Collection › Der Lutheraner (Frankfurt am Main) › Jahrgang 4, Nummer 9 › Seite 68

Der Lutheraner Frankfurt am Main — September 1950, Seite 68

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Seite 68                                    September 1950                                    Nummer 9

Welt hinausgehen und würde ihr predigen
zur Zeit und zur Unzeit, und mein Text
sollte sein: „Was hülfe es dem Menschen, so
er die ganze Welt gewönne und nehme doch
Schaden an seiner Seele?“

Was sagen wir zu diesen Worten? Wahr ist
an ihnen, daß wir lernen müssen viel, viel
mehr: „Die Hauptsache die Hauptsache sein
zu lassen,“ d. h. unsere Seligkeit und unserer
Mitmenschen Seligkeit zu schaffen mit Furcht
und Zittern, d. h. mit ganzem, vollen Ernst!
Das gäbe einen Auftrieb des Gebetes und
des Glaubens, des geheiligten Wandels, der
werbenden Liebe und des Zeugnismutes.
Freilich, das alles nun nicht in einer Angst
und Qual, sondern als ein Gehorsams⸗ und
Freudendienst dessen, der sagen kann: „Mir
ist Erbarmung widerfahren!“ Arme, die doch
viele reich machen! Und freilich darf's dann
nicht heißen mit jenem gutgemeinten Liedeswort
: „Lasse still die andern breite, lichte,
volle Straßen wandern“, sondern wir sollen
ihnen heilige Unruhe machen: „Eile und errette
deine Seele“. „Kommt, wir wollen
wieder zum Herrn“.

Sodann aber brauchte darum das irdische
Leben nicht entwertet zu werden. Ist es eine
Gabe aus Gottes Hand, anvertrautes Gut,
so dürfen wir es nehmen. Irdische Freuden
— Gottes freundliche Gabe. Irdische Arbeit
— von Gott befohlen, dem großen Arbeitgeber
. Freilich muß an erster Stelle bleiben
das, was das Wort Jesu meint: Trachtet
am ersten, und nicht am zweiten, dritten oder
hundertsten — nach dem Reiche Gottes und
nach seiner Gerechtigkeit.

Wirklich: Auch Gottes Feinde können uns
als eigenartige Gotteszeugen und als Aufrüttler
von Gottes Gnaden zum besten
dienen. Greve

Pfarrer Konrad Wagner — ein Charakterbild
1857—1949

Am 30. Juni war ein Jahr vergangen, seitdem Gott
der Herr seinen treuen Knecht, den Pfarrer i. R.
Konrad Wagner, im 92. Lebensjahr in die ewige Heimat
rief. Der Heimgegangene wird allen, die ihn gekannt
haben, besonders den Gemeinden Elberfeld,
Gemünden, Zürich⸗Lörrach, Frankfurt a. M. unvergessen
bleiben. Seinen christlichen Charakter prägte
das fromme Elternhaus in Marienwerder in Westpreußen
. Einer Färberfamilie entstammend, das 12.
Kind seiner Eltern, wuchs er in einem fröhlichen Geschwisterkreis
auf, lernte aber in den Kriegszeiten der
sechzig⸗siebziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts
auch Not und Sorge kennen, besonders als die Cholera
4 seiner Brüder an den Rand des Todes brachte.
Eine schwere Erkrankung seiner lieben Mutter ließ
in ihm den Entschluß reifen, Theologie zu studieren.
Seinen Bildungsgang durchlief er auf der Universität
in Erlangen, wo er auch als Einjährig⸗Freiwilliger
diente. Er hatte allezeit etwas soldatisch⸗männliches an
sich; mit Strenge paarte sich in seinem Wesen das
Zarte, mit tiefem Ernst ein köstlicher Humor, mit
Strenge gegen sich selbst ein liebevolles Sicheinfühlen
in die Menschen, mit männlicher Art eine große Liebe
zu den Kindern und allen, die seines Rats und helfender
Tat bedurften. Als Hauslehrer in Bodenbach in
Böhmen nahm er sich im Hause eines Fabrikanten
des erkrankten Sohnes in großer Treue bis zu dessen
Tode an und begleitete den vereinsamten Vater auf
mancherlei Reisen. Da sah er die Naturschönheiten
Tirols, lernte Wien und Venedig kennen und schaute
von der Höhe der Wartburg hinunter zu Luthers
„lieber Stadt“ und hinüber zu den Thüringer Bergen
.

Nach den erlebnisreichen Studien⸗ und Wanderjahren
und den in Breslau bestandenen Prüfungen vor den
Kirchenräten Nagel und Huschke tat er als Hilfsprediger
des Elberfelder Superintendenten Feldner

die ersten Schritte ins heilige Amt.

Hier lernte er den Mann kennen, der im Revolutionsjahr
1848 die Schrift herausgab: „Wie können wir
Deutschland evangelisieren?“ — der 1858 die unierte
Kirche mit einem großen Teil seiner Gemeinde verließ
und mit einem priesterlichen Herzen inmitten
seiner Gemeinde und der weit zerstreuten rheinischwestfälischen
Diözese des heiligen Dienstes wartete.
Wie lag diesem treuen Bekenner, an der Förderung
des geistlichen Wachstums der ihm anvertrauten
Seelen! Der Umgang mit diesem seinem „geistlichen
Vater“, der ihn auch zum hl. Predigtamt ordinierte,
machte auf den jungen Anfänger im hl. Amt einen
unauslöschlichen Eindruck. Hier wurde der Grund
gelegt zu seiner aus bußfertiger Selbsterkenntnis
quellenden Predigtweise von dem alleinigen Heil in
Christus, dem Sünderheiland, zu einer Seelsorge, die
zunächst Sorge um die eigene Seele ist und sich dann
auch erbarmend der Seelennot der „Mitbrüder und
Mitschwestern in Christo“ annimmt, zu einer verantwortlichen
Amtsführung, die der Rechenschaft am
jüngsten Tage gedenkt. So kam das zur Entfaltung,
was als Keim das Elternhaus und treue Lehrer aus
der Studienzeit in ihn hineingelegt hatten. Als ihn
dann Gott der Herr ins Pfarramt nach Gemünden
und 13 Jahre später in die Diasporaarbeit der in der
Schweiz zerstreuten Lutheraner und mit 60
Jahren noch in den gesegneten 17 jährigen Dienst in
die Gemeinden der Parochie Frankfurt führte, da
spürte man es ihm an, daß das lutherische Christentum
ihm keine angelernte, sondern eine mit seinem
ganzen Wesen verwachsene Gottessache war. Christum,
den Gekreuzigten und Auferstandenen, wollte er predigen
— Ihn allein.

Den Seelen wollte er dienen

— sie in die göttliche Wahrheit hineinführen und
sie ihres Heiles in Christo ganz gewiß machen.
Eduard Kellners Wort: „Nur wer über Sinai und
Golgatha nach Wittenberg kommt, ist ein rechter
Lutheraner; wer nicht eine neue Kreatur in Christo
geworden ist, geht trotz seines Luthertums verloren“,
stand ihm im Herzen geschrieben. Wenn er predigte
oder im Kreise seiner Amtsbrüder bei Konferenzen
oftmals in die heilige Schrift einführte, merkte man
etwas von der Vollmacht, die ihm gegeben war.
Er selber hielt sich für Gottes „unwürdigsten Knecht“.
Noch im hohen Alter hörte man ihn immer wieder
über seine Amtsversäumnisse klagen, und doch werden
ihm viele noch in der Ewigkeit dafür danken, daß er
ihnen ein rechter Seelsorger, ein Führer zu Christus
, zur Seligkeit geworden ist. Wer ihn nicht näher
kannte, mochte wohl manchmal vor dem Eifer erschrecken
, der ihn beseelte. Hielt er doch in seinen
Gemeinden auf strenge Zucht und konnte dem einzelnen
scharf ins Gewissen reden. Sobald er aber sah, daß
man dem Gewissenszeugnis sich beugte, war er wie
umgewandelt und konnte so liebevoll mit dem Bußfertigen
reden, wie eine Mutter ihr weinendes Kind
tröstet. Durch die Geradheit und Offenheit seines
Wesens, durch seine jeder Phrase abholde Charakterstärke
ist er allen, die aus der Wahrheit sind, zum
Freund und Bruder geworden. Dabei war er

ein fröhlicher Christ.

Der Mutter Singen im Vaterhaus, von dem er
oft erzählte, hatte es ihm angetan. Er war
mit sicherem Gehör und guter Stimme begabt
und durch das Singen geistlicher Lieder und
edler Volkslieder, wie es besonders in der christlichen
Studentenverbindung „Wingolf“ gepflegt wurde, und
das Spielen auf der Geige hat er viele erfreut und
sich selbst in Traurigkeit getröstet. Er war auch ein
Erzähler von Gottes Gnaden, was Junge und Alte
bezeugen können, und konnte dank seines guten Gedächtnisses
ganze Lieder und Balladen auswendig deklamieren
. Wie gern sagte oder sang er nach der
Melodie „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ in
Erinnerung an seine Jugendzeit das „Lied eines gottseligen
Färbers“, das ein wandernder Gesell einst
mitgebracht hatte und in dem dieser schöne Beruf
geistlich gedeutet war. Da heißt es u. a.: „Nun
will ich zum Beschluß mir meine Leibfarb wählen;
mein Freund ist weiß und rot, dem will ich mich empfehlen
. Sein Blut, das wasche mich von meinen Sünden
rein, so kann ich hier gerecht und dort auch selig
sein.“

Wie sein Leben, so war sein Sterben.

Am Abend des 30. Juni 1949 richtete sich der im
92. Lebensjahr stehende müde Pilger, um den es sehr
einsam geworden war, der aber auch noch im hohen
Alter seine geistige Frische behalten hatte, im Bett
auf und sprach klar und deutlich die Worte der
Abendmahlsliturgie: „Unser Herr Jesus Christus, in
der Nacht, da er verraten ward“ ..., dann „Christe, du
Lamm Gottes“, betete das hl. Vaterunser und segnete
seine Tochter, die von seinen 3 Kindern allein bei ihm
war. Dann kam der Tod, und er schlief still ein. Am
Vormittag des 4. Juli gaben wir ihm das letzte Geleit
. Superintendent Martin, dessen selbständiger Gemeinde
in Marburg er sich angeschlossen hatte, hielt die
Grabliturgie. Nach seinem Wunsch wurde nach dem
Liede „Wenn mein Stündlein vorhanden ist“, das
Gleichnis vom verlorenen Sohn verlesen. Jede Grabrede
hatte er sich verbeten. Da hielt er uns seine letzte
Predigt. Der Chor sang aus seinem Lieblingsliede
„Geh aus mein Herz und suche Freud“, das er so oft
und gern mit den Kindern angestimmt hatte, die beiden
Verse: „Welch hohe Lust, welch heller Schein“ und
„O wär ich da, o stünd ich schon, o großer Gott vor
Deinem Thron“. Sie waren wie ein Sinnbild seines
Christenglaubens. Seinen Sarg bedeckte frisches Tannengrün
aus dem deutschen Wald, den er so sehr geliebt
. Sein Grab liegt am steilen Abhang des Marburger
Bergfriedhofes, hoch über der Stadt und dem
Tal der Lahn. Dort wartet er der Auferstehung. Was
die Herzen bewegte, faßte ein Amtsbruder zuletzt in
das eine Wort: „Er war uns wie ein Baum, gepflanzt
an den Wasserbächen, der seine Frucht bringet
zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken
nicht“. J. Fritze

Die Tränen der Christen

Die Exempel der Patriarchen sollen immer vor unseren
Augen liegen, auf daß wir lernen, daß auch unsere
Werke, die im Glauben geschehen, desgleichen unsere
Trübsal, so wir im Glauben leiden, Gott alle angenehm
und gefällig sind und wie ein stetiges Opfer.
Dieses ist ein großer Trost der Gläubigen. Das Leben
der Gottseligen scheint ein unnützes Leben zu sein und
gar keine Früchte oder Herrlichkeit zu haben. Aber
dieses ist eine treffliche Ehre und Herrlichkeit, daß wir
wissen, daß Gott auch unsere Tränen, und ein jegliches
Tröpflein, so aus unseren Augen fällt, zählt,
und daß es alles vor Gottes Augen angeschrieben und
gleichsam in ein golden Gefäßlein gesammelt ist.

Luther, II, 772.

Für unsere Zeit

Wo man sündigt und die Strafe fühlt und
aber doch nicht erkennen will, daß die Strafe
von Gottes gerechtem Urteil herkomme, sondern
nur ungeduldig und zornig sein will von
wegen des Gutes, das man verloren hat: das
heißt nicht Buße tun, sondern heißt wider
Gott toben und mit ihm zürnen. Wie wir
jetzt zur Zeit auch tun: wenn wir mit dem
Türkenkriege, mit Pestilenz, mit Teuerung
gestraft oder sonst auf andere Weise vom
Teufel geplagt werden, so klagen wir alle
über den großen Jammer und Unglück. Aber
du hörest niemand, der da sage: Wir haben gesündigt
, wir haben übel getan, HErr Gott,
erbarme dich unser, gedenke an deine Barmherzigkeit
, die von Ewigkeit währet. Wir bekehren
uns nicht zu Gott, der uns straft; wie
darüber der Prophet Jesaia am 9. Kap.
V. 13 auch klaget: „Das Volk kehret sich
nicht zu dem, der es schlägt und fraget nicht
nach dem HErrn Zebaoth.“ Luther

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Page 68                                    September 1950                                    Number 9

world and would preach to it in season and out of season, and my text
should be: "What would it profit a man if he gained the whole
world and yet suffered the loss of his soul?"

What do we say to these words? What is true in them is that we must learn much, much
more: "To let the main thing be the main thing," that is, to work out
our own salvation and that of our fellow men with fear
and trembling, that is, with complete, full earnestness!
That would give an upsurge of prayer and
faith, of sanctified conduct, of persuasive
love and courageous witness. Of course, all this not in anxiety
and torment, but as a service of obedience and
joy rendered by one who can say: "Mercy
has been shown to me!" Poor, yet making many rich!
And indeed, then it must not be as in that well-meant line
of hymn: "Let others quietly wander the broad, bright,
full streets," but rather we should
give them holy unrest: "Hasten and save
your soul." "Come, let us return
to the Lord."

But then earthly life need not for that reason be devalued.
If it is a gift from God's hand, an entrusted good,
then we may accept it. Earthly joys
— God's kindly gift. Earthly work
— commanded by God, the great employer.
Of course, what Jesus' word means must remain in first place:
Seek first, and not second, third, or
hundredth — the kingdom of God and
his righteousness.

Truly: even God's enemies can serve us well
as peculiar witnesses of God and as
awakeners by God's grace. Greve

Pastor Konrad Wagner — a character portrait
1857—1949

On June 30 it had been a year since God
the Lord called his faithful servant, Pastor (ret.)
Konrad Wagner, in his 92nd year of life, to the eternal
homeland. The departed will remain unforgotten by all who
knew him, especially the congregations of Elberfeld,
Gemünden, Zürich-Lörrach, Frankfurt am Main. His Christian
character was shaped by the devout parental home in Marienwerder in West
Prussia. Descended from a family of dyers, the 12th
child of his parents, he grew up in a cheerful circle of siblings, but
also came to know hardship and worry during the war years of the
sixties and seventies of the past century,
especially when cholera brought
4 of his brothers to the brink of death.
A serious illness of his dear mother led him
to the resolve to study theology.
He pursued his education at the
University of Erlangen, where he also served as a one-year
volunteer. He always had something soldierly-manly about
him; in his nature severity was paired with
tenderness, deep earnestness with a delightful humor,
strictness toward himself with a loving empathy
for people, a masculine manner with great love
for children and all who needed his counsel and helping
deeds. As a private tutor in Bodenbach in
Bohemia, he cared with great faithfulness for the sick son
in the house of a manufacturer, until the boy's
death, and accompanied the now solitary father on
various journeys. There he saw the natural beauty
of the Tyrol, came to know Vienna and Venice, and looked
down from the height of the Wartburg to Luther's
"beloved city" and across to the Thuringian
mountains.

After the experience-rich years of study and travel,
and after passing his examinations in Breslau before the
church councilors Nagel and Huschke, he took
the first steps into the holy office as assistant preacher
to the Elberfeld superintendent Feldner.

Here he came to know the man who, in the revolutionary
year 1848, published the writing: "How can we
evangelize Germany?" — who in 1858 left the
Union Church along with a large part of his congregation
and, with a priestly heart, faithfully attended to the holy service
in the midst of his congregation and the widely scattered
Rhenish-Westphalian diocese.
How this faithful confessor was concerned
with fostering the spiritual growth of the souls
entrusted to him! Fellowship with this his "spiritual
father," who also ordained him into the holy office of preaching,
made an indelible impression on the young beginner
in the holy office. Here the foundation was
laid for his manner of preaching, springing from penitent
self-knowledge, of the sole salvation in
Christ, the Savior of sinners, for a pastoral care that
is first of all care for one's own soul and then also
mercifully takes up the soul's distress of "brothers and
sisters in Christ," for a responsible
conduct of office mindful of the accounting on
the last day. Thus there came to fruition what
the parental home and faithful teachers from his
student years had planted in him as seeds. When
God the Lord then led him into the pastorate in Gemünden
and, 13 years later, into the diaspora work among the
Lutherans scattered in Switzerland, and at the age of 60
still into the blessed 17-year service in
the congregations of the Frankfurt parish, one could
sense in him that Lutheran Christianity was to him
no mere learned matter, but a concern of God grown
together with his whole being. Christ,
the Crucified and Risen One, he wanted to preach
— Him alone.

He wanted to serve souls

— to lead them into divine truth and
make them fully certain of their salvation in Christ.
Eduard Kellner's word: "Only he who comes to Wittenberg
by way of Sinai and Golgotha is a true
Lutheran; whoever has not become a new creature in Christ
is lost despite his Lutheranism,"
stood written in his heart. When he preached
or, in the circle of his fellow ministers at conferences,
often introduced Scripture, one noticed something
of the authority given to him.
He himself considered himself God's "most unworthy servant."
Even in advanced age one heard him again and again
lament his failures in office, and yet many will
still thank him in eternity for having been
to them a true pastor, a guide to Christ,
to salvation. Whoever did not know him more closely
might sometimes have been alarmed by the zeal
that animated him. Indeed, he maintained strict
discipline in his congregations and could speak sharply
to the individual's conscience. But as soon as he saw that
someone submitted to the testimony of conscience, he was as if
transformed and could speak so lovingly with the
penitent, as a mother comforts her weeping child.
Through the straightforwardness and openness of his
nature, through his strength of character averse to every phrase,
he became a friend and brother to all who are of the truth.
At the same time he was

a joyful Christian.

His mother's singing in the parental home, of which he
often told, had captivated him. He was
gifted with a sure ear and a good voice
and, through the singing of sacred hymns and
noble folk songs, as was especially cultivated in the
Christian student fraternity "Wingolf," and
through playing the violin, he brought joy to many and
also comforted himself in times of sadness. He was also
a storyteller by the grace of God, as young and old
can testify, and thanks to his good memory
could recite whole songs and ballads by heart. How gladly
he would say or sing, to the melody
"Wer nur den lieben Gott läßt walten," in
remembrance of his youth, the "Song of a godly
dyer," which a traveling journeyman had once
brought along, and in which this fine
trade was interpreted spiritually. It says there, among other things: "Now
in conclusion I will choose my body's color;
my friend is white and red, to him I will
commend myself. Let his blood wash me clean of my
sins, so that I may be righteous here and
blessed there also."

As was his life, so was his death.

On the evening of June 30, 1949, the weary pilgrim,
now in his 92nd year of life, around whom it had become
very solitary, but who even in advanced age
had retained his mental freshness, raised himself
in bed and spoke clearly and distinctly the words
of the Communion liturgy: "Our Lord Jesus Christ, in
the night in which he was betrayed" ..., then "Christ, thou
Lamb of God," prayed the holy Our Father, and blessed
his daughter, who alone of his three children was with him
at the time. Then death came, and he fell quietly asleep. On
the morning of July 4 we gave him our last
escort. Superintendent Martin, whose independent
congregation in Marburg he had joined, conducted the
graveside liturgy. According to his wish, after
the hymn "Wenn mein Stündlein vorhanden ist," the
parable of the prodigal son was read. He had asked
that no graveside address be given. There he gave us his
last sermon. The choir sang, from his favorite hymn
"Geh aus mein Herz und suche Freud," which he had so often
and gladly sung together with the children, the
two verses: "Welch hohe Lust, welch heller Schein" and
"O wär ich da, o stünd ich schon, o großer Gott vor
Deinem Thron." They were like a symbol of
his Christian faith. His coffin was covered with fresh
fir greenery from the German forest, which he had so
loved. His grave lies on the steep slope of the
Marburg mountain cemetery, high above the town and
the valley of the Lahn. There he awaits the resurrection.
What moved the hearts, a fellow minister finally summed up
in the one word: "He was to us like a tree,
planted by the streams of water, that
brings forth its fruit in its season, and
its leaves do not wither." J. Fritze

The Tears of Christians

The examples of the patriarchs should always lie before our
eyes, so that we may learn that our
works too, which are done in faith, likewise
our tribulation, when we suffer it in faith, are all
pleasing and acceptable to God and like a
continual offering. This is a great comfort to believers.
The life of the godly seems to be a useless life and
to have no fruit or glory at all. But
this is an excellent honor and glory, that we
know that God also counts our tears, and every
little drop that falls from our eyes,
and that it is all recorded before God's eyes and
gathered, as it were, into a golden vessel.

Luther, II, 772.

For Our Time

Where one sins and feels the punishment and
yet does not want to recognize that the punishment
comes from God's just judgment, but
only wants to be impatient and angry on account
of the good that one has lost: that
is not called repentance, but is called
raging against God and being angry with him. As we
also do now in this time: when we
are punished with the Turkish war, with pestilence, with
inflation, or otherwise plagued in other
ways by the devil, we all
complain about the great misery and misfortune. But
you hear no one say: We have
sinned, we have done evil, Lord God,
have mercy on us, remember your
mercy, which endures from eternity. We do not
turn to God, who punishes us; as
the prophet Isaiah also laments about this in
chapter 9, verse 13: "The people do not turn
to him who strikes them, and do not ask
after the Lord of Hosts." Luther