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Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

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8 entries under vaterunser5bitte.

Vater Unſer. —5. Bitte

—

5. Bitte. Abhandlungen. Süd. 1904. Dall. 133—172. Il. 94, 41—44. Schulbl. 35, 209. 210. Schmidt 2, 39—44. Brun Kinderbl. 1906, 161—163. Voung Luth. Mag. 1907, Die 5. Bitte.

  • Dall. 133—172
  • Il. 94, 41—44
  • Schulbl. 35, 209
  • Schulbl. 35, 209. 210
  • Schmidt 2
  • Schmidt 2, 39—44
  • R. Pi. Kat. 2, 77—85 margin
  • R. Pi. Kat. 2, 77—85. 452—461 margin
  • Mezg. 216— 220 margin
  • Pio. 1907, 90 margin
  • Pio. 1907, 90. 91 margin
  • Pio. 1907, 90. 91. 1—3 margin
  • Bra. 1909, 7 margin
  • Bra. 1909, 7. 8 margin
  • Schulb. 35, 209 margin
  • Schulb. 35, 209. 210 margin
  • Süd. 1904.
  • Brun Kinderbl. 1906, 161
  • Mag. 1907, Die 5. Bitte.
  • Pio. 1907,

vol d, printed page 83 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0167

1. Zuſammenhang

1. Zuſammenhang. Die 5. Bitte iſt mit der 4. Bitte durch „und“ verbunden. — Das tägliche Brot kann nur der mit fröhlichem Herzen genießen, der Vergebung hat. — Gerade um das tägliche Brot türmen ſich die Schul— den der Menſchen auf. Anm. Bei der Bitte ſind zwei Stücke zu betrachten: Die Sache ſelbſt, um die wir bitten, und der rechte Her⸗— zensſtand.

  • Luth. 60, 259 margin
  • Syn. Frei. 97, 74 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Il. 94, 41 margin
  • Brun 453 margin

vol d, printed page 83 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0167

2. —

2. Die Sünde eine Schuld. a. Unter „Schuld“ iſt hier die Sünde verſtanden. ᷓ„Nicht anſehen unſere Sünden.“ Die Sünde iſt das größte übel. Schmidt 2, 39. b. Die Sünde iſt eine Schuld. Anſtatt: „Vergib uns unſere Sünden“ ſagen wir: Vergib uns unſere Schuld. Wir ſind ſchuldig, ſeine Gebote zu halten. Wenn wir ſie nicht halten, ſind wir Gott etwas ſchuldig. Darum iſt die Rede von Zurechnen und Anrechnen. c. Die Schuld iſt grofßß. Esra 9. 6: bis in den Himmel. 10000 Pfund. Denke an den Preis, mit dem ſie bezahlt iſt: das teure Blut Gottes! 1 Petr. 1. 19. Anm. Was macht die Sünde ſo aroß? Der Umſtand. darſ wir wider den Herrn ſündigen. 2 Sam. 12. 13. Pſ. 51. 6: An dir allein u. ſ. w. 1 Moſ. 39, 9: wider Gott. d. Wir nennen keine einzelne Sünde. Das ſoll man auch tun wie David. Hier aber faſſen wir alle Sünde zuſammen in das Wort: „Schuld.“ Wir können nicht alle einzelnen Sünden namhaft machen. Allae— meine Sündenbekenntniſſe: Luk. 5, 8: ich bin ein ſündiger Menſch. Luk. 18. 13: Sei mir Sünder anädig. Anm. Vor Gott müſſen wir uns aller Sünden ſchuldig geben. wenn wir auch nicht jedesmal die grobe Tat getan haben.

  • Schmidt 2
  • Schmidt 2, 39
  • Brun 453 margin
  • Brun 453. 454 margin
  • Brun 453. 454. 217 margin
  • Mag. 9, 2 margin
  • Süd. 1904, 12 margin
  • Süd. 1904, 12. 13 margin
  • Süd. 1904, 12. 13. 17 margin
  • Süd. 1904, 12. 13. 17. 18 margin
  • Süd. 1904, 12. 13. 17. 18. 20 margin
  • Süd. 1904, 19 margin
  • Süd. 1904, 26 —28 margin
  • Süd. 1904, 28 margin
  • Süd. 1904, 28. 29 margin
  • Brun 457 margin

vol d, printed page 83 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0167

3. Unſere Schuld

3. Unſere Schuld. Die Schuld iſt unſer. Wir ſind verantwortlich dafür. Wir werden auch Folge und Strafe tragen müſſen. Man kann die Schuld nicht auf andere abwähzen. 1904, 32. Anm. a. Auch die Erbſchuld iſt unſere Schuld, obgleich das kein natürlicher Menſch erkennen kann. 1904, 29—32. Anm. b. Die Menſchen wollen nicht ſchuldig ſein. Sie ſchieben die Schuld gern auf andere, auf die Eltern, auf den Teufel, auf die Umſtände, aber es hilft alles nichts. Die Schuld iſt unſer. Adam und Eva. Petrus konnte die Schuld nicht auf die Umſtände ſchieben. Es war 1301 08 daß er ſich ans Kohlenfeuer ſtellte. Wis. 901, 31. 4. Anf Schuld folgt Strafe. a. Gott fordert Bezahlung. So ohne weiteres ausſtreichen kann Gott nicht. Die Schuld iſt keine nominelle, ſondern eine wirkliche Schuld. Bezahle, was du mir ſchuldig biſt. Es kommt eine Zeit der Ab— rechnung. Gott hat einen Tag geſetzt. Ap. 17, 31. Anm. Iſt es nicht hart, wenn Gott Bezahlung fordert? — Gottes Heiligkeit fordert es. Dann hält Gott aber auch die fertige Quittung dem Schuldner hin. Geſchieht dem unrecht, der ſie aus Bosheit nicht annehmen will? b. Wernicht bezahlen kann, hat Strafe zu erwarten. Wie verfuhren die Römer und Juden mit den Schuldnern! Anm. a. Wir haben eitel Strafe verdient. Wir ſind der keines wert, was wir bitten, keinen Biſſen Brot, keinen Tropfen Waſſers, nicht wert, daß uns die Erde trägt. Anm. b. Nichts als Schuld. Da iſt jeder Gedanke von eigenem Verdienſt und Würdigkeit dahin. Der rechte Herzenszuſtand iſt der eines Zöllners vor Gott. Anm. c. Es gibt viel Jammer in der Welt, aber die Sünde iſt die Urſache davon. Jer. 2, 19. Spr. 14, 34. Jeſ. 59, 2. 5. Wir können die Schulden nicht loswerden. a. Wir können die Sünde nicht ungeſchehen machen. b. Hinwegleugnen geht nicht. Die Schuld iſt da. Gott kennt unſere Schuld. Unſere Sünde iſt geſchrieben in Gottes Buch und in unſerm Gewiſſen. Von Gottes Urteil gibt es keine Appellation. c. Das Gewiſſen mag eine Zeitlang ſchlafen, es wacht immer wieder auf. d. Bezahlen können wir nicht, nicht einmal teilweiſe. Womit ſollten wir bezahlen? Matth. 16, 26: Was kann der Menſch geben? Anm. a. Durch Werke können wir nicht bezahlen, weil wir Gott alle Werke zu tun ſchuldig ſind. Anm. b. Wenn wir in Zukunft vollkommen wären, wäre die alte Schuld nicht gedeckt. Dall. 140. 141. e. Auf andere können wir die Schuld nicht übertragen. Heilige haben kein überflüſſiges Verdienſt. Dall. 141. f. Die Schuld verjährt nicht, wie andere Schulden. Dall. 141. g. Man kann der Schuld nicht aus dem Weg gehen dadurch, daß man ſeinen Wohnſitz verlegt. Hier auf Er⸗ den wird ein Verbrecher nicht immer in ein ander Land ausgeliefert. Aber wo ſoll ich hinfliehen vor deinem Geiſtꝰ h. Die Schuld wird man nicht los durch den Tod. Sonſt kann jemand durch den Tod der Bezahlung ſeiner Schulden entgehen. i. Unſere Reue macht die Sünde nicht gut. k. Entſchuldigungen haben wir nicht. Auch Unkennt⸗ nis des Geſetzes entſchuldigt nicht. — Anm. Wenn die Schuld nicht bezahlt werden kann, gibt es Sorge und Unruhe.

  • Dall. 142 margin
  • Dall. 142. 143 margin
  • Süd. 1904, 29 margin
  • Mag. 9, 3 margin
  • Spr. 14, 34
  • Dall. 140
  • Dall. 140. 141
  • Dall. 141
  • Dall. 141
  • Brun 454 margin
  • Mag. 9, 4 margin
  • Süd. 1904, 33 margin
  • Süd. 1904, 33. 16 margin
  • Süd. 1904, 33. 16. 17 margin
  • Dall. 142 margin
  • Süd. 1904, 16 margin
  • Süd. 1904, 14 margin
  • Süd. 1904, 14. 15 margin
  • Brun 455 margin
  • Brun 455. 456 margin
  • Brun 456 margin
  • Süd. 1904, 20 margin
  • Mag. 9, 2 margin
  • Mag. 9, 2. 3 margin
  • Dall. 148 margin
  • Süd. 1904, 21 margin
  • Süd. 1904, 21. 22 margin
  • Dall. 138 margin
  • Dall. 138. 139 margin
  • Süd. 1904, 33—35 margin
  • Dall. 137 margin
  • Dall. 140 margin
  • Mag. 9, 2 margin
  • Dall. 141 margin
  • Dall. 148 margin
  • Dall. 148. 149 margin
  • Dall. 143 margin
  • Süd. 1904, 17 margin

vol d, printed page 83–85 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0167

6. —

6. Die 5. Bitte ſetzt Sündenerkenntnis vorans. Ehe man um Vergebung der Sünden bitten kann, muß man die Sünde erkennen. David, Petrus, Paulus. Anm. a. Wie kommt man zur Erkenntnis der Sün⸗ 23 0 Durchs Geſetz. Gott muß uns die Rechnung vor⸗ halten. Anm. b. Auch die Heiden haben Erkenntnis ihrer Sünden. Wir aber, die wir das geſchriebene Wort Got⸗ tes haben, haben eine vollſtändige Abſchrift der Forderung Gottes an uns. Anm. c. Gegner des Chriſtentums machen den Vor-— wurf, daß erſt die Bibel das Bewußtſein der Sünden wecke, daß die Menſchen ohne Bibel in Unſchuld dieſes Leben genießen. Aber das iſt nicht der Fall. Wie quälen ſich die Heiden! Anm. d. Wir ſollen die Sünde nicht bloß erkennen, ſondern auch vor Gott bekennen und bereuen. Viele bereuen nur die Folge der Sünde, nicht die Sünde ſelbſt. Der Dieb bereut, daß er gefangen worden iſt. — Wenn wir die Sünde nicht bereuen, vermehrt ſich die Sünde. Dall. 140. ö Anm. e. Wenn uns die Sünde leidtut, werden wir auch die Bitte um Vergebung nicht aufſchieben bis zur letzten Stunde. Iſt es leichter, die Krankheit zu heilen, nachdem ſie ſich entwickelt hat: das Feuer zu dämpfen, nachdem es ſich ausgebreitet hat?

  • Dall. 140
  • Süd. 1904, 23 margin
  • Süd. 1904, 24 margin
  • Süd. 1904, 24. 25 margin
  • Süd. 1904, 25 margin
  • Süd. 1904, 25. 26 margin
  • Dall. 133 margin
  • Dall. 133. 134 margin
  • Dall. 133. 134. 143 margin
  • Dall. 145 margin
  • Dall. 145. 144 margin
  • Mag. 9, 4 margin
  • Dall. 146 margin

vol d, printed page 85 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0169

7. Vergib

7. Vergib. In der 5. Bitte bitten wir um Verge— ung. a. Wir bitten nicht bloß um Geduld: Habe Geduld mit mir! So kommen wir nicht heraus. b. Vergeben, d. h. nicht anſehen, nicht gedenken, Pſ. 25, 6. 7, nicht zurechnen Pſ. 32, 2. 2 Kor. 5, 19, tilgen Pſ. 51. 11, ferne von uns ſein laſſen. Pſ. 103, 12. Jeſ. 44, 22. c. Wie dürfen wir es wagen, ſo zu beten? Iſt er nicht heilig? — Er ſelbſt hat uns geboten, alſo zu beten und verheißen, daß er uns wolle erhören. Er hat uns die Bitte in den Mund gelegt. Er hat ſelbſt Vergebung erworben und läßt ſie austeilen. Unſere Bitte iſt an den Vater im Himmel gerichtet, der durch Chriſtum mit uns verſöhnt iſt. d. Warum erſt um Vergebung beten? Sind wir nicht ſchon erlöſt? Haben wir nicht Vergebung ohne unſer Gebet? Muß die Vergebung nicht dem Gebet vorhergehen? — Wir ſollen es nicht vergeſſen, daß er uns täglich vergibt, die Vergebung erkennen und im Glauben immer wieder ergreifen und annehmen. Die 5. Bitte eine tägliche übung des Glaubens. e. Vergib. So müſſen wir täglich bitten. Es gibt keine Zeit, wo wir die 5. Bitte nicht mehr zu beten brauchen. Dem entgegen ſtehen die Methodiſten mit ihrer vollkommenen Heiligung. Brun 453. Dall. 135. Anm. a. Noötig iſt dieſe Bitte, weil wir täglich viel ſündigen und die Sünde den Chriſten mehr drückt als andere Not. Anm. b. Gerade beim Gebet haben wir die Bitte um Vergebung nötig, daß ſich Gott nicht weigert, uns zu erhören und um unſerer Sünde willen ſolche Bitte nicht verſagt. Anm. e. Indem uns Chriſtus dieſe Bitte in den Mund legt, erklärt er uns für geiſtliche Prieſter, die einen Zugang zur Gnade haben. Anm. d. In der 5. Bitte geben wir Gott alle Ehre. Unſer Ruhm und Selbſtvertrauen iſt aus. Es iſt alles lauter Gnade. So wird die Lehre von der Rechtfertigung beſtätigt. f. Vergib uns. Du bitteſt nicht bloß für dich, ſondern auch für deine Mitmenſchen, auch für deine Feinde. Keiner kann für den andern glauben, aber wohl für ihn beten. g. Jede Bitte um Vergebung iſt ein Gelübde der Beſſerung. Wir müſſen nun auch die Sünde haſſen und meiden. Um Vergebung der Sünden bitten und dann zum Tanz gehen oder ſich beſaufen u. ſ. w. iſt ein Widerſpruch. Die 5. Bitte fordert die Heiligung. Anm. Prüfung: Beteſt du dieſe Bitte? Sprichſt du ſie nur mit dem Munde, ohne daß das Herz etwas davon weiß? h. Die Bitte eines bußfertigen Sünders iſt erhört. Gnädig und barmherzig iſt der Herr. Bei ihm iſt Vergebung. Der verlorene Sohn wird angenommen. Anm. a. Chriſtus iſt für uns geſtorben. Vergebung iſt da. Wo iſt ſie zu finden? Im Wort. Anm. b. Erkennſt du deine Schuld, ſo fliehe hin zu ihm. Willſt du ſagen: Meine Sünde iſt größer u. ſ. w.? Röm. 5, 20: Wo aber die Sünde mächtig iſt u. ſ. w. Anm. c. Die Sünde nimmt Gott hinweg, aber nicht immer die Folge der Sünde. Väterliche Züchtigung.

  • R. Pi. 2 margin
  • Mezg. 217 margin
  • Süd. 1904, 45 margin
  • Süd. 1904, 45. 46 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 41 margin
  • Il. 94, 42 margin
  • Mezg. 217 margin
  • Brun 454 margin
  • Brun 454. 455 margin
  • Süd. 1904, 47 margin
  • Süd. 1904, 47. 48 margin
  • Süd. 1904, 47. 48. 49 margin
  • Mezg. 217 margin
  • Süd. 1904, 51 margin
  • Süd. 1904, 51. 52 margin
  • Süd. 1904, 51. 52. 56 margin
  • Il. 94, 42 margin
  • Il. 94, 42. 4 margin
  • Mezg. 217 margin
  • Brun 453
  • Dall. 135
  • Süd. 1904, 37—41 margin
  • Brun 453 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Mezg. 218 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 40 margin
  • Süd. 1904, 55 margin
  • Süd. 1904, 58 margin
  • Süd. 1904, 58. 56 margin
  • Süd. 1904, 58. 56. 57 margin
  • Süd. 1904, 58. 56. 57. 59 margin
  • Dall. 147 margin
  • Dall. 147. 148 margin
  • Süd. 1904, 62 margin
  • Süd. 1904, 62. 63 margin
  • Dall. 147 margin
  • Süd. 1904, 61 margin
  • Süd. 1904, 42 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 41 margin
  • Schmidt 2, 41. 42 margin
  • Dall. 150 —152 margin
  • Dall. 150 —152. 155 margin
  • Dall. 150 —152. 155 156 margin
  • Mag. 9, 5 margin
  • Dall. 153 margin
  • Dall. 153. 154 margin
  • Dall. 153. 154. 152 margin
  • Mag. 9, 6 margin
  • Dall. 156 margin
  • Dall. 156. 157 margin

vol d, printed page 85–86 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0169

8. Wie wir vergeben unſern Schuldigern

8. Wie wir vergeben unſern Schuldigern. Verhältnis dieſes Zuſatzes zum erſten Teil: a. Das „wie“ ſoll nicht, wie in der dritten Bitte. Maß. Grad, Umfang der Vergebung angeben, dann wäre die Vorgebung eine unvollkommene. Wir wären übel daran. wenn uns Gott nicht in höherem Grade vergeben wollte. b. Unſere Vergebung iſt nicht die Urſache der Ver⸗ gebung Gottes. Wir brauchen die Vergebung nicht erſt zu verdienen. Gott bindet die Gnade nicht an ein Werk. Brun 461. Gott vergibt ohne unſer Tun. Anm. Sollte unſere Vergebung der Vergebung Got⸗ tes vorangehen und ſie verdienen, ſo würde die Recht⸗ fertigung umgeſtoßen. Ein Menſch kann ſeinem Näch— ſten gar nicht vergeben, es ſei denn, daß er ſchon Verge— bung bei Gott hat. ů c. Das „wie“ iſt begründend: denn auch wir ver— geben. Luk. 11, 4. So wollen wir zwar (fürwahr) wiederum herzlich vergeben. Unſere Vergebung ſoll Frucht und Folge der Vergebung Gottes ſein. Anm. a. Auf die Rechtfertigung ſoll die Heiligung ſolgen. Gott vergibt nicht, daß wir der Sünde weiter dienen. Anm. b. Gottes und unſere Vergebung ſind ſo un— zertrennlich verbunden, daß das eine nicht ohne das an⸗ dere ſein kann. 1. Ein Herz, das noch nicht vergeben kann, be— weiſt, daß es noch ſerne von der Gnade iſt und auch bei Gott keine Vergebung hat. Solcher Menſch ſteht noch unter dem Geſetz und Gott handelt mit ihm nach dem Geſetz. 2. Vergeben iſt ein Zeichen des geiſtlichen Le— bens. 1 Joh. 3. 14. Luk. 7, 47. Wo Früchte des Glaubens ſind, da iſt auch Glaube. Anm. c. Wie wir zu unſerm Nächſten ſtehen, ſo ſteht Gott zu uns und wir zu Gott. Matth. 25, 40: Was ihr getan habt dieſer Geringſten einem, das habt ihr mir getan. Gottes Verhalten gegen uns richtet ſich nach un⸗ ſerm Verhalten gegen die Menſchen. Matth. 7, 2: Mit welcherlei Maß ihr meſſet, wird man euch wieder meſſen. Vrun 458. Anm. d. Im Stande der Unſchuld wäre dieſer Zuſatz gegenſtandslos geweſen. 9. Wir ſollen dem Nächſten vergeben. Luk. 17, 3. 4: So ſollſt du ihm vergeben. Eph. 4, 32: Vergebet einer Kol. 3, 13: Vergebet euch unter einander. dem andern. Mark. 11, 25: Vergebet, ſo ihr etwas wider jemand habt. a. Warum? 1. Weil Gott uns vergeben hat. Alle dieſe Schuld habe ich dir erlaſſen. Matth. 18. 32. So Luk. 6, 36: wie werden wir Gott immer ähnlicher. auch euer Vater barmherzig iſt. Anm. Sobald einem Menſchen die Augen auf⸗ gehen über die 10000 Pfund. kommen ihm die paar Verſündigungen des Nächſten geringfügig vor. 2. Weil Gott das Vergeben von uns fordert und ihm dasſelbe lieb und angenehm iſt. Gehorſam iſt beſſer denn Opfer. Süd. 1904, 77. Dall. 168. 169. Anm. Du haſt gegen Gott geſündigt. Er iſt nicht deines Gleichen. Hier iſt dein Mitknecht. Du haſt gar nicht freie Hand, ob du dich erbarmen willſt oder nicht. 3. Weil auf Unverſöhnlichkeit Strafe folgt. Der Schalksknecht. b. Wie? Herzlich. Damit wird gewarnt vor allem bloß äußerlichen, ſcheinbaren Vergeben. Wie Gott dir vergeben hat, ſo tue du auch: frei, voll, jede Sünde, ſo oft er um Verzeihung bittet, bald, dieweil du noch mit ihm auf dem Wege biſt, ehe die Sonne untergeht. Geſchichte Luth. 65, 138. — 7 mal 70. Ma. 29, 210. Stöckh. N. T. 155. 156. — Das bezieht ſich beſonders auch auf Eheleute. Luth. 66, 109. Anm. a. Wir ſollen ihm gerne wohltun, handeln als hätte der Nächſte uns nicht beleidigt. Anm. b. Das iſt ſchwer, aber nötig. Unſere Vergebung bleibt unvollkommen. Darum die Bitte: Hilf uns, daß auch wir von Herzen vergeben. Beiſpiele von ſolchen, die vergeben haben: Joſeph, S. Il. 1909. 55. Stephanus und andere. Dall. 160—162. Luth. 5, 95. — David und Simei. Stöckhardt A. T. 264. — Geſchichten Luth. 60, 393. 329. Einwand. Er muß zu mir kommen. Wenn er aber nicht kommt, ſo gehe du hin, wie Chriſtus dir entgegengegangen iſt.

  • Il. 94, 43 margin
  • Süd. 1904, 6 margin
  • Il. 94, 43 margin
  • Dall. 162 margin
  • Brun 461
  • Süd. 1904, 77
  • Dall. 168
  • Dall. 168. 169
  • R. Pi. 2 margin
  • Brun 458 margin
  • Brun 458. 459 margin
  • Mezg. 220 margin
  • Süd. 1904, 67— 71 margin
  • Süd. 1904, 66 margin
  • Süd. 1904, 66. 67 margin
  • Brun 458 margin
  • Mezg. 219 margin
  • Dall. 157 margin
  • Dall. 157. 162 margin
  • Dall. 157. 162. 163 margin
  • Il. 94. 43 margin
  • Süd. 1904, 71 margin
  • Brun 459 margin
  • Brun 459 margin
  • Süd. 1904, 76 margin
  • Mezg. 220 margin
  • Süd. 1901, 88—91 margin
  • Mezg. 220 margin
  • Il. 94, 44 margin
  • Brun 459 margin
  • L. W. 32, 249 margin
  • Dall. 170 margin
  • Süd. 1904, 77 margin
  • Süd. 1904. 77 margin
  • Ma. 29, 209 margin
  • Ma. 29, 209. 210 margin
  • Ma. 29, 209. 210. 5, 203 margin
  • Süd. 1904, 80 margin
  • Süd. 1904, 80. 81 margin
  • Luth. 65, 154 margin
  • Brun 460 margin
  • Süd. 1904, 82 margin
  • Stock 996 margin
  • Luth. 65, 138
  • Ma. 29, 210
  • Stöckh. N. T. 155
  • Stöckh. N. T. 155. 156
  • Luth. 66, 109
  • S. Il. 1909. 55
  • Dall. 160—162
  • Luth. 5, 95
  • Luth. 60, 393
  • Luth. 60, 393. 329
  • Süd. 1904, 80 margin
  • Süd. 1904, 80. 81 margin
  • Stock 997 margin
  • Süd. 1904, 82 margin
  • Brun 459 margin
  • Brun 459. 460 margin
  • Brun 461 margin
  • Süd. 1904, 65 margin
  • Süd. 1904, 65. 66 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 42 margin
  • Schmidt 2, 42. 43 margin
  • Dall. 160 margin
  • Dall. 160. 159 margin
  • Stock 995 margin
  • Stock 995. 996 margin
  • Mezg. 219 margin
  • Stöckh. Gna. 526—532 margin
  • Ma. 36, 214 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 43 margin
  • Mezg. 219 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 43 margin
  • Schmidt 2, 43. 44 margin
  • Süd. 1904. 92 margin
  • Dall. 159 margin
  • Ma. 36, 213 margin

vol d, printed page 86–88 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0170

10. —

10. Wer ſeinem Nächſten nicht vergeben will, a. kann dieſe Bitte nicht recht beten, ladet mit jedem Vater Unſer Gottes Fluch auf ſich. Ich vergebe meinem Nächſten nicht, ſo vergib du mir auch nicht: b. verbittert ſich ſein ganzes Leben. Nur wo man vergeben hat, iſt Friede und Freude; ů c. hat keine Vergebung bei Gott. Matth. 6. 14. 15. Anm. a. Unverſöhnlichkeit iſt offenbarer Ungehor⸗ ſam gegen Gottes Gebot, dabei der Glaube nicht beſtehen kann. Anm. b. Du verklaagſt den, der dir ſeine Schuld nicht bezahlen kann oder dich betrogen hat, oder du ſprichſt: „Vergeben will ich, aber vergeſſen kann ich nicht.“ und dann bitteſt du: Vergib, wie ich vergebe! Anm. c. Viele laſſen lieber das Beten anſtehen als ſich verſöhnen. Anm. d. Beiſpiele von ſolchen, die nicht vergeben wollten: Sapricius. Süd. 1904, 84. 85. Anm. e. Auch das iſt keine rechte Vergebung, wenn man ſpricht: Vergeben will ich ihm zwar, aber vor mein Angeſicht ſoll er nicht kommen. 2 Sam. 14, 24. — Geſchichte: Luth. 62, 175. S. Verſöhnen und Vergeben. Homiletik. Forgive us our debts. a. X neces— sary. b. a personal and earnest, c. an accepted prayer.

  • Süd. 1904, 84
  • Süd. 1904, 84. 85
  • Luth. 62, 175
  • R. Pi. 2 margin
  • Dall. 170 margin
  • Dall. 170. 171 margin
  • Dall. 165 margin
  • Süd. 1904, 84 margin
  • Dall. 168 margin
  • Süd. 1904, 84 margin
  • Luth. 4, 85 margin
  • Luth. 4, 85. 68, 92 margin
  • Stöckh. A. T. 257 margin
  • Mag. 9, 1 margin
  • Dall. Lord's Prayer 163.

vol d, printed page 88 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0172

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