Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 2 › Seite 6
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1845-09-15, Seite 6
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abſolution 8 · Widerſprüche 10 · Wiſſenſchaft 12
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kann—beide aber auf eine unfehlbare Art durch den heiligen Geist (Cor. I. 2, 13.) O, wie verliert sich da mein Geist in diesem unermeßlichen Meer der Gottheit, und wie gern nimmt er eine Offenbarung an, deren Absichten die seligsten mit dem Menschen sind und ihn von Stufe zu Stufe leiten!
Daß ich nun in dem rechten Verständniß und Auffassung der Schriftlehre oft mit augenscheinlicher Gewißheit feststehen kann, so ich anders mich von demselben Geist treiben lasse, welcher die Verfasser beseelte und ihnen ein neues göttliches, vorher nicht gekanntes Leben einhauchte: dazu tragen — um der unerwiesenen Behauptung des Hrn. Münch S. 4, geradezu zu widersprechen — eben die von so verschiedenen großen Männern in der Kirche Gottes zu verschiedenen Zeiten gegebenen Auslegungen und Uebersetzungen nicht wenig bei, die, wenn sie nur nicht nach dem Geist des Unglaubens und dem Gotte dieser Welt gegeben worden, in der Hauptsache völlig, nur in Nebendingen und unbedeutenden Einzelheiten nicht übereinstimmten. (Man vergleiche auch die Uebersetzungen der verschiedenen Religionsparteien untereinander, die römische durch Casp. Ulenberg, die reformirte durch Joh. Piscator, die jüdische des Joseph Athiä, die holländische auf Verordnung der Generalstaaten, von den ausländischen die englische zu Boston bei Langdon Coffin with Canne's marginal notes and references, wo die Abweichungen von dem wörtlichen hebräischen Texte mit angegeben sind, und die französische durch David Martin. Namentlich behalten aber für Gelehrte die griechische Uebersetzung der 70 Dolmetscher (200 J. v. Chr.), die alte syrische (im 1. Jahrhundert n. Chr..), die alte Vulgata, (ebenfalls aus dem 1. Jahrhundert, obschon dann späterhin, etwa die Psalmen ausgenommen, vielfältig verändert,) vor allen aber für Gelehrte und Ungelehrte durch Treue und Erhabenheit der Schreibart die deutsche Luthersche Bibelübersetzung Vorzüge, welche ihnen von allen Sachverständigen niemals genommen worden sind.) Durch den erstaunungswerthen Fleiß und Natur- und Gnadengaben der christlichen Ausleger von Origenes, dem Kirchenvater, an bis auf unsere Zeiten, sind wir in den Stand gesetzt, einen jeglichen Artikel der Einen heiligen allgemeinen Kirche mit einer unumstößlichen Sicherheit aus dem hebräischen oder griechischen Grundtext zu beweisen; und der unkundige Landsmann halte sich nur getrost und muthig zu seiner lieben vaterländischen Bibel; es gibt doch keine bessere, weder in der deutschen noch einer ausländischen Sprache, die den Sinn (wenn auch nicht allemal Wort für Wort) der heiligen Schriftsteller und ihres himmlischen Lehrers so erreiche, als das Meisterwerk unsers deutschen Apostels. Es ist kein Zweifel, daß es für ihn auch besser sei, wenn er der Anleitung eines in der Schule des heiligen Geistes gebildeten lehrhaftigen Mannes genießen kann, (vergl. Apostelgesch. 8, 30 fgg.:) doch wird er niemals allen den künstlichen Verdrehungen und Angriffen eines geschickten Ungläubigen die Spitze bieten können; es ist das aber gar nicht nöthig, wie aus dem Folgenden erhellen wird. Es gab einmal eine Zeit, wo einem gewissen Einwurfe Niemand zu begegnen vermochte, bis auf das 16. Jahrhundert. Der alte Ptolemäus hatte ein Verzeichniß von 1026 Sternen festgesetzt, mit welcher bestimmten Zahl der Unglaube Mos. I, 15, 5. nicht vereinigen konnte. Nach der Erfindung der Ferngläser und den riesigen Fortschritten in der Mathematik und Astronomie muß man diese Freigeister des Mittelalters belachen. War es nöthig, daß man sich zu jener Zeit in dem Glauben und in der Ehrerbietung gegen die göttliche Schrift irre machen ließ?
(Fortsetzung folgt.)
Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe.
Joh. 18, 21.
Auf der 19. Seite der Nollau'schen „Vertheidigung gegen die Angriffe des Lutheraner,“ wird in einer Anmerkung auch der hiesige Hr. Past. Keyl erwähnt, und in Folge des von ihm gegen die Agende der lutherischen Synode von Ohio erhobenen wohlbegründeten Tadels, das ganze Gebiet und Element, in dem sich P. Keyl nebst „den strengen Lutheranern“ hauptsächlich bewegen soll, für so verdächtig und von so verderblichem Einfluß gehalten, daß dadurch der Vortrag der hochwichtigen Lehre von der Rechtfertigung leide. Da diese Lehre, wie Hrn. Past. Nollau von ganzem Herzen zugegeben wird, allerdings die Perle der lutherischen Kirche, ja die rechte himmlische Sonne ist, ohne welche nichts denn lauter höllische Finsterniß ist, so kann es den Gemeine-Gliedern des Hrn. P. Keyl allerdings nicht gleichgültig sein, ob ihr Prediger diese theure Lehre nicht nur für seine eigene Person erkannt und richtig gefaßt habe, sondern sie auch als das Eine, was noth ist, seinen Zuhörern dem Worte Gottes gemäß vortrage. Da nun beides, Gott Lob! der Fall ist, wie dies gewiß alle prüfungsfähigen Zuhörer gern zugeben werden, so findet sich einer derselben bewogen, hiermit seinen unschuldig verdächtigten Lehrer gegen Hrn. P. Nollau in Schutz zu nehmen.
Es ist nämlich gerade die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders vor Gott, durch den Glauben an Christum, die P. Keyl vorzugsweise in allen seinen Predigten treibt; es ist seine stete selige Aufgabe, die Herzen der ihm anvertrauten Gemeine in der Ordnung wahrer Buße für den himmlischen Trost fähig zu machen, der allein in dieser göttlichen Lehre seinen Grund hat; und im Vortrage selbst folgt er genau dem Vorbilde der heil. Schrift, wie wir es namentlich in den Episteln St. Pauli an die Römer und Galater finden, so wie unsern symbolischen Büchern und dem anerkannt großen Meister Dr. M. Luthern, den er schon Jahre lang mit unermüdetem Eifer und Treue studirt. An den Quellen, woraus P. Keyl schöpft, wird P. Nollau daher gewiß nichts auszusetzen haben. Es fragt sich daher nur noch, ob ersterer auch fähig gewesen sei, seinen Gegenstand so zu erfassen und mit dem innigsten Leben seines Geistes zu vereinigen, daß es ihm möglich geworden ist, ein treuer Vertheidiger desselben zu werden? Hier muß man nun zuvörderst mit dem heiligen Apostel in Demuth bekennen: „Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott.“ 2 Cor. 3, 5. Diesem treuen und wunderbaren Gott hat es aber auch gefallen, den P. Keyl auf dem Erfahrungswege, in Stunden der Angst und Noth, wo ihm um Trost bange war, mit dieser theuren Lehre immer genauer bekannt zu machen, und sie ihm als die unerschöpfliche Quelle alles Trostes von Tag zu Tage immer mehr zu eröffnen, so daß derselbe nun auch in Wahrheit sagen kann: Ich glaube, darum rede ich; ja daß er nicht anders kann, als sein Herz übergehen zu lassen von dem, wovon es voll ist.
Doch trägt P. Keyl die genannte theure Wahrheit dennoch nie einseitig vor, sondern verbindet stets Gesetz und Evangelium; der Glaube, den er predigt, kann nur in einem bußfertigen Herzen Wurzel schlagen und hat gute Werke zur unausbleiblichen Folge. Ich glaube daher nicht, daß es möglich sein könne, daß ein prüfungsfähiges Gemeineglied des Hrn. P. Keyl ein anderes Zeugniß für ihn ablege; vielmehr darf man hoffen, daß gar manches mit Lob und Dank gegen Gott den Trost erzählen würde, der ihm auf Grund dieser Lehre von seinem Prediger in das bekümmerte Herz gesprochen worden ist. Aus dem allen ergibt sich nun, daß die Befürchtung Hrn. P. Nollaus ungegründet ist, und daher die Ansicht desselben von dem Gebiete, worauf sich P. Keyl bewegt, falsch und irrig sein müsse. Und darüber nur noch einige Worte. Hr. P. Nollau scheint nämlich den von Gott gebotenen Kampf gegen jede falsche Lehre, und also auch insbesondere gegen die falsche Lehre vom heiligen Abendmahle, so wie den gerechten Tadel einer Agende, die falsche Lehren verbreiten hilft, mit der Streitsucht mancher luther. und reform. Theologen der vorigen Jahrhunderte zu verwechseln, die oft in unheilige Zänkereien und Sylbenstecherei, in ein vom Apostel 2 Tim. 2, 14. verbotenes „Zanken um Worte“ ausartete und daher auch leider unselige Früchte trug. Aber wie verschieden sind beide von einander! — Wären sie sich gleich, dann müßte man den Stab brechen — nicht nur über die heil. Apostel selbst, die mit apostolischem Eifer jeden Irrthum verwerfen, sondern auch über die Väter in den ersten Jahrhunderten der christl. Kirche, und insbesondere über die treuen Knechte Gottes zur Zeit der Reformation, einen Luther, Brentius, und unzählige andere, die alle, nach dem Maße der Gnade und Gabe, die sie zu diesem Kampfe empfangen hatten, und allerdings nicht ohne Einfluß ihres persönlichen Charakters, gegen jeden Irrthum in die Schranken traten, über jeder klar geoffenbarten Wahrheit, als einem „hohen Geheimnisse aus der Ewigkeit“ (wie der sel. Dr. Fresenius sie sehr schön und wahr nennt), fest hielten, wohl wissend, daß die muthwillige Geringschätzung derselben ihren Verlust zur nächsten Folge habe. Mit
English translation AI translation
— both, however, only in an infallible way, through the Holy Spirit (1 Corinthians 2:13). Oh, how my spirit loses itself here in this immeasurable sea of the Godhead, and how gladly it accepts a revelation whose purposes toward mankind are the most blessed, and which leads him from stage to stage!
That I can often stand with evident certainty in the right understanding and grasp of the doctrine of Scripture — provided I let myself be moved by that same Spirit who inspired the writers and breathed into them a new, divine life not known before — is aided not a little (to directly contradict the unproven assertion of Herr Münch on p. 4) by the very interpretations and translations given by such different great men in the Church of God at different times, which, so long as they were not given in the spirit of unbelief and of the god of this world, agreed entirely in the main matter, and disagreed only in secondary things and insignificant particulars. (Compare also the translations of the various religious parties with one another: the Roman one by Caspar Ulenberg, the Reformed one by Johannes Piscator, the Jewish one of Joseph Athias, the Dutch one issued by order of the States-General; and, among the foreign ones, the English one printed at Boston by Langdon Coffin, with Canne's marginal notes and references, in which the departures from the literal Hebrew text are also indicated, and the French one by David Martin. Notably, however, for scholars the Greek translation of the Seventy Translators [the Septuagint] (200 years before Christ), the old Syriac version (from the first century after Christ), and the old Vulgate (likewise from the first century, though later altered in many places, the Psalms perhaps excepted) retain their standing; but above all, for scholars and unlearned alike, the German Lutheran Bible translation retains, through its fidelity and the sublimity of its style, merits that have never been denied it by any competent judge.) Through the astonishing diligence and the natural and grace-given gifts of Christian interpreters, from Origen the Church Father down to our own times, we have been put in a position to prove every article of the one holy universal Church with unshakeable certainty from the original Hebrew or Greek text; and let the unlearned countryman hold fast, confidently and courageously, to his own dear native Bible — for there is indeed no better one, neither in German nor in any foreign language, that attains the sense (even if not always word for word) of the holy writers and their heavenly Teacher as well as this masterpiece of our German apostle. There is no doubt that it would also be better for him if he could enjoy the guidance of a learned man trained in the school of the Holy Spirit (compare Acts 8:30ff.); yet he will never be able to withstand all the artful distortions and attacks of a skillful unbeliever. But that is not at all necessary, as will become clear from what follows.
There was once a time when no one was able to meet a certain objection — an objection that stood unanswered until the sixteenth century. The ancient Ptolemy had fixed a catalogue of 1,026 stars, a definite number which unbelief could not reconcile with Genesis 15:5. After the invention of the telescope, and given the immense advances in mathematics and astronomy, one must laugh at these free-thinkers of the Middle Ages. Was it necessary that people of that time let themselves be led into error, in their faith and in their reverence toward the divine Scripture?
(To be continued.)
Ask them which heard me, what I have said unto them.
John 18:21.
On page 19 of Herr Nollau's "Defense against the Attacks of the Lutheraner," a note also mentions our local Pastor Keyl; and, as a consequence of the well-founded censure he raised against the liturgy of the Lutheran Synod of Ohio, the whole realm and element in which Pastor Keyl, together with "the strict Lutherans," is said chiefly to move is held to be so suspect and of such pernicious influence that the presentation of the all-important doctrine of justification suffers because of it. Since this doctrine — as Herr Pastor Nollau himself wholeheartedly admits — is indeed the pearl of the Lutheran Church, indeed the very heavenly sun without which there is nothing but sheer hellish darkness, it certainly cannot be a matter of indifference to the members of Herr Pastor Keyl's congregation whether their preacher has not only recognized and rightly grasped this precious doctrine for his own person, but also presents it to his hearers, in accordance with the Word of God, as the one thing needful. Since, thank God, both are indeed the case, as surely all hearers capable of judging will gladly admit, one of them feels moved hereby to take up the defense of his unjustly suspected teacher against Herr Pastor Nollau.
It is precisely the doctrine of the justification of the sinner before God, through faith in Christ, that Pastor Keyl chiefly urges in all his sermons; it is his constant, blessed task to make the hearts of the congregation entrusted to him, through the order of true repentance, capable of receiving the heavenly comfort that has its foundation solely in this divine doctrine; and in his preaching itself he follows exactly the pattern of Holy Scripture, as we find it particularly in St. Paul's epistles to the Romans and Galatians, as well as our symbolical books and the acknowledged great master Dr. Martin Luther, whom he has already studied for years with untiring zeal and faithfulness. With the sources from which Pastor Keyl draws, Pastor Nollau will therefore certainly have nothing to fault. The only remaining question, then, is whether the former has also been capable of grasping his subject and uniting it with the innermost life of his spirit so fully that it has become possible for him to be a faithful defender of it. Here one must first of all confess in humility with the holy apostle: "Not that we are sufficient of ourselves to think anything as of ourselves; but our sufficiency is of God." 2 Corinthians 3:5. But it has also pleased this faithful and wonderful God to make Pastor Keyl acquainted, by the path of experience, in hours of anguish and distress when he was anxious for comfort, ever more precisely with this precious doctrine, and to open it to him, day by day, ever more fully as the inexhaustible source of all comfort — so that he too can now truly say: I believe, therefore I speak; indeed, that he cannot do otherwise than let his heart overflow with that of which it is full.
Yet Pastor Keyl never presents this precious truth one-sidedly, but always joins Law and Gospel; the faith that he preaches can take root only in a penitent heart, and has good works as its unfailing consequence. I therefore do not believe it possible that any member of Herr Pastor Keyl's congregation capable of judging would give a different testimony concerning him; rather, one may hope that a good many would, with praise and thanks to God, tell of the comfort that, on the basis of this doctrine, has been spoken by their preacher into their troubled hearts. From all this it follows that Herr Pastor Nollau's apprehension is unfounded, and that his view of the realm in which Pastor Keyl moves must therefore be false and mistaken.
And on this, just a few more words. Herr Pastor Nollau appears, namely, to confuse the struggle commanded by God against every false doctrine — and thus also, in particular, against the false doctrine of the Holy Supper — as well as the just censure of a liturgy that helps to spread false doctrines, with the contentiousness of certain Lutheran and Reformed theologians of past centuries, which often degenerated into unholy quarrels and hairsplitting, into that "wrangling about words" forbidden by the apostle in 2 Timothy 2:14, and therefore, unfortunately, also bore unhappy fruit. But how different the two are from one another! — Were they the same, one would have to break the staff — not only over the holy apostles themselves, who with apostolic zeal reject every error, but also over the fathers of the first centuries of the Christian Church, and especially over the faithful servants of God at the time of the Reformation — a Luther, a Brenz, and countless others — who all, according to the measure of the grace and gift they had received for this struggle, and indeed not without the influence of their personal character, entered the lists against every error, holding fast to every clearly revealed truth as a "high mystery from eternity" (as the late Dr. Fresenius so beautifully and truly calls it), well knowing that willful contempt for it would have its loss as the next consequence. In