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Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

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30 entries under unterricht.

Unterricht

— Die Schule (1913)

Der Unterricht. Abhandlungen. Die Kunſt zu unterrichten. 21, 125—135. Unterrichtsregeln, welche vorherrſchend auf die formale Bildung gehen. 10, 235—246. Was gehört aus der Schule heraus und was gehört in die Schule hinein, wenn dem Grundſatz Rechnung getragen wird: Nicht für die Schule, ſondern für das Leben muß man lernen? 8, 2ʃ3 bis 254. Einige Regeln für Unterricht und Erziehung und ihre Begründung. 47, 294 —299. 330—337. Sinnſprüche über den Unterricht. 44, 284. Die Sorge füts Behalten. 27, 193—204. über das Wiederholen. 28,. 124—129. Ein Won über das Erklären. 29, 72—76. Die Elementarmethode. 27, 338—344. Rezept, neue Methoden zu finden. 47, 248—251. Das Mechaniſche im Unterricht. 6, 304—310. über zweckloſes Reden in der Schule. 9, 247—250. Die Selbſtbeſchäftigung in der Volksſchule. 20, 117—126. Wie wird die Wiederholung und die Einübung des Gelernten am zweckmäßigſten zuv Ausführung gebracht? 11, 185—191. Ein kurzes Wort über die verſchiedene Begabung unſerer Schüler. 4, 22—24. Die verſchiedenen Temperamente, ihre Miſchung und erzieheriſche Behandlung in Schule und Haus. 21, 145—171. Wie ſind die Temperamente bei der Erziehung zu berückſichtigen? 30, 353—367. Die verſchiedenen Temperamente. 20, 59. Berückſichtigung der Schwachen beim Unterricht. 23, 145—154. Winke für die rechte Behandlung der Schüler. 9, 268—272. Vorſicht bei Beurteilung und Behandlung der Schulkinder. 1, 27—29. Unſere Nichtskönner. 13, 56—61. A plea for the dull pupil. 37, 305—307. Gedanken über die Unvollkommenheit der Kinder. 24, 179—181. Die verſchiedene Behandlung der Knaben und Mädchen in erziehlicher und unterrichtlicher Beziehung. 15, 54—59. Gedanken über Trennung der Geſchlechter in der Schule. 17, 153—155. Der Unterricht der Kleinen in unſern chriſtlichen Gemeindeſchulen. 29, 274—280. Das erſte Schuljahr in der gemiſchten Schule. 44, 270—275. Der erſte Schultag. 30, 91—95. Wie iſt die Aufmerkſamkeit in der Elementarſchule zu erlangen und zu erhalten? 38, 129 bis 140. Über Aufmerkſamkeit unſerer Kinder. 40, 242—247. Aufmerkſamkeit. 42, 248—250. Mittel, ſie zu erregen. 42, 369—372. Aufmerkſamkeit. 43, 302 bis 307. 335—338. 47, 85—87. Wie werden die Kinder zur Aufmerkſamkeit gewöhnt? 15, 136—143. Wie wird bei unſern Kindern die rechte Luſt und Liebe zur Schule bewirkt reſp. erhalten? 25, 257—263. Des Lehrers Platz in der Klaſſe. 14, 179—181. Die notwendige Wachſamkeit eines Lehrers über ſeine Schüler. 18, 22—24. Das Auge des Lehrers. 10, 246—250. Das Auge des Lehrers in der Schule. 23, 124—130. Die rechte Stimmung des Lehrers für die Schule betreffend. 9, 305—308. Etwas über Muſterlektionen. 36, 143—146. Gedächtnis⸗übungen. 1, 146—150. 238—243. Zur Schulpraris. 9, 46—49. 79—84. 144 bis 146. Kollegialiſche Winke für junge und alte Lehrer. 44, 181—183. Ten suggestions tor teachers. 47, 279. In the school room. 44, 185. Substitution of teacher for text-book. 30, 273-276. On successful teaching. 47, 83-88.

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— Die Schule (1913)

Notwendigkeit § 1. Zweck und Ziel § 2. Unterrichtsfächer § 3. Methode 8 4. Unterrichtsform §5. Unterrichtsgang § 6. Art und Weiſe § 7. Individuelle Be— handlung der Kinder. §8. Lehrplan und Stundenplan § 9. Mehrklaſſige Schulen §S 10. Das Einüben § 11. Gleichzeitige Beſchäftigung aller Kinder § 12. Wiederholung § 13. Die Wandtafel als Lehrmittel § 14. Der Lehrer im Unterricht § 15. Ruhe § 16. Aufmerkſamkeit § 17. Das Zutrauen der Kinder § 18. Luir zur Schule bei den Kindern § 19. Sitzplatz der Kinder § 20. überfüllte Klaſſen § 21. Schulſchmuggel § 22. Schulbücher § 23. Beginn und Schluß der Schule § 24. Die Erholung (Pauſen, Spiel, Feiertage, Schulfeſt, Ferien) § 25. Geſundheit der Kinder § 26. Geſundheit des Lehrers § 27. Das Schulhaus und ſeine innere Einrichtung § 28. Der Unterricht.

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1. Notwendigkeit Die Schule (1913)

1. Notwendigkeit. Die Notwendigkeit des Unterrichts Lind. 20. gründet ſich darauf, daß die Kinder eines ſolchen Unter— richts bedürfen. Sie ſind desſelben auch fähig.

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2. Zweck und Ziel Die Schule (1913)

2. Zweck und Ziel. Der Zweck des Unterrichts iſt, den Dind. 19. 41. 42. Kindern Kenntniſſe beizubringen, damit ſie ihre Pflichten als Bürger und als Chriſten erfüllen können; a. als Bürger. Die Schule hat nicht den Zweck, Lind. 19. Kinder auf eine beſondere Verufsart vorzubereiten. Un- ſere Schulen ſind weder Gelehrtenſchulen noch Gewerbe— ſchulen, ſondern Elementarſchulen. Aber die Kinder müſ⸗ ſen zum Denken angeleitet werden, gut und verſtändig leſen, ſchreiben und reden können und eine allgemeine Bildung ſich aneignen; b. als Chriſten. Kinder müſſen in der Bibel Be⸗ ſcheid wiſſen und ſich eine gute chriſtliche Erkenntnis an⸗ geeignet haben. Anm. a. Aller Unterricht geht darauf aus, die Seele Lind. 80. zu bilden und ſie an Erkenntnis reicher zu machen. Wie die Geiſteskräfte des Kindes durch die verſchiedenen Un⸗ terrichtsdisziplinen gebildet werden: 46, 68— 75. 111 ‚ bis 117. Anm. b. Was muß ein Lehrer beobachten, um durch den Schulunterricht die Kinder zum Denken anzuleiten und ſie darin zu fördern? 43, 132. 172—178. Anm. c. Die Aufgabe des Lehrers iſt auch, die Bil. (44, 107. dung des Charakters des Kindes anzuſtreben. Wer Charakter hat, hat feſte Grundſätze und handelt danach. 44, 103. Bei dem Kinde fängt die Charakterbildung an. 104. 105. Der Charakter kann ſein ſittlich oder unſittlich 46, 307. Der leitende Grundſatz für den chriſtlichen Charakter iſt die Gottesfurcht. 44, 105. Das Kind muß gewöhnt werden, ſo zu denken und zu handeln, wie das Kind es als Gottes Willen erkannt hat. 109. In der Staatsſchule kann darum von ſolcher Bildung des Cha- rakters nicht die Rede ſein, weil der Religionsunterricht fehlt. 106. Anm. d. Daß über Ausbildung der Seele auch der Körver nicht vernachläſſigt werden darf ſ. körperliche Ausbildung.

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3. Die Unterrichtsfächer Die Schule (1913)

3. Die Unterrichtsfächer. Was ſoll in unſern Schulen gelehrt werden? Das Notwendigſte zuerſt: Religion (Ratechismus und Bibliſche Geſchichte), Sprache (Leſen und Schreiben), Rechnen, Singen, Geographie. Anm. a. Ob auch Weltgeſchichte, Naturgeſchichte, Zeich nen u. ſ. w. gelehrt werden ſoll, wird von den Umſtänden abhängen. Vielleicht laſſen ſich etliche Stunden dazr anſetzen. Üüber „Civil Government“ ſ. 31, 312, Chemie 28, 131—141, Pſychologie 44, 306 —307. „An introductory lesson ton the teaching of Physiology. Anm. b. Man kann ohne weltliche Wiſſenſchaft ſelig rerden, aber hochmütige Verachtung weltlicher Kenntniſſe hat Verachtung der Kirche von ſeiten der Welt zur Jolge. Anm. c. Man muß unterſcheiden zwiſchen dem, was notwendig iſt und dem, was wünſchenswert und nützlich i. Je mehr Unterrichtsgegenſtände, deſto mehr werden der Unterricht und die Arbeitskraft zerſplittert. Anm. d. Non multa. sed multum. Man wird wohl tun, bei den üblichen Unterrichtsfächern der Ele— mentarſchule zu bleiben. 1. Wer zuviel leiſten will, leiſtet nichts. Wer al⸗ lerlei Lieblingsfächer treibt oder ein zu hohes Ziel ſieckt, tut es zum Nachteil der Unbegabten. 2. Nicht, was in den Magen gebracht wird, nährt, ſondern was der Magen verdaut. Wenn man den Magen überfüttert, werden die Organe geſchwächt. Anm. e. Alle u berbürdung in der Schule ſoll man meiden. Was wird in manchen Schulen nicht alles gelernt! Man bietet Speiſe, die faſt gar keinen Nahrungsſtoff enthält. 14, 20. Wache, daß du nicht in benſelben Fehler fällſt. Wis. Syn. 1905, 45. — überbürdung in der Staatsſchule: 44, 59. 4, 31. Anm. f. Fads. Such are: Clay modeling 42, 85, dasket weaving. wood carving 42, 115, nature study 2. 84. 117, nature science readers 42. 83, reading inews items oi the daily papers 42. 83. 84, forest. 44. 377. 378. Zuſchneiden von Kleidern u. ſ. w. 4, 221. 222, Tanzen 14, 95. Dagegen: 1. Wir ſollen uns dadurch nicht verleiten laſſen. Man kann nicht alle Wünſche der Leute befriedigen. Wer alles mitmacht, gleicht einem Manne, der alle 1150 ſchluckt, die ihm empfohlen werden. 42, 2. über den Fads wird die Hauptſache vergeſſen: Leſen, Schreiben, Rechnen u. ſ. w. Darum fort mit allen fads! 43. 209. — Auch in den Frei⸗ ſchulen Chicagos will man ſie wieder einſchränken. 44, 337. 338. Anm. g. Vielerlei, das iſt der Geiſt unſerer Zeit. Der nicht mitmacht, wird als veraltet angeſehen. 42, 115. Die Schule ſoll ſich dem Zeitgeiſt willig unterordnen,“ iſt die Forderung, die man ſtellt. 3, 192. Wie weit

  • Wis. Syn. 1905, 45

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— Die Schule (1913)

ſoll ſich unſere Schule den beſtehenden Zeitverhältniſſen akkommodieren? 40, 238—247. Anm. h. Wollen wir an der Hebung des Volkes in weltlichen Dingen mithelfen, ſo müſſen wir einen gründlichen Elementarunterricht bieten, zugleich aber eine all ſeitige Bildung beim Unterricht erſtreben. Eine einſeitige Bildung in beſtimmten Fächern gibt keine ſolche Zufriedenheit. 10, 245. Specialisation in education. 46, 117—120.

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4. Die Unterrichtsmethode Die Schule (1913)

4. Die Unterrichtsmethode. über Methode 7. 279 biz 284. — Jeder einzelne Gegenſtand erfordert ſeine beſondere methodiſche Behandlung. Darum gibt es ſo viel Methoden als Unterrichtszweige. Bei jedem Unterrichtszweig laſſen ſich wieder verſchiedene Methoden anwenden. Gedanken darüber: a. Der Lehrer muß mit guten Methoden bekannt ſein. Es iſt darum von Nutzen, die Schriften der verſchiedenen Methodiker zu leſen. Man kann daraus lernen. Lind. 99. 100. — Unfehlbares Mittel, neue Methoden zu finden 47, 248—251. b. Unter den verſchiedenen Methoden muß man wählen, gebrauche aber dabei Vorſicht. 45, 18. c. Die einen bleiben beſtändig bei einer Methode, andere verwerfen ohne Unterſchied eine gewiſſe Methode. Beides ſind Abwege. d. Der Lehrer ſoll nicht jede neue Methode, die ihm angeraten wird, in Anwendung bringen. Er möchte ſonſt über lauter Experimentieren das Lehren vergeſſen. e. Der Lehrer ſoll nach der beſten Methode unterrich· ten. f. Für jeden Lehrer iſt die Methode die beſte, mit der er am weiteſten kommt. — Jeder hat ſeine eigene Methode. Der Lehrer iſt die Methode. 34, 279. g. Die erwählte Methode ſollte man konſequent durchführen und nicht unnötig daran ändern. h. Auch die Methode darf nicht unchriſtlich ſein und nichts wider Gottes Wort enthalten. i. Die Befähigung des Lehrers bleibt immer die Hauptſache. Ein einfältiger Lehrer erreicht mit der beſten Methode nichts. Anm. a. über analytiſche und ſynthetiſche Methode ſ. 10, 282—286. Anm. b. über die fünf Formalſtufen von Herbart ſ. 33, 69. 70. Anm. c. Es werden im Schulblatt und andern Blättern Lehrproben veröffentlicht, aber niemand ſoll uns zumuten, daß es ſo gemacht werden muß. Das wäre eine niederträchtige Forderung. 44, 78. Vom methodiſchen Imperativ 44. 75—79. — Einwand: Sind die gedruckten Muſterlektionen denn wertlos? Nein. Man ſieht an ihnen, wie andere es machen. Aber ſie dürfen nicht ein Gegenſtand bloßer Nachahmung werden. 44. 76—78. 36, 143—146. ‚

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— Die Schule (1913)

Anm. d. Darſtellungen ganzer Unterrichtsfächer in ausgeführten Lektionen ſind durchaus unnötig und als gefährlich zu bezeichnen.

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5. — Die Schule (1913)

5. Die Unterrichtsform. Der Unterricht kann geſche⸗ hen durch Vorzeigen (Anſchauungsunterricht), *D Vorſprechen und Nachſprechen, Erzählen, Fragen ſ. Katecheſe, Auswendiglernen ſ. Auswendiglernen, ſtille Beſchäftigung ſ. § 11, Hausaufgaben ſ. Hausaufgaben.

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6. — Die Schule (1913)

6. Der Unterrichtsgang. a. Der Unterricht ſei elementariſch ent⸗ wickelnd. Mit dem Leichteſten muß man beginnen. 1. Vom Leichten gehts zum Schwereren; 2. vom Einfachen zum Zuſammengeſetzten; 3. vom Bekannten zum Unbekannten; 4. vom Nahen zum Fernen. Anm. Dieſer Satz muß aber auch richtig ausgelegt werden. Was iſt nahe? Räumlich nahe? Zeitlich nahe? Soll man z. B. im Geſchichtsunterricht mit der Geſchichte der Heimat oder mit der neueſten Zeitgeſchichte beginnen? Statt deſſen prüfe man einmal den Satz: Vom Ganzen zu den Teilen. b. Man verweile lange genug bei den Elementen, verwende viel Fleiß auf die erſten übungen. Das Fun⸗ dament muß ſolide ſein. 44, 271. c. Man gehe nicht zu ſchnell im Unterricht vor— wärts. Oft werden Bücher ſchnell durchgemacht, aber es kommt nicht auf das Wieviel an, ſondern auf das Wie⸗ gut. Eile mit Weile. d. Nimm Rückſicht auf die geiſtige Befähigung der Kinder, auf die Entwickelungsſtufen des geiſtigen Le— bens deiner Schüler. Der Lehrer ſoll darum, 1. vor Beginn ſeiner Tätigkeit den Standpunkt der geiſtigen Bildung ſeiner Schüler erforſchen; 2. verſchiedene Weiſen des Unterrichts gebrauchen, um fruchtbringender zu ſein. e. Der Unterricht ſoll fortſchreiten 1. mit feſtem Willen. Der Fleißige wird dabei fort und fort angeregt, daß er gern folgt, der Nach⸗ läſſige muß auch mit. Das Gegenteil davon iſt Schlaffheit:; 2. ſtufenweiſe, allmählich: 3. lückenlos, nach einem ſorgfältig ausgearbeite⸗ ten Plan. 21, 131. S. Lehrplan. Anm. Der Lehrer muß darum 1. über den Gegenſtand, den er zu lehren hat, eine klare überſicht haben, muß wiſſen, was er lehren ſoll und ſich mit der Ordnung des Lehrbuches wohl⸗ vertraut machen; 2. den ganzen Lehrſtoff in viele kleine Aufgaben und Lektionen teilen, die einzelnen Lektionen ſorg—

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— Die Schule (1913)

fältig ordnen und ſich eine Dispoſition entwerfen: 3. den Lehrſtoff in ſachgemäßer Ordnung vorfüh⸗ ren. Einem verworrenen Vortrag kann man nicht folgen. ‚ f. Der Unterricht ſei konzentriſch. Das kann in doppelter Weiſe geſchehen: 1. Jedes Jahr ein neuer Kreis. 2. Sachlich verwandte Gegenſtände werden unter einander verbunden, um Zeit und Kraft zu gewin⸗ nen, z. B. Bibliſche Geſchichte mit bibliſcher Geo⸗ graphie, Schönſchreiben mit Orthographie u. ſ. w. Man kann in dem einen Unterrichtszweig das, was in andern Stunden bereits gewonnen worden iſt, hereinziehen und mitbenutzen, z. B. Leſeſtücke leſen laſſen, die zum Religionsunterricht paſſen. ů 7. Art und Weiſe des Unterrichts. Der Unterricht ei a. intereſſant. Dann werden wir auch das In— tereſſe der Kinder gewinnen. Sie werden gern zur Schule kommen. 44, 46. Anm. Darum muß das Herz des Lehrers bei der Sache ſein. Er muß gern unterrichten und darf keine Mühe ſcheuen: b. praktiſch. Die Schule muß für das Leben erziehen: c. anſchaulich. Man kann ſich kein vollkommen deutliches Bild machen von Dingen, die man nicht ge— ſehen hat. 43, 136. Chriſtus hat anſchaulich unterrichtet und viel illuſtriert. 33, 258. Anm. Man hüte ſich aber, alles veranſchaulichen zu wollen, auch das, was ſich nicht veranſchaulichen läßt; d. klar und einfach. Der Unterricht muß mi die Schwachen Rückſicht nehmen. Man muß darauf ſe— hen, daß man verſtanden wird. Was nützen alle hoch— trabenden Reden? Anm. a. Wie Paulus jedermann allerlei wurde 1 Kor. 9, 22, ſo muß auch der Lehrer mit den Kindern ein Kind werden. Anm. b. Der Lehrer muß den Kern der Sache, um. die es ſich handelt, klarlegen und nicht bei allerlei un— weſentlichen Dingen ſtehen bleiben. Freilich muß er ſelbſt erſt den Mittelyunkt aufzufinden wiſſen; e. nicht mechaniſch. Der Unterricht ſei nicht eine bloße Dreſſur, ein Einpfropfen von Kenntniſſen. Was das Kind lernt, ſoll es auch verſtehen und entweder wörtlich oder wenigſtens ſachlich behalten. Anm. a. Manches, wie z. B. Leſen und Schreiben. muß ja auch mechaniſch getrieben werden, aber der mechaniſche Unterricht muß da ſein Ende haben, wo die Arbeit mit ſelbſtbewußtem Denken zu beginnen hat. 6. 309. Er darf nur die Grundlage ſein, darauf gebaut wird. 6, 313. Anm. b. Wer das Mechaniſche im Unterricht nicht

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— Die Schule (1913)

treibt, iſt unpraktiſch; wer es allein treibt, eine Maichine: f. bildend. Jeder Unterricht muß eine erziehende Arafjt haben. nicht bloß den Verſtand bereichern, ſondern auch den Willen auf das Gute hinrichten. Ammn. Das beſte Vorbild im Unterricht hat Chriſtus gegeben. Sein Unterricht war klar 46, 8. 9, intereſſant 10, anſchaulich 10. 11. Er ging vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten 33, 257. 258 und nahm ſich der Schwachen an. Individnelle Behandlung des Kindes. Individualität iſt das dem Menſchen Eigentümliche. 1. Jedes Kind iſt ein Original. Kinder ſind verſchie— den in Bezug auf a. Begabung. Es gibt ſcharfſinnige, lernbegierige, willige, aber auch ſchwerfällige, harte Köpfe, 46, 38. Ammmn. a. Schwachbegabte gibt es in jeder Schule. Sie zindern oft eine ganze Klaſſe. Annr. b. Eltern können darum ſchwer aus den Leiſungen der Kinder auf die Tüchtigteit des Lehrers ithließen: Der Junge lernt nichts, darum taugt die Schule nichts. Anm. c. Oft erſtreckt ſich die geringe Begabung nur über etliche Fächer. Mancher iſt flink im Rechnen, kann aber keinen Aufſatz ſchreiben. Anm. d. Urſachen geringer Begabung können Ver— v. ſein. Schiebe es nicht auf deinen Vorgänger. 13, 56. 57. Anm. e. Dummheit unterſcheidet ſich von Unwiſſendeit. Anm. f. Gutbegabte Kinder ſollen andere nicht verachten, Schwache nicht neidiſch auf Vegabtere ſein. Anm. g. Wie ſich ein Lehrer gegen ſeine gut begabten Kinder verſündigen kann 40, 172— 178. Er ſoll Sochmut und Ehrgeiz in ihnen nicht wecken und nähren. b. Temperament. Die verſchiedenen Tempera— mente 21. 150—161. 30, 353—367. 45, 236. Ihre Vehandlung 20, 59. 21, 162—171. 30, 238. „Anm. a. Harte Köpfe, Dickköpfe machen meiſt viel Rot. IAnm. b. Faulheit kann auch krankhaften Urſprungs ſern. 2. Der Lehrer muß die einzelnen Kinder nach ihrer Individualität kennen lernen. Nur ſo kommt er zum Verſtändnis der Kinderſeele. Wie kann ein Arzt irgend emand recht behandeln, den er gar nicht kennt? 4, 52. — Mittel dazu ſind a. aufmerkſame Beobachtung der häuslichen Verhältniſſe und des Kindes: b. Führung eines Schultagebuches: c. Berückſichtigung der Erfahrungen, die andere ge— macht haben, Studium von einſchlägigen Schriften, Be— iuch von Konferenzen.

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  • Ma. 9, 3. 13, 56. 57. 23, 146. 1. 23. 24. 20, 75. 37, 306. 20, 74. 1. 23. 15, 236—242. 47, 320. 16. 39. 30, 356. 13, 365. 45, 12. 16, 80 margin
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  • Ma. 9, 3. 13, 56. 57. 23, 146. 1. 23. 24. 20, 75. 37, 306. 20, 74. 1. 23. 15, 236—242. 47, 320. 16. 39. 30, 356. 13, 365. 45, 12. 16, 80. 16, 81. 16, 81 margin

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— Die Schule (1913)

3. Der Lehrer muß jedes Kind nach ſeiner Individunlität behandeln, muß Rückſicht nehmen auf die Begabunz der einzelnen, auf ihr Temperament 30, 362. Man kann nicht alle Kinder über einen Kamm ſcheeren. 46, 108. 109. Das wird ſich zeigen a. im Unterricht. Der Vegabte muß mehr leiſten, als der Unbegabte; b. in der Zucht. Rechte Handhabung der Zucht itt nur bei individueller Behandlung möglich: c. in der Beurteilung der Kinder. Der Lehrer ſollte die Leiſtungen der Kinder nie ohne Rückſicht auf die Gaben des Kindes beurteilen. Anm. a. Das iſt eine Forderung der Gerechtigkeit. So kommt aber auch die Liebe des Lehrers zur vollen Entfaltung. Anm. b. Rückſicht zu nehmen iſt auch auf das verſchiedene Geſchlecht. Knaben und Mädchen ſind verſchieden in Bezug auf phyſiſche und intellektuelle Ent— wickelung, Lebensbeſtimmung u. ſ. w. und ſollten darum verſchieden behandelt werden. Anm. c. Gegen die Trennung der Geſchlechter in höheren Klaſſen macht man geltend, daß die Gegenwart von Mädchen einen guten Einfluß auf das Verhalten der Knaben ausübt. Für Trennung ſpricht, daß im Unterricht manchmal Gegenſtände behandelt werden, die wohl für Knaben, aber nicht für Mädchen zweckmäßig ſind. Anm. d. Da man im Unterricht auf ſo viele Dinge Rückſicht nehmen muß, muß der Unterricht um ſo gründlicher vorbereitet werden. J. Der Schwachen ſoll ſich der Lehrer im Unterricht beſonders annehmen. Sie ſind der Pflege am meiſten bedürftig. 13, 57. A plea for the dull pupil 37. 305. Wie hat ſich Chriſtus der Schwachen angenommen! 33, 259. Tun das nicht auch die Eltern? 23, 151. Der Lehrer ſoll darum a. die Schwachbegabten nicht vernachläſſigen und verachten und die gut Begabten bevorzugen. Wie leicht geſchieht das! b. den Unterricht ſo einrichten, daß auch die Schwachen folgen können. Der Unterricht ſoll vornehmlich auf die ſchwach und mittelmäßig Begabten Rückſicht nehmen. Nur keinen zurücklaſſen 13, 58. 59, oder die Begabten auf Koſten der andern befördern! 4, 24. Anm. a. Darum muß der Lehrer auch einfach in der Sprache ſein. Was nützen alle hochtrabenden Reden? Anm. b. An Schwache darf man keine ſo hohen Anforderungen ſtellen, um nicht immer unzufrieden ſein zu müſſen und ihnen die Luſt zur Schule zu nehmen. Anm. c. Doch darf man in Berückſichtigung der Schwachen auch nicht zu weit gehen. Einzelunterricht iſt in der Klaſſe nicht am Platze; c. auf die Schwachen die volle Zeit verwenden. Lohnt es ſich der Mühe, ihnen mehr Zeit zu widmen, oder iſt es unrecht gegen die Fähigeren? Man muß einen Mit ⸗

  • Ent— wickelung, Lebensbe

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telweg einzuſchlagen wiſſen; d. das aburteilende Richten über die Unbegabten un⸗ terlaſſen, z. B.: „Aus dir wird nie etwas.“ Werden ſie nicht oft beſtändig ausgeſcholten? Kann ſolches Ver⸗ jahren der Liebe entſpringen? Will man ihnen dadurch MRut machen? Im Gegenteil ſoll man ſie fleißig er- muntern. 37, 37. Anm. Hier gilt es, Liebe und Geduld zu beweiſen. Werde nie verdroſſen und mutlos dabei! Das gehört mit zur rechten Treue gegen die Schüler. 13, 324. 325. Lehrplan und Stundenplan. a. Lehrplan. Der Lehrer muß ein beſtimmtes Ziel dor Augen haben, am Anfang des Jahres das Penſum derteilen und einen Lehrplan entwerfen. Dieſer Lehr⸗ plan 30, 47 1. muß ſorgfältig ausgearbeitet und den Ver⸗ hältniſſen angepaßt ſein. Dabei kommt Beſchaffen- heit der Schule und die Schulzeit in Betracht. Lind. 31. 32; 2. darf nicht zu hoch geſetzt ſein und die In⸗ dividualität des Lehrers zu ſchanden machen; 3. muß von der Gemeinde genehmigt ſein; 4. ſoll genau innegehalten werden. Das gilt be⸗ ſonders in mehrklaſſigen Schulen. Jeder bleibe in den Grenzen ſeines Penſums und gehe nicht über das Ziel ſeiner Klaſſe hinaus. Anm. a. Auch der Paſtor ſoll ſich danach richten und nicht ſein eigenes Memorierpenſum haben. Anm. b. Verzieht ein Lehrer, ſo hinterlaſſe er den Lehrplan ſeinem Nachfolger. Anm. c. Einen Lehrplan herzuſtellen, der allgemein befriedigt, iſt nicht möglich. — Der Lehrplan der Ge— meinden zu Milwaukee 25, 97— 128. 46, 191—224. Für die Staatsſchulen 31, 141. Für eine einklaſſige Schule 29, 315. b. Die Unterrichtsfächer werden auf die verſchiedenen Stunden der Woche verteilt. Der Lehrer muß nach ei— nem Stundenplan arbeiten. Dabei ſind folgende Winke zu beachten: 1. Die wichtigſten Lehrgegenſtände kommen zu-— erſt. — 2. Soviel wie möglich fallen dieſelben Fächer an gewiſſen Tagen auf dieſelben Stunden. 3. Kleinere Kinder ſoll man nicht zu ſehr an⸗ ſtrengen, die Unterrichtszeit nicht über eine halbe Stunde, bei größeren Kindern nicht über 45 Mi⸗ nuten ausdehnen. 4. Veränderung des Stundenplanes ſollte nur

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zu Veginn des Schuljahres vorgenommen werden. 1 5. Der Stundenplan ſoll konſequent durchgeführt und pünktlich innegehalten werden. Ohne Not ſol. man nicht davon abweichen. 37, 133. Auch ſoll man die Stunde nicht über die Zeit ausdehnen. Anm. a. Gründe für und gegen halbſtündige Lek— tionen im erſten Schuljahr mehrklaſſiger Schulen: 1. dafür: Eine Stunde ruhig zu ſitzen, iſt für die Kleinen eine große Anſtrengung. Auch die geiſi— gen Kräfte dürfen nur allmählich an ernſte Arbeit gewöhnt werden. Dazu ſpricht auch ein phyſiſcher Grund dafür: Manches Kind verliert bald das ge— ſunde Ausſehen; 2. dagegen: Zu einer Vertiefung im Reli— gionsunterricht reicht eine halbe Stunde nicht aus. Die halbſtündigen Lektionen führen die Kinder zur Flüchtigteit und Zerſtreuung. Durch die dazwi⸗ ſchen liegenden Pauſen erwächſt viel Zeitverluſt. Anm. b. Der Sonnabend iſt frei. Wie es zu dieſer Sitte gekommen iſt 42, 221. Montag anſtatt Sonn⸗ abend 30, 314. Blauer Montag 10, 30. Anm. c. Verſchiedene Muſter von Stundenplänen 45, 318—320. Lind. 36. Luth. 10, 202 —204. Abhandlung: Die Forderung, daß der chriſtliche Leh⸗ rer nach einem von der chriſtlichen Gemeinde genehmig⸗ ten Lehr- und Stundenplan zu unterrichten hat. 8, 257—259. 10. Mehrklaſſige Schulen. A. Lehrer an mehrklaſſigen Schulen müſſen zuſammen⸗ arbeiten in einem Sinn und Geiſt. Es darf nicht je— der für ſich fuhrwerken 24, 231, der eine nach Süden, der andere nach Norden ziehen 8, 270. Sie müſſen einig ſein in der Geſinnung 7, 294. 295, in dem zu er— ſtrebenden Ziel und den Mitteln, dieſes Ziel zu errei⸗ chen, in der Ausführung des Lehr-⸗ und Stundenplanes. in den Lehrbüchern und der Schulzucht. 22, 127. — Insbeſondere iſt zu beachten, daß a. jeder Lehrer in ſeinem Fach ſein Penſum zu er— reichen ſucht und den Nachfolger in der Klaſſe nicht mit unreifen Schülern auält: b. niemand dem andern Lehrer vorgreift und über ſein Penſum hinausgeht; c. der Vorgänger den Nachfolger nicht auf räudige Schafe aufmerkſam macht; d. jeder den Kollegen und ſein Werk achtet. Man ſoll darum vorſichtig ſein in der Beurteilung der Leiſtung des Kollegen, nicht auf die Arbeit des Vorgängers ſchimpfen, ſeine Arbeit vor den Ohren der Kinder her⸗ abſetzen, wegwerfende Bemerkungen über ſeine Kollegen machen u. ſ. w. Auch ſoll niemand die Kinder über ſei⸗ nen Kollegen ansfragen. 35, 173. B. An mehrklaſſigen Schulen kann noch in Betracht kommen a. der Fachlehrer. Das Syſtem des Fachunter-

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richts herrſcht in den höheren Schulen, paßt aber nicht in die Volksſchule. 1. Vorteile: Hat der Lehrer nur in einem Fach zu unterrichten, ſo wird ſeine Arbeit bedeutend erleichtert, der Schüler kann an Kenntniſſen und Fertigkeiten gewinnen; 2. Nachteile: Der Lehrer bleibt nicht mehr mit allen Unterrichtsjächern vertraut, durch den Wechſel der Lehrer zu jeder Stunde geht Zeit verloren, die Schulzucht wird erſchwert und gehindert, die Erziehungsarbeit iſt nicht aus einem Guß. Anm. Ob Lehrer an mehrklaſſigen Schulen dieſelben Kinder durch alle Stufen hindurch bis zum Ende ihrer Schulzeit behalten ſollten 45, 109; b. das Prinzipalſyſtem. Es iſt eine gute Einrichtung, wenn die Leitung der Schule nach innen und außen einem unter den Lehrern anvertraut wird. 11. Das Einüben. Was gelernt worden iſt, muß eingeübt werden. Übung macht den Meiſter. Dazu dienen die ſtillen Aufgaben. a. Zweck und Nutzen. 1. Das Gelerute wird feſter eingeprägt. Eher ſoll man nicht weiter gehen, als bis es in Fleiſch und Blut übergegangen iſt. 20. 124. 2. Stille Aufgaben ſind ein Probemittel, an dem man erkennen kann, wie weit die Kinder den Unterricht gefaßt haben. 3. Der Lehrer bekommt Gelegenheit, ſich mit einer andern Klaſſe zu beſchäftigen. Er kann nicht verichiedene Klaſſen auf einmal unterrichten. 1. Wie wohltätig wirken ſtille Aufgaben in ſittlicher Hinſicht auf das Kind ein! Das Kind lernt ſelbſttätig zu ſein. Regeln. Stille Aufgaben ſollen * 1. vom Lehrer wohl bedacht, geordnet und ab— geſtuft ſein: 2. ſich dem vorangegangenen Unterricht eng anſchließen und nur Wiederholung desſelben ſein; 3. intereſſant, praktiſch und zweckmäßig eingerichtet werden: 4. nicht zu weit ausgedehnt werden, ſondern von ſolchem Umfange ſein, daß ſie in der dafür be— ſtimmten Zeit ſorgfältig angefertigt werden können; 5. ſauber und ſchön gemacht werden. Das muß das Ziel bei allen ſchriftlichen Arbeiten ſein; 6. weder zu ſchwer noch zu leicht ſein:

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7. — Die Schule (1913)

7. mit Luſt und Liebe in einem heiteren Sinn ausgeführt werden:

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8. — Die Schule (1913)

8. vom Lehrer korrigiert werden. Anm. a. Den ſtillen Übungen muß eine genau be— ſtimmte Zeit zugewieſen und alles mechaniſch geregelt ſein. Anm. b. Auch dabei muß aute Disziplin herrſchen. Daß Kinder nicht von andern Schülern abſchreiben dür—

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fen ſ. unter Schulſchmuggel. Anm. c. In manchen Unterrichtsfächern, wie Katechismus, Bibliſcher Geſchichte u. ſ. w., können ſtille Übungen unterbleiben. 12. Gleichzeitige Beſchäftigung aller Kinder. Der Lehrer muß alle Kinder in ſeiner Schule gleichzeitig immer beſchäftigt halten. Dazu gehört, daß er die Kinder gut in Klaſſen einteilt, regelmäßig mit mittelbarem und unmittelbarem Unterricht wechſelt. Anm. a Auch die Kleinen in der Schule müſſen immer beſchäftigt ſein, ſonſt fangen ſie an zu ſpielen oder werden Träumer. Es iſt ein Fehler, wenn man nur die Gereifteren im Auge hat. Anm. b. Oft iſt ſtille Beſchäftigung nur ein Totſchlagen der Zeit, ein ſtummes Hinbrüten. Anm. c. Soviel wie möglich, muß der Unterricht Maſſenunterricht ſein. Anm. d. Man ſollte nicht mehr als drei Abteilungen machen. Je mehr Klaſſen, deſto mehr wird die Kraft des Lehrers zerſplittert. Jedes Kind muß das der Klaſſe geſteckte Ziel erreicht haben, ehe es in eine höhere Klaſſe eintreten kann. Anm. e. Um alle Kinder gleichzeitig zu beſchäftigen, kann man ſich der Monitoren bedienen, d. h. größere Kinder zu allerlei Dienſtleiſtungen heranziehen. Sie ſind dabei gut beſchäftigt. Anm. f. Gemiſchte Schulen bleiben im Durchſchnitt hinter Klaſſenſchulen zurück. 13. Wiederholung. Der Lehrer muß die Kinder durch Wiederholung des Gelernten zum wirklichen Beſitz des Unterrichtsgegenſtandes zu bringen ſuchen. Sorge dafür, daß die Kinder das Gelernte auch behalten und immer beſſer verſtehen. 27, 193. 197. Lind. 93. a. Wiederholung iſt notwendig, ſonſt vergeſſen die Kinder zu viel. Wiederholung muß geſchehen in Religion, Sprachen, Rechnen, Geographie u. ſ. w. 28, 127. 128. Auch das auswendig Gelernte muß immer wieder aufgeſagt werden. Lind. 185. Anm. a. Warum vergeſſen die Kinder ſo viel? Viel leicht iſt der Stoff dem Kinde nicht klar und packend eingeprägt, nicht hinreichend geübt und wiederholt worden, vielleicht liegt die Schuld auch an äußeren Umſtänden: Unaufmerkſamkeit, Trägheit, ſchlechtem Gedächtnis u. ſ. w. Anm. b. Warum unterbleibt die Wiederholung ſo oft? Manchmal aus Bequemlichkeit und Faulheit oder aus Mangel an Zeit, manchmal auch aus Urſachen, die der Lehrer nicht beſeitigen kann. Anm. c. Um Zeit für die Wiederholung herauszu-ſchlagen, muß der Lehrer die Menge des Stoffes dem Stande ſeiner Schule genau anpaſſen, ſeinen Unterricht, ſo gut wie möglich, vorbereiten, daß er möglichſt wenig Worte macht. mit Wärme und Eifer vortragen und ſich vor fads hüten.

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Anm. d. Was nicht wiederholt geübt werden kann, bleibe am beſten ganz beiſeite. b. Die Zeit der Wiederholung. Wieder⸗ holung kann geſchehen am Schluſſe jeder Stunde (ob am Anfang der nächſten Stunde nochmalige Wiederho— lung ſtattfinden ſollte, ſei dahingeſtellt 27, 203), am Ende des Monats oder des Quartals und dann am Jah⸗ resſchluß. Anm. a. Von Zeit zu Zeit muß eine größere Wie— derholung ſtattfinden. Man muß auch das Ganze wiederholen, ſelbſt das in früheren Jahren Gelernte. Anm. b. Oft wird man eine kurze Wiederholung in vollem Unterrichtsbetrieb anſtellen und in dem einen Dach wiederholen, was in ein ander Fach ſchlägt. c. Art und Weiſe. Wie und wann ſind Wieder- holungen am nutzbringendſten? 40, 36—47. 1. Die Wiederholung geſchehe nicht mechaniſch, nicht immer nach einer Schablone. 2. Oft können ältere Schüler unter Aufſicht des Lehrers mit den jüngeren Schülern eine Wieder— holung anſtellen. 14. Die Wandtafel als Lehrmittel. Die Wandtafel, die früher nur wenig gebraucht wurde 12, 142, ſollte der Lehrer fleißig benutzen. Das kann geſchehen a. im Schreibunterricht. Man läßt die einzelnen Teile des Buchſtabens an der Wandtafel entſtehen. Anm. Auch Kinder ſollen an die Wandtafel ſchrei— ben, aber nur wenig, weil es anſtrengend iſt. 42, 167; b. im Anſchauungsunterricht. Wie leicht läßt ſich oft ein Bild hinmalen, um einen Gegenſtand zu veranſchau— lichen: c. im Rechnen. Kinder können an der Wandtafel Erxempel vorrechnen; d. in Geographie; e. im Zeichnen; I. beim Leſen. Wie manchmal müſſen Wörter er— klärt werden! g. im Ratechismusunterricht. Allerlei Notizen und tichwörter können an die Tafel geſchrieben werden, z. — die vier Teile des 4. Hauptſtückes; h. in der bibliſchen Geſchichte. Der Ausdruck Köcher kann z. B. durch ein Bild veranſchaulicht werden: i. im Goſchichtsunterricht. Namen und Daten prä— gen ſich beiſer ein, wenn ſie ſchriſtlich vor Augen ſind. Einwand. Entweder muß man alles gleich wieder auslöſchen, oder es ſtört die Kinder in andern Unter— richtsſtunden. — Aber das hängt davon ab, wie der Lehrer ſeine Klaſſe in der Gewalt hat. Anm. a. Die Wandtafel kann aber auch mißbraucht werden, indem man z. B. kleine Kinder an der Tafel zeichnen läßt. Anm. b. Körperhaltung beim Schreiben an die Wandtafel 15, 56. 57.

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15. Der Lehrer im Unterricht. a. Sein Reden. 40, 73. Der Lehrer ſoll 1. nicht zu viel reden. Viel Sprechen iit ein großer Fehler und eine Urſache der Disziplin— loſigkeit. Man macht oft 80 Worte, wo 40 genug ſind. Auch die Antworten der Kinder ſoll man nicht unnötig wiederholen. Teach more, talk less. Beiſpiel, wie es nicht ſein ſoll Lind. 364; 2. nicht zu laut ſprechen oder ſchreien, ſondern in ruhigem, gemäßigtem Ton reden. Manche ſtrengen ſich zu ſehr an. 39, 89. Lautes Sprechen ſteht im Widerſpruch mit dem ruhigen Geiſt, der in der Schule herrſchen ſoll. 8, 217. Unruhige Lehrer machen unruhige Kinder. 43, 306; 3. langſam und deutlich reden; 4. den rechten Lehrton finden, der aus einem väterlichen, freundlichen Herzen kommt. Man ſoll nicht kalt, teilnahmlos oder abſtoßend ſein; 5. korrekt reden in Bezug auf Sprache und Inhalt. Die Darſtellung muß ohne Irrtum ſein. b. Sein Verhalten. 1. Das Benehmen des Lehrers in der Schule. 43, 27. 28. Das Auftreten des Lehrers ſei männ— lich, ernſt, würdevoll. Mancher gewöhnt ſich wun— derliche Formen an in Haltung und Vewegung. 19, 75 2. die äußerliche Erſcheinung des Lehrers. Der Lehrer ſoll wohlanſtändig in Kleidung ſein, nicht im Schlafrock oder Pantoffeln in der Schule er— ſcheinen. Lind. 354. Auch ſoll man während des Unterrichts nicht ſchlafen, rauchen, kauen u. ſ. w. Die Tabakspfeife gehört nicht in die Schule. 18, 24. Lind. 18. Anm. a. Hüten ſoll ſich der Lehrer vor 1. lautem Lachen. Es iſt gefährlich für ſeine Herrſchaft und kann Schaden anrichten, den der Lehrer in vielen Tagen nicht ausbeſſern kann; 2. unzeitigen Witzen. Es möchte dieſem oder Hn Schüler einfallen, auch Witze machen zu wolen. Anm. b. Seinen Kindern gegenüber muß der Leh⸗ rer eine gewiſſe Zurückhaltung beobachten, er darf die Kinder nicht necken oder allerlei Scherze mit ihnen trei— ben. Wenigſtens iſt Vorſicht dabei nötig. Anm. c. Die Namen der Kinder ſllte man nicht verkürzen, ſondern die Kinder mit vollem Namen an— reden. Sie mit Vornamen zu nennen, iſt wohl das Beſte.

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— Die Schule (1913)

16. Ruhe. 1. Ruhe iſt in der Schule durchaus notwendig. Was nützt dem Schüler die beſte Schule, wenn er nicht auf⸗ mertt? Das Verhältnis des Lehrers zum Schüler darf durch nichts Fremdartiges geſtört werden. 6, 12. Alö es Reden, Lachen, Lürmen muß vermieden werden. Lind. 13. Anm. a. Die Ruhe ſoll ſein äußerlich und innerlich. Anm. b. Man fordere aber nicht die ſchauerliche Stille des Grabes. Anm. c. Auch vor und nach der Schule, in den Pau⸗ ſen und auf dem Heimweg ſollten ſich die Kinder der Ruhe befleißigen. 2. Wie iſt Ruhe zu erlangen? Dazu gehört a. ein ſtiller Ort. Die Schule ſollte nicht an einer belebten Straße oder in der Nähe einer Fabrik liegen; b. ein ſtiller Lehrer. Sei du ſelbſt ſtill, mache möglichſt wenig Worte und ſchreie nicht. Ruhe ſchafft nur, wer Ruhe hat. 8, 339. Unruhige Lehrer machen unruhige Kinder. 43, 306. — Chriſti Vorbild 46, 17; cguter Unterricht. Der Unterricht muß 1. wohl vorbereitet ſein, damit der Lehrer nicht ins Schwatzen kommt; 2. alle Kinder beſchäftigen, ſo daß niemand mü⸗ ßig herumſitzt: ö 3. das Intereſſe der Kinder haben; d. ſtille Kinder: e.H ein beanemer Platz für den Lehrer, von wo aus er alle Kinder überſehen kann. Anm. Seinen Platz ſollte der Lehrer nur im Notfall verlaſſen. Er ſoll vom Katheder aus unterrichten, nicht m Zimmer umherlaufen, ſondern wie ein Feldherr im Kriegsheer auf ſeinem Poſten bleiben: f. ein wachſames Auge. Abhandlungen: Das Auge des Lehrers in der Schule. 23, 124—130. — Der Leh⸗ rer kann ſich viel Zeit und Mühe ſparen, wenn er ſeine Augen recht gebraucht. Das Auge tut geräuſchlos ſeine flicht. 39, 358. 359. Der Lehrer ſoll darum 1. alle Schüler im Auge behalten. Seinem Auge darf nichts entgehen; 2. den Unterrichtsſtoff beherrſchen, damit er mög⸗ lichſt frei unterrichten kann und nicht ins Buch zu ſehen braucht; 3. ſeine Augen ſchonen. Der Lehrer muß ge— ſunde Augen haben. Anm. a. Das Auge des Lehrers iſt von großer Wich⸗ tigteit zur Durchführung der Ordnung und in der Er⸗ ziehung. Es wirkt oft mehr als körperliche Züchtigung. g. Klaſſen, die nicht zu groß ſind. In überfüllten Rlaſſen kann Ruhe und Ordnung nicht mehr gut erreicht werden. Vergl. überfüllte Klaſſen:

  • Luth. 39, 147 margin

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9. — Die Schule (1913)

9. ordentliche Sitzplätze für die Kinder. Wie ſol⸗

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paßent Kinder ruhig ſitzen, wenn die Bänke für ſie nicht paſſen i. Ordnung in der Schule. Alles, Sitzen und Aufſtehen, das Hervorholen der Bücher u. ſ. w. muß auf Kommando nach beſtimmten Zeichen geſchehen. Anm. a. Iſt Unruhe in der Schule eingetreten, ſo 1. halte der Lehrer im Unterricht an, bis alle Kinder wieder regungslos daſitzen; oder 2. laſſe etliche Minuten körperliche übungen ma chen. Calisthenics; 3. ſtraſe die Plauderer und Ruheſtörer. Sie mögen nach der Schule zehnmal den Satz ſchreiben: Gewiſper verurſacht Störung. 17, 37—39. Anm. b. Ruhe halten iſt eine ſchwere Aufgabe. Manche Lehrer ſind ſelbſt daran ſchuld, wenn ſie unruhige Kinder haben. 44, 29. 30. Anm. c. Wie Thierſch ſich in einer verwilderten Klaſſe Ruhe verſchaffte 21, 183. 17. Aufmerkſamkeit. 1. Was iſt Aufmerkſamkeit? Es iſt das Richten aller Geiſteskräfte auf den Gegenſtand, der behandelt wird. Das Gegenteil davon iſt Zerſtreuung. Anm. Die Aufmerkſamkeit kann eine willkürliche und eine unwillkürliche ſein. Das unwillkürliche Aufmerken, das nur zeitweilig vorhanden iſt, iſt für die Schule faſt wertlos. Es muß bei den Kindern dahin kommen, daß es heißt: ich will aufmerken. 28, 60. 61. 2. Notwendigkeit. Aufmerkſamkeit iſt zum Gelingen der Arbeit unbedingt nötig. Ohne Aufmerkſamkeit kann nichts gelernt werden. 43, 304. 305. Anm. a. Sind die Kinder aufmerkſam, ſo ſchauen ſie den Lehrer unverwandt an. Sind ſie unaufmerkſam, ſo fangen ſie an zu ſchwatzen oder treiben allerlei aͤndere Dinge. 18, 133. Unaufmerkſame ſind wie eine verſchloſſene VBurg, die niemand Einlaß geſtattet. 40, 244. Anm. b. Die Kinder müſſen zur Aufmerkſamkeit ge wöhnt werden. Gleich beim Eintritt in die Schule müſſen ſie lernen, ihre Aufmerkſamkeit jedem Unterrichtsoeg mom zu widmen. Hinderniſſe. Wodurch wird die Aufmerkſamkeit ert oder geſtört? Das kann geſchehen durch a. die Lage des Schulhauſes ſ. unter Ruhe. Die erſte Vorbedingung der Aufmerkſamkeit iſt Ruhe außerhalb der Schule: b. die Temperatur in der Schule. Wie kann man aufmerken, wenn Hände und Füße frieren, oder wenn es zu heiß iſt? c. verpeſtete Luft: dadurch viel Störung verurſacht d. Raummangel, wird: e. unnötigen Schulbeſuch: f. Vorgänge im Elternhaus. Irgend ein großes Ereignis zu Haus kann großen Einfluß ausüben. Oft hat

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das Kind auch nicht den nötigen Schlaf bekommen. 40, 245. 246; g. verhinderte Naſenatmung (Katarrh); h. Schuld des Lehrers. Iſt die Unaufmerkſamkeit unter den Kindern allgemein herrſchend, ſo iſt gewiß der Lehrer daran ſchuld. J. Mittel, die Aufmerkſamkeit zu erwecken und zu för ⸗ dern. a. Der Lehrer ſei ſelbſt aufmerkſam. Er muß in die⸗ ſer Tugend durch ſeine Perſönlichkeit und Unterricht vor⸗ angehen. b. Der Unterricht ſei anziehend, feſſelnd. Der Leh⸗ rer muß mit ganzer Seele dabei ſein. 15, 138. Er muß das Intereſſe der Schüler für den Unterricht ge⸗ winnen 42, 369. 370, ihnen Luſt und Freude am Lernen zu machen ſuchen 43, 338. Er 1. verweile darum nie zu lange bei einem Unterrichtsgegenſtand, wechſele die Unterrichtsform. Man muß die Kinder vor körperlicher wie geiſtiger Ermüdung zu bewahren ſuchen 42, 371; 2. errege die Aufmerkſamkeit der Schüler durch Zwiſchenfragen, frage alle Kinder. Kein Kind darf einen Augenblick vor der Frage ſicher ſein; 3. laſſe nicht der Reihe nach leſen oder antworten, nenne nicht erſt den Namen des Kindes und dann die Frage, ſondern umgekehrt; 4. bringe alles zum klaren Verſtändnis der Kin· der; 5. gebe, ſoweit wie möglich, ſolchem Lehrſtoff den Vorzug, der dem Kinde intereſſant iſt; 6. mache nicht viele Worte. Die Kinder ſehen ſonſt den Wald vor Bäumen nicht; 7. vermeide jede zerſtreuende Wirkung des Unterrichts durch ein gleichzeitiges Vielerlei; 8. beginne den Unterricht erſt dann, wenn die mit ſtillen Übungen beſchäftigten Kinder ihre Arbeit begonnen haben u. ſ. w. c. Man ermahne die Kinder, bei der Arbeit zu ſein, lehre ſie, daß das ſo Gottes Wille iſt, führe ihnen auch zute Vorbilder vor. d. Für die Arbeit werde eine beſtimmte Friſt geſetzt, innerhalb welcher ſie gemacht werden muß. e. Der Lehrer ſoll 1. nicht vor den Kindern auf- und ablaufen. Dabei iſt Aufmerkſamkeit unmöglich; 2. nicht laut ſprechen und ſchreien. Unruhige Lehrer machen unruhige Kinder; 3. Vorſagen und Einflüſtern nicht erlauben; 1. ſeinen Platz nicht verlaſſen. f. Zur Erhaltung der Aufmerkſamkeit kann der Blick des Lehrers mit Erfolg angewendet werden. g. Die Urſachen vorhandener Unaufmerkſamkeit muß man zu ergründen und abzuſtellen ſuchen. h. Wenn ein Kind nicht aufmerkt, muß es hervor-

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— Die Schule (1913)

treten und ſtehen. Aufmerkſamkeit iſt nicht ohne ſtrenge Schulzucht zu erwarten. 18. Das Zutrauen der Kinder. Will der Lehrer im Segen arbeiten, ſo muß er danach trachten, ſich die Liebund das Zutrauen der Kinder zu erwerben und zu er— halten. Die Kinder ſind es wert. Winke dafür: Der Lehrer a. liebe ſeine Schuler. Liebe erweckt Gegenliebe. Liebe läßt ſich nicht gebieten; b. nehme herzlichen Anteil an ihren Freuden und Lei⸗ den; c, behandele ſie gerecht und unparteiiſch, mache keinen Unterſchied zwiſchen arm und reich: d. ſei freundlich, gefällig, dienſtfertig (begehre aber keinen Dienſt von ihnen ohne Not); e. nehme ſich der Schwachen beſonders an; f. ſei nicht zu ſtreng. Anm. a. Das Verhältnis zwiſchen Lehrer und Schülert muß ein ſchönes ſein. Anm. b. Mittel, ſich bei den Kindern verhaßt zu machen: Man tue ihnen unrecht, nehme keinen Anteil an ihren Freuden, verſage ihnen unſchuldige Vergnügen, verſpotte ſie u. ſ. w. 19. Luſt zur Schule. Soll der Unterricht erfolgreich ſein, ſo muß das Kind mit Luſt zur Schule kommen. Man kann keiner Seele etwas mit Gewalt beibringen. Manche Kinder werden in die Schule geprügelt. 25, 257. Es iſt Sache der Schule, dieie zu erwecken. 44, 70. Wie kann der Lehrer das erreichen? 44, 312. Er ſoll a. den Kindern die Schule lieb und wert machen. Gleich am erſten Schultage müſſen die Kinder einen freundlichen Eindruck von der Schule gewinnen. 25. 258 b. den Unterricht anziehend machen und ihr Intereſſe dafür gewinnen; c. die Kinder zur Arbeit locken. Es kann geſchehen durch Hinweis auf Gottes Gebot, den großen Segen einer chriſtlichen Schule. Man mag ihnen vorhalten, daß ſie die Zeit nicht beſſer anwenden können und es ſpäter berenen würden, wenn ſie nicht fleißig geweſen ſind u. ſ. w.: d. die Kinder nicht bloß zur Arbeit zwingen, ſondern auch auf ihren freien Willen ſehen; e. alles meiden, was ihre Luſt und Liebe zur Schule ſtören könnte, die Kinder nicht ungerecht ſtrafen u. ſ. w.; f. die Kinder nicht überbürden, das Gehirn nicht zu ſehr anſtrengen 6, 318. 319, nicht zu ſchwere Aufgaben von ihnen erwarten 44, 73, mit Hausaufgaben Maß halten 25, 260. Allzuviel iſt ungeſund. 27, 199. Viele Lehrer ertöten dadurch alles Intereſſe am Lernen. 45, 132. Es kommt nicht auf die Quantität, ſondern auf die Qualität an. 27, 200; g. die Kinder freundlich behandeln. Anm. a. Die Freude wird erhöht, wenn die Kinder

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— Die Schule (1913)

ſehen, wie ſie das Gelernte praktiſch verwerten können. Anm. b. Vom Lehrer muß die Luſt zur Arbeit auf die Kinder übergehen. Anm. c. Eltern ſollen ihren Kindern keine Furcht dor der Schule einimpfen, den Lehrer nicht vormalen als einen Mann, der die unartigen Kinder ſchlägt. Anm. d. Luſt zur Arbeit iſt nicht zu verwechſeln mit Ileiß. 20. Der Sitplatz der Kinder. a. Jedes Kind muß einen beſtimmten Sitz haben. b. Kinder ſollen ſich den Platz nicht ſelbit ſuchen. c. Worauf muß der Lehrer beim Setzen der Kinder Rückſicht nehmen? 1. Sind die Bänke verſchieden, ſo ſetze man die Kinder nach der Größe. Schwerhörige oder Rur zfichtige ſitzen vorn. 3. Solche, die gern plandern, ſiven allein. Es kommt viel darauf an, was für Kinder man ne⸗ beneinander ſetzt. 1. Es hat etwas für ſich, wenn die begabteren Kinder die oberen Plätze einnehmen und zuſammen— ſizen. Anm. Bei manchen Lehrern hängt der Sitplatz von tein äußerlichen Zufälligteiten ab. 21. überfüllte Klaſſen. Eine überfüllte Schule hat man- cherlei Nachteile: a. Der Lehrer kann ſich der Einzelnen nicht ſo anneh: men und ſie nach Gaben und Charakterbildung kennen lernen, wie er ſollte. „Lieder und Bibelſprüche können nur mangelhaft ab- gehört, die ſchriftlichen Aufgaben nicht genügend nachge— ſehen, die Erempel den Einzelnen nicht ſo erklärt wer⸗ den, wie es geſchehen ſollte. Beim Leſen kommt auf je— des Kind etwa nur eine halbe Minute. c. Ordnung und Ruhe tönnen nicht ſo gut aufrecht er. halten werden. d. Die Luft in der Schule wird zu dick. e. Es mangelt an Raum. Jeder Platz muß mit Bän- ken ausgefüllt werden. f. Die Anſtrengung iſt für den Lehrer zu groß. Anm. a. Wann iſt eine Schule überfüllt? Wenn ein geſchickter Lehrer nicht mehr imſtande iſt, dem ein⸗ zelnen Schüler die nötige Zeit zu widmen. Anm. b. Die Zahl der Kinder auf einen Lehrer ſollte 60 nicht überſchreiten. 80 Kinder ſind zuviel. 43, 209. 210. Statiſtiſches 16, 182. Anm. c. überfüllte Klaſſen ſind oft eine Folge da. von, daß Schulgeld gefordert wird. Anm. d. Joſeph Lancaſter unterrichtete mit Hilfe von Monitoren 1000 Kinder zugleich.

  • Luth. 34, 3 margin
  • Luth. 39, 147 margin
  • Luth. 39, 148 margin
  • Luth. 39, 147 margin
  • Luth. 39. 148 margin
  • Luth. 39, 147 margin
  • Luth. 39, 148 margin
  • Luth. 39, 147 margin
  • Luth. 39, 147 margin
  • Neb. 1906, 53 margin
  • Luth. 57, 275 margin
  • Luth. 57, 275 4, 8— 12 margin

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— Die Schule (1913)

Abhandlungen. Der Schulſchmuggel. 22, 114—125. Wie iſt dem ſogenannten Schulſchmuz⸗ gel entgegenzuarbeiten, um denſelben womöglich zu beſeitigen? 20, 58. 59. Ee⸗ 17, 37—39. Copying. 46. 342—344. wiſper im Schulzimmer. 22. Schulſchmuggel. 44, 263—270. Unarten der Kinder, die man unter Schul ſchmuggel 45, 150—152. 20, 125. verſteht, ſind z. B. das Einflüſtern und Vorſagen, As, 58. 43, 348. 33, 264. ſchreiben unter oder auf dem Tiſch, Ableſen, bei An⸗ 265. 22, 115. Il. 91, fertigung einer Arbeit unerlaubte Mittel gebrauchen, 45. heimlich die Schule verbummeln Il. 91, 45 u. ſ. w. Anm. a. Urſachen: Die Erbſünde, Unluſt zum 22, 116. 117. 20, 58. 44, Lernen, Faulheit, Angſtlichkeit, zu hohe Anforderungen 264. 265. an die Kinder, ungenügend vorbereitete Aufgaben u. ſ. d. Anm. b. Befördert wird dieſe Unart 1. durch die Eltern zu Haus, wenn ſie den Kin⸗ 22, 119. 121. dern keine Zeit geben, ihre Aufgaben zu machen oder ihnen erzählen, wie ſie ihren Lehrer hinters Licht geführt haben: 2. durch den Lehrer, wenn er zu bequem oder 2, 122. 44, 266. 267. unaufmerkſam iſt, immer in beſtimmter Reihen⸗ folge leſen oder aufſagen läßt, zu hohe Anforde⸗ rungen ſtellt, nur die Kinder anſieht, die gerade vor ihm ſitzen, oder wenn er ſelbſt aus dem Buche abguckt u. ſ. w. Anm. c. Der Schaden, der dadurch angerichtet 44, 268. 46, 344. wird, iſt groß. Die Faulheit wird befördert. Ein ſol— cher Schüler ſchwindelt ſich durch ſeine Klaſſe, ohne was rechtes zu wiſſen oder zu können. Er gerät auch immer tiefer hinein. Anm. d. Was iſt zutun, um dieſes Unwe⸗ ſen einzuſchränken? Der Lehrer 1. handhabe das Geſetz und zeige den Kindern, wie unrecht das iit. Aller Betrug iſt Sünde; 2. vermeide alles, was dazu Anlaß geben könnte, gehe ſeine Aufgaben gehörig mit den Kindern durch: 3. überwache die Kinder, habe Augen und Ohren offen, verlaſſe ſeinen Platz nicht; 4. erwecke in den Kindern Luſt und Liebe zur Arbeit; 5. ſtrafe jeden, der dabei erwiſcht wird, je nach dem Fall, und bringe ihn zur Erkenntnis ſeines Unrechts.“ Anm. Das Angeberſyſtem würde zwar viel helfen, iſt aber in anderer Hinſicht ſchädlich. 23. Schulbücher. a. Für den Lehrer. Der Lehrer 1. bediene ſich in jedem Unterrichtsfach eines Leitfadens: 2. braucht ſich nicht ſklaviſch daran zu binden: 3. verfertige ſich nach den vorhandenen Lehrbü⸗ chern ſelbſt einen Leitfaden, der für ſeine Schule paßt, wenn er keinen gedruckten finden kann. Oft

  • Il. 91, 45
  • Il. 91, fertigung einer

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— Die Schule (1913)

ſind die Bücher für unſere Schuͤlen zu umfangreich. Anm. a. Subjektivismus, da jeder in der Schule ſich ſeinen eigenen Weg bahnt und in der Schule vornimmt, was ihm beliebt, iſt für die Schule höchſt ſchädlich. Der Lehrer muß auf das Wohl der Schule ſehen. Er wird darum gut tun, ſich nach einem Leitfaden zu richten. Anm. b. Substitution ôf teacher for textbook 30, 27326. b. Für die Kinder. Der Lehrer ſoll 1. nur chriſtliche Bücher einführen. Viele Bü⸗ cher werden für chriſtliche Bücher ausgegeben, die von chriſtlichen Grundſätzen nichts enthalten; 2. nur die beſten Bücher einführen. Man ſollte, wenn irgend tunlich, nur die von unſerm Publish- ing House gedruckten gebrauchen. Il. 89, 113. Unſere Schulbücher 5, 17. 25, 233. 234; 3. nicht zu oft mit Büchern wechſeln: 4. nicht willkürlich Bücher in der Schule einfüh ⸗ ren, ſondern es erſt der Gemeinde vorlegen. Einwand. Die Gemeinde verſtehe nicht, übar Bücher zu urteilen; 5. Rückſicht nehmen auf die öffentliche Meinung, Geldpunkt u. ſ. w. Anm. a. Dieſelben Bücher in allen Schulen hätte manchen Vorteil. Lehrer und Schüler finden, wo ſie eintreten, alte Bekannte vor. Die Studenten könnten auf dem Seminar beſſer vorbereitet werden. Anm. b. In den meiſten Staatsſchulen hat manfreie Schulbücher. Dieſe Einrichtung hat ſich bewährt. 30, 313. Eltern mit vielen Kindern ſparen Schulgeld, infolge deſſen hat auch der Schulbeſuch zugenommen. Und jedes Kind hat gleich am erſten Schultag ſeine Bücher. Doch lehrt die Erfahrung auch, daß die Kinder verſchwenderiſch damit umgehen und die Koſten ſomit viel höher zu ſtehen kommen. 39, 92. Statiſtiſches 35, 253. In einer Schule werden die Bücher von der Schule zu einem geringen Preiſe vermietet. 35, 155. — Dieſe Einrichtung der Staatsſchule macht es für uns um ſo ichwieriger, Kinder für unſere Schulen zu gewinnen. 24. Beginn und Schluß der Schule. a. Der Lehrer ſollte der erſte im Schulzimmer ſein und alles vorbereiten. b. Die Kinder ſollen nicht bis zum letzten Augenblick ſdielen, ſondern ſich vorher ſammeln und ihre Sachen ordnen. c. Die Eröffnung der Schule geſchieht mit Ge— ſang und Gebet. Der Lehrer ſpricht das Gebet. Daß die Kinder die drei Artikel aufſagen, iſt ein löblicher Gebrauch. 44, 61. 62. Anm. a. Die Andacht zu leiten, iſt Sache des Lehrers. Von einem Schüler ein Gebet ſprechen zu laſſen, iſt unpädagogiſch. Außerdem hat das Kind keinen Be⸗

  • Il. 89, 113
  • Past. 57 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39. 3 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39. 3, 372 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39. 3, 372. 23 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39. 3, 372. 23, 186 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39. 3, 372. 23, 186. 187 margin
  • Wis. Syn. 1905, 44. 2, 339. 340. 40, 365. 366. 1, 40. 1, 39. 3, 372. 23, 186. 187. 13, 43 margin

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— Die Schule (1913)

ruf, öffentlich zu beten. Anm. b. Bei der Andacht iſt darauf zu achten, daß 1. die Kinder andächtig ſind und nicht dabei um hergaffen; 2. Lehrer und Schüler eine ehrerbietige Haltung einnehmen; 3. die Kinder das, was ſie aufſagen, langſam. und deutlich herſagen. Anm. c. Die Gebete, die in der Schule gebrauch: werden, ſollten die Kinder auswendig können. Der Lehrer ſoll den Kindern auch das Verſtändnis des Gebetes beibringen. Anm. d. Am Nachmittag kann man ohne Gebet anfangen. d. Die Schule wird mit Geſang und Gebet ge— ſchloſſen, und ohne Lärm verlaſſen die Kinder die Schule. Anm. Beſchreibung, wie ein Schultag verläuft 17, 10—15. 25. Die Erholung. Dabei kommt in Betracht Kleinere Kinder ſollten öfter eine a. die Pauſe. kleine Pauſe haben. Anm. a. Auch während der Pauſen muß der Lehrer die Aufſicht über die Kinder führen. Anm. b. In manchen Schulen hat man die Pauſen abſchaffen wollen. Gründe dafür: ſtarke Knaben werden während des Syieles leicht grob und wild, Kinder erkälten ſich leicht, die gutmiütigen und bösartigen Kinder kommen nicht ſo in Berührung. So würden auch körperliche Straſen vermindert: b. das Spiel. Das Spiel ſpielt in der Jugend eine bedeutende Rolle. Man ſoll Kinderſpiel nicht als Allotria verachten 46, 332, oft zeigt ſich ſchon im Spiel des Kindes zukünftige Beſtimmung. 1, 157. 158. — Kreisball und andere Spiele 22, 172. 173. Bücher für Spiele Lind. 303. Kinderſpiel in alter Zeit 30, 305 bis 307. 42. 152. Anm. a. Bei jeder Schule ſollte ein Spielplatz ſein. In New Rork hat man ihn mitunter auf dem Dache der Schule. 30, 377. 378. 32, 250. Anm. b. Die Spiele dürſen nicht ausarten. Keine rohen Spiele, kein ungehöriger Lärm auf dem Spielplatz. Anm. c. Der Lehrer ſollte immer dabei ſein und die Spiele überwachen, die Kinder Spiele lehren, wohl auch ſelbſt mal mitſpielen 1. 11; c. die Feiertage. Außer den kirchlichen Feiertagen kann man Lincolns und Waſhingtons Geburtstag, den Gräberſchmückungstag, den 4. Juli, den Arbeitertag und Danktag freigeben: d. das Schulfeſt. Pienic. Schulfeſte wurden ſchon im Mittelalter gefeiert. Das Gregoriusfeſt am 12. März. 1, 124. Luth. 38, 34. Anm. a. Der Zweck des Schulfeſtes iſt, dem Kinde harmloſe Freude zu bereiten. Dabei kann man aber

  • Luth. 38, 34

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