the immortality of the soul, and blessedness — which comes not from faith but from works. (pp. 7, 10ff., 14 below, and 16.) "To him these are the loftiest thoughts of comfort and hope." But who in all the world may presume to determine for himself what is essential in worship and in religion? What, indeed, is the standard by which one might sort out this essential core, when everyone can shape a form of worship according to his own good pleasure? Is not natural religion, too, a breakable chain of truths, into whose last link revealed religion of necessity fits, as we have shown above? Is blessedness certain for sinful man on the basis of imperfect, defiled works? Indeed, did not even the Rationalist first kindle his own weak, dim light concerning God and eternity at the bright sun of revelation, which scattered the thick fog of heathenism among his forefathers? So deep is the corruption of man that he cannot even discover natural theology, the natural truths of reason, in their purity. — What, are those truths supposed to constitute the essential content of the teaching of Jesus Christ? Are they supposed to be thoughts of comfort and hope? Then Jesus the Christ would be no Savior to us, no Redeemer, no one who saves us from our sinful misery. To seal truths of natural religion required no shedding of blood and no bitter agony of death of the Holy One; every man finds them in his own breast. To what purpose, then, the terribly toilsome struggle of life and the cruel torment of so innocent and God-pleasing a man? What, are they supposed to be thoughts of comfort and hope? Are they not rather the very things that remind the sinner of eternal retribution? Are they not the things that drive the tender conscience to despair under the burden of the demanding law? No — by the works of the law shall no flesh be justified before God, for through the law comes the knowledge of sin. We are, thanks and praise be eternally to God, justified without merit, by his grace, through the redemption that has come about through Christ Jesus, whom God set forth as a mercy seat through faith in his blood, in order to demonstrate the righteousness that avails before him, in that he forgives the sin that until now had remained under divine forbearance. (Romans 3:20, 24ff.) But if we, who seek to be justified through Christ, should ourselves also be found sinners (that is, those who commit sin, 1 John 3:8), then Christ would be a minister of sin. God forbid! (Galatians 2:17.) If God is for us, who can be against us? (Romans 8:31.) He is the God who works wonders; he has made known his power among the peoples. (Psalm 77:15.) And this teaching — this teaching full of light, life, comfort, power, salvation, and blessedness — is proclaimed to us in the divinely attested writings of the prophets and apostles as the Gospel sent from heaven through the Holy Spirit, the foundation that stands unmoved even should earth and heaven pass away. Therefore, surely, "either no religion is true" — as a famous teacher of the Reformed church expresses it — "(which is absurd and utterly destroys God's wisdom and goodness), or the Christian religion alone is true," since it alone is the religion that gives what the eternal destiny of man requires. — (Some further development of matters belonging here is found in the writing of the late Dr. Ernst Salomon Cyprian, "A Rational Warning against the Error of Indifference toward Divine Worship or Religion," which I heartily recommend to my fellow believers in general as worth reading and extremely useful.)
(To be continued.)

The Papists' High Esteem for the So-Called Holy Mass.

F. Wilhelm, Baron von Rosenhan, Knight of the Holy Cross, reports in his "Christian Confession of Faith," which he made in Leipzig in 1688, that while he was still a Papist, he was assailed during his travels through Lutheran lands by strong doubts about the correctness of papal teaching; but these doubts were greatly heightened when he was obliged to spend some time in Vienna. Among other things, he relates the following: Once, as I was engaged in a game with a princess of noble rank, a lady-in-waiting entered the chamber during the game with a sick Bolognese lapdog, and she handed the princess thirteen ducats with instructions to carry them to the Capuchin monastery, so that Mass might be said there for the recovery of the beloved lapdog. At this I was thoroughly alarmed at heart, and thought: what sort of people must these be, who for a sick dog are willing to sacrifice the most holy body of the dearest Savior for the sake of money! From that hour I resolved at least no longer to hold to the Papists, and to confess as much. (See: Unschuldige Nachrichten von alten und neuen theologischen Sachen, Urkunden, etc., from the year 1714, p. 752.)

Paid:

Volume 1, Rev. P. Trautmann.

Volume 2, Messrs. Dr. Sihler and Biermann.

The first half of Volume 2, Messrs. Brandt, Fricke, Jäbker, and Hilsgetter.

Received from P. Brohm for the second half of Volume 1: $8.30.

For the seminary at Altenburg, received from the Lutheran congregation in New York through P. Brohm: $19.00.

General Statistical Overview of the Synods of the Evangelical Lutheran Church in the United States.

The first thirteen of the following district synods are affiliated with the General Synod.

Ministers. Congregations. Communicants.

1. Synod of Maryland, numbered in Oct. 1844: 30 ministers, 62 congregations, 6664 communicants.
2. Synod of West Pennsylvania, Sept. 1844: 43, 128, 14,053.
3. Synod of South Carolina, Nov. 1844: 30, 40, 2784.
4. Synod of Hartwick, June 1844: 15, 25, 3000.
5. Synod of New York, Sept. 1844: 35, 36, 6000.
6. Synod of Virginia, May 1845: 20, 40, 2415.
7. Synod of the West, Oct. 1844: 27, 60, 3657.
8. English Synod of Ohio, Sept. 1844: 46, 140, 6504.
9. Allegheny Synod, Sept. 1844: 16, 69, 6811.
10. Synod of Western Virginia, May 1844: 7, 17, 1044.
11. Synod of East Pennsylvania, Oct. 1844: 23, 52, 5207.
12. Synod of North Carolina, May 1844: 11, 21, 2093.
13. Synod of Miami, Ohio, April 1845: 17, 36, 1923.
14. Pennsylvania Synod, May 1844: 68, 224, 32,274.

United Synods of Ohio:

15. Eastern District Synod of Ohio, Oct. 1844: 22 (est.), 80 (est.), 8000.
16. Western [District Synod of Ohio], do., do.: 40, 130, 13,000.
17. English [District Synod of Ohio], do., do.: [figures illegible], 5000.
18. Franconian Synod, N.Y., June 1845: 27, 40, 3000.
19. Synod of Michigan, 1844: 4, 7, 500.
20. Synod of Pittsburgh, 1845: 15, 45, 2500.
21. Synod of Tennessee, 1845: 20, 90, 7200.
22. Synod of Indiana, Oct. 1843: 13 (est.), 30 (est.), 2000.

Total: 538 ministers, 1307 congregations, 135,629 communicants.

Besides these, several Lutheran ministers who emigrated from Prussia have in the present year united to form a new synod and have held their first meeting in Wisconsin.