# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1845 10 13_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Rationalismus die „in der vernünftigen Men- schennatur gegründeten“ Wahrheiten von dem Dasein Gottes, der Unsterblichkeit der Seele und der Seligkeit, die da kommt nicht aus dem Glauben, sondern aus den Werken. (S. 7.10. fg. 14. unten und 16.) „Sie sind ihm die er- habensten Gedanken des Trostes und der Hoff- nung.“ Wer in aller Welt darf sich denn aber unterwinden, selbst bestimmen zu wollen, was wesentlich im Gottesdienst und in der Religion sei? Was ist wohl der Maßstab, wornach man dieses Wesentliche ausscheiden möge, wenn sich ein Jeder einen Gottesdienst nach seinem Gut- dünken formiren kann? Ist nicht auch die na- türliche Religion eine zerreißbare Kette von Wahrheiten, in deren letzten Ring die geoffen- barte nothwendig eingreift, wie wir oben ge- zeigt haben? Ist die Seligkeit aus unvoll- kommenen, befleckten Werken dem sün- digen Menschen gewiß? Ja, hat doch selbst der Rationalist sein schwaches, düsteres Licht von Gott und Ewigkeit erst an der hellen Son- ne der Offenbarung angezündet, welche den dicken Nebel des Heidenthums unter seinen Vorfahren zerstreut hat. So tief ist das Ver- derben des Menschen, daß er nicht einmal die natürliche Theologie, die natürlichen Vernunft- wahrheiten, rein aufzufinden vermag. — Wie, jene Wahrheiten sollen den wesentlichen Inhalt der Lehre IEsu Christi ausmachen? sie sollen Gedanken des Trostes und der Hoffnung sein? Dann wäre uns IEsus der Christ kein Hei- land, kein Erlöser, kein Seligmacher von un- serm Sündenelend. Um Wahrheiten der natür- lichen Religion zu besiegeln, bedurfte es keines Blutvergießens und bittern Todesqual des Heiligen; sie findet jeder Mensch in seiner eignen Brust. Wozu darum der furchtbar mühselige Lebenskampf und die grausame Mar- ter eines so unschuldigen und gottgefälligen Mannes? Wie, sie sollen Gedanken des Tro- stes und der Hoffnung sein? Sind sie es nicht, die den Sünder an die ewige Vergeltung mah- nen? sind sie es nicht, die das zarte Gewissen unter der Last des fordernden Gesetzes zu einem verzweifelnden machen? Nein — durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch vor Gott ge- recht; denn durch das Gesetz kommt Erkennt- niß der Sünde. Wir werden, Gott sei ewig Lob und Dank gesagt, ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum IEsum geschehen ist, welchen Gott hat vorgestellet zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Ge- rechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, indem daß er Sünde vergibt, welche bis anher ge- blieben war unter göttlicher Geduld. (Röm. 3, 20. 24 fg.) Sollten wir aber, die da suchen durch Christum gerecht zu werden, auch noch selbst Sünder erfunden werden, (das sind, die da Sünde thun, Joh. I, 3, 8.:) so wäre Chri- stus ein Sündendiener. Das sei ferne! (Gal. 2, 17.) Ist nun Gott für uns, wer mag wider uns sein? (Röm. 8, 31.) Er ist der Gott, der Wunder thut; er hat seine Macht beweiset un- ter den Völkern. (Pf. 77, 15.) Und diese Leh- re, diese Lehre voll Licht, Leben, Trost, Kraft, Heil und Seligkeit, sie wird uns in den göttlich beglaubigten Schriften der Propheten und Apostel als das Evangelium durch den heiligen Geist vom Himmel gesandt, verkündigt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. Darum gewiß, „entweder ist keine Religion wahr — wie ein berühmter Lehrer der reformirten Kirche sich ausdrückt—, (was widersinnig ist und Gottes Weisheit und Güte völlig zernichtet,) oder die christliche Re- ligion allein ist wahr,“ indem sie allein es ist, die da gibt, dessen die ewige Bestimmung des Menschen bedarf. —(Einiges hierher Gehörige weiter ausgeführt findet sich in der Schrift des seligen Dr. Ernst Sal. Cyprian „vernünftige Warnung vor dem Irrthum von Gleichgültig- keit der Gottesdienste oder Religion,“ welche ich meinen Glaubensgenossen überhaupt als lesenswerth und äußerst nutzbar anempfehle.) (Fortsetzung folgt.) Papistische Hochhaltung der sogenannten heiligen Messe. F. Wilhelm, Freiherr von Rosenhan, Ritter des heil. Kreuzes, berichtet in seinem „christ- lichen Glaubensbekenntniß,“ welches er 1688 zu Leipzig abgelegt hat, daß er, da er noch Papist war, auf seiner Reise durch lutherische Länder mit starken Zweifeln an der Richtigkeit der päbstlichen Lehre angefochten worden sei; diese Zweifel seien aber sehr gesteigert worden, als er sich einige Zeit in Wien habe aufhalten müssen. Er erzählt unter andern Folgendes: Als ich mich einstmals mit einer fürstlichen Prinzessin in ein Spiel einließ, trat während desselben eine Hofdame mit einem kranken Bo- logneser-Hündchen in das Gemach, welcher die Prinzessin dreizehn Ducaten einhändigte mit dem Auftrage, dieselben in das Capuziner-Klo- ster zu tragen, damit man dort dafür zur Wie- dergenesung des geliebten Schooshündchens die Messe lese. Darüber erschrak ich von Her- zen und dachte, was für Menschen müssen das sein, die für einen kranken Hund den allerhei- ligsten Leib des theuersten Heilandes um Geldes willen aufzuopfern bereit sind! Von Stund an resolvirte ich mich, mich wenigstens nicht mehr zu den Papisten zu halten und zu beken- nen. (Siehe: Unschuldige Nachrichten von alten und neuen theologischen Sachen, Urkun- den ꝛc. vom J. 1714, p. 752.) Bezahlt: Den 1. Jahrgang Hr. P. Trautmann. Den 2. Jahrgang die Hrn. Dr. Sihler und Biermann. Die 1. Hälfte des 2. Jahrgangs die Herren Brandt, Fricke, Jäbker, Hilsgetter. Erhalten von P. Brohm für die 2. Hälfte des 1. Jahrgangs $8,30. Für das Seminar zu Altenburg erhalten von der lutherischen Gemeinde in New York durch P. Brohm $19,00. Allgemeine Statistische Uebersicht der Synoden der Evangelisch Lutherischen Kirche in den Vereinigten Staaten. Die ersten dreizehn der folgenden Bezirks-Synoden stehen mit der General-Synode in Verbindung. Prediger. Gemeinden. Communic. 1. Synode von Maryland, zählte im Okt. 1844, 30 62 6664 2. „ „ Westpennsylvanien, „ „ Sept. „ 43 128 14053 3. „ „ Süd-Carolina, „ „ Nov. „ 30 40 2784 4. „ „ Hartwick, „ „ Juni „ 15 25 3000 5. „ „ Neuyork, „ „ Sept. „ 35 36 6000 6. „ „ Virginien, „ „ Mai 1845, 20 40 2415 7. „ des Westens, „ „ Okt. 1844, 27 60 3657 8. Englische Synode von Ohio, „ „ Sept. „ 46 140 6504 9. Alleghany Synode „ „ Sept. „ 16 69 6811 10. Synode des westl. Virginiens „ „ Mai „ 7 17 1044 11. Synode von Ostpennsylvanien, „ „ Okt. „ 23 52 5207 12. „ „ Nord-Carolina, „ „ Mai „ 11 21 2093 13. „ „ Miami, Ohio, „ „ April 1845, 17 36 1923 14. Pennsylvanische Synode, „ „ Mai „ 68 224 32274 Vereinigte Synoden von Ohio: 15. Oestl. Bezirkssynode von Ohio, „ „ Okt. 1844, 22 gesch. 80 gesch. 8000 16. Westl. „ „ „ „ „ 40 „ 130 „ 13000 17. Engl. „ „ „ „ „ 9 „ 35 „ 5000 18. Frankische Synode, N. Y. „ „ Juni 1845, 27 40 „ 3000 19. Synode von Michigan, „ „ „ 1844, 4 7 „ 500 20. „ „ Pittsburg, „ „ „ 1845, 15 45 „ 2500 21. „ „ Tennessee, „ „ „ „ 20 90 7200 22. „ „ Indiana, „ „ Okt. 1843, 13 gesch. 30 gesch. 2000 ——— ——— ——————— Zusammen: 538 1307 135629 Außer diesen sind im gegenwärtigen Jahre mehrere aus Preußen ausgewanderte lutherische Prediger zu einer neuen Synode zusammengetreten und haben ihre erste Zusammenkunft in Wisconsin gehalten.